Dienstag, 20. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 46

20. Februar, Montag
Osterinsel,   geografisch: Polynesien, politisch: Chile



Osterinsel bei Sonnenaufgang


Die Osterinsel ist vulkanischen Ursprungs, schroffe Tuffklippen, spektakuläre Brandung, man könnte stundenlang zuschauen


kuchentellergroß!
D: Tolle Hibiskusblüte und eine so schöne Farbe

Wie zur Bekräftigung ihres Namens, den die Osterinsel von Europäern - die hier an einem Ostersonntag vor bald 300 Jahren landeten - bekommen hat, laufen auf der ganzen Insel Hendln (wienerisch für Hühner) jeglicher Größe herum. Unser Zimmervermieter meinte, man würde nicht immer alle Eier finden... also wild lebende Hühner... und wildlebende Pferde. An den Straßen, im Vulkankrater, im Gelände - überall sehen wir sie.

Die Naturbelassenheit und die Moai sind das große Kapital der Insel, die vom Tourismus lebt. Es passt alles wunderbar zusammen. Bisher hat die Verwaltung (die Osterinsel gehört seit 130 Jahren zu Chile) es geschafft Bananenplantagen oder Thunfischfabriken zu verhindern, wie uns unser Zimmervermieter erzählt.


Alles üppig grün und tropisch heiß, im Hintergrund ein Krater.




"Forget everything they told you about their history"
Der Ranger im Gelände der Moaiwerkstatt tupft W und mir abwechselnd auf den Oberarm: " It isn´t true!!!" Also nix mit den schönen Geschichten unseres Professors??? (der uns auf dem Schiff einen großartigen Vortrag über die Geschichte der Osterinsel und die Herkunft der Steinfiguren - den Moai - gehalten hat). Also doch noch Geheimnisse, was die Herstellung, den Transport, die Aufgabe, den Grund für die Existenz dieser beeindruckenden bis zu 16 Meter hohen Steinfiguren betrifft?! Was geklärt scheint ist das Alter. Beginnend vor etwa 1000 Jahren und in der Folge während mehrerer Jahrhunderte wurden die Figuren aus den Felsen gemeißelt, teilweise über weitere Strecken mittels Holzbalken transportiert und schließlich aufgestellt. Bis kein Holz mehr da war, das schließlich für den Bootsbau fehlte. Ob es magischen Zwecken diente oder einfach nur ein Beweis für die Kraft und das Geschick der jungen Männer im Wettbewerb der verschiedenen Clans diente, ist bis heute nicht mit Sicherheit geklärt.



Die Insel ist seit etwa 2000 Jahren von Polynesien her besiedelt worden, unser Ranger bringt Beweise in Form von gleichen Wörtern, die auch auf den Inselgruppen tausende Seemeilen westlich von hier verwendet werden. Wir hören die Singsangsprache mit den vielen Vokalen später am Strand.

Rapa nui, so der polynesische Name, eine Perle mitten im Südpazifik!


 
Die Fotos mit den Moais oben sind von der "Werkstatt" an eine Kraterrand. Dahinter sieht es so aus: Krater mit See und wilden Pferden.



K: Danke, darauf habe ich mich gefreut. Das ist wunderschön!

Für die Ausflugsgruppen vom Schiff bleibt zu wenig Zeit auch noch hierher ins Innere des Kraters zu kommen und auch sonst ist für eine kurze Zeit niemand da, so haben wir diese erhabene stille Schönheit innerhalb des Kraters ein wenig für uns allein. Wenn mir die Tränen runterlaufen, ist es fast unaushaltbar schön...

Gehört ab nun auf meine Liste "Schönste Orte auf Erden". Wilde Pferde grasen, ein so friedlicher und absolut stiller Ort.



Schürzt einmal eure Lippen wie dieser Moai und ihr wisst wie es sich anfühlen muss Jahrhunderte die Stellung zu halten ;-)



Ein paar Fakten gibt es doch



Anakena Beach. Am Abend haben wir hier am einzigen Strand der Insel gebadet, da war die Sonne nicht mehr so stark. Heller Sand auf einer vulkanisch dunklen Insel mit roter Erde.


Der mit der Froschhose ist der W.


Einmal gehts noch :-)
Er hat seine Badehose auf dem Schiff vergessen und besitzt nun eine auf der Osterinsel gekaufte :-)


*****

In meinem Tagebuch habe ich vermerkt: 
Es war nicht sicher, ob wir auf dieser Seite der Insel ankern würden können, weil die Tenderboote zwischen schroffen Tuffklippen hindurch navigieren müssen und die Brandung enorm ist. Beides, im Hafen anzulegen und auch die Leute wieder sicher an Bord zu bringen ist für die Kapitäne der Tenderboote keine leichte Aufgabe. Es dauert, bis wir an Land sind. Ein Aufschrei von erschrockenen "Mama mia´s" geht durch das Tenderboot, wenn wieder eine Riesenwelle gegen das Ufer brandet und die Insel für einen Moment aus dem Blickfeld verschwindet.


Blick aus dem Tenderboot während der Überfahrt



Wir hatten uns schon vorab ein Zimmer in einem B&B für die kommende Nacht gemietet, um die kurze Zeit auf der Insel voll ausnützen zu können. Hier ein Blick in den Garten, das Mittagslicht ist so grell und es ist sehr sehr heiß! Ein Auto für 24 Stunden ist gecheckt, nun wollen wir uns ein wenig umsehen...



Teile der Insel sind nur mit einem Nationalparkticket zu betreten, welches wir gleich im Hafen kaufen können. Neben den Orten, wo Gruppen von imposanten Steinfiguren stehen, beeindruckt uns aber auch die Insel selbst. Immer wieder erscheinen Krater in der Landschaft, wilde Pferde stehen auf der Straße herum oder der Blick auf die Klippen wird frei. Gegen Abend spielt auch der Himmel mit :-)





















Nach einem Abendessen in Hanga Roa fahren wir nochmal aus der Stadt, um den Sternenhimmel betrachten zu können. Auf den holprigen Straßen kommt man nur langsam vorwärts. Lang nach Mitternacht sinken wir erschöpft von der Hitze, den vielen Eindrücken und dem baden im Meer ins Bett, um dann kurz vor 5 Uhr morgens wieder aufzustehen. Aber davon morgen mehr....



In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.

Kommentare:

  1. Unglaublich!!! Diese grüne Perle. Die Steinfiguren!!! Es erschöpft fast schon beim Lesen ;) Tolle Reise....

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  2. Wie herrlich, an diese Bilder denke ich heute noch. Schön, dass du für mich dort warst.

    Sigrun

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  3. Liebe Elisabeth,
    danke für diesen traumhaft schönen Bilder von den Osterinseln! Darauf hatte ich mich ganz besonders gefreut :O)
    ღ Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Tag! ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  4. Wunderschöne Impressionen! Und jetzt entschürze ich meine Lippen wieder, uff! 🌈

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