Donnerstag, 31. Dezember 2015

Feeling groovy

Beschwingt und leicht schaffen wir es meistens in den Jahresbeginn, möge das Jahr in vielen Teilen dieses Gefühl der Leichtigkeit und Freude bringen und wenn es Mal schwierig werden sollte, mögen wir den Mut aufbringen anzunehmen, was uns das Schicksal aufzulösen gibt und gestärkt durch die Herausforderungen gehen. Ein gutes Jahr 2016!






Sonntag, 27. Dezember 2015

Rauhnächtliche Gedanken

Von Jahr zu Jahr spüre ich ihn mehr: Den Zauber dieser Tage. Beginnend mit dem Weihnachtstag, an dem wunderbar großfamiliärer Trubel herrscht, hinübergleitend dann in freie Tage, die auch Raum haben für spontan aufkeimende Ideen oder Tätigkeiten die gerade aus dem Augenblick heraus Freude machen. Da ergeben sich Begegnungen oder Informationen kommen auf mich zu oder die eine oder andere unvorhergesehen Überraschung. Nichts Großes meist, aber vielleicht Bedeutungsvolles. Der Symbolkraft der Rauhnächte zwischen 25. Dezember und 6. Januar folgend, gehe ich entspannt beobachtend durch diese Tage. Das Leben geht seinen Gang, Termine fallen an und all die Tätigkeiten, die mich den Tag über beschäftigen bringen in der Regel keine besonderen Vorkommnisse. 



Am Abend fühle ich allerdings noch mal in den vergangenen Tag hinein. Manches habe ich gleich wahrgenommen, anderes sehe ich aus der abschließenden Zusammenschau. Ich fühle der Qualität, der Stimmung, den Gedanken und Gesprächen nach und richte mich bewusst neu aus, wenn mir etwas im Nachhinein nicht gefällt. So viel liegt in einem Tag! So viel liegt in jedem Tag unseres Lebens, trotzdem leben wir die Tage, als gäbe es sie in unendlicher Reihenfolge, ohne Ende, ohne bestimmte Aufgabe, ohne tieferen Sinn. In diesen Tagen empfinde ich anders und möchte diese Behutsamkeit mitnehmen, weiter in all die Tage des kommenden Jahres hinein. Mitnehmen ins JETZT. Ohne meine Kraft abzulenken oder zu zerstreuen. Wenn man so will: Ein Vorsatz. Wenn es zwölf Tage lang klappen kann, warum nicht auch danach?! Es fühlt sich gut an, bewusster mit Lebenszeit umzugehen...

   

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Ein schöner Moment

Wunder-volle Weihnachtstage für alle, die dieses Fest feiern! Wunder-volle Zeiten für alle, die auf dieser Erde leben. Kein Glück dieser Welt, sei es persönlich oder kollektiv kann schöner sein, als zu wissen, dass Menschen in Frieden leben können. Wie schwer das zu erreichen ist, sehen wir täglich in den Medien, selbst in unserem eigenen Leben gibt es genug Beispiele dafür. Und so wünsche ich uns allen eine frohe Zeit und kleine und große Wunder in diesem Tagen.



Monde und Jahre vergehen,
aber ein schöner Moment
leuchtet das Leben hindurch.
                      Franz Grillparzer

 

Montag, 21. Dezember 2015

Wintersonnenwende 2015


Dieses Jahr zur Sonnenwende kein Wind, kein Regen, richtig schönes Feuerwetter.

Für das zyklische Geschehen auf der Erde beginnt ja bereits morgen der neue Zyklus, eigentlich ist das alte Jahr beendet. Unser Weihnachtsfest knüpft an  vorchristlichen Riten an und erinnert hier auf der Nordhalbkugel an das Erstarken des Lichtes durch das Erscheinen einer Lichtgestalt, die für ein neues Leben und die Liebe schlechthin steht...


Alles ins Feuer geworfen was nicht ins neue Erdenjahr mitkommen soll. Kräuter und Harze in die Glut geworfen, dass es nur so duftend rauchte. Der Rauch steigt in quirlenden Bewegungen auf, ich stelle mit vor, wie er alles reinigt und das alte Erdenjahr zur Ruhe legt. Dann kommt ein Glas mit Räucherwerk aus meinem Fundus zum Einsatz, das meinem Wunsch für das kommende Jahr perfekt entgegenkommt: Lebensfreude! Für mich und alle, die sich diesem Wunsch anschließen mögen. Ich sehe unser Haus, unser Dorf, unsere Region und die Erde eingehüllt in Freude. Was dieser Qualität des Seins nicht dient soll weniger werden und was es verstärken mag, soll mehr und mehr wirksam werden. So soll es sein!



Widersprüchlich erscheint, dass der Winter ja erst beginnt, andererseits haben wir noch ein wenig Zeit reifen zu lassen, was wir entwickeln wollen und können in aller Ruhe neue Weichen stellen. Es scheint mir so wichtig eine Vorstellung davon zu haben, wohin wir uns als einzelne und im Kollektiv auf der Erde bewegen wollen, nicht zuletzt auch deshalb, um nicht so leicht entmutigt zu werden, wenn es zunächst nicht so läuft, wie wir es uns wünschen. Ich sehe so viel Gutes in der Welt, ich suche bewusst positive Information und finde oft Vielversprechendes! 

So ist hier ein wenig vorweggenommen, was ich mir für uns für die nächsten Tage und Wochen wünsche. Mit dem Feuer stimme ich mich auf das Fest und auf das neue Jahr ein.

In diesem Sinn wünsche ich allen Lesern und Leserinnen von *kleine freude* eine schöne und von viel Freude begleitete Festzeit! Danke fürs immer wieder Da-sein! Habt es fein!

Ich mag sie! Engelsgleiche Stimmen und eine erhebende Melodie, passend zu meiner Stimmung in dieser Zeit... 
Celtic Woman:


Bis bald....



  

Sonntag, 20. Dezember 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 3

Es hat etwas zutiefst Befreiendes mich auf diese Zeit der Stille einzulassen. So wie dieses Jahr gelang mir das noch nie. Das Wetter bei uns hilft mit. Es ist den ganzen Tag trüb, nebelig und kurz nach drei Uhr nachmittags beginnt es auch schon dunkler zu werden. Früher assoziierte ich diese Zeit mit einer trübsinnigen Grundstimmung, aus der ich versuchte möglichst herauszukommen. Gar nicht überraschend: Sobald man es schafft sich ganz darauf einzulassen beginnt man es zu mögen. Ich brauchte lange dafür. 
Meine Vorweihnachtszeit findet großteils zuhause statt. Ich gehe kaum hinaus, nur für Spaziergänge in der Natur oder ein Konzert. Keine Geschäfte, keine Weihnachtsmärkte, keine entsprechende Musik, viel Stille, lesen, schreiben, Gespräche, einfach zusammen oder alleine SEIN.



"Lerne still zu werden und deine Aufmerksamkeit wegzubringen von Dingen, die du eigentlich nicht willst oder die dir nicht gefallen. Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du in d(ein)er Welt erleben und sehen möchtest." Nach diesen zwei Sätzen versuche ich mich auszurichten. Sie sprechen von einer Grundeinstellung, die zu leben gar nicht so einfach ist. Die Welt die wir vorfinden funktioniert meist diametral dazu (und das macht sie nicht unbedingt besser). 

Weihnachten ist so eine Sache, die bei vielen Menschen ambivalente Gefühle hervorruft, von Jahr zu Jahr ähnlich oder ganz neu, je nachdem was das Jahr davor an Ereignissen für den einzelnen gebracht hat und wie man gerade mit den Menschen, zu denen man gehört auskommt. Diese Gefühle drücken wir gerne weg, sie sind unangenehm und zu Weihnachten wollen und sollen Beziehungen funktionieren, gerade da mag und braucht man diese Illusion von "heiler Welt" am meisten. "Wenn es da klappt, dann wohl auch danach", ein guter Teil des Geschenkeaustausches dient wahrscheinlich diesem Wunsch. Ob die Rechnung aufgeht? Mal mehr, mal weniger. 
Meine Erfahrung sagt mir, dass es nicht viel braucht. Ganz da (präsent) sein, sich aufeinander einlassen, zuhören, empathisch sein und alles weglassen, was nicht wirklich wichtig ist. Irgendwie komisch, ein Fest mit weniger ist mehr zu assoziieren und sich dabei glücklich fühlen zu können. Ich bin jedenfalls ein bisschen genau da angekommen und es fühlt sich sehr gut an...

Hier könnt ihr frühere Postings zur Vorweihnachtszeit auf *kleine freude* nachlesen. 

Für die letzten Tage bis zum Fest wünsche ich euch eine schöne Zeit!


 


Samstag, 12. Dezember 2015

Ich sehe den Stern

Seit ich dem Fest alle Erwartung genommen habe, nimmt es mich wieder für sich ein. Es muss nichts. Ja gut, es haben sich kleine Rituale entwickelt, mit den Menschen die ich liebe. Seit ich ehrlich war und klar machen konnte (was Jahre wiederkehrender Feste brauchte) was mir zu viel, zu wenig und was passend war und wir uns ausgetauscht haben, was jede/r mag und wünscht, konnte ich das Gefühl ablegen für alles und für das gesamte Gelingen alleine zuständig zu sein. Diese Einstellung hatte ich davor über Jahre entwickelt bis ich Weihnachten zu hassen begonnen hatte und mir auffiel, dass da etwas gründlich schief lief. 



Dieses Jahr freue ich mich darauf und eigentlich mag ich all diese Zeit auch vorher wieder. Es muss nichts war ein Schlüssel. Die Vorbereitungen greifen organisch ineinander, ich verlasse mich auf mein Gefühl und mache, was mir Freude macht. Und lasse, was mir keine macht. Und plötzlich ergeben sich viele Dinge wie von selbst. Fast magisch. 
Ich sehe den Stern. Er steht nicht am Himmel, er ist in mir. Ein wunderbares Gefühl, ein freudiges.

Ich wünsche uns eine wunder-volle Zeit bis zum Fest. 


Hier findet ihr die Vorweihnachtszeit von *kleine freude*, alles bisher Erschienene, fröhlich, besinnlich und manchmal auch ernst.






   
  

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Auf kurvigen Wegen

Faszinierend zu beobachten wie die Welt sich wandelt. "Naja", hör ich euch sagen, "ob die Richtung stimmt?" Oft entmutigende Nachrichten und Vieles, was vor etwa fünf Jahren in Stein gemeißelt schien gilt so nicht mehr. Wenn ich so hineinfühle, was im Kollektiv arbeitet, dann stehen wir gerade an dem Punkt, wo manche Mauern eingestürzt sind und wir plötzlich realisieren, dass schon lange keine Renovierungsarbeiten stattgefunden haben, obwohl ja alles so gut ausgesehen hatte. Wir blenden ein wenig aus und cocoonen uns ein, backen Kekse für Weihnachten und besorgen Geschenke, so schlimm wird es schon nicht sein und werden. Und trotzdem arbeitet es irgendwo im Hinterkopf und wir sehen anders in die Welt und stellen uns Fragen, die wir uns so nie gestellt hatten. Wir hinterfragen bestimmte Gewohnheiten und ahnen, was schon längst aussortiert hätte werden müssen an Einstellungen, Überzeugungen und Vorstellungen, davon was für unser einzelnes und für das kollektive Leben wirklich wichtig und wertvoll ist.



Das vergangene Jahr brachte viele Gelegenheiten innezuhalten und zu evaluieren, was wir behalten und was wir verändern oder loslassen wollen. "Erfolgsmuster sind am schwersten zu verändern", dieser Satz eines Lehrers hat sich bei mir eingegraben und er hatte so recht. Was immer gut funktioniert hat muss doch auch weiterhin zum Erfolg führen?! Wenn alle Parameter gleich bleiben stimmt das wohl auch. Angst vor Veränderung ist so menschlich und gleichzeitig so hinderlich. Wagt man einen ersten Schritt hinaus, geht es meist auch folge-richtig weiter. Den inneren Widerstand aufzugeben, weiterzugehen und Herausforderungen anzunehmen - dabei zu wachsen - das kennen wir seit Kindertagen aus den Märchen und fühlen das Potential für den Gewinn der auf uns wartet. Wir leben in Zeiten, die uns genug Anstöße bieten als Mensch und im Miteinander zu wachsen. Es muss nicht immer geradlinig sein, die Schönheit des Weges liegt in so manchen Kurven...


Samstag, 5. Dezember 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 2

Heute möchte ich einmal:

Zusammen - Sein
In die Augen eines anderen Menschen schauen und seine Seele sehen.
Und dann ganz ruhig werden. Ich sehe da, was es wirklich braucht, um eine be-fried-igende Verbindung zwischen zwei Menschen zu schaffen. 

Vor ein paar Tagen gab es viele Geschenke für mich und viele mir liebgewordene Freunde und Familienmitglieder haben sich Gedanken gemacht, womit sie mir eine Freude machen könnten. Ich fand das berührend und schön. Auf einer anderen Ebene allerdings strömte die Freude noch viel stärker in mir, als so viele mich umarmten und durch ihre Präsenz in diesem Moment der Verbindung zwischen uns einen beglückenden und tiefen Ausdruck verleihen konnten. Ich empfand dabei, dass wir uns beide gegenseitig beschenkten und dass dieser Austausch an Liebe und Wertschätzung mich glücklich machte.

Bei einer Essenseinladung vor einiger Zeit bekamen wir mehrere Gänge serviert. Eine Köstlichkeit übertraf die andere, es war wirklich genussvoll. Die Gastgeberin und Köchin hatte ihre ganze Kraft in dieses Abendessen gelegt, wahrscheinlich den ganzen Tag dafür geopfert, für den so schönen Abend fehlte ihre Präsenz, sie war offensichtlich müde, eine Chance für ein schönes Gespräch und einen echten Austausch vertan.

Wie gut kenne ich das von mir! Ich brauchte Jahr(zehnt)e, um zu begreifen, dass es diese Balance bei Festen braucht, genauso wie im Alltag.



Balance zwischen Tun und Sein.

Schenken bildet natürlich viele Facetten einer Beziehung ab und hat einen viel tieferen Sinn, wir drücken damit viel mehr aus, als offensichtlich zum Ausdruck kommt. Ein weites Feld für die Soziologie. Es liegt mir total fern den Austausch von Zeichen der Zusammengehörigkeit abzuwerten. Trotzdem oder gerade deswegen können wir einen neuen frischen Blick darauf werfen, was und wie wir schenken. Ich weiß einen guten Teil meiner Leser/innenschaft in meinem Alter und viele gehen recht bewusst mit diesem Thema um. Ich weiß gleichzeitig von mir selbst, dass es sich lohnt ein bisschen Energie darauf zu verwenden zu schauen, ob wir das erschaffen, wovon wir glauben, dass es sein muss oder das, was uns wichtig ist und uns und unsere Lieben wirklich glücklich macht.

Zusammen-Sein.....

Alle bisher erschienen Beiträge zur Vorweihnachtszeit, heiter und besinnlich findet ihr über diesen Link

Ich wünsche euch eine schöne vorweihnachtliche Woche und Kerzerlzeit am Wochenende!



 

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Sektlaune zum Winterbeginn

Heute ein kurzes Lebenszeichen und ein dickes Dankeschön für eure Glückwünsche! Wir haben gefeiert und überall stehen Blumen herum, sogar Tulpen hab ich bekommen! Weiße Orchideen, die sich perfekt auf meiner Fensterbank einfügen und eine einzelne wunderschöne zartgrün-rote Rose, ich könnte sie den ganzen Tag bewundern, auch einen Winterstrauß in weiß und grün.
 


Mir ist noch so überhaupt nicht nach weihnachtlicher Dekoration, weder passt das Wetter, es ist warm und sonnig, noch mein Fokus auf das Fest, jetzt muss erst mal ein bisschen Ruhe einkehren. Nur die deutlich kurzen Tage erinnern daran, dass wir in der Nachtphase des Jahres sind. Kaum hat sich wunderbar helles Sonnenlicht am frühen Nachmittag durch die großen Terrassenfenster ins Wohnzimmer gegossen muss schon wieder Licht eingeschaltet werden. 

Auf dem Foto seht ihr ein Winterbild von meiner Geburtsstadt Sopron, darüber habe ich alte Dessertteller, die ich von meiner Mutter geerbt habe gehängt. Ich mag ja den Winter so gar nicht, aber das Bild gehört zu mir, schließlich bin ich ein Winterkind.



Csárdás tanzen mit meinem Vater, ein Bild exemplarisch für die Stimmung bei meiner Geburtstagsparty mit Familie und Freunden. Ein wunderschöner Tag, für den ich so dankbar bin! 




  


Dienstag, 1. Dezember 2015

Ob sie ahnten?

So ist sie nun da, die neue Zahl mit dem 6-er vorn. Und erstmals in diesem Leben kommen mir viele Lebenskreise in den Sinn. Rückblick war bisher noch kein großes Thema, runde Geburtstage waren zum feiern da und um mit einer gewissen Neugier in das nächste Lebensjahrzehnt hineinzufühlen. Was würde es bringen, wie würde es mich verändern? Welche Herausforderungen und Lebensgeschenke auf mich zukommen?



Diesmal also anders. Schon vor einem halben Jahr streiften meine Gedanken in ruhigen Minuten in meine Vergangenheit. Wichtige lebensprägende Menschen haben diese Seite der Realität verlassen, auch meine Mutter. 

Auf dem Foto unten stehen meine Urgroßmutter, Großmutter und Mutter zusammen hinter mir, ob sie in diesem Augenblick geahnt haben, welche Bedeutung dieses Foto einmal bekommen könnte? Ich selbst habe keine Tochter, so ein Foto wird es von mir als Ahnin also nicht geben. Welche Eigenschaften man so geerbt hat verdichtet sich oftmals erst später zu einem klareren Bild, ich empfinde es jedenfalls so. Von meiner Mutter habe ich die Treue zu sich selbst in mir. Eine Eigenschaft, die einem viele Schwierigkeiten im Leben einhandeln kann, wehrt man sich dagegen oder unterdrückt es gar, macht das alles auch nicht besser, das habe ich alles ausprobiert. Ich habe mich in meinem vergangenen Lebensjahrzehnt dafür entschieden mich der Aufgabe zu stellen und dazu zu stehen, was sich durch mich ausdrücken will und muss.

Von meiner Großmutter (in der Mitte hinter mir) habe ich das Bedürfnis nach Weite im Denken bekommen, auch sie war wie meine Mutter eine starke Frau, die anlässlich ihrer Silbernen Hochzeit in den 50ern des letzten Jahrhunderts mit dem Priester im Beichtstuhl einen Diskussion in Sachen Empfängnisverhütung anzettelte, worauf sie während der Feier keine Kommunion bekam, ein mittlerer Skandal zu dieser Zeit. Sie erzählte mir das einmal, als ich selbst schon kleine Kinder hatte. Dazu hatte sie sich trotz zweier Weltkriege während ihrer Kindheit und Erwachsenenzeit eine gewisse Leichtigkeit erhalten. Sie setzte sich beispielsweise auf den Tisch, als sie einmal auf uns Kinder (ich war damals sechs) aufpasste, ließ uns auf ihrem Fuß schaukeln und sang lautstark Verrisslieder über die Kriegszeit, dazwischen lachte sie schallend, wahrscheinlich am meisten über unsere ungläubigen Kindergesichter. Ich war einfach nur platt, so etwas machte kein erwachsener Mensch! Sie war und ist (von drüben) ein Fels in der Brandung meines Lebens. Von meiner Urgroßmutter weiß ich leider nicht viel, sie wurde zweiundneunzig und hatte sechs Kinder geboren, alle die überlebt hatten waren tüchtige Menschen und trugen mit einer Menge Kinder zum Reigen der Urenkel bei.



Von meiner Großmutter väterlicherseits habe ich meinen Namen bekommen, meine Liebe zur Natur und meinen Sinn für Schönheit. Sie war erdverbunden und sehr tüchtig. Ihre Liebe zu Blumen und Pflanzen allgemein war nicht zu übersehen. Ein wunderschöner großer Blumengarten, der an Üppigkeit nicht zu überbieten war, ein riesiger Obst- und Gemüsegarten, ein Acker, der das Futter für Hühner, Gänse und Schweine hervorbrachte bescherte ihr ein Leben, das sie sieben Tage die Woche ausfüllte und forderte, denn mein Großvater betrieb den einzigen kleinen Laden des Dorfes und war wohl für die Hauptarbeit draußen kaum verfügbar. Auf dem Foto wird sie ungefähr mein jetziges Alter gehabt haben. Das Leben in dieser Generation war nachhaltig und zutiefst mit der Natur verbunden. Es gab auf dem ganzen Anwesen keinen Mistkübel, alles wurde wiederverwertet, an die Tiere verfüttert oder im Küchenofen verbrannt, es gab ja noch kein Plastik. Das Wasser holten meine Großeltern noch viele Jahre mit einem Kübel aus dem Brunnen, später hatten sie dann in der Küche einen Wasserhahn. Allesamt arbeitsreiche Leben, die meinen Vorfahrinnen einiges abverlangt hat und mit unserer Lebensweise nicht mehr zu vergleichen ist.



Ich bin die älteste von fünf, auf dem Foto unten etwa acht Jahre alt, bei einem Sonntagsausflug als meine Großeltern und mein Onkel zu Besuch bei uns waren. Besondere Tage, denn sie alle lebten in einem anderen Land mit einem anderen politischen System und vielleicht prägten sich die Eigenheiten der verschiedenen Lebenswelten auch deswegen so stark ein und vielleicht waren die verwandtschaftlichen Beziehungen auch deswegen so wichtig, weil man sich gegenseitig für den Alltag verloren hatte und erst viel dafür tun musste um zusammenzukommen.



All das hat mich geprägt und darüber hinaus noch so vieles mehr, von dem ich gar nicht genau weiß, was es gewesen sein mag, mit dem ich aber leben und umgehen darf und muss. Schön ist es, bei den eigenen Kindern zu sehen, wie sich gewisse Eigenschaften und Merkmale abermals zeigen und weiterentwickelt werden. Manches zeigt sich als Aufgabe manches als Leichtigkeit, wobei es genau diese Eigenschaft ist, die ich mir in den kommenden Jahren mehr und mehr erschließen will. Was ich allerdings immer mehr spüre ist eine Dankbarkeit all denen gegenüber, die mir vorangegangen sind. Ihnen verdanke ich alles, denn ein größeres Geschenk als Leben zu schenken gibt es nicht.

Hier noch ein ganz aktuelles Foto von mir, wenn wir heute schon bei den persönlichen Themen sind. 60 Jahre! Ich lächelte immer, als "alte" Leute davon sprachen, wie schnell die Jahre gehen, denn auf eine Art empfindet man es so. Andererseits gehen die Jahre, wie sie eben gehen und sie machen Spuren, in mir und in anderen und es schließen sich Kreise und neue öffnen sich. Ab heute geht es auf die siebzig zu....





Samstag, 28. November 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 1

Zurückerinnernd an Jahre, in denen die Zeitungen um diese Zeit voll waren mit Klagen über Nebensächlichkeiten, wie etwa schrecklich es sei, dass bei uns Santa Claus das Christkind verdrängen könnte, setzt langsam eine Auseinandersetzung damit ein was wirklich wichtig ist. Dass dazu meist Krisen gebraucht werden ist so menschlich wie bedauerlich und gleichzeitig leuchten da und dort positive Zeichen von Liebe, Mitgefühl und fortschrittliche Entwicklungen auf.
So fällt es in diesem Jahr nicht schwer einen Fokus für die dunkle Zeit vor Weihnachten zu finden. Die Zeit, wo wir von den Naturkräften in eine Energie der Konzentration aufs Wesentliche eingeladen werden, so wir mit dem Rhythmus der Natur mitgehen möchten, um uns selbst für Zeit des neuen Wachsens zu stärken und die Weichen richtig zu stellen.

In den Jahren bisher, seit es *kleine freude* gibt, war es mir immer ein Bedürfnis in dieser Zeit kleine Zäsuren im Alltagsgetriebe anzubieten. Nicht zuletzt für mich selbst. Durch das Schreiben komme ich in eine Konzentration und die Gedanken fließen mich in eine innere Ruhe, die mich aus dem vorweihnachtlichen Trubel ein wenig herausholen. Auch dieses Jahr also wieder ein paar Anstöße für diese im Kleinen wie im Großen manchmal herausfordernde Zeit.




Heute möchte ich einmal
* Die Kirche im Dorf lassen

Es ist niemandem geholfen, wenn wir uns gegenseitig erzählen wie schrecklich es in der Welt zugeht und was alles Schlimmes noch geschehen könnte. Habe ich Obdach, Nahrung, Familie, Freunde, Arbeit, Hobbys und noch einiges mehr, so habe ich viel mehr als der Großteil der Menschen auf der Erde. Ich bin dankbar dafür und gebe Zeit, Energie, Geld und Freude weiter wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Niemand hat etwas davon, wenn es auch mir schlecht ginge. Jeder Mensch hat das Recht auf ein sicheres friedvolles Leben und indem wir selbst uns darum bemühen zufrieden und glücklich zu sein geben wir ein Beispiel für andere, dass es möglich ist ein gutes Leben zu haben. Dankbar und zuversichtlich im Leben zu stehen, kleine Irritationen als solche abheften und weitergehen, mit Vertrauen auf die großen Herausforderungen antworten. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Hier die Adventbeiträge der letzten Jahre auf *kleine freude* zum nachlesen

Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht euch eure "alte" Elisabeth (mehr davon in Kürze). 


Sonntag, 22. November 2015

Wenn wir Liebe ernst nehmen

Was ich nicht verstehe:

Warum alle erschüttert sind, dass etwas in der Realität passiert, was man sich zur Unterhaltung am Sonntag Abend im Fernsehen anschaut.
Warum ich als Schülerin im Geschichteunterricht die Daten von Kriegen abgefragt wurde, aber über das Leben der Menschen so wenig erfahren habe. 
Warum wir im Lateinunterricht Texte von Kriegsherren übersetzen mussten. Das alles hat mich nie interessiert. 
Warum Gesellschaften, die angeblich keine Kriege wollen, eine Kultur pflegen, die von Gewalt durchsetzt ist und es nicht mal merken oder wahrhaben wollen. Gewalt gegen Kinder, Tiere, die Natur, Frauen, Arbeitende etc. 
Warum solche "Realitäten" in Ländern der "entwickelten" Welt nie in Frage gestellt werden, in Ländern, in denen immer mehr Kinder systematisch mit Psychopharmaka die süchtig machen (Ritalin) und die Psyche auf Dauer verändern, gefüttert werden weil sie nicht ins vorhandene (Schul-)System passen. Antidepressiva, Schmerzmittel und viele andere Drogen zur normalen Bewältigung des Alltags selbstverständlich dazugehören. 



Bemerken wir eigentlich überhaupt, in was für einer Welt wir uns bewegen und wie sehr wir sie schützen und nicht in Frage stellen? 

Wer jetzt sagt, dass die da oben es verbockt haben und so weiter dem möchte ich entgegenhalten, dass es ohne Eigenverantwortung zu übernehmen nicht geht, wir tragen diese Welt so wie sie ist täglich mit! Wenn ich in Frieden leben will, dann darf ich mir keine Filme anschauen, in denen Menschen Gewalt angetan wird, dürfte ich auch kein Fleisch essen, das von Tieren kommt, die grausam gehalten wurden, dürfte ich mich nicht von Lebensmittel ernähren, für die die Erde und Menschen, die sie produziert haben leiden mussten, dürfte ich keine Waren besitzen, die auf Kosten auch nur eines anderen lebenden Wesens hergestellt worden sind. Soweit ist es, wir leben in keinem Frieden, wir hatten ihn nie, wir schauen nur weg. 



Wenn wir Liebe ernst nehmen wollen, müssen wir irgendwo beginnen, jeder dort, wo er kann und es schafft, denn in allen Bereichen geht es nicht, das ist unrealistisch. Mit Transparenten zu demonstrieren, das hatten wir zur Genüge, bringt nichts, Revolutionen mit Waffengewalt schon gar nicht. Durch deutliche und konsequente Änderung von Gewohnheiten schon eher. 
Beispiel: Wenn nur mehr wenige Menschen Gewalt in Filmen sehen wollen, wird sie dort nicht mehr gezeigt werden, schließlich wäre kein Geld mehr damit zu verdienen. Ich selbst gehe sehr sehr gerne und oft ins Kino, es gibt genug Filme, die Geschichten über Menschen, Tiere und die Welt erzählen und die Vielfalt und Schönheit des Lebens zeigen und ohne das Zeigen von Gewalt auskommen! 
Ein anderes Beispiel: Bewusst einkaufen und sich dafür interessieren, woher die Nahrungsmittel kommen und wie sie produziert werden. In unserem Supermarkt gibt es auch jetzt Erdbeeren, sie werden gekauft, sonst würden sie nicht angeboten, schließlich ist alles auf Gewinnmaximierung eingestellt. Nachhaltigkeit und fairer Handel sind inzwischen zu Schlagworten verkommen und werden geschickt in der Werbung eingesetzt, um uns zu beruhigen. Wieder schauen wir lieber nicht so genau hin. Ich könnte ewig so weiterschreiben, jeder von uns kennt Beispiele und ist inzwischen gut informiert. Ich selbst trage natürlich dieses System mit, gar keine Frage. Das schmerzt mich von Tag zu Tag mehr und ich beginne mein Verhalten zu verändern, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir es selbst in der Hand haben. 



Frieden ? Nur ein schönes Wort von Träumern, ein frommer Wunsch? Ich will ihn mit jeder Faser meines Herzens und weiß, wie unendlich schwer er zu erreichen ist. Aber eines weiß ich: Ich werde nie aufgeben daran zu glauben, dass er für uns Menschen möglich sein kann und dass wir es schaffen können. Wir müssen viel dafür tun. Jede/r von uns. Jetzt.

Mittwoch, 18. November 2015

24x abgeklatscht

Ein Sonntag im September in Wien. Gruppen von Menschen mit Kameras, Equipment und jede Menge Utensilien wuseln durch die Innenstadt. In Parks und auf Plätzen, in Kirchen und auf dem Rummelplatz, in Kaffeehäusern und Müllsammelstellen sieht man sie werkeln, posen, einstellen und abklatschen, wenn wieder ein Bild geschafft und auf der Liste abgehakt werden kann. Dieses Jahr hatte ich wieder mal Lust mitzumachen, sehr viel Lust und das innere Kind jubelte. Versuchen die bekannte Welt mit anderen Augen zu sehen und einfach für einen Tag das normale Leben ausblenden und Spaß zu haben. Spaß machte es ungeheuer, mit dabei der Mann an meiner Seite und eine liebe Freundin, wir waren ein Super Team.

Inzwischen ist der Wiener Fotomarathon so beliebt und bekannt, dass Leute aus anderen Teilen Österreichs eigens anreisen, um teilzunehmen. Solche Events gibt es auch in anderen Städten, hier in Wien jedes Jahr mit weit mehr als tausend Teilnehmern. Anspruch und Ehrgeiz und letztlich das Können, gute Fotos zu machen, die auch aus der Masse herausstechen, bringen eine große Bandbreite in die Ergebnisse und ich finde es jedes Jahr spannend, wenn dann Mitte November alle Fotos, die es in die Wertung geschafft haben veröffentlicht werden. So viel geballte Kreativität auf einmal! Natürlich sind Profis dabei, warum auch nicht, wer etwas kann, soll ruhig eine Bühne bekommen und dabei andere inspirieren.

Das Foto unten ist aus meiner Strecke, es erreichte unter meinen 24 Bildern die beste Wertung, nämlich den 10. Gesamtplatz beim Thema "ausgedient". Ich hatte Glück und das "Richtige" dabei, um diesem Thema einen passenden Auftritt zu geben. Alte Fotos, die ich einige Male in die Bilder einbaute, kamen nicht so gut an, ich fands stimmungsvoll, die Jury weniger. Letztlich spielt das aber keine Rolle, hier ist für mich der Weg immer noch das Ziel. Trotzdem finde ich es interessant Feedback, wenn auch nur als Punktezahl zu bekommen, man kann sich immer weiterentwickeln und Neues lernen, vor allem auch durch Fehler, aber auch durch das vergleichen mit anderen Teilnehmern: Wie haben andere das eine oder andere Thema umgesetzt, welchen Aufwand haben sie getrieben, welche Techniken verwendet? 




Die Aufgabe ist spannend und durchaus anspruchsvoll. Beim Vollmarathon muss man 24 Bilder zu am Morgen bekanntgegebenen Themen fotografisch umsetzen, in richtiger Reihenfolge auf der Speicherkarte spätestens zur Deadline beim Treffpunkt abgeben. Bilder im Nachhinein zu verändern ist strikt verboten und führt zur Disqualifikation. Wie und wo man die Aufgaben löst, steht einem frei, doch Kreativität hat schon hohe Priorität. Das mag ich und genau das spornt auch an! Man hat knapp 12 Stunden Zeit, was zunächst gut klingt, in der Praxis aber bedeutet, dass man im Schnitt alle halbe Stunde ein Foto machen muss, dazwischen von dort nach da fahren, Motive finden oder kreieren, auch mal was essen und trinken und nicht zu knapp auch einen Plan haben. Denn Chancen vorne mitzumischen stehen nur gut, wenn man es schafft ein möglichst neues und spektakuläres Konzept in Serie durch alle Themen durchzuziehen. Eine ganz schön große Herausforderung also. 

Als wir bei Bild 8! auf die Uhr schauten und feststellen mussten, dass wir zu lange (im Kaffeehaus bei Ham and eggs, Kaffee und Croissants) frühstückend gemütlich geplant hatten, wurde es eng und es mussten in kurzer Zeit einige Fotos gezaubert werden, um überhaupt noch eine Chance zu haben, alle 24 Fotos auf die Speicherkarte zu bekommen. Der Zeitdruck groß!

In diesem Moment denke ich daran, wie wunderbar es ist, sich in einer Großstadt frei bewegen zu können, unorthodoxe Dinge zu tun, die niemanden aufregen oder stören, Freude und Kreativität mit vielen anderen zu teilen, einfach weil man es tun kann und es die Welt ein bisschen fröhlicher und bunter macht.





Sonntag, 15. November 2015

Immer hoffnungsvoll

Vorgestern, gestern, heute, ein Tag wie der andere. Täglich wurden und werden Menschen ermordet, viele viele, rund um den Erdball. Von der überwiegenden Mehrzahl erfahren wir nichts und doch ist es traurige Realität. In jedem einzelnen Fall betreffen Gewalttaten viele andere rundherum. Fremde, Angehörige, Freunde. In diesen Tagen tauchen trotz dieser Tatsache so viele Fragen auf, für die meisten gibt es keinen be-fried-igende Antwort. Ich weiß nur eines und davon bin ich zutiefst überzeugt: Angst ist keine brauchbare. Dem Medienhype rund um die Anschläge in Paris blende ich aus, ich mag mich nicht mit allen grausamen Details auseinandersetzen. Ich denke darüber nach, wie wir leben und was wir für selbstverständlich erachten und ich denke darüber nach, wofür ich dankbar bin und wofür ich bereit bin meine Kraft einzusetzen. Wir gehen so selbstverständlich von friedlichen Zeiten aus und denken nicht an eine mögliche Bedrohung und trotzdem ist da keine Resignation, kein Gefühl des Ausgeliefertseins, auch kein Groll. Nur Mitgefühl und eine Traurigkeit, dass wir Menschen es nicht besser hinkriegen...

In vielen Reaktionen spüre ich Stärke und Zusammenstehen und eine Zuversicht, dass sich das Blatt zum Guten wendet, Gleichgültigkeit wäre fatal...





    

Sonntag, 8. November 2015

Beschirmt...

...von Kiefern und trotzdem auch Teppiche von Laub unter den Füßen.

Vor einer Woche dachte ich etwas wehmütig an unsere Reise im Oktober des vorigen Jahres zurück. Wir genossen die Sonne und die noch sehr warmen Temperaturen in geographisch weit südlichen Gegenden der USA. Wunderbare Naturerlebnisse, die doppelt zählten im Bewusstsein des nahenden Winters und der langen dunklen Tage, die uns in Mitteleuropa erwarteten. Manchmal denke ich, dass solche Zeiten des Wandels besondere Kräfte freisetzen, wenn man viel viel bewusster aufnimmt, was bald nicht mehr so ohne weiteres zugänglich sein würde.



Die Bilder in diesem Beitrag sind heute aufgenommen. In einer Gegend die ich seit meiner Kindheit kenne, hier streiften wir jedes Wochenende mit meinen Eltern durch die Wälder. 


                                               Meiereiwiese Vorderbrühl, Oktober 1959

Vertraute Bilder und Aussichten, vertraute Gerüche, kaum etwas hat sich in all den Jahren verändert. Außer eines und das mit deutlich zunehmender Signifikanz. Sieht man die Fotos erscheint alles ganz normal, im Mischwald dominiert die immergrüne Schirmföhre (eine Kiefernart) und Buchen, die inzwischen schon zum Großteil das Laub abgeworfen haben. Da leuchten die gelben Blätter der Birkengruppe als besonderes Element hervor und erfreuen von oben am Berg und unten an der Wiese das Auge. Ein Spaziergang durch den herbstlichen Wald bringt also durchaus zur Jahreszeit passende Eindrücke, wenn, ja wenn nicht doch alles anders wäre als gewohnt. Heute ist der 8. November und das Thermometer zeigt an die 20°, dazu gab es eine recht warme Nacht und auch die nächsten Tage sollen ungewöhnlich warm bleiben. Zu warm für unsere Breiten, geht es nach der Statistik.



Perspektivenwechsel und Flexibilität im Denken scheinen eine wachsende Forderung und Herausforderung zu sein. Das zeigt sich beim Wetter, aber auch bei vielen aktuellen Geschehnissen in Europa, die uns nach neuen Lösungen zu suchen veranlassen müssen. Eine überschaubare und kontrollierbare Welt ist nicht mehr (so es sie überhaupt jemals gab). 
"Das kann nicht gesund sein" sagte eine Frau am Nebentisch, als wir heute in Freien zu Mittag aßen, auf die ungewöhnliche Wärme anspielend und ich dachte, wir werden nicht gefragt. Hier nicht und woanders auch nicht. Und trotzdem müssen wir Wege finden, um mit veränderten Bedingungen klarzukommen. Es wäre theoretisch ganz einfach. Annehmen was ist und das Beste daraus machen. Ganz einfach, oder eben ganz schwer. Eines ist sicher: Wir finden jeden Tag Gelegenheit zu üben....



So viel kupfrig goldenes Laub auf den Wegen wo die Buchen stehen. Durch die Baumstämme sehen wir hinunter auf die große Wiese. Ein kleiner Raum und doch so viele verschiedene Eindrücke vom Selben. Von außen oder von innen betrachtet und von jedem einzelnen Standort unterschiedlich erscheinende Welten. Und doch alles Teil derselben Realität. 
Da macht es wenig Sinn zu sagen, was wahr und echt ist und was nicht. Viel eher machte es Sinn zu schauen, was unter den gegebenen Bedingungen möglich ist. Das wäre schon Aufgabe genug...

   

Sonntag, 1. November 2015

Winter bunt geträumt

Im Moment so dankbar für jeden Sonnenstrahl! Herbst verführt die Augen und knallt sie zu mit leuchten aber am nächsten Tag schon kann alles vorbei sein. Wenn wir das nicht wüssten, wir würden in den Himmel schaukeln, voller Übermut...



Mein liebster Sinneseindruck im Herbst ist der Geruch im Wald, da geht nichts drüber. Wenn das Laub mal ein paar Tage am Boden gefaulenzt hat sieht es gar nicht mehr lecker aus, aber es duftet so fein. Durch Landschaften streifen ist jetzt am schönsten...



Schon betörend, diese Farben! Golden, bronzen, die Bäumen scheinen zu lächeln, endlich die Last am loswerden und auch mal nackt sein dürfen. Bald...



Auch noch viel Grünes, es gab noch keinen Frost, keinen Schnee (hätte schon alles sein können). Würde mich in die Wiese legen wollen, ist dann doch schon Monat mit R, der Dritte in Folge und es wird noch fünf solche geben...



Und jedes Jahr denke ich, dass rosa, pink und karminrot jetzt nicht mehr passt. Die Rosen wollen es noch mal wissen, ein bisschen wenigstens. Da und dort blüht noch was und das ausdauernd, heizt ja nichts mehr drauf. Rosa zarte Blüten neben den tieforangen Früchten des Feuerdorns. Die Welt ist voller Widerspruch?! Muss man aushalten. Tja, ich scherze, wenn dann alles wieder verräumt und abgestorben ist und Tristesse ins Land gezogen ist, besuche ich all die Orte, die bunten in meinen Träumen. Alpträume kann es im Winter gar nie geben...




 

Freitag, 23. Oktober 2015

Einfach, wenn es gut ist

Erst vor einigen Wochen las ich Arno Gruens Buch: "Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden". Eines der besten Bücher in letzter Zeit. Ich will hier gar nicht auf den Inhalt eingehen, wer sich davon angesprochen fühlt findet im Nu genug Information im Netz. 

Mit Schlägen, Denkverboten und auch Denkgeboten aufgewachsen, beschäftigt mich das Thema Mitgefühl, Selbst- und Nächstenliebe leben zu können schon lange, wie überhaupt Menschen es schaffen können gut miteinander zu leben und auszukommen. Und wo die Ursachen liegen, dass und wenn sie es nicht schaffen, denn da liegt der Schlüssel für Veränderung zum besseren, friedvolleren, liebevolleren Leben miteinander. 

 

Unsere Vorfahren hatten Gewalterfahrungen von zwei Weltkriegen zu verarbeiten, ohne dass ihnen das lange Zeit oder gar nicht zugestanden und ohne dass ihnen geholfen worden war. Persönliche und kollektive traumatische Erfahrungen verschwinden nicht einfach, sie werden in verschiedener Art und Weise an die nächsten Generationen weitergegeben und müssen erst geheilt werden. Das Thema ist leider sehr aktuell und wir sind alle auf die eine oder andere Weise davon betroffen. Es geht auch nicht weg, wenn wir nicht hinschauen. Verstehen kann ein erster Schritt zu Heilung sein und Mitgefühl natürlich. Gewalt kann nie durch gewaltätige Antworten beseitigt werden, auch wenn Menschen sich immer wieder in dieser Strategie versuchen. 

 

Heute in der mittäglichen Nachrichtensendung ein ausufernder minutenlanger Bericht mit Interviews über einen Zusammenstoß eines Reisebusses mit einem LKW in Südfrankreich. Ich drehe nach einigen Minuten ab und frage mich zum wiederholten mal, warum wir uns mit Negativmeldungen zuschütten lassen. Wem hilft das und wer braucht diese Informationen? Was für ein Aufschwung an Prosperität und Veränderung hin zu einer besseren Welt würde es geben, wenn hauptsächlich Nachrichten über gelingende und gute Projekte (von denen es so viele auf der Welt gibt) verbreitet würden und Menschen das Gefühl bekommen, dass sich ihr Leben zum Guten wenden kann und sie Möglichkeiten suchen und finden können sich zu beteiligen und einen wichtigen Platz in der Welt zu haben?! Das ist keine Träumerei, das ist eine klare Absage an alle, die posaunen, dass die Welt nur durch Gier und Wettbewerb am laufen gehalten werden kann. So gut ist sie ja durch diese Strategien nicht geworden...

 

 

Ein kurzer Nachruf zu Arno Gruens Tod aus dem Standard, einer österreichischen Tagszeitung vom 22. Oktober:

Der Psychoanalytiker, Psychologe und Buchautor Arno Gruen ist am Dienstag im Alter von 92 Jahren in Zürich gestorben. Das teilte sein Verlag Klett-Cotta am Mittwoch mit.1923 in Berlin geboren, emigrierte Gruen 1936 mit seiner jüdischen Familie in die USA. Nach dem Studium der Psychologie leitete er ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie.Von 1979 an lebte und praktizierte Gruen in der Schweiz. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich mit den psychologischen Ursachen von Gewalt und Fremdenhass, mit den Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. Für "Der Fremde in uns" erhielt er im Jahr 2001 den Geschwister-Scholl-Preis.Bis zuletzt befasste sich Gruen mit gesellschaftspolitischen Themen, so in seinem dieses Jahr erschienenen Buch "Wider den Terrorismus", in dem er sich unter anderem mit den Anschlägen in Frankreich auseinandersetzte. Bis vor wenigen Wochen arbeitete er an seinem neuen Buch: "Wider die kalte Vernunft", eine fundamentale Kritik der abstrakten Rationalisierung, soll nach Angaben des Verlags im Jänner 2016 erscheinen.

 

  "Sich auf die eigene Empathie verlassen

Gruen beschreibt unsere Zivilisation als eine, in der Menschlichkeit schwer überdauert. Überspitzt und düster gesagt: Wir kommen als Menschen auf die Welt und verlernen die Menschlichkeit systematisch. Erziehung besteht genau in diesem Verlust. Darin, dass unsere zutiefst menschlichen Reflexe nicht mehr funktionieren, sondern geregelt und systematisch unterdrückt werden, bis sie vielleicht irgendwann ganz ausgemerzt sind. Zivilisation ist der Weg zur Unmenschlichkeit. Aber Gruen wäre nicht Gruen, wenn er das stehenliesse. Wie geht also Menschsein? Für Gruen ganz einfach: Sich auf seine Empathie verlassen. Auf sein Gefühl. Auf diese Fähigkeit, die alle Menschen in den ersten zwei Lebensjahren haben, nämlich an den Gesichtszügen des Gegenübers zu erkennen, wie es diesem Menschen geht. Und eine Resonanz zu entwickeln."
Aus einem anderen Nachruf für Arno Gruen 



Ich hatte in den letzten Tagen mit einer Bronchitis zu kämpfen, gerade als wir für ein paar Tage ans Meer gefahren waren. Ein paar Tage Sonne, Entspannung und Nachspüren, was wichtig ist. Es tat mir gut ins Wasser zu schauen, am Wasser entlang zu gehen und zu spüren, dass das Leben einfach ist, wenn es gut ist. Ein bisschen mit den schwarz/weiß Einstellungen der Kamera spielen und wie sich herausstellte, passte das zur Nachricht vom Tod eines Menschen, der mich durch seine Worte sehr zu beeindrucken und bewegen vermag...

 

Dienstag, 13. Oktober 2015

Von Bäumen begleitet / 15

In dieser Folge zur Serie schlagen wir wieder ein trauriges Kapitel auf, erst kürzlich war am Beispiel der Ulme von Baumsterben die Rede. Ich bin in keiner Weise Expertin für Bäume, es ist nur die Liebe und daher vielleicht eine etwas genauere Beobachtung da, unterstützt durch die Leidenschaft möglichst viel Schönes mit der Kamera festzuhalten. 

Zunächst ein Foto von unserem Garten im Frühling, die Eschen im Hintergrund sind auch auf dem Bild, hat sich so ergeben. Als ich das erste Mal vom Eschensterben gelesen hatte schaute ich genau hin und siehe da, man konnte es mehr als genau erkennen, die Kronen der beiden Bäume im Hintergrund sind schütter, manche Zweige bereits im Frühsommer blattlos! Ich hatte das zwar schon bemerkt, dem aber keine Bedeutung beigemessen. Eschen galten bei uns bisher als Bäume die überall wachsen, eher lästig sind, weil sie überall keimen und in die Höhe schießen, auch dort wo man sie nicht haben will. Hier auf der anderen Seite des Baches machten sie uns Richtung Süden oft mehr Schatten als uns lieb war.
 


Der Tod kommt schleichend aber unerbittlich lese ich in einem Artikel aus der Zeit online (bei Interesse hier nachzulesen ) mit einem Pilz, dessen Sporen mit dem Wind übertragen werden und dem die Bäume kaum etwas entgegenzusetzen haben. Die einst sehr dichtlaubige und hohe Esche am Bachrand muss geschnitten werden, es hilft nix...


Ich dachte noch, dass dieses Übel vielleicht nicht so weit verbreitet wäre, aber auch in Dänemark und auf den Britischen Inseln sterben viele Eschen. Auf dem Bild unten deutlich an einem stattlichen Exemplar in Bantry House and Gardens zu erkennen. Erst vor Kurzem fiel die riesige Blutbuche in der Nähe dem Hallimasch zum Opfer, jetzt geht es auch dieser ehemals schönen Esche an den Kragen. Der Gärtner, den ich daraufhin ansprach wusste sofort wovon ich redete...



Wie gesagt, ich bin Laie und kann die Dinge nicht wirklich fachlich beurteilen und hoffe sehr, dass in dieser Sache noch nicht alles verloren ist! 
Wenn man von solch einer Bedrohung weiß geht man mit ganz anderen Augen durch die Welt, jedenfalls freue ich mich jedesmal, wenn ich eine für mein Dafürhalten gesunde Esche entdecken kann! Dieser Allerweltsbaum - heißt in unseren Breiten sehr sehr häufig vorkommende Baum - könnte mit seinem Verschwinden eine große Lücke in die Landschaft reißen!

In den letzten beiden Bildern seht ihr die schönste Esche der ich dieses Jahr begegnet bin. Sie steht vor dem Heinrich Schliemann Museum in Ankershagen auf der Mecklenburgischen Seenplatte.



Ein mächtiger Baum, dessen Zweige auf einer Seite bis zum Boden reichen. Wie schön ist es, wenn man Bäumen genug Platz zugesteht, sodass sie sich ausbreiten dürfen und ihre ganze Pracht entfalten können. Da müssen über viele Generationen von Einwohnern mitspielen, dem Baum Raum lassen, ihn pflegen und ihn als Bereicherung empfinden. Hier war das ganz offensichtlich der Fall. 
Links im Bild befindet sich das Geburtshaus von Heinrich Schliemann. Er gilt als ein Pionier und Wegbereiter der Feldarchäologie und als Entdecker von Troja. Hier der Link zur Seite in Ankershagen, auf der die Esche nicht erwähnt ist und doch muss sie schon während der Kindheit Schliemanns am Anfang des 19. Jahrhunderts ein großer Baum gewesen sein. Ein besonderer Baum, dessen Größe und Schönheit so gut zur Geltung kommt, weil man ihn von weiter weg betrachten kann und die Sicht nicht versperrt ist. Wie schön wäre es, wenn solch besondere Bäume systematisch kartiert würden und auch in Fremdenverkehrsprospekten erwähnt würden! Wenn es sie nicht mehr gibt, fehlt etwas Wichtiges, das ist sicher. Ob wir Menschen Bäumen etwas entgegenzusetzen hätten was besser wäre? Ich bezweifle das und denke wir sollten um jeden Baum kämpfen, ihn ehren und bewusst wahrnehmen, wieviel Schönheit er in die Welt zu bringen vermag.



Hier gehts zu den früheren Folgen dieser Serie. Zuletzt kamen Ulmen ins Bild, einige der Fotos in der Folge 14 entstanden ganz in der Nähe der Esche von Ankershagen.

  

Samstag, 10. Oktober 2015

Alte Weisheit zwischen Honigtöpfen

Schon wieder ein Drittel vom Oktober vergangen. Klingt nach platten Satz, aber ich empfinde mein Leben im Moment als so vielfältig und fließend, dass nicht einmal bedauernde Gedanken und Gefühle über das Beginnen der kälteren Jahreshälfte Eingang in mein Bewusstsein finden. Hier im Blog gähnende Leere, die von Fülle im echten Leben spricht. Was auswählen, worüber schreiben, das dann später als Referenz für mein Leben heute hier und jetzt Auskunft geben würde?! Lassen wir also diese Überforderung. Denn das ist sie. Ich fühle mich verändert und es ist ein gutes Gefühl.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass nach außen Vieles gleich geblieben zu sein scheint. Dann auch wieder nicht. Eine Menge altes Zeug hat das Haus verlassen. Was ich teilweise Jahrzehnte nicht geschafft hatte (irgendeine oder mehrere innere Sperren waren wohl wirksam) ergibt sich in diesen Wochen mit Leichtigkeit. 



An die 5555 Tage plus oder minus, wer vermerkt schon das Datum eines Schuhkaufes, trug ich diese Schuhe zuhause. Obwohl hier im Blog sehr viel von Reisen die Rede ist, verbringe ich den weitaus größten Teil meines Lebens innerhalb unserer vier Wände, da sich auch mein Arbeitsplatz hier befindet. All die Jahre in ein und demselben Paar Schuhen an meinen Füßen. Als ich in einem Katalog das gleiche Modell sah wurde mir erst bewusst, wie lange ich dieses Paar schon trage. Sag noch einer, dass es in dieser Zeit keine Qualität zu kaufen gäbe! Nun aber war es Zeit für neue (alte) Schuhe! Nach dem Motto: Never change a winning team :-)



Im Wohnzimmer entsteht gerade eine ganz andere Stimmung, neue und alte Bilder anders gerahmt und zusammengestellt. Vor der Haustüre blüht mein Rosmarin zum zweiten Mal in diesem Jahr...



Sommergeschmack hereingeholt vor ein paar Tagen, als Kälte angekündigt war, die dann vorerst doch nicht kam. Jetzt reifen die Tomaten in der warmen Küche noch ein wenig nach. 



Im Garten blüht Katzenminze als Teppich und hier im Gemüsebeet nutzte Basilikum seine Chance, als klar war, dass ich die Blüten nicht abzupfen würde und das bereits seit etwa 5 Monaten ausdauernd. Die Bienen lieben diese winzigen Blüten, die sie auch jetzt im Herbst noch mit bestem Futter versorgen. Gott gebe uns einen späten ersten Frost (Basilikum verträgt ihn ganz und gar nicht)! Es sind nur zwei Pflanzen der rotblättrigen Sorte, die in der kompostgedüngten Erde alles rundum unter sich begraben haben, einschließlich einiger Paprikapflanzen.



Sohn hat wochenlang täglich gerührt, nun ist der wunderbare Cremehonig abgefüllt. Ich war nie so der Honiggfan, jetzt genieße ich jeden Tag einen Teelöffel voll. Ich bin dankbar dafür, er schmeckt einfach köstlich! 



Und nun schwärme ich tatsächlich von der Schönheit des alltäglichen Lebens, von den kleinen Freuden des Alltags. Was ist mit mir geschehen?! Könnte es sein, dass ich ein wenig mehr in mir selbst angekommen bin? Mich weniger auf der Suche und zerrissen fühle? So etwas in der Art kann, muss es wohl sein. 

Vor ziemlich genau zwanzig Jahren habe ich mich intensiv auf die Suche gemacht und seither nie aufgehört herausfinden zu wollen wozu ich in dieses Leben gestellt bin. Sinn meines Lebens? Welche Aufgaben, die ich mir stellte oder die mir das Schicksal aufgab? Herausforderungen, die geschafft zu haben mir ein gutes Gefühl geben. Selbst wenn das, was mir viel abverlangt hat anderen belanglos vorkommen könnte, was macht das schon. Wir sind alle in unserem eigenen Universum unterwegs. Je besser wir es kennen und lieben, umso besser werden wir andere Universen um uns herum verstehen und lieben können. Alte Weisheit und doch so wahr....


Freitag, 25. September 2015

Aus- und Innenzeiten

Tag- und Nachtgleiche, eine Zeit der Balance und des Gleichgewichts. Es sind nur drei Tage oder auch nur einer, aber die Botschaft fühlt sich immer wieder erleichternd an. Wenn ich vergessen habe, woran diese Tage mich erinnern, dann gehe ich zurück in das Gefühl das ich als Kind hatte, wenn wir es geschafft hatten die Schaukel auf gleicher Höhe eine kleine Weile zu halten. Die Dynamik in diesem Zustand kann ich abrufen. Wir kreischten vor Aufregung, wenn wir spürten, dass es unwiederbringlich hinauf oder hinab ging, wenn wir das Gleichgewicht nicht mehr halten konnten, bis wir es wieder und wieder versuchten. 

 

Es liegt eine große Weisheit immer wieder in diesen Zustand einzutauchen. Eine wache, aber entspannte Konzentration auf die Balance im Leben, im Alltag, in Allem was wir tun. Das musste ich mir erst erarbeiten (und muss es noch zu Zeiten). Viel zu sehr wirkten die Vorbilder der Generationen vor mir mit ihrem starken Fokus auf das Tätigsein. Als Kind schaute ich aus dem Fenster wenn ich mich verloren hatte, das half immer. Auch in der Schule (manche Lehrer mochten das gar nicht, weil sie sich selbst nicht mehr erinnerten wie es einmal auch für sie war). In Wirklichkeit sind es kleine kostbare Momente der Meditation, des Innehaltens und Versinkens in sich Selbst und gleichzeitig ins Große Ganze.



Spielen, träumen, in die Luft schauen, einfach nur Sein fällt mir immer noch zu manchen Zeiten schwer. Aber gerade darin liegt das Geheimnis das Leben voll auskosten zu können. Ausschalten des Autopiloten oder aussteigen aus dem Hamsterrad. Manchmal genügen auch nur ganz kurze Zeiten des Ausklinkens aus dem Tätigsein, um eine neue Perspektive zu bekommen oder sich anders zu fühlen. 



Vielleicht sind ja gerade diese kurzen Aus-Zeiten besonders effektiv und wahrscheinlich besonders dann, wenn man spürt, dass "es" gerade soweit ist. JETZT - in diesem Moment und dem Impuls nachgibt. Unser Körper oder abdriftende Gedanken geben uns sowieso Hinweise, das Bedürfnis nach einer Entspannung und Entkoppelung wahrzunehmen.



Jetzt mit Beginn des Herbstes scheint die Sonne am Morgen wieder direkt ins Badezimmerfenster. Ich stehe da, schließe die Augen, fühle die Wärme der Strahlen und mein ganzer Körper füllt sich mit gelben Licht. Mein Lebensgefühl verändert sich in Sekunden...



Ich will noch mehr im JETZT verweilen...ob mit oder ohne Sonne, Meereswellen, Gras oder Sand, ganz egal. In mir ist alles da, gespeichert aus unzähligen Erfahrungen mit den balancegebenden Kräften von Mutter Erde und dem Universum, dessen Teil wir alle sind...


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