Dienstag, 9. Februar 2016

Lieblingsbilder 2015 / August

Zurück im Garten. An solchen Bildern kann ich mich einfach nicht sattsehen, besonders nicht im Februar. Ehrlich, jetzt haben wir von grau/braun/weiß/schwarz bereits wieder genug gesehen, oder? 
Mit dem Saft dieser Paradeiser veredele ich während des Winters viele Gerichte, besonders beliebt bei der ganzen Familie sind italienische Minestrones. Ich mag in Wintersuppen allerlei Linsen, Bohnen, Reis, Buchweizen, getrocknete Pilze, Kartoffeln und natürlich vielerlei Gemüse. Lieblingswürze mal Lorbeerblätter oder Majoran und keinerlei Fertigwürzen, dafür etwas Tomatensoße. In Italien bekommt man ja je nach Region Abwandlungen solcher Suppen, die durchaus dick daherkommen, also mit viel Zutat und vergleichsweise wenig Saft. Meine Mutter kochte täglich Suppe, damit bin ich aufgewachsen und glücklicherweise verbindet sich im Magen die Suppenwohltat mit Geborgenheitsgefühlen. Winter ist eindeutig Suppenzeit!



In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant auf mich zukommen. Typisches und Schönes im täglichen Leben.

Samstag, 6. Februar 2016

Zeit für bisschen Farbe

Februar ist Tulpenzeit. Die Saison für meine Lieblingsblumen verfliegt meist viel zu schnell, obwohl fast immer mindestens ein Strauß auf dem Tisch steht bis sich dann endlich die ersten Blüten auch draußen öffnen.



Sie bringen mir jedes Jahr so viel Freude und keine Farbe ist mir lieber als die andere. Hier nun ein paar leuchtend Rote und Pinkfarbene zum sattsehen. Farbe tut so gut in diesen Tagen. 
Schon seit Ende Januar künden die Vögel vom Frühling, unabhängig von den herrschenden Temperaturen klingt es draußen nach März. Ungläubig hören wir den Gesang und sagen jedesmal: das müssen wir uns merken und beobachten was geschieht. Doch sind wir so weit vom Naturgeschehen abgekoppelt, dass wir versucht sind der grauen Theorie mehr Glauben schenken zu wollen, als dem was wir sehen und hören. Es kommt ja noch der ganze Februar, traditionell ein richtiger Wintermonat hier. Die Tiere wissen es im voraus, jetzt bleibt nur die Frage ob wir die Zeichen richtig deuten...  



Es gibt auch seelisch Farbenblinde,
denen just für Hoffnungsgrün und Freudenrot
das Auge fehlt.
Franz Edler von Pernwald Schönthan



Es sieht der Mensch die Welt fast immer durch die Brille des Gefühls,
und je nach der Farbe des Glases erscheint sie ihm finster oder purpurhell.

Hans Christian Andersen



Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen
zusammenstehen, kann nie ein Bild der Disharmonie entstehen.

Vincent van Gogh




Alle früheren Beiträge mit Tulpen hier zum nachlesen.


   

Mittwoch, 3. Februar 2016

Wir zählen auf die Zaubernuss

Die Farben draußen - noch verhalten, passt ja zur Jahreszeit. Irgendwie schön, dass die ersten Blüten sich mit zarten Farben melden, oder?! Diese Blüten entdeckte ich schon im Januar. In Wien zwischen hohen Mauern in einem Kübel versuchte ein Schneeball Frühlinggefühle hervorzurufen als es noch so richtig kalt war. 
Bei uns im Garten beginnt die Zaubernuss zaghaft noch den Blütenreigen, sie wächst neben den Bienenkästen. Die Bienen sind schon überaus aktiv, die unpassende Wärme lockt sie heraus, Futter weit und breit noch keines vorhanden. Sie bräuchten große Mengen von Blüten, das bisschen Schneerosen und Hamamelis wäre nur zum Appetit holen. Da und dort bekommen die Kätzchen der Haselnuss schon blühwillige Größe und die winzigkleinen pinkfarbenen weiblichen Blüten sind auch schon da. Phänologisch stehen die Zeichen auf Vorfrühling, mal sehen, ob er sich etablieren will oder doch noch dem Winter Platz macht?





Montag, 1. Februar 2016

Lieblingsbilder 2015 / Juli

Alles im Übermaß kann zu Verdruss führen. Beim Durchsehen meiner Fotos im Juli des letzten Jahres bleibe ich an diesem einen wegen seiner Dunkelheit hängen. Weil alles sonst aus dieser Zeit lichtdurchflutet und dieses eben nicht. Sommer letztes Jahr war heiß heiß heiß, sonnig und trocken. Bei einem unserer nächtlichen Wienbesuche ließ ich das Seitenfenster runter und drückte auf den Auslöser. Des Nachts unterwegs zu sein war für sich schon eine Wohltat. Und obwohl es sich auf den ersten Blick vielleicht nicht erschließen mag, hat sich selbst in dieses Bild die Julihitze hinein reklamiert. Die roten Buchstaben klangen verlockend (ich liebe Scharfes), bei 30° auch noch um Mitternacht lag ein kaltes Bier dann doch näher...


                      typischer Wiener Würstlstand am Schwarzenbergplatz im Juli 2015

In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant auf mich zukommen. Typisches und Schönes im täglichen Leben.


    
  

Freitag, 29. Januar 2016

Plädoyer für das Weibliche / 8

Annie Lennox anlässlich ihres 60. Geburtstages kürzlich:

"Wir haben eine Jugendkultur, die sehr sehr einflussreich und sehr sehr überzeugend ist, auf der anderen Seite rangiert sie Menschen aus, die ein bestimmtes Alter erreicht haben. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass Menschen, besonders Frauen machtvoll sind wenn sie mein Alter erreicht haben. Wir haben so viel zu sagen, aber in der Alltagskultur lassen wir uns oft auf Themen wie Falten, Gewichtszunahme oder Abnahme oder die neue Frisur beschränken. Ich finde das so seicht."
 "There's this youth culture that is really, really powerful and really, really strong, but what it does is it really discards people once they reach a certain age. I actually think that people are so powerful and interesting - women, especially - when they reach my age. We've got so much to say, but popular culture is so reductive that we just talk about whether we've got wrinkles, or whether we've put on weight or lost weight, or whether we've changed our hair style. I just find that so shallow."–Annie Lennox, who turns 60 today



Die Frustration dieser erfolgreichen, schönen und inspirierenden Frau hüpft förmlich aus jeder Zeile. Ich kann mir vorstellen, dass sie viele solcherart gestellten Fragen nicht mehr hören kann, sie sind offenbar auch nicht abzustellen, wie intelligent frau auch immer antworten mag.
Ich blieb an diesen Zeilen hängen, durch sie fühlte ich mich wieder erinnert,  meine Lebenserfahrung als Wert und Kapital zu sehen und anzuerkennen, wie viel ich in diesen 60 Jahren gelernt und erfahren habe. Gerade in letzter Zeit wurde mir immer wieder in Gesprächen bewusst, wie vielschichtig das Leben ist und wie sehr wir voneinander profitieren können, wenn wir ehrlich unsere Erfahrungen teilen. 
Offen, selbstbewusst und stark -  das sollten wir Frauen um und ab der 60 Jahre selbstverständlich sein und leben, denn bis hierher haben wir viel daran gearbeitet uns all das zu erlauben ;-)  Ich liebe Gespräche mit zum Teil viel jüngeren Freundinnen und Frauen, da geht es selten um Falten oder um Krankheiten. Ich habe auch einige ältere Freundinnen und ich mochte ihre Art über das Leben und ihre Erfahrungen zu reden immer sehr, ich fand es interessant zu erleben, wie ältere Menschen Herausforderungen annehmen oder auch Spaß haben. Ich mag das Alter.

     

Dienstag, 26. Januar 2016

Von Bäumen begleitet / 16

Englische Gärten sind weltweit bekannt, oft beschrieben und häufig besucht. Allgemein weniger bekannt ist, dass die Geschichte auch viele gartenvernarrte englische Adelige im Laufe der Zeit auf die große westlich liegende Nachbarinsel verschlug. Unzählige kleinere und größere Gärten, Arboreten und Parks wurden im Laufe der Jahrhunderte auch in Irland angelegt. Manche von ihnen sind als solche in den Reiseführern verzeichnet und während fixer Öffnungszeiten zu besichtigen. Mit dem gärtnerischen Geschick und Weitblick früherer Generationen kunstsinnig oder wenigstens geschäftstüchtig umzugehen scheint in vielen Fällen heute einfach kein großes Thema mehr zu sein.
Sich selbst überlassen und urwaldartig wuchernd, in einen Golfplatz integriert, als Garten eines Hotels oder privat genützt für das interessierte Publikum geöffnet oder der Zutritt streng verwehrt, in Irland finden sich viele Zugänge zum Umgang mit einst herrlich gestalteten und intensiv gepflegten Grünanlagen. Dann wieder findet sich ein Tea Room mit Guinness Cake und Apple Pie wie von Großmutter gemacht in einem kleinen Nebengebäude und gegen einen kleinen Obulus kann man im Park stundenlang lustwandeln und keiner stört dabei.
Eines ist sicher, Entdeckungstouren zu besonderen und alten Bäumen und Pflanzen allgemein können in Irland so manche Überraschung bieten und man weiß nie, was man beim nächsten Besuch vorfinden wird. Darf man eintreten? Gibts den einen oder anderen Baum noch? Alles ist möglich. Und immer wieder nehmen auch sehr kleine Gärten für sich ein, es lohnt sich also auf Entdeckungsreise zu gehen.



Nach dieser langen Vorrede nun aber zu zwei alten Eiben, die ich im letzten August wieder einmal besucht habe.
Sie wacshen in den Dunloe Castle Gardens, hinter dem renovierten und zu einem 5* Hotel ausgebauten ehemaligen Herrenhaus. Auch ein großer Reitstall befindet sich auf dem Gelände. Etwas versteckt auf der Westseite der Killarney Lakes herrlich gelegen an einem Fluss, die Stadt Killarney nur ein paar Kilometer entfernt.
Hier bei uns in Mitteleuropa kennt man Eiben meist als in Form geschnittene Büsche oder als Sichtschutz an Gartenzäunen. Sie wachsen eher langsam und man kann sich vorstellen, dass diese beiden Bäume schon etliche Jahrhunderte auf der Krone haben.



Faszinierend finde ich die Ausformung des Stammes. Man kennt das von Eiben, aber hier ist es besonders deutlich ausgeprägt. Im Hintergrund erkennbar die Mauer des Walled Garden, eine Besonderheit von Gärten auf den Britischen Inseln. Durch meist recht hohe Steinmauern im Geviert erreichte man einen besonderen Schutz vor Wind und Frost, besonders profitierten früher Obstbäume davon.
Dankenswerterweise kann man direkt unter den Kronen auf einer Bank Platz nehmen und so entspannt in den Zauber dieser zwei Alten eintauchen. Sind sie nicht wunderschön?!



Zusammen bilden sie eine einzige riesige Krone. Ich bin da fast eine Stunde gesessen, die Uhr sagte es mir danach. Es war eine zeitlose Erfahrung, eingetaucht in das Wunder dieser wunderbaren Baumwesen.



So vital wie sie aussehen hoffe ich sie nicht zum letzten Mal besucht zu haben...

Dunloe Castle Gardens ist offen zugänglich, bei einem Besuch des Killarney National Parks oder einem Aufenthalt in der Stadt Killarney leicht zu erreichen. Eine Reihe von seltenen, alten und wunderschönen Bäumen und Sträuchern wachsen hier und werden offensichtlich gut betreut. Dazu einige Alleen mit vielen recht alten Exemplaren.





Freitag, 22. Januar 2016

Lieblingsbilder 2015 / Juni

Ein Motiv aus meinen Dorf. Dutzende Male dachte ich schon daran es mal zu fotografieren. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Jedesmal, wenn ich es sehe wundere ich mich über ein Gartentürl, hinter dem nichts mehr, auch nicht im entferntesten darauf schließen lässt was die Aufschrift darüber verspricht. Die Buchstaben halten jahrein jahraus die Stellung und ich frage mich, ob überhaupt noch jemand bewusst wahrnimmt was da steht. Es ist wohl wie in jedem Haushalt, manches wird abgestellt und dann darauf vergessen, schließlich ausgeblendet. Niemand braucht es mehr, entsorgen wäre möglich, aber da liegt eine Geschichte von Menschen drin und der rote Faden reicht immer noch bis in die Gegenwart. 




Magisch von vergessenen Zeiten in ihren physischen Überbleibseln angezogen sehe ich oft genau das, was fast vergessen, aber auf eine Art trotzdem immer noch sehr präsent da ist. Da ein halb eingesunkenes Dach, dort ein überwuchertes Tor oder ein vergessenes Fabriksgelände. Und eines Tages ist es dann doch Vergangenheit, abgerissen, ausgetauscht, verändert. Wo wandern all die Erlebnisse, Gefühle, Gedanken hin, die mit dieser Wirklichkeit einhergingen?

Das Foto steht für all die Motive, die sich in ihren endlosen Wiederholungen banal anfühlen, bis, ja bis sie eines Tages verschwunden sind. Es ist immer einmal zu spät gewesen. Für das Foto des Autos, mit dem viele Jahre gefahren wurde oder der Lieblingsdecke. Bleibt noch die Frage, ob das festhalten wirklich so wichtig ist?! Ich denke ja und nein. Man weiß es immer erst, wenn etwas endgültig vergangen ist. Gut oder schlecht ist nicht die Frage, ob das Herz dranhing schon eher.

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In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant auf mich zukommen. Typisches und Schönes im täglichen Leben.

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