Freitag, 20. März 2015

Auf einmal legt sich Schonung...

Vorfrühling
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
 
                                                     Rainer Maria Rilke


Sachte, ganz sachte greift der Frühling dieses Jahr bei uns in den Raum. Die Nächte sind kalt und was blüht blüht lange, als wollte es gar nicht mehr aufhören. Der Gelbe Hartriegel seit ein paar Wochen, die Zaubernuss, Schneeglöckchen, Primeln seit Mitte Januar. 
Wie ich es liebe! Ein Frühling in dem alles Leben explodiert, von heute auf morgen blüht und schon wieder vergangen ist, überfordert mich. Zu schnell ist das Leben da, wie eine Sturzgeburt. Selbst die Tomatensämlinge auf er Fensterbank sind heuer gemach unterwegs....



Die Natur strahlt Gelassenheit aus, zur Sonnenfinsternis heute wurde es ein wenig stiller. Die Rehe traten aus dem Schutz des Unterholzes, ganz ruhig zupften sie am Gras. 
Sich einem leichtfüßigen Leben entgegentreiben lassen. WARUM NICHT?



Mit dem Gesicht in der Sonne, der Hellen. Nicht der verfinsterten! Gemach, gemach...


   


Dienstag, 17. März 2015

Von Bäumen begleitet / 9

In dieser Serie klafft eine große Lücke. Kaum zu glauben, es fehlte nie an Fotomaterial, doch als letztes Jahr aus persönlichen Gründen eine Zäsur in die monatlichen Fortsetzungen kam, war der grüne Faden erstmal abgerissen. Jetzt ist es wieder soweit, Bilder von grünen Schönheiten kommen vor den Blogvorhang! Den neuen Anfang macht gleich einmal ein Baum, den ich erst dieses Jahr im äußersten Süden Europas entdeckt habe. Im heißen Süden nützen viele Pflanzen die Wintermonate für Blüte und Fruchtbildung. Mich fasziniert, wie wir hier in Mitteleuropa eine Zeit als karg empfinden, die kalt ist. Genauso verhält es sich in Gebieten mit großer Hitze im Sommer. Nichts geht mehr. Die Pflanzen sind auf Sparflamme heruntergedrosselt und sitzen die schwierigen Bedingungen aus bis es wieder temperierter zugeht.

Was für eine Prachtentfaltung also von November bis etwa in den Februar hinein! Ihr seht es auf den Fotos. Bezeichnenderweise nennt man diesen Baum auf deutsch Blütenbombenbaum oder auch widersprüchlich zur botanischen Zugehörigkeit: Rispiger Hortensienbaum, mit Hortensien hat er nichts gemein, außer dem Aussehen der Blüten natürlich. Englisch auch Pink Ball Dombeya. Vielleicht der dekorativste Baum in Blüte, den ich je kennengelernt habe. Die einzelnen Bütenteile sehen auch Bougainvilleen ähnlich, in diesem Fall sind sie in großer Zahl zu einer Kugel vereint und von zartrosa Farbe.



Im Foto unten ist gut zu sehen, wie die Blüten schwer herunterhängen und ein bezauberndes Blütendach bilden. Welch schöne Krone!



Diese Fotos sind Anfang Februar aufgenommen. Man sieht noch knospige neben voll aufgeblühten und auch schon komplett verblühten Blütendolden im immergrünen Blätterdach hängend. 




Wir entdeckten diesen dekorativen Baum in Parks, in diesem Fall in der Nähe der Hafenpromenade in Malaga, Spanien. Die Dombeya wächst nicht einfach nur so in warmen südlicheren Erdteilen, sondern ist gepflanzt und gepflegt.
Die Blätter erinnern ein bisschen an den Maulbeerbaum, im Sommer würde uns dieser Baum vielleicht gar nicht besonders auffallen, obwohl die Blätter recht groß sind. Wunderschön ist er definitiv im Winter!



Und noch eine Dombeya wallichii, kein großer Unterschied. Hier ist der Großteil der Blüten schon braun und man bekommt einen Eindruck, wie der Baum nach der Blüte aussieht. Wie die Früchte dann wirken und aussehen würde mich interessieren...



  


    
 

Mittwoch, 11. März 2015

Über den Dächern steht die Zeit

Für Freunde der Wiener Ringstraßenarchitektur: Verzaubert von der etwas ungewöhnlichen Perspektive versuche ich einen genaueren Blick auf die Dachlandschaft des Wiener Burgtheaters zu bekommen. Mit dem City Sky Liner, der für kurze Zeit vor dem Rathaus aufgebaut war, konnte man schnell auf etwa 70m Höhe hinauf fahren und eine ungewohnte Aussicht in jede Richtung genießen. 
Ich bin ja ein Fan von all den Engeln, Rittern, Drachen und allegorischen Gestalten, die so auf den Dächern und Friesen der gründerzeitlichen Gebäude von Wien zu Hunderten herumstehen. Von unten ist ihnen all ihre Großartigkeit genommen. Sie fristen ein traurig-graues Dasein abseits der allgemeinen Bewunderung seitens der Wienerinnen und Wiener und der Touristen. Selbst wenn sie Aufmerksamkeit bekommen, ist ihre wahre Größe und Pracht nie wirklich gut und von allen Seiten zu erkennen.



Eines der imposanten Ringstraßenbauten: Das Burgtheater, das nach dem Vorbild der Dresdner Semperoper von Gottfried Semper und Carl Hasenauer geplant und erbaut wurde und dieses Jahr sein 125jähriges Bestehen feiert. Bis heute ein wichtiges Theater im deutschsprachigen Europa mit einer ungewöhnlichen Architektur. Versuchen wir also einen Blick auf die Figuren oben zu erhaschen. Auf dem Satteldach stehen zwei mehrere Meter hohe Engelpaare aus Sandstein, die einen Lorbeerkranz in die Höhe halten. Symbolik eindeutig. Vorne rechts wunderbar mit Kupferblech ausgeschmückte Kamine, dahinter ein Wetterhahn.
Im Vordergrund, in der Mitte des Zeltdaches (über dem Zuschauerraum) ist eine eigenartige Engelfigur mit einer Art Trompete zu erkennen, die hier eine bestimmte technische Funktion erfüllt, wie unter dem Foto beschrieben.



"Eine architektonische Besonderheit im Burgtheater ist die patentierte Luftschleuse, die als Belüftungssystem des Theaters fungiert. Unter dem runden Dach der Luftansaughütte befindlich, wurde die Anlage vom Architekturbüro Ignaz Gridl konstruiert. Die Funktionalität besteht darin, dass Luft durch Filter geblasen, gereinigt und temperiert wird. Durch das Messinggitter des Kristalllusterkranzes mittig der Saaldecke wird die Luft aus dem Zuschauerraum ins Freie abgezogen. Den dafür nötigen Zug erzeugt eine grüne Engelsfigur mit einem Blasinstrument."
 (Quelle: http://www.stadt-wien.at/kunst-kultur/buehne/burgtheater-die-burg-am-ring.html)



(Innerhalb der Balustrade kann man im Vordergrund eine Webcam erkennen. Wer also die Perspektive aus dieser Höhe mag, kann sicher den einen oder anderen Blick auf die Dach- und Parklandschaften und Straßen übers Internet erhaschen. Im Fall dieser Kamera einen Schwenk über einige Monumentalbauten Wiens)

Und weil es gerade Spaß macht, die steinernen Riesen zu besuchen, machen wir gleich noch einen Blick auf die Fassade des Rathauses gegenüber und schauen, wie gelangweilt all diese der näheren Betrachtung entzogenen Figuren herumstehen. 76 sind es insgesamt! Dazu kommt der doppelt mannhohe Rathausmann an der Spitze des Turmes. Vom Burgtheater her ist er gerade noch als Ritterfigur zu erkennen.



Weiter hinten, hinter der ausgedehnten Dachlandschaft des Rathauses erscheint eine leuchtende Erdkugel und zieht sofort den Blick an. Sie ist auch von der Landesgerichtsstraße her, auf der Spitze eines Turmes platziert, ganz gut zu sehen. Aus der Höhe betrachtet fällt ihre Einzigartigkeit gleich ins Auge. Es ist ein vergoldeter Globus auf dem Dach des ehemaligen Militärgeographisches Institutes. Hier wurde Kartenmaterial in hoher Qualität mit damals noch aufwendigen Verfahren für die gesamte Österreichisch-Ungarische Monarchie hergestellt, natürlich war das Institut auch für die genaue Vermessung des Kaiserreiches zuständig. Heute beherbergt das Gebäude mehrere Magistratsabteilungen der Stadt Wien und wäre eigentlich auch ohne einen Amtsweg einen Besuch wert.



Letzte Bilder eines winterlichen Wien, bald werden die deutlichen Zeichen des Frühlings nicht mehr zu übersehen sein, die Steinfiguren auf den Dächern und Simsen rührt das wenig...

  

Dienstag, 10. März 2015

Home is where the heart is / 12

Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt

Wörtlich genommen sind wir mit unserem Herzen an vielerlei Orten verankert, mit unserem Interesse, unserer Liebe und unserer Aufmerksamkeit. Bei und in uns selbst. Das, was wir bewusst wählen, wofür wir bewusst unsere Kraft einsetzen kann uns bestätigen, dass wir "es" richtig gemacht haben. Aber ist das alles, spüren wir nicht immer wieder, dass da mehr ist in uns, das ein Hinsehen erfordert, eine bewusste Auseinandersetzung?
Wörtlich genommen lohnte es sich zu erforschen, wo wir verankert sind. Mit unserer Liebe, mit unserer Aufmerksamkeit und unserem Interesse. Denn genau das wirkt in unser Leben hinein, täglich. Und bestimmt, was wir und wie wir er-leben. Sind es mehrheitlich Ängste, Sorgen, Befürchtungen über alles Mögliche? Ich hatte einige solche Phasen in meinem Leben....

Paradox genug, aber es gibt auch das kämpfen um Freude. Sich Freude im Leben zu erlauben kann aus vielen Gründen unbewusst abgewehrt werden, ich kann davon ein persönliches Lied singen. Aber auch davon, dass es möglich ist, sich aus schwierigen Zeiten und inneren Baustellen heraus zu entwickeln, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlen mag.

Dieser letzte Teil des etwas anderen Jahresrückblicks lädt jetzt zum Frühlingsbeginn ein zu schauen, wo überall wir uns heimisch gemacht haben, wo unser Herz verankert ist. Ich empfinde Dankbarkeit für die schönen Orte in und um uns, aber auch für die schwierigen Orte, die uns herausfordern und wachsen lassen...



Anspruchsvoll und manchmal herausfordernd, aber immer sehr dran am echten Leben und sehr inspirierend: Hier eine Empfehlung für den Blog der Therapeutin und Künstlerin Angelika Wende. Auch dieser Blog ist ab nun in der rechten Seitenleiste verlinkt!


Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt
Mit diesem Titel ging ich nochmal durch die Monate des letzten Jahres und traf eine Auswahl an Bildern, sodass eine kleine Serie mit noch unveröffentlichten Fotos - zu jedem Monat eines - einen Einstieg in ein Thema ermöglicht, dass unglaublich viele Facetten zeigen kann.
Was verbinden wir mit zuhause, mit sich zuhause fühlen, was alles kann ein heim-eliges Gefühl vermitteln und was braucht es, um einen Ort oder ein Gebäude als zu sich gehörig zu empfinden? 
Ein passendes Foto von Monat zu Monat zu finden war nicht schwer. Das Thema schien mich letztes Jahr zu begleiten, heute denke ich, dass sich zuhause fühlen zu können vielleicht einen weit größeren Einfluss auf unser Lebensgefühl hat, als uns bewusst ist.

    

Sonntag, 8. März 2015

Genügt ein "How to"? Leben ohne Kochrezept

In meiner Arbeit bin ich immer wieder mit den Folgen jahrelanger Überforderung auf den Körper und die Psyche konfrontiert. In erster Linie betrifft das Frauen die zwischen Beruf, Kindererziehung und Haushalt aufgerieben sind und die Schuld bei sich selbst suchen, wenn sich irgendwann nicht mehr alles locker ausgeht. Es scheint, als hätten viele von uns bei all den Anforderungen in Beruf, Partnerschaften und Kindererziehung Strategien und Gefühl für das gesunde Maß unseres Einsatzes verloren, oder nie richtig gelernt. Am heutigen Internationalen Frauentag denke ich darüber nach, was wir als Einzelne und als Gemeinschaft tun können um ein Leben zu bekommen, in dem wir bewusster Entscheidungen treffen, die zu uns und unserem Leben passen. Es braucht nicht selten richtig viel Mut die gewonnenen Erkenntnisse dann auch umzusetzen und den eigenen Weg zu gehen. Wie das geht kann uns keiner sagen, es gibt keine einfachen Rezepte. Resignieren oder aufzugeben, weil man den Mächten da draußen ausgeliefert scheint, ist auch keine Lösung. Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist ein großer Gewinn, nicht nur für unser eigenes Leben, sondern auch als Signal für unser Umfeld. "Weil wir uns es wert sind", um einem Werbespruch eine lebensfreudige Wendung zu geben...



An dieser Stelle zwei Links zu sehens- und lesenswerten Beiträgen über Lebenswelten moderner Frauen, Mütter und Familien.
 
Eine sehenswerte Reportage des österreichischen Fernsehens, der Titel sagt alles:
Mutterlast Kind und Karriere

In englischer Sprache, leider noch nicht übersetzt:
Auf den ersten Platz für Bücher 2014 in der Washington Post nominiert:
Ein sicherlich lesenswertes Buch zum Thema:
Brigid Schulte Overwhelmed
How to work, love and play, when no one has the time

Für alle mit wenig Zeit, aber Interesse am Thema folgender Artikel in der Huffington Post (englisch):
Why american mothers have less leisure time and find ourselves overwhelmed and exhausted



Freitag, 6. März 2015

Home is where the heart is / 11

Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt

My Home is My Castle hatte für mich immer auch eine bisserl, bisserl bedrohliche Komponente. Es erinnerte mich an die zu große, abgestandene Gemütlichkeit der eigenen kleinen Welt, an ein überschaubares, aber etwas dumpfiges Rückzugsgebiet. Geht es denn überhaupt anders?

Neugierig zu sein auf das "da draußen" empfinde ich als reines Lebenselixier. Wie aber begegnet man dem Unbekannten? Welche Erwartungen und Hoffnungen tragen wir in die Welt, jedesmal wenn wir aus der Türe unserer eignen Welt treten? Wir haben doch unser Schneckenhaus immer dabei. All die Prägungen und Botschaften, die uns im Laufe von Jahrzehnten erreicht, berührt und beeinflusst haben, bewohnen mit uns unser Leben. Wir nehmen sie überall hin mit und zuhause sitzen sie in Erinnerungsstücken und abgewetzten Polstersesseln. Ich habe gerade Mühe, mich von so einem (kaputten) Gemütlichsofa zu trennen. Ein Teil von mir scheint damit verwachsen zu sein. 

Gleichzeitig stelle ich fest, wie viel sich in den Jahren in mir verändert hat und sich in Vorlieben für andere Farben, Texturen, Stile niederschlägt. Was ich heute wähle, hätte ich vor Jahren möglicherweise nicht gemocht. Bunter soll es sein und mit Freude am Kombinieren von Altem und Neuem werfe ich mich gerade eben in die Neugestaltung einiger Räume.



Das Foto ist aus dem zweiten Innenhof des Alten Schlosses, im Laxenburger Schlosspark letzten November aufgenommen, da trugen viele Bäume noch ungewöhnlich lange Laub. Die Sonne dringt weit in die abgeschatteten Bereiche des Torbogens vor, die Welt da draußen zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen. Für mich ein schönes Symbol für den Austausch zwischen Innen- und Außenwelten. Ich habe meine Praxis zuhause und verbringe viel Zeit im Haus, obwohl es hier im Blog vielleicht nicht so scheinen mag. Mein Zuhause beherbergt also mehrere Arbeitsplätze. Ich brauchte Zeit mir Strategien zu erarbeiten, um Arbeit und Entspannung auseinander zu halten und aus dem andauernden Strom von Anforderungen bewusst und regelmäßig auszusteigen. Zu hinterfragen, ob manches auf andere, neue Weise gelebt werden könnte und zu schauen, was noch wichtig oder schon unwichtig geworden ist. Immer wieder verweben sich die Fäden der verschiedenen Welten. Es geht sicher nicht nur mir so! Letztendlich wäre es schön, verschiedene Bereiche des Lebens spielerischer zu leben, ein bisschen wie Kinder es tun. Ich arbeite auch daran....

Und wie geht es euch mit Veränderungen im Nest? 



Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt
Mit diesem Titel ging ich nochmal durch die Monate des letzten Jahres und traf eine Auswahl an Bildern, sodass eine kleine Serie mit noch unveröffentlichten Fotos - zu jedem Monat eines - einen Einstieg in ein Thema ermöglicht, dass unglaublich viele Facetten zeigen kann.
Was verbinden wir mit zuhause, mit sich zuhause fühlen, was alles kann ein heim-eliges Gefühl vermitteln und was braucht es, um einen Ort oder ein Gebäude als zu sich gehörig zu empfinden? 
Ein passendes Foto von Monat zu Monat zu finden war nicht schwer. Das Thema schien mich letztes Jahr zu begleiten, heute denke ich, dass sich zuhause fühlen zu können vielleicht einen weit größeren Einfluss auf unser Lebensgefühl hat, als uns bewusst ist.


    
  


Mittwoch, 25. Februar 2015

Home is where the heart is / 10

Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt

12 Fotos, jeweils eines pro Monat hatte ich ausgesucht. Erst dann kam das Thema und bei jedem Foto ließ ich mich inspirieren, mich verzaubern. Für den Oktober musste es dieses Auto sein! Ist es nicht ein Trigger für allerlei Assoziationen?
Langsam langsam beginnen wir nun auch in Innenwelten zu suchen, da gibt es ja eine Verbindung, oder vielmehr Verbindungen zu Ereignissen im Leben. Viele. Das ist nicht neu und doch suchen wir oft außen nach Geborgenheit und einem heimeligen Gefühl des Angekommenseins anstatt zu sehen, was in uns dagegen steht, falls wir es noch nicht gefunden haben.
Für mich persönlich war es lange Zeit schwer, meine als Kind erarbeitete Anpassung an die Erwartungen meiner Umgebung zu überarbeiten und fallenzulassen, was nicht mehr zu mir passte oder nicht funktionierte. Das allein reichte auch nicht aus. Es ging vielmehr darum, die eigenen individuellen Begabungen zu heben, ihnen Raum zu geben und sie ernst zu nehmen. Ich brauchte ganz schön lange, um mir selbst den Wert zuzugestehen, den ich anderen oft schon im Voraus bereit war zu geben. Damit bin ich bei Weitem nicht alleine, besonders Frauen tappen oft in diese Falle, alle anderen wichtiger zu nehmen als uns selbst. Regelmäßig habe ich Klientinnen bei mir, die ausgepowert sind, weil sie alles für andere gegeben und sich selbst dabei verloren haben. Der Weg zurück ist oft beschwerlich, die Umstellung kann lange dauern und bedarf bewusster Arbeit an dem Thema.



Wie ich angesichts dieses Fotos auf das Thema gekommen bin? Tja, manchmal regt sich die wilde Elisabeth in mir, die einfach in ein (gelbes) Auto steigen möchte, mit einem Daybag und dann ab in eine Richtung, die sich gerade ergibt, so nach dem Motto: Am Kreisverkehr links. Immer weiter. Irgendwo ankommen, sehen was dort ist, Menschen kennenlernen und Landschaften, andere Lebensentwürfe und Berufe. Arbeiten, was sich ergibt und in den Tag hineinleben. Solcherart Impulsen habe ich zu wenig Raum gegeben, als ich jung war. Es gibt immer mindestens zwei Seelen in einer Brust...

So gesehen hat auch das, was man nicht gelebt hat eine Verbindung zum inneren zuhause, nicht wahr?


Zuhause ist, wo das Herz sich niederlässt
Mit diesem Titel ging ich nochmal durch die Monate des letzten Jahres und traf eine Auswahl an passenden Bildern, sodass eine kleine Serie mit noch unveröffentlichten Bildern - zu jedem Monat eines - einen Einstieg in ein Thema ermöglicht, dass unglaublich viele Facetten zeigen kann.
Was verbinden wir mit zuhause, mit sich zuhause fühlen, was alles kann ein heim-eliges Gefühl vermitteln und was braucht es, um einen Ort oder ein Gebäude als zu sich gehörig zu empfinden? 
Ein passendes Foto von Monat zu Monat zu finden war nicht schwer. Das Thema schien mich letztes Jahr zu begleiten, heute denke ich, dass sich zuhause fühlen zu können vielleicht einen weit größeren Einfluss auf unser Lebensgefühl hat, als uns bewusst ist.


 
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