Sonntag, 22. November 2015

Wenn wir Liebe ernst nehmen

Was ich nicht verstehe:

Warum alle erschüttert sind, dass etwas in der Realität passiert, was man sich zur Unterhaltung am Sonntag Abend im Fernsehen anschaut.
Warum ich als Schülerin im Geschichteunterricht die Daten von Kriegen abgefragt wurde, aber über das Leben der Menschen so wenig erfahren habe. 
Warum wir im Lateinunterricht Texte von Kriegsherren übersetzen mussten. Das alles hat mich nie interessiert. 
Warum Gesellschaften, die angeblich keine Kriege wollen, eine Kultur pflegen, die von Gewalt durchsetzt ist und es nicht mal merken oder wahrhaben wollen. Gewalt gegen Kinder, Tiere, die Natur, Frauen, Arbeitende etc. 
Warum solche "Realitäten" in Ländern der "entwickelten" Welt nie in Frage gestellt werden, in Ländern, in denen immer mehr Kinder systematisch mit Psychopharmaka die süchtig machen (Ritalin) und die Psyche auf Dauer verändern, gefüttert werden weil sie nicht ins vorhandene (Schul-)System passen. Antidepressiva, Schmerzmittel und viele andere Drogen zur normalen Bewältigung des Alltags selbstverständlich dazugehören. 



Bemerken wir eigentlich überhaupt, in was für einer Welt wir uns bewegen und wie sehr wir sie schützen und nicht in Frage stellen? 

Wer jetzt sagt, dass die da oben es verbockt haben und so weiter dem möchte ich entgegenhalten, dass es ohne Eigenverantwortung zu übernehmen nicht geht, wir tragen diese Welt so wie sie ist täglich mit! Wenn ich in Frieden leben will, dann darf ich mir keine Filme anschauen, in denen Menschen Gewalt angetan wird, dürfte ich auch kein Fleisch essen, das von Tieren kommt, die grausam gehalten wurden, dürfte ich mich nicht von Lebensmittel ernähren, für die die Erde und Menschen, die sie produziert haben leiden mussten, dürfte ich keine Waren besitzen, die auf Kosten auch nur eines anderen lebenden Wesens hergestellt worden sind. Soweit ist es, wir leben in keinem Frieden, wir hatten ihn nie, wir schauen nur weg. 



Wenn wir Liebe ernst nehmen wollen, müssen wir irgendwo beginnen, jeder dort, wo er kann und es schafft, denn in allen Bereichen geht es nicht, das ist unrealistisch. Mit Transparenten zu demonstrieren, das hatten wir zur Genüge, bringt nichts, Revolutionen mit Waffengewalt schon gar nicht. Durch deutliche und konsequente Änderung von Gewohnheiten schon eher. 
Beispiel: Wenn nur mehr wenige Menschen Gewalt in Filmen sehen wollen, wird sie dort nicht mehr gezeigt werden, schließlich wäre kein Geld mehr damit zu verdienen. Ich selbst gehe sehr sehr gerne und oft ins Kino, es gibt genug Filme, die Geschichten über Menschen, Tiere und die Welt erzählen und die Vielfalt und Schönheit des Lebens zeigen und ohne das Zeigen von Gewalt auskommen! 
Ein anderes Beispiel: Bewusst einkaufen und sich dafür interessieren, woher die Nahrungsmittel kommen und wie sie produziert werden. In unserem Supermarkt gibt es auch jetzt Erdbeeren, sie werden gekauft, sonst würden sie nicht angeboten, schließlich ist alles auf Gewinnmaximierung eingestellt. Nachhaltigkeit und fairer Handel sind inzwischen zu Schlagworten verkommen und werden geschickt in der Werbung eingesetzt, um uns zu beruhigen. Wieder schauen wir lieber nicht so genau hin. Ich könnte ewig so weiterschreiben, jeder von uns kennt Beispiele und ist inzwischen gut informiert. Ich selbst trage natürlich dieses System mit, gar keine Frage. Das schmerzt mich von Tag zu Tag mehr und ich beginne mein Verhalten zu verändern, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir es selbst in der Hand haben. 



Frieden ? Nur ein schönes Wort von Träumern, ein frommer Wunsch? Ich will ihn mit jeder Faser meines Herzens und weiß, wie unendlich schwer er zu erreichen ist. Aber eines weiß ich: Ich werde nie aufgeben daran zu glauben, dass er für uns Menschen möglich sein kann und dass wir es schaffen können. Wir müssen viel dafür tun. Jede/r von uns. Jetzt.

Kommentare:

  1. Ja Jetzt beginnen absofort und nicht irgendwann und paar Monate sogar Jahre!
    ich kannnur nicken und habe empfinden dabei das mich mein Herz zum weinen bringt, um so mehr bei sich was verändern ich sehe den kleinen Bauer am Markttag wie er kämpft und bei den schönen die nur abgeholt wurde beim Liferant nicht selbst geerntet und viel teuerer aber schöner so nicht udn ich bin hin gestapft mutig und habe dort mein Gemüse gekauft doppelt soviel kein Standdart grösse war für die harte Arbeit eines kleinen Gemüsebauer da fängt es an doch und er hat sich so gefreut die anderen laufen schnell vorrüber gucken noch nicht mal an die Ware! Es ist noch besser im Geschmack finde ich. das ist nur ein glitzekleines Beispiel was ich früher nicht machte aber seit ich es sehe wie die Menschen sind habe ich da shcon ein Stück an gefangen....
    Nicht weg schauen nämlich hin schauen noch näher wie früher das muss sein und nicht die Gewalten den ganzen Tag an schauen was in den Medien kommen sondern in der Realität mit machen um den Frieden zu glauben....
    Ich glaube daran und lasse es mir nicht wegnehmen..
    Danke für deine berechtigte Worte die sein müssen!
    Lieben Gruss Elke

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  2. danke für deine Worte!
    Wir können nur im Kleinen anfangen, jede/r bei seinem eigenen Leben, aber das wäre so wichtig, dass es viele tun!
    lg

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  3. Wahre Worte! Ritalin - ich habe jetzt drei Erziehungsratgeber gelesen und muss immer wieder darauf zurückkommen, denn es fängt alles in der Familie an. Mangelnde Zeit wird ersetzt durch Geld ung Konsum. Wie schrecklich. Da hatte ich es früher besser. An frischer Luft, immer die Eltern und Großeltern da. Nicht immer Frieden, nein, aber eine freundliche Welt.
    Ich geb zu, dass ich nicht immer schaue, woher die Kleidung kommt. Aber ich esse saisonal, Erdbeeren im Winter geht bei mir nicht, und so manches andere auch nicht. Frieden? Das wünsche ich mir sehr, das hat sich meine Tochter schon mit drei Jahren gewünscht und ein entsprechendes Bild gemalt.

    Sigrun

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  4. Du hast alles gesagt.
    Ein Post, der so wahr ist! Danke fürs aufschreiben.
    Auch ich glaube noch daran im kleinen immerwieder etwas zu ändern. Habe nie aufgehört bei mir anzufangen. Frag mich z.B. mal wie alt mein Handy ist (11 J.), ob ich jemals einen Film angeschaut habe der grausame Gewalt zeigt (nein, nie), ob ich auf die Tiere achte (ja) ... es gäbe noch viel mehr aufzuzählen. Jeden Tag gebe ich meine Gedanken an meine Kinder und Enkel weiter. Wenn es nicht fruchtet (was leider oft genug passiert) rede und erkäre ich. Freu mich über die kleinsten Schritte, die ich schaffe. Hab eine Teenytochter, die ihre Winterstiefel das 3 Jahr anzieht, ohne meckern. Hab mich innerlich gefreut als sie sie wieder auspackte und damit losstiefelte. Ihre Jacke, auch schon drei Jahre alt. Ja, sie vertritt sich und es ist ihr egal was andere sagen.
    Meine kleinen Erfolge sind das ... auch wenn ich auf dem Markt einkaufe und mich nur noch wundere, dass noch immer Frauen diskutieren warum der Gemüsemann keine Erdbeeren hat im November. Einmischen, ja das tu ich mich dann. Ruhig und hoffentlich nicht bevormundend.
    Es gibt jeden Tag viel zu tun. Manchmal, ja manchmal komm ich mir erschöpft und müde vor. Kann nicht verstehen warum nicht jeder inzwischen weiss wie falsch es im Grossen läuft.
    Aufgeben darf man nie. Hoffen muss man immer.
    Es macht Angst was so schnell auf die Menschen zugekommen ist. Auf die Menschen hier, denn all die Flüchtlinge leben schon lang mit all den Graussamkeiten.
    Ich freu mich Dein Blog gefunden zu haben
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  5. Du sprichst mir wieder einmal aus der Seele Elisabeth! Deinem Text ist nichts hinzuzufügen. Leider werden es aber wieder nur Menschen lesen, die Dir gleichgesinnt sind. Aber es erinnert, diese Gedanken zu verbreiten. Zum Glück bietet mir meine Arbeit in der Schule genug Raum, dieses Gedankengut an das Kind zu bringen. Und das tue ich immer wieder :)

    Danke für Deine Worte! Ich wünsche Dir eine schöne Woche. Lieben Gruß *Hanne*

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  6. Hallo Elisabeth,
    du hast mit allem recht, ich hatte auch im Geschichtsunterricht dieselben Gedanken - warum nicht etwas über die Menschen in der jeweiligen Zeit lernen? Das würde uns vielleicht eher weiterhelfen als die reinen Daten.
    VG
    Elke

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  7. Liebe Elisabeth,
    also mal abgesehen davon, dass ich Krimis mag, bin ich ganz bei dir ;o)) Meine für 2016 geplante Nachfolgeaktion von "Rettet die Lachfalte" wird übrigens perfekt zu deinen Betrebungen passen - Arbeitstitel "A new Life", was in zweierlei Hinsicht zu verstehen ist: Einerseits eine Aufforderung an die Kreativen unter den Bloggern, vorhandenen Gegenständen oder Kleidungsstücken, die vielleicht nicht so gern verwendet werden, durch andere Kombinationen, umnähen, verbasteln etc. ein "neues Leben" zu geben, anstatt immer Neues zu kaufen und Altes wegzuwerfen, andererseits am bisherigen Leben etwas zu verändern, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Achtsamer zu werden. Mehr an Hintergründe zu denken. Mein Göttergatte und ich haben z.B. beschlossen, im nächsten Jahr in Sachen Kleidung nur noch etwas WIRKLICH BENÖTIGTES zu kaufen, und selbst da nur Fair Trade / Bio etc. Bei Lebensmitteln sind wir da ohnehin schon längst dabei, JETZT blasse geschmacklose Erdbeeren, die weite Wege zurückgelegt haben, zu kaufen, käme mir nicht in den Sinn...
    Danke für deine lieben Zeilen bei mir - näheres drüber schreiben geht im Moment nicht, aber wenn mal alles durchgestanden und Gras drübergewachsen ist, erzähle ich dir's - und dann wird es wahrscheinlich gar nicht so schlimm klingen, wie es sich phasenweise anfühlt...
    Ganz herzliche rostrosige Grüße
    von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/11/uber-das-lacheln-trotz-allem.html

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  8. Hallo Elisabeth, vielen Dank für Dein Kommentar auf meinem Blög. Schön, dass Dir das Buch gefällt.

    lg kathrin

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  9. Liebe Elisabeth,
    da gibst du uns mal wieder wichtige Denkanstöße. Ich selbst stelle mir ähnliche Fragen wie du, setze aber auch nur teilweise das um, was man umsetzen müsste... Erdbeeren im Winter sind für mich zwar tabu, aber ich esse ab und zu gerne Fleisch und da ignoriere ich das Leiden der Tiere einfach...Ich kaufe auch nicht immer Fair Trade. Bei Klamotten bin ich allerdings kein vorschneller Käufer und trage vieles Zeitloses schon seit vielen Jahren. Aber trotzdem kann man immer vieles besser machen. Aber da mich das Leben gerade in vielen Bereichen überfordert, versuche ich nur, meinen Alltag so gut wie möglich zu absolvieren und ich denke das geht vielen so. Das konsequente ethische Handeln fällt da oft hinten runter...

    Liebe Grüße
    Nina

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  10. du hast soooo recht!
    so ähnlich ging es auch durch meinen kopf.
    und ich will dem gar nichts mehr hinzufügen denn du triffst den nagel auf den kopf!
    xxxxx

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  11. Ach weißt du, Elisabeth, zu all dem möchte ich gar nichts schreiben. Wir alle stecken drin in dieser unserer Zeit des Neoliberalismus. In unseren Autos stecken Seltene Erden, weil jedes supertolle Extra Dinge enthält, von denen wir gar nichts wissen. - Nur ein Beispiel. Wie kommt es eigentlich, dass viele Völker in ärmster Armut leben, deren Land voller wertvoller Rohstoffe steckt? - Wenn das Abgreifen, das Abschöpfen der "Kohle" so weitergeht, wird sich nichts ändern, nein es wird nur noch schlimmer werden. Noch schlimmer für die "Armen" und noch schlimmer -wenn man überhaupt von schlimm reden darf- für uns aus dem Speckgürtel. Auswirkungen sehen wir massiv, da brauche ich nur aus dem Fenster zu gucken.
    Trotzdem hab ich mich gestern über eine Doku gefreut. Junge Menschen aus der Gegend von Hamburg fahren rum und sammeln Lebensmittel ein, vor allem Gemüse, welches am Abend weggeschmissen werden soll. Diese Leute verteilen die Lebensmittel dann weiter. Diese Aktionen gibt es ja auch in anderen Gegenden. - Und ich freue mich, dass junge Leute diesen Wahnsinn nicht mehr mitmachen wollen.
    Das ein kleiner Beitrag zu Deinem Posting. - Mich schmerzt dieses unsere System genau wie dich. Es gibt schlaue Menschen, die seit Jahrzehnten das prophezeit haben, was jetzt eingetroffen ist und jetzt eintrifft.
    Liebe Grüße
    Heidi

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  12. liebe elisabeth,
    was für wahre worte. richtig-es ist nicht immer leicht so zu leben wie es "sein sollte"...aber wie du richtig schreibst, liebe es zum großen teil an der eigenverantwortung. und da möchte ich einhaken...
    eugenverantwortung zu übernehmen und danach zu leben ist für so viele menschen schwer, da sie
    es gewohnt sind, nach vorgebenen linien zu handlen, arbieten, denken....weil es viel einfacher ist.
    und seien wir ehrlich: wer will sich heute nich echt anstrengen für etwas/jemanden einzustehen.....
    vielen dank für deinen post- du hast es wieder auf den punkt gebracht!
    alles liebe
    margit

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