Freitag, 18. Juli 2014

Die Welt auf meinem Fensterbrett / 3

Wie kommt ein flachgedrückter abgebrochener Flaschenhals auf einen Strand? Und all das andere Bruchglas, in Mengen. Man kann es schon kaufen, in allen Farben und Formen. Es wird gefasst und als individueller Schmuck verkauft. Find ich schön. Das Bewusstsein für Verwertbarkeit von allem Möglichen nimmt zu, so wie der kreative Zugang vieler junger Leute zu all den scheinbar nutzlos gewordenen Dingen. Mit den Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung explodieren die Chancen, dass Kreative und Liebhaber zusammenfinden.

Bei mir liegen nur ein paar Fundstücke in einer Schüssel, ich mag die Formen und Farben miteinander. Und den Gedanken an die endlose Abfolge von Meereswellen mag ich auch. Wie kleine Ohren haben die Schneckenhäuser das Rauschen aufgefangen. Es hallt und hallt noch immer nach...




Hier die bisherigen Folgen der Serie zum nachlesen.

       
  

Dienstag, 15. Juli 2014

Sommerabend in der Stadt

Sommerabende in der Stadt. Die letzten Sonnenstrahlen genießen, wenn es nicht mehr so heiß ist. Spielen, reden, schreiben, arbeiten, entspannen, sich bewegen und bewegt werden. Das Leben fühlt sich leicht an.

Wien an Sommerabenden ist sichtlich bunt und fröhlich, diesmal hier mit dem Blick auf Frauen. Den Sommer leben. Den Raum füllen: Mit lachen, Freude und Musik. 

Was tust du an Sommerabenden in der Stadt? Wie sähe das Foto von dir aus? 
Meines seht ihr am Ende des Bilderreigens: Für Schokoeis lege ich auch mal kurz die Kamera aus der Hand...


















   

Freitag, 11. Juli 2014

Chaosliebe, Steinediebe und eine Verlosung

Es gibt eine Gewinnerin für die Sommerdeko, die hier auf *kleine freude* geburtstagsfreudig zur Verlosung kam!
Das Herstellen des Gewinns hat Spaß gemacht und diesen gebe ich in Form von umhäkelten Steinen gerne weiter!



Arbeiten mit meinen Händen entspannt so schön und hilft am Abend den Kopf frei zu bekommen. Damit verbunden: Kreatives Chaos auf dem Tisch, wo alles stattfindet. Habt ihr das auch? Eine Ecke im Haus, wo ihr am liebsten arbeitet, lest, denkt, esst, meditiert und vieles mehr? Mein häusliches Zentrum und Lebensmittelpunkt ist genau hier und zu manchen Zeiten muss ich einiges zur Seite räumen, um noch Platz für den Teller zu haben. Es sind alles Dinge, die ich in der Nähe haben muss, um inspiriert zu bleiben. Zum Glück geht das und es stört meinen Partner nicht. Es werden ja auch immer wieder Projekte abgeschlossen und dann wieder Platz gemacht...
Manchmal wächst der Bücherberg, dann wieder etwas anderes und als ich neulich meine Woll"reste"kiste durchsah, fand ich ein paar Sommergarne, die mindestens 15 Jahre da drin gelegen hatten. Da standen noch Schillingpreise drauf. Inzwischen ist einiges davon durch meine Hände gegangen und auch fertig verarbeitet.



So, nun aber zur Gewinnerin!!

Der Mann an meiner Seite sah mich ein wenig komisch an, als ich ihn bat, mal kurz in ein Behältnis zu greifen, aber zeig mir mal einen Mann, der sich lange wehrt eine Frau aus dem Hut zu zaubern. O.k., das war jetzt ein ganz blöder Spruch. Er tat jedenfalls, was zu tun war und bekam dafür eine Belobigung samt Kuss.

Die veredelten Steine werden demnächst für Susanne aus der Lüneburger Heide in die Post gehen. Sie kommentierte: "Ja, ich mag sie auch. :-) Und deshalb hüpfe ich noch schnell ins Lostöpfchen, auch wenn ich auf meinem Balkon kein Tischtuch habe."

Und wenn ihr denkt, "was hat die Elisabeth für einen Knall, dass sie für ganz gewöhnliche STEINE Porto bezahlt", erzähle ich euch noch eine kleine Geschichte mit Steinen, die geht so:

Als wir mit Freundinnen mal für den Heimflug aus Irland durch die Sicherheitskontrolle gingen, fischte ein Kontrollor einen kleinen lila Samtbeutel aus Gabis Rucksack und stellte sie zur Rede. Sie hatte "Altertümer" da drin, Steine vom Strand in Waterville, schöne, wunderschöne runde, vom Meer Geschliffene. Das schönste-Augen-machen, betteln und flehen unsererseits nützte nichts, Gabi musste den Schotter zurücklassen. Sie hätte ja damit in der Kabine jemandem eins überziehen können. In etwas so: Wenn du mir dein Labberbrötchen nicht gibst, vermöble ich dich! und zack, schon hängt ein Passagier bewusstlos mit Beule am Kopf in den Gang. Die Welt ist voller Gefahren, besonders von der Sorte, die von Frauen in den besten Jahren ausgeht. Passt also gut auf euch auf.

Zur Abwicklung des Gewinns: 
Bitte liebe Susanne, schicke mir eine email mit deinen Daten, damit dein Postbote demnächst so richtig was zu schleppen hat ;-) 


 
   


Montag, 7. Juli 2014

Vom Stehlen für Sommerlust

Woran es liegt weiß ich nicht, aber es gibt tatsächlich zwei Schmuckpflanzen, die in unserer Gegend in so gut wie jedem Garten oder Haus zu finden sind. Wer Sommer mit Pflanzen verbindet hat wenigstens ein Exemplar im Topf auf Balkon oder Terrasse. Dabei sind beide gar nicht mal so pflegeleicht. Sie brauchen während der Blühsaison regelmäßig viel, aber nicht zuviel Wasser und wenn die Sonne draufknallt lassen die Blüten schon schnell mal alles hängen. Überwintern ist so ein Kapitel für sich, ich neige ja dazu selbst meine Lieblinge zu vergessen, ab und zu brauchen sie bekanntlich auch im Winter Wasser und vom hintersten dunklen Kellerwinkel höre ich ihre Rufe nur bedingt.

So hatte ich ein paar Jahre nur Sukkulenten und eine Sammlung von Mauerpfeffer und Hauswurzen auf der Treppe, die verzeihen ja fast alle Pflegesünden und Vernachlässigungen.



Seit ich allerdings ein paar Souvenirs in Töpfen habe, bin ich plötzlich ziemlich pingelig geworden, was die Aufzucht und Pflege anbelangt. Mein erstes gestohlenes Exemplar eines Kopftriebes stammt von dieser Duftpelargonie aus einem Südenglischen Garten. Ich gebe es zu, ich schäme mich schon ein bisschen dafür. Rede mir aber auch ein, dass ich ja nur einen winzigen Trieb dort abgerissen habe, wo die Pflanze stark verzweigt und gesund war, mit Brüdern und Schwestern der gleichen Art verschwenderisch umgeben. Am letzten Tag vor der Abreise abgezwickt und mit einem feuchten Papiertaschentuch umwickelt nahm ich den kurzen Trieb mehr aus Neugierde mit, als mit dem sicheren Wissen, dass es gelingen würde, das Kind überleben zu lassen.



Im Bild unten seht ihr meine "Prince of Orange". Ihre Blätter duften wunderbar nach Orangen und für eine Duftpelargonie hat sie zwar kleine, aber richtig hübsche Blüten. Sie ist also schon zwei Jahre alt und ich hatte sie über den Winter im Vorzimmer stehen, wo es viel zu warm war. Ich musste sie im Frühjahr praktisch ganz zurückschneiden, aber jetzt legt sie richtig schön los.



Im September letztes Jahr dann nahm ich drei Triebspitzen von diesem Oleander mit. Er war am Stamm ziemlich verkahlt, was mit einem Blattpflanze kaschiert wurde. Ich mochte ihn wegen seiner riesigen einfachen Blüten und seiner Farbe.



So sieht mein Oleander bereits im ersten Jahr aus. Während des vergangenen extrem milden Winters konnte ich ihn draußen vor der Haustüre lassen. Alle drei Triebe hatten sich noch im Herbst verwurzelt und sind gebündelt zusammen gesetzt worden, was sie bisher mögen. 



Nun, ich werde das Pflanzentriebstehlen nicht zur Gewohnheit werden lassen, weil ich merke, dass es eine großen Unterschied macht, ob ich meine Schützlinge selbst ziehe oder "nur" gekauft habe. Zu groß wäre die Enttäuschung, wenn sie es nicht schaffen! Vielleicht merken sie das und wachsen deswegen besonders gut zu meiner großen Freude. Um ehrlich zu sein, ein (aber auch wirklich nur einer) pfirsichfarbener Bruder befindet sich bereits wieder im Anwurzelungshoffnungsstadium, haltet ihm bitte die Daumen. Nicht zu vergessen die immergrüne Magnolie, ohhh.......




"Hallo meine Schöne"!, so begrüße ich sie, sie passt so gut zu dieser hitzigen Zeit, die ich so sehr liebe.

  
   

Freitag, 4. Juli 2014

Steinreich in Sommerlaune

Sommerzeit, Feste feiern oder mit der Seele baumeln. Was auch immer wir vorhaben, es ist die Zeit, wo ich am liebsten ganz viel draußen bin. Ohne Strümpfe nicht frieren: Auf diesen Nenner lässt sich ein besonderes Lebensgefühl herunterbrechen. Wenn das geht ist mein Glücksbarometer schon mal über der roten Marke, da kann nichts so leicht mehr die gute Grundstimmung trüben.

Ein bisschen Sommerstimmung in handlicher Form gibt es hier auf *kleine freude* zu gewinnen. Um das Tischtuch am Platz zu halten, den Balkon oder die Terrasse zu schmücken, einen Zweig zu dekorieren, was immer euch dazu einfällt, hier gibts die Chance, diese von mir veredelten Steine abzucashen :-)

Ihr habt bis 10. Juli Zeit, also nicht mehr lange, schließlich soll noch Sommer vor uns liegen. Wer hier noch nicht hat, einfach einen Kommentar schreiben und das wars schon, um teilnehmen zu können.
 


Jedes ein Einzelstück, macht Spaß, geht schnell und ist preiswert. Steine aus der Toskana, das Garn von den Resten einer Sommerjacke und die Muschelschalen vom Strand von Jesolo. Eigentlich sollte ich für mich auch welche arbeiten, ich mag sie...





Mittwoch, 2. Juli 2014

Siegesgedanken zur WM

Es hat kräftig geregnet, ich jäte zwischen den Steinplatten, das wilde Gras löst sich jetzt leicht aus den Fugen. Nur die eine oder andere Stechmücke stört die entspannte Stimmung. In der Siedlung Stille, sind wohl alle beim Abendessen. Bis mich der erste, unmittelbar nicht zuzuordnende Schrei aus einem offenen Fenster erreicht. Da fällt es mir wieder ein. Es ist die Zeit, wenn alle vier Jahre Fußball das Land mitsamt der Autobahn immer wieder für Stunden ausräumt. Deswegen die Ruhe in den Gärten rundum. Bis auf die Schreckensschreie, die mich manchmal fast die Rettung rufen lassen möchten. Gibt es eigentlich Kurse, wie man den Stress sich wiederholender Schrecksekunden los wird?



Enttäuschung muss vorprogrammiert sein, angesichts der Tatsache, dass bis zum Überbleiben einer Mannschaft viele Träume platzen. Immerhin, da gab es welche.
Ich hab nichts gegen Fußball, aber auch nichts dafür. Mich interessieren Träume jenseits dieses Massenphänomens und die Frage, ob wir unsere Träume eher dem anpassen, was sich wahrscheinlich realisieren lässt oder mit einer als unerreichbar eingestuften Vorstellung das Risiko einer Enttäuschung eingehen. Immerhin gibt es auch beim Fußball die eine oder andere Überraschung. 
Trotzdem, ohne Träume kein prickelndes Leben. Sie geben die Richtung vor und das innere Kind braucht auch Auslauf. Was ich nicht geträumt, werde ich auch nicht leben.
Meine Finger ziehen in gleichmäßiger Bewegung an Disteln und Löwenzahn, mein inneres Kind träumt dabei Sommergedanken. Meinen Sommer an meine Träume anzugleichen wird mein Sieg sein.


   

   

Montag, 30. Juni 2014

Once in a lifetime...

..Aug in Aug mit der Ankeruhr


100 Jahre Ankeruhr in Wien

Wiens berühmte, erst kürzlich restaurierte Kunstuhr feierte letzte Woche ihr hundertjähriges Bestehen. Sie zu besuchen wird in Reiseführern über Wien gerne als Must-see angeführt.
Die Anker Versicherungsgesellschaft gab die Uhr in Auftrag, um auf die Vergänglichkeit des Lebens und damit auch auf den Sinn für den Abschluss einer entsprechenden Versicherung hinzuweisen. Marketing at its best.
Die Ankeruhr ist eine Bilderuhr mit Orgelwerk. Sie ist eines der herausragendsten Beispiele qualitätvoller Jugenstilarchitektur des frühen 20. Jh. (Wikipedia)

Täglich um 12 Uhr mittags ziehen zudem auch heute noch als Hauptattraktion alle 12 überlebensgroßen Figuren von Musik begleitet unterhalb der Zeitanzeige im "Ziffernblatt" vorbei.
Zum Jubiläum wurde die Möglichkeit geschaffen, über ein Gerüst die Uhr, die in einem Schwibbogen über einer Seitengasse am Hohen Markt integriert ist, in Augenhöhe zu betrachten. Eine once in a lifetime Chance.

Soviel zum Drumherum, hier sollen nun Bilder für sich sprechen. Wer mehr Info zur Ankeruhr möchte, hier findet sich eine übersichtliche Zusammenfassung.



Auf dem folgenden Bild bekommt man einen guten Überblick über den Standort der Uhr, sie befindet sich relativ weit oben und ist von gegenüber am Hohen Markt gut zu überblicken. Links oberhalb des Gerüstes blitzt der linke Rand des Seitenteiles aus oxidiertem Kupferblech grün hervor. Man musste sich einige Zeit anstellen, um hinaufzukommen, das Interesse war groß!



Die Allegorien Leben (links) und Tod (rechts) rahmen die Uhr beidseitig ein.



Und noch einmal die "Leben" Seite im Gebäudekontext.



Über dem Ziffernblatt und den langsam vorbeiziehenden Stundenregenten thront die Sonne, die ihre Strahlen in alle Richtungen aussendet. Mir gefällt darüber hinaus die Verzierung am Fries zwischen den zwei Seitenteilen besonders. Das Kreisen der Erde um die Sonne, (oder des Mondes um die Erde?) ist verspielt stilisiert dargestellt und begrenzt den ganzen Aufbau der Uhr wie eine Krone.



Hier ein Detail vor dem runden Bereich unterhalb der Uhrziffern. Rudolf von Habsburg mit seiner Frau Anna standen bei unserem Besuch gerade da. Der erste König dieses Adelsgeschlechts, das seit etwa 800 Jahren bis ins letzte Jahrhundert die Geschichte Österreichs lenkte.

      Das Netz dient dem Schutz vor Tauben und ist von der Straße her praktisch nicht zu sehen.

Besonders schön: Walther von der Vogelweide tritt mit seiner Harfe vor den goldenen Vorhang.



Untere Begrenzung zur Straße hin im nächsten Bild. Vergoldetes und oxidiertes Kupferblech, so wirkt dieses grafisch wunderbar harmonische Element auch farblich sehr reizvoll.


Die Untersicht auf den Schwibbogen ist auch von der Straße her gut zu sehen. Es beherbergt ein wunderschönes Stuckrelief, das vier Sphingen mit einem Himmelsglobus zeigt, in dessen Mitte einige Tierkreiszeichen erscheinen. 



Zum Abschluss nochmal die Sicht auf das Gerüst. Drei Tage lang konnte man die Ankeruhr von der Nähe betrachten. Jetzt ist sie wieder frei zu bewundern. Ich muss gestehen, dass ich sie noch nie zu Mittag besucht habe. Diesen Sommer muss es klappen, ich werde mich in den Strom der Touristen einreihen. Jetzt möchte ich alle 12 Figuren sehen, von Kaiser Marc Aurel bis Joseph Haydn und die von Haydn komponierte Kaiserhymne dazu hören.



Viele nützen bei "Kaiserwetter" die einmalige Gelegenheit am 26. Juni 2014 die Ankeruhr aus der Nähe zu sehen.

    
   
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