Samstag, 20. Januar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 15

20. Januar, Freitag
Seetag Richtung Salvador de Bahia, Brasilien


Wir navigieren entlang der südamerikanischen Küste Richtung Süden.
Wir sind nun seit zwei Wochen an Bord, noch keinen Regen gehabt. Momentan ist das Meer fast glatt und es ist leicht bewölkt. Nach einem Seetag heute werden wir morgen früh in Salvador de Bahia anlegen.

Ja, lasst uns mit Sambaklängen gemeinsam das Leben feiern, ob kalt oder heiß, JETZT können wir! (dieser Satz bezieht sich auf Freundinnen, die zuhause einmal wöchentlich in der Gruppe Samba tanzen)



Leben an Bord. Lesen oder rätseln.
Sorry, dieses Foto konnte ich mir nicht verkneifen. Die Herren ruhen von der Last des Lebens, die Frauen...



*****

Viele Reisende haben schon ordentlich Sonne getankt und zeigen braune Haut. Ich bin da vorsichtig, Luftbäder am Balkon sind wunderbar entspannend. Aufs Meer schauen und Ansichtskarten kolorieren. Das Gefühl alle Zeit der Welt zu haben ist unüberbietbar.



Im Reistagebuch habe ich notiert: "Etwa 30° Luft- und Wassertemperatur. Tag und Nacht etwa gleich lang. Hell zwischen 6 Uhr morgens und 6 Uhr abends. Die Seetage sind auch strukturiert, Wäsche waschen, zu Mittag essen, nachmittags noch eine Kleinigkeit und dann nichts mehr."
Die Angebote an Bord sind vielfältig, langsam stellt sich auch an Seetage so etwas wie ein wiederkehrender Tagesrhythmus ein. Morgengymnastik, Frühstück auf dem Freideck, aber im Schatten, die Sonne ist auch schon am Morgen sehr stark! Dann Tanzkurs oder lesen, Tagebuch schreiben, Sprachkurs oder Vortrag besuchen. Ich bin keine Freundin von stundenlangem liegen in der Sonne. Der Kopf wird sonnenschwer nebelig und das lesen fällt schwer.
Das Dinner canceling schaffen wir allerdings nicht mehr lange. Allzu nett sind unsere Tischnachbarn, sodass wir bald gerne zum Abendessen gehen, auch der angenehmen Gesellschaft wegen.





In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.






Freitag, 19. Januar 2018

Zurück im Reisefieber

Vor einem Jahr hatten wir gerade den Äquator auf dem Atlantik in Richtung Südamerika überquert. Hatten Tag um Tag Sonne, Wärme, Weite, den Blick frei auf den Horizont. Diese Tage zuhause sind grau, regnerisch, kalt. Erinnerungen an Einzelheiten unserer großen Reise begannen zuletzt zu verblassen. 

Soll ich oder soll ich nicht... 

Ich bleibe am T-Shirt der hübschen Argentinierin hängen. Ich sehe meine Fotos durch, beginne ein wenig zu sortieren. Es packt mich, meine Stimmung steigt mit jedem neuen Bild...
Es ist viel Arbeit, Tag für Tag der noch fehlenden 76 Tage für die Serie In 90 Tagen um die Welt, die ich voriges Jahr nach Rückkehr von unserer Weltreise begonnen und dann Anfang Mai abgebrochen hatte zu rekonstruieren, die entsprechenden Fotos zusammenzusuchen, einzufügen, den Text zu editieren, abzuschreiben...
Aber sollte ich wirklich den digitalen Schatz des WhatsApp-Verlaufs über die Weltreise aufgeben, fallen lassen, verlieren?...


Ich habe es getan! Leider noch nicht alles, bei Weitem noch nicht, aber ich bin zuversichtlich, denn es hat mich gepackt und es macht Freude! So schließen wir also mit 20. Januar 2018 an die bisher erschienenen 14 Folgen bzw Tage der Serie In 90 Tagen um die Welt an. Am entsprechenden Datum des Vorjahres anzuknüpfen macht Sinn, es ist fast so, als würde man die Reise jetzt mitverfolgen, die Tage stimmen ja! Ob ich es bis zum 7. April durchgehend schaffen werde? Hmmm. Schaun wir mal :-)




Ich hätte nicht erwartet, dass man von solch einem hohen Kasten aus, das Kreuzfahrtschiff hat immerhin 16 Stockwerke, ein so nahes Gefühl zum Meer entwickeln könnte! Vielleicht war es dem Umstand zu verdanken, dass wir über den Zeitraum von 3 Monaten oft tagelang nichts anderes wahrnehmend als Wasser und Himmel, in so vielen aber gleichzeitig immer wiederkehrenden ähnlichen Facetten in diese Welt der Ozeane eingetaucht waren. Ein paar Schritte in jede Richtung, das Meer war immer da. Bis zur absichtslosen Selbstverständlichkeit. Die Welt da draußen bis zum Horizont flächig bewegt und frei! Ich habe mich in dieser Weite immer geborgen gefühlt.




Einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer Reise um die Südhalbkugel erlebten wir in Buenos Aires. Es hätte überall sein können. Im Zuge dieser Serie werde ich immer wieder Bilder von Sonnenauf- und Untergängen zeigen. Auch immer wieder Fotos von Ausblicken auf den Himmel und das Meer. Es lag etwas tief Berührendes in diesem Verbundensein mit dem riesigen Wasserkörper, der jeden Tag die Sonne morgens ausspuckte und abends wieder verschluckte. In Äquatornähe fiel diese direkt ins Wasser, so schnell war ihre Bewegung unter den Horizont. Dazu später noch mehr...




Ich freue mich auf die neuerliche Reise. Diesmal mit Bildern, Vermerken aus meinem Tagebuch und an erster Stelle mit dem WhatsApp Verlauf, der editiert jeweils, wie gehabt, im ersten Teil zu lesen sein wird. 

Danke für euer Interesse und das mitreisen! Falls es Fragen gibt, nur zu! Ich bemühe mich, sie zu beantworten :-)


Ab morgen fahren wir weiter, beginnen ganz sachte mit einem Seetag, bevor es dann Schlag auf Schlag die Küste Südamerikas mit ihren Millionenstädten zu entdecken gilt.




Donnerstag, 11. Januar 2018

Nach der Wucht


Herzliche Willkommen auf *kleine freude*, eine Einladung zum verweilen und genießen, die hoffentlich ein paar Leute da draußen erreicht. Es war ja sehr still hier in den letzten Monaten. 
Inzwischen nimmt das Neue Jahr ordentlich Fahrt auf, was immer es bringen wird, ich bin froh, dass das 2017 hinter uns liegt. Meine Worte im letzten Post hatten etwas Prophetisches, das ganze Jahr etwas von einem Schleudergang mit wechselnden Umdrehungen, ruhig war es nie. Nach einer schweren Erkrankung in meinem engsten Familienkreis und auch sonst einigen Aufregungen sind wir alle wieder gut aufgetaucht, haben dem Leben im Hier und Jetzt mehr Tiefe und Da-Sein abgerungen und hoffen nun auf ein wenig ruhigeres Fahrwasser. 






Drei Tage im Winter vor dem Jahreswechsel. Am Kärntner Weißensee überraschte uns der erste Morgen mit 50cm Neuschnee. Die Stämme und Äste der Erlen bogen sich unter der Wucht des schweren Schnees und würden sich wieder aufstellen, wenn der Zauber abgefallen sein wird. Ein bisschen so fühlte sich das letzte Dreiviertel Jahr für mich an. Ich hatte Vertrauen ins Schicksal, aber Sicherheit für den erhofften Ausgang gab es erst zu Ende des Jahres.




Im Wiener Raum herrscht zurzeit tiefes Grau. Mir fehlt das Licht, die Sonne. Jetzt blitzen Erinnerungen herein, von unserer großen Reise im letzten Winter. Von den weiten Ausblicken, den fremden Ländern, der Wärme, dem Meer und dem unbegrenzten Blick auf den Himmel.



Drei Monate mit intensiven Erlebnissen, die uns unsere Erde um so Vieles näher erfahrbar machten. Viele Bilder werden mich für den Rest meines Lebens nicht mehr auslassen. 




Während wir hier in Österreich mit der Kälte des Winters leben, bestimmt zeitgleich im vielen Teilen der Erde eine Üppigkeit der Natur das Lebensgefühl der Menschen. Die klare Schönheit einer Winterlandschaft scheint nur auf den ersten oberflächlichen Blick weniger zu bieten. Und die Luft nach einer Nacht mit Schneefall ist einfach wunderbar.




Die vielen Bilder unserer Weltreise sind gut verstaut und warten auf ihren Einsatz. Sie bringen mir Wärme ins Gemüt und lassen innere Bilder voller Leichtigkeit und Freude wiederauferstehen. 
So muss ich wohl die Serie In 90 Tagen um die Welt weiterführen! Was bisher hier auf *kleine freude* erschien, ist hier nachzulesen. Ich werde versuchen die Tage im Datum zeitgleich zum vergangenen Jahr zu veröffentlichen. Ob das gelingt wird sich zeigen. Das Leben ist voller Überraschungen und ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich mich nicht mehr unnötig selbst in Stress versetzen mag :-)

Bis bald also!

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