Sonntag, 25. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 51

25. Februar
4. Seetag Richtung Französisch - Polynesien




Haben gerade auf der Seekarte entdeckt, dass wir heute ganz knapp am Mururoa Atoll vorbeigefahren sind (im Tagesinfoblatt wurde das totgeschwiegen). Hier und auf einem benachbarten Atoll zündete Frankreich zwischen 1966 und 1996!!! insgesamt 210 Atombomben zu "Testzwecken". Verbrechen an der Erde und den Menschen Polynesiens. Wissenschaftlern wird der Zugang heute noch verwehrt und Entschädigungszahlungen an Opfer des radioaktiven Fallouts maximal erschwert...


Heute morgen zum Sonnenaufgang im Westen


Um 6 Uhr 18 Minuten erscheint der oberste Zipfel der Sonne überm Horizont


6.21. Nur 3! Minuten später steht die Sonne schon eine Scheibenbreite über dem Horizont


Wir befinden uns nun schon wieder 20° südlicher Breite. Die Sonne ist sehr stark. Die Leute, die sich direkt in die Sonne legen bekommen eine Bräune, die sehr schnell schwarzbraun aussieht, aber nicht lange hält. Wir beide sind trotzdem wir uns nicht in die direkte Sonne legen auch schon bisschen braun. Das kann man gar nicht vermeiden.
Die morgige ringförmige Sonnenfinsternis werden wir nicht sehen können, sind schon zu weit westlich.


Inzwischen unterhalten sich manche unserer Gruppenmitglieder über ihre Katzen und den Fasching, Fotos werden gepostet, man lernt sich ein bisschen kennen. Wir sind über diese großen Entfernungen sowas wie eine Weltreisenfamilie geworden :-)
 
W: Hier noch einige technische Ergänzungen zum Schiff: Im tiefen Keller arbeiten 6 Dieselgeneratoren mit insgesamt 35000kW. Jede der 2 Antriebseinheiten hat ca 15000kW. So kommt das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 22kn. Für die restliche Stromversorgung gibts eigene Systeme.
Zur Umkehrosmose gibt es auch noch Trinkwasseraufbereitung durch Verdampfungsanlagen. Die Reserven von Treibstoff und Lebensmitteln und was sonst noch so gebraucht wird, müssen für 8 bis 10 Tage reichen.
Der Durchmesser der Antriebsschrauben ist 5,5m. Maximale Drehzahl: 150U/m 


*****





Unsere nächsten Ziele sind rot auf der Seekarte markiert. Neben der Hauptbar im Atrium des Schiffes können wir immer wieder einen Blick auf genaue Seekarten und die Route unserer Reise werfen. Die Zahlen zeigen die Wassertiefen, die Höhenlinien das Profil der Erde unter unseren Füßen. Seht euch mal die Namen der Atolle an, da könnt ihr ein Gefühl für die Sprache der Südseebewohner bekommen. Ich mochte ihren Singsang mit den vielen Vokalen!





Wie auch bisher schon sehr oft, realisieren wir hier wieder ganz besonders intensiv, wie weit die Europäer mit ihren Landraubzügen gekommen sind und es hat kein Ende. Bis zuletzt werden wir sehen, dass sie einfach überall waren und bald allen Völkern dieser Erde ihre Nationalität, ihre Sprache und ihre Religion aufgezwungen haben und das alles ist noch gar nicht so lange her. Wenn man die Menschen in Polynesien sieht, wirkt es direkt komisch sie französisch sprechen zu hören.... 



In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.

1 Kommentar:

  1. Danke für die Reiseroute da sieht man mal wo ihr entlang schippert. Der Regenbogen ist wunderschön!
    Lieben Gruss Elke

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