Freitag, 31. Dezember 2010

Klitzekleiner Jahresrückblick

Mit einem kleinen Rückblick und vier Bildern möchten ich mich bei Euch, meinen lieben LeserInnen bedanken! Dass Ihr Euch immer wieder hier einfindet beflügelt mich und macht mir Freude!
Das Motto dieses Postes verbindet uns wieder mit der Natur, in einem der schönsten Augenblicke des letzten Jahres, den ich mit Mutter Erde hatte.
Ich möchte Euch die vier Elemente zeigen, wie sie sich an einem Abend zu einem großen gemeinsamen Tanz verbunden haben. So viel Kraft steckt in einem Naturerlebnis wie diesem und ich empfinde es als großes Geschenk, an so viel Schönheit teilhaben zu dürfen.

Die Bilder sind in Keri am Sunsetpoint entstanden auf Zakynthos, eine der ionischen Inseln, als wir im September eine Woche dort Urlaub machten. Sie strahlen die Schönheit und Kraft dieser Insel aus und laden Euch ein, ein wenig davon als Sylvestermenü zu Euch zu nehmen. Macht keine Pfötchen (kein Aufstoßen) und ist sehr bekömmlich!


                      ERDE                                                           

                      LUFT                                                              


                      FEUER 

                      WASSER 
                                                            

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Die Birke / Birch im Keltischen Baumkreis

Mit der Wintersonnenwende beginnt nun das neue Sonnenjahr. Die Tage werden länger, im Keltischen Baumkreis gehört diese Zeit vom 24. Dezember bis zum 20. Januar der Birke. Der zugeordnete Buchstabe im Ogam Alphabet ist das B. Der Name Beth. Auch ihr lateinischer Name klingt hier an: Betula. Kein anderer Baum kann die Energie dieser Zeit besser verkörpern als sie. 



Wir können uns die Birke als ein Wesen vorstellen, das sich ungestüm die Welt erobern will und dabei recht anspruchslos in ihren Bedürfnissen ist. Vierzig verschiedene Arten wollen Neuland besiedeln, ob es sandig oder moorig ist, spielt dabei weniger eine Rolle. So war es die Birke, die Europa in weiten Teilen nach der letzten Eiszeit, als es begann wärmer zu werden bedeckte. Wenn uns im Frühjahr erste zarte Blätter entgegenleuchten, so sind es die der Birken. Sie treiben, als gäbe es kein morgen.


Sie galten von alters her als Symbol für das Frühlingserwachen und gaben den Bauern Hinweise für den richtigen Zeitpunkt, um mit bestimmten Arbeiten beginnen zu können. So ist es nicht verwunderlich, dass sie mit der Wiedergeburt in Verbindung gebracht wurden, umso mehr sie sehr viel Licht brauchen. Ihr wunder Punkt sozusagen, sie brauchen Freiheit und Licht, um überhaupt keimen zu können und um sich auch gut zu entwickeln. Birken wachsen zu Beginn schnell und können in den ersten 6 Jahren bereits eine Höhe von 7 Metern erreicht haben. 



Wir alle kennen das Erscheinungsbild dieser Baumart mit der weißlich-silbrigen Rinde, den dünnen, weichen, hängenden Zweigen und hellgrünen Blättern.

Wenn ich sie mir vorstelle, ist sie diejenige von all den Bäumen, die am ehesten mit uns spricht. Sie hält viele Töne in ihrem Repertoire. Sie wispert und rauscht, manchmal raunt sie sachte, aber fast immer macht sie sich  akustisch bemerkbar. Mein Vater erzählte mir, er hätte einmal Birken klingen gehört, nach einem Eisregen, als die vereisten Triebe aneinander schlugen und wie von Feenhand ein zartes Glockenspiel erklingen ließen. Wenn ich das nur auch einmal hören könnte!
Die Birke wirft sich mit einer unglaublich großen Fülle an Samen, die sich in den Kätzchen im März bis Mai entwickeln, in die Schlacht um die Vermehrung. Aufgrund dieser Eigenschaft wurde sie auch immer mit Fruchtbarkeit assoziiert. Wiegen mussten aus Birkenholz gefertigt sein, um Unheil vom Neugeborenen abzuwenden. In unseren Tagen kämpfen allerdings viele Menschen mit allergischen Reaktionen auf die Unzahl von Pollen in der Frühlingsluft.



Fast alle Teile der Birke fanden für alle möglichen Zwecke eine besondere Verwendung. Die berühmteste und möglicherweise durch die Jahrhunderte  wichtigste wird ein schmerzhemmender Stoff in ihrer Rinde sein, der den Grundbaustein für das Aspirin bildete.


Zum Schluss möchte ich noch etwas persönliches zur Birke erzählen. Als ich vor einem halben Jahr ein Profilfoto für meinen Blog suchte, gefiel mir das Bild, auf dem ich Birken umarme am besten. Es ist in Derrynane Garden im Südwesten Irlands entstanden. Tja, dass die Birke in ihrem keltischen Ursprung Beth hieß passt vorzüglich zu meinem Vornamen Elisabeth und natürlich zu diesem Projekt. Das alles wusste ich damals noch nicht. Es scheint ein wenig, als hätten mich die Bäume verpflichtet. 

Nun, dieser Aufgabe stelle ich mich gerne, liebe ich sie doch sehr!

Diese Serie zum Keltischen Baumkreis erscheint auch im Irlandblog von Markus Bäuchle: Berichte von der Insel. Fast täglich. Der Journalist und Wanderer schreibt über Irland. Über aktuelle Ereignisse, interessante Hintergründe und Irland als Urlaubsland - und - er bietet auch  mehrmals jährlich Wanderwochen an.  Hier könnt ihr mehr über meine Erlebnisse dazu lesen. Selbstverständlich findet ihr alle Info dazu auf Markus´Blog. 


Last but not least: Heidi von "allerley Kräuterey" hat einen lesenswerten Artikel über die Birke und deren Anwendungsmöglichkeiten eingestellt, hier könnt ihr es lesen.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Winterliches Tiramisu

Mit diesem Post will ich Euch mal so richtig den Mund wässrig machen!

Ich habe das Rezept dieses Jahr entdeckt und wurde bei einer Geburtstagsfeier gleich mehrfach danach befragt. Dieses Tiramisu ist sehr, sehr lecker und falls Ihr kalorienmäßig eine gute Ausrede braucht, es sind jede Menge Beeren drin! Wir verstehen uns, nicht wahr?




Die Menge ist laut Rezept für acht Personen. Nach einem guten und vielleicht auch ein klein wenig üppigen Mahl für einige mehr ausreichend.

1 Becher Schlagobers (250ml), je 300g Topfen (Quark) und Mascarpone, 120g Zucker, je 1 TL Zimt und Vanillezucker
Schlagobers steif schlagen und unter die anderen gut vermengten Zutaten heben.


350g Lebkuchen, 50ml Baileys (Kaffelikör), 150ml Espresso, 800g Tiefkühlbeeren (kann auch bisschen mehr sein)
Lebkuchen zerbröseln und mit flüssigen Zutaten beträufeln, etwas durchziehen lassen.



Schichten: Lebkuchen - Mascarponecreme - Tiefkühlbeeren - wieder Creme

Über Nacht kühl stellen, vor dem Servieren mit Kakaopulver bestreuen.



Kann auch schön portionsweise in Gläsern angerichtet werden!
Viel Erfolg und guten Appetit!

Eigentlich ein perfektes Dessert fürs Silvesterbuffet. Damit könnt Ihr punkten, nicht nur auf der Waage anderntags, versteht sich.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Schenken und beschenkt werden...

Eigentlich hat uns Uli Stein recht anschaulich durch den Dezember begleitet und so lasse ich mich gerne dazu verführen noch einen letzten Cartoon hier zu posten.


Oje, oje, das ging wohl gründlich daneben. Aber seien wir ehrlich, eine Freude zu machen ist wirklich nicht immer einfach. So hat man sich unausgesprochen darüber geeinigt, zu schenken was immer man mag und sich selbst beim auspacken in jedem Fall zu freuen. Man will doch zu Weihnachten niemanden enttäuschen, wo sich doch alle so viel Mühe gemacht haben.
Ich bin jedenfalls zum Schluss gekommen, dass die ganze Schenkerei einem anderen Zweck dient, als dem vordergründig sichtbaren. Wir möchten unsere Zuneigung beweisen, ein Dankeschön ausdrücken, uns erkenntlich zeigen, uns für die zukünftige gemeinsame Zeit einstimmen, unsere Fürsorge mitgeben und vieles mehr. Manchmal kommt die Bedeutung eines Präsents erst viele Jahre später zu Bewusstsein, wenn der Schenkende vielleicht nicht mehr da ist oder verstorben ist.

Für mich steht fest, es gibt zwei Arten von Geschenkeempfängern, die einen freuen sich fast immer riesig, egal, was sie bekommen haben. Die anderen sind gar nicht leicht zufrieden zustellen. Leider gehöre ich zu zweiterer Gruppe. Auch die Strategie, sich zu outen führt nicht immer zum gewünschten Erfolg, wie obiges Bild beweist!
Für die nächsten 360 Tage können wir dieses Thema jedenfalls wieder abhaken und das ist fürs erste ja eine kleine Freude. Was wir jetzt mit der Pute anstellen werden, bleibt dabei allerdings offen. Aber es gibt schlimmeres im Leben. Definitiv!


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachten 2010

Wie mit einem Fingerschnippen sind die letzten Wochen dahingeflogen. Immer häufiger erscheint mir die Zeit als eine relative Größe. Die Uhren messen, wir empfinden   z e i t w e i s e   davon abweichendes.


Mehrere Nebeltage hintereinander lassen uns gerne Zuhause sein, ein paar Kerzen anzünden, Tee trinken, letzte Vorbereitungen treffen. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür.

Ich wünsche Euch allen, eine kleine Freude in den Augen eines anderen Menschen zu sehen und natürlich alles, was man sich so zu Weihnachten gegenseitig wünscht.



Hier habe ich noch einen kleinen Augenschmaus für Euch. Eine liebe Freundin überraschte mich mit einer kleinen Schachtel mit selbstgemachtem Konfekt. Sie lässt sich gerade kretische Meeresluft um die Nase wehen und ich bin in Gedanken oft bei ihr. 




Was auch immer für Euch zu Weihnachten dazugehört, was auch immer wichtig ist, um Euch glücklich zu fühlen, ich wünsche es Euch von ganzem Herzen!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Eine besondere Wendezeit

Dieses Jahr feiern wir eine besondere Sonnenwende. Zeitgleich heute morgen brachte eine totale Mondfinsternis - zuletzt vor beinahe vierhundert Jahren - eine besondere Aufmerksamkeit für diesen Übergang. Wir leben in bewegten Zeiten, wo so Vieles in Wandlung begriffen ist. 



Ich möchte mit diesem Post die Aufmerksamkeit ein wenig zur Erde und zum Kosmos lenken, für das Schicksal von uns Menschen oft vergessene, und doch so bestimmende Größen. Veränderung auf allen Ebenen liegt in der Luft und Veränderung bringt auch immer chaotische Zustände und Unruhe mit sich. Man spürt, dass manches, bisher in Stein gemeißeltes, keine Gültigkeit mehr hat. Die neue Ordnung hat sich auch noch nicht eingestellt und wir Menschen fürchten oft Veränderungen. Das neue Sonnenjahr hält möglicherweise viele Überraschungen für uns bereit.



Gestern Abend machten wir ein Feuer im Garten und räucherten, um Altes abzuschließen, zu vergeben und loszulassen und Neuem Platz zu machen. Damit folgten wir einer uralten, europäischen Tradition, die noch mit den Kräften der Natur eng verbunden war. 



Den ganzen heutigen Tag liegt nun eine große Ruhe und tiefgreifende Stille in der Luft. Am Morgen lag dichter Nebel in unserer Gegend und schluckte viele Geräusche. Der Himmel und die schneebedeckte Erde verschmolzen in einem Weiß, das alles zu verbinden schien und vieles optisch auflöste, was sonst so bestimmend das Blickfeld einnimmt. So fügte sich meine Wahrnehmung der äußeren Welt so wunderbar zu dem, was ich energetisch empfinde.  





Drei Tage scheinbare Bewegungslosigkeit des Sonnenstandes bringt einen Stillstand, den wir nützen können, um in uns hineinzuhorchen und tiefe innere Ruhe zu gewinnen.




Das ist nicht so leicht in diesen Tagen, aber es lohnt sich. Mit der Hinwendung zu den natürlichen Zyklen der Erde können wir große Ressourcen anzapfen und Kräfte für das Kommende schöpfen. Wir sind verbunden, obwohl wir das oft nicht beachten und wir Frauen in besonderer Weise.
Wir sehen noch nicht, wohin uns der Weg führen wird, aber die Nebel werden sich lichten, das ist ganz gewiss.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Fröhlicher Advent / Vier

Da ist es nun schon, das letzte Adventwochenende, hinter meinem Bildschirm lassen die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages den Schnee im Garten glitzern, dass es eine Freude ist.
Wir nähern uns dem Fest, an dem kaum in einer Familie nicht gesungen wird.


                                       aus dem Comicband Fröhliche Weihnachten von Uli Stein

Singen hat etwas schönes und verbindendes - und in unserer Familie etwas unfreiwillig komisches. So geht es bei uns zu Weihnachten ab dem Zeitpunkt, wo die Lichter am Christbaum brennen und wir zu singen beginnen, selten richtig ernst zu. Auch heute noch, nach all den Jahren.

Und das kam so: Drei Burschen, in den verschiedenen Stadien der Pubertät befindlich, gaben sich alle Mühe einmal im Jahr für eine Stunde ganz artig zu sein, der Mama nicht die Freude zu verderben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Irgendwie klang das über mehrere Jahre, wie es eben in solchen Fällen klingen musste, schräg. Als sich dann die Lage stabilisiert hatte übernahm unser jüngster Sohn diese für Erheiterung sorgende Ehrenaufgabe, wir hatten uns ja schon so daran gewöhnt.
Nicht dass wir nie geübt hätten, viele Jahre und Adventabende bei Kerzenschein, basteln, vorlesen und singen mit Gitarrenbegleitung waren mit dem ersten Ton eines zu schnell wachsenden Stimmbandes zunichte gemacht worden. Da half auch das mehrjährige Mitwirken in einem großartigen Kinderchor fürs erste nichts. Vordergründig versteht sich. Aber Töne, besonders die falschen schieben sich nun mal gerne in den Vordergrund und in einer musikalischen Familie ganz besonders. 




In den darauf folgenden Jahren wurden verschiedenste Strategien angewendet. Keine hörbaren Töne zu produzieren war noch die harmloseste. Eine andere, auch gerne verfolgte war die, besonders laut zu singen, um damit vom sich genieren abzulenken. Nun, ihr könnt euch jetzt sicher vorstellen, dass wir fröhliche Weihnachtsabende hatten, denn auf das singen wollten wir doch nicht verzichten!

Zur Feier des nun letzten Wochenendes vor Weihnachten noch ein Comic von Uli Stein für alle, die mal eine Alternative zum bisher gewohnten aufputzen (schmücken) des Christbaumes suchen (mein liebster Mann konnte über dieses Bild nicht lachen, verzeiht alle Männer da draußen, ich will euch wirklich nicht nahetreten!).

Samstag, 18. Dezember 2010

Malen mit Schnee in Wien

Gestern Abend in Wien. Dichter Schneefall verzauberte eine Großstadt. Wenn die Räumfahrzeuge nicht mehr nachkommen und es sogar in der City Schneefahrbahnen gibt, hat die Natur zauberhaft das Zepter über die Stadt übernommen. Gutes Schuhwerk, gute Scheibenwischer vorausgesetzt, macht es Spaß in der beleuchteten Straßen unterwegs zu sein.


Rechts die Oper in diesem impressionistischen Gemälde, Verzeihung in diesem Blick aus dem Auto.


Das Wiener Rathaus ganz unspektakulär, nachdem die Beleuchtung am Christkindlmarkt ausgeschaltet wurde.


Der bunteste Weihnachtsbaum der Stadt vor dem Cafe Landtmann. Die blauen Lichter blinken, das ganze ist so kitschig, dass es schon wieder schön ist.


Die Wiener Universität im Hintergrund.


Obwohl es schon sehr spät ist, sind noch viele Menschen auf den Straßen unterwegs, als würde der Schnee sie magisch aus den Häusern locken.

Freitag, 17. Dezember 2010

Jetzt mal im Ernst

Jetzt mal im Ernst: 
Ein paar Tage noch bis zur Sonnenwende mit der Zeitqualität, die das langsam werden, bewusst werden, innehalten, besinnen darauf, was wirklich wichtig ist im Leben, fördert. Mein Favorit dieses Jahr: Innere Ressourcen entdecken. Davon gibt es viele. Nicht nur bei mir. Diese gehen jedoch vorzugsweise eine Symbiose mit still werden und eventuell in eine Kerzenflamme starren, ein.



Heute Mittag, als ich mich mit meiner Weihnachtspost zwei Schritte zu weit an der wartenden Schlange im Postamt vorbeibewegt hatte, war ich froh auf einige davon zurückgreifen zu können. Hinter mir ertönte plötzlich eine ziemlich laute Frauenstimme mit einem drohenden Unterton: "Wer sich vordrängt, wird erschossen". Einige andere pflichteten ihr bei. So unterhaltsam kann dieser Tage ein kurzer Ausflug in die Öffentlichkeit sein.
Irgendwie war ich also neben die Spur geraten und unter uns: Es hat sich befreiend angefühlt, kein Teil dieser schießwütigen Gesellschaft zu sein. Das Schauspiel wiederholte sich übrigens noch ein paar mal, nämlich jedesmal, nachdem ein neuer Kunde nichtsahnend bei der Türe hereingekommen war.

Was ich noch sagen wollte: Engel gibt es und nicht wenige, nur manche sind ein wenig verkleidet und nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Ein bisschen still werden und ein zweiter Blick hilft fast immer. Mir jedenfalls.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Leuchtende Freude


Leuchtende Kinderaugen. Sie bleiben meist irgendwann auf dem Weg zum Erwachsenen auf der Strecke. Manche Menschen können sich diese Fähigkeit zur bedingungslosen Freude bewahren. Eigentlich braucht es ja nicht viel und es muss auch nicht unbedingt zu Weihnachten sein. 
Nun, schön wäre es schon, sich immer wieder so freuen zu können wie damals. Die Seele leuchten lassen. Beinahe ohne Anlass. Oder weil die Puppe Schlafaugen hat und das Leben immer wieder Überraschungen bereithält. Eine Frage der Einstellung, oder?

Sonntag, 12. Dezember 2010

Fröhlicher Advent / Drei

Mit dem schenken ist das ja so eine Sache.

                                             aus dem Comicband "Fröhliche Weihnachten" von Uli Stein

Nikoläuse und Weihnachtsmänner haben immer recht. Egal, was sie sagen oder aus ihren Säcken herausbefördern, sie machen glücklich, denn so haben wir es gelernt.
Wenn wundert es, dass sich in der Vorweihnachtszeit alle Welt aufmacht und in das unsichtbare Kostüm des Wohltäters schlüpft, um sich damit a priori beliebt zu machen. Dabei macht die Sprengkraft so mancher Geschenke nur vor den blinden Flecken des großzügigen Spenders halt. Der Beschenkte steht da und versucht die Fragezeichen seiner Gedanken zu verbergen, man kann doch schließlich nicht, es ist ja eine milde Gabe!




Ich finde diesen Teil des alljährlich stattfindenden Weihnachtswahnsinns  entbehrlich. In den Wochen vor diesem Großereignis gesellschaftlicher Stressigkeiten schlägt es einem um die Ohren, sobald man die eigenen vier Wände verlassen hat. Nervöse Autofahrer, drängelnde Kunden, aufgelöstes Personal und Dauerbeschallung gemütsschädigender Lieder über Krippen, Esel und Lastwagenfahrer, die gerade noch rechtzeitig die Kurve gekratzt haben. Coming home for Christmas, eben.
In Österreich ist es übrigens das Christkind, sagt man Weihnachtsmann,  kommt das fast einer Beleidigung der kulturellen Identität gleich.
Sich da auszukoppeln ist schwer, ich mag niemanden vor den Kopf stoßen.
Wie passt das nun zur kleinen Freude?
Viel, viel kleine Freude steckt für mich in dieser Zeit weit ab von allem, was in Papier eingewickelt ist.
Gerade heute Mittag zuletzt in der Begegnung mit einem alten Freund, echte kleine Freude eben.


Freitag, 10. Dezember 2010

Nach Hause kommen

                                              Nach Hause kommen

                                              ... aus der Kälte
                                              ... zu meinen Lieben
                                              ... in die vertraute Hülle
                                              ... in das gemachte Nest
                                              ... aus der großen weiten Welt
                                              ... zu mir Selbst



                                           ... manchmal gedankenlos
                                           ... immer selbstverständlich
                                           ... gerne
                                           ... in dieser Jahreszeit bewusster 
                                           ... mehr und mehr dankbar





Nach Hause kommen ist für mich auch immer ein Ankommen. Es fühlt sich gut an, angekommen zu sein. Das Schöne daran ist aber, dass man erst mal weg muss, um ankommen zu können. 

Ich gehe unglaublich gerne weg von Zuhause, vielleicht komme ich gerade deswegen so gerne auch wieder nach Hause zurück. 

Dienstag, 7. Dezember 2010

Der Tannenbaum

Jeder 7. eines Monats ist einem Baum gewidmet.

Im Dezember kann das bei uns in Österreich eigentlich nur die Tanne sein.


Ein Baum, der uns im Dezember auf Schritt und Tritt begegnet ist die Tanne und möglicherweise sind mit ihr die ältesten Bräuche Mitteleuropas verbunden. Bei meiner Einstimmung auf diesen mächtigen Baum stieß ich auf die Tatsache, dass schon die Germanen in vorchristlicher Zeit zur
Wintersonnenwende Tannenzweige auf öffentlichen Plätzen ausgelegt haben.

Das Lied "Oh Tannenbaum" wird seit immerhin vierhundert Jahren in der Weihnachtszeit gesungen und gespielt. Es berührt seither viele Menschen auf  tiefgreifende Art und Weise.



Zweige einer Nordmanntanne, die wir zur Weihnachtszeit als Christbaum in unsere Zimmer holen

In den letzten zweihundert Jahren ist die Tanne selten geworden, das habe ich auch bei der Suche nach Bildern in meinen Fotoarchiven gemerkt. Sie hat in Mitteleuropa neunzig Prozent ihrer ursprünglichen Fläche verloren, weil sie sehr empfindlich auf Luftverschmutzung reagiert.
Bei einer Wanderung diesen Sommer zog mich eine wunderschön gewachsene Große in ihren Bann. Beinahe wären wir achtlos an ihr vorbeigegangen ohne sie zu bemerken, Tannen sind ja den Fichten, die weit verbreitet sind sehr ähnlich. Ich trat aus dem starken Sonnenlicht unter ihre sattgrünen Triebe und fühlte mich  geborgen. Ich spürte eine Stärke und Sicherheit in der Nähe dieses freundlichen Baumes. 


 Man erkennt die Tanne an ihrer storchennestartigen Krone und den aufrecht stehenden Zapfen. Diese hier wächst auf einer Alm im Großen Walsertal in Vorarlberg, Österreich.

Im Gegensatz zur Fichte wurzelt die Tanne sehr tief und beeinflusst damit das Porensystem des Bodens so, dass dieser viel mehr Wasser aufnehmen kann. Das ist besonders bei starkem Regen oder oberflächlichen Hangrutschungen von Vorteil für die Umgebung.
Menschen in früheren Zeiten beobachteten, dass Verletzungen an den Bäumen rasch heilten und nutzten verschiedene Teile der Tanne zu Heilzwecken.


Christbäume werden mit allem möglichen Dingen behängt, manche Stücke weitervererbt. Dabei sind besonders Kugeln sehr beliebt, aber auch Süßigkeiten.

In der dunkelsten Zeit des Jahres versammeln sich Menschen zu Füßen der Tanne. Dabei ist den meisten zu Weihnachten wohl eines wirklich wichtig: Mit denen die sie lieben ein paar schöne gemeinsame Stunden zu verleben. Irgendwie muss die Tanne das ausstrahlen, denn in den Wäldern, wo sie mehrheitlich vorkommt entsteht eine hohe Biodiversität. Eine große Zahl von unterschiedlichen Begleitpflanzen und Tieren fühlt sich in ihrer Nähe richtig wohl. Wer weiß, was sie für uns leisten könnte, wenn wir Bedingungen schaffen könnten, unter denen sie wieder leben möchte. Ich denke da besonders auch an den städtischen Raum. 


Wenn ein solches scheußliches Ungetüm ganz in unserer Nähe durch ein kleines Tannenwäldchen ersetzt würde,  wäre das mehr als eine kleine Freude!
Dazu müssten Fahrzeuge auf andere Art betrieben werden, denn hier steht eines der größten Einkaufszentren Europas und das Verkehrsaufkommen ist enorm hoch. Wie wenig Gespür für Verhältnismäßigkeit durch Entfremdung von der Natur entstehen kann, beweist dieses Foto nur allzu anschaulich.



Mir tut es immer leid, den Christbaum nach Weihnachten hinauszuwerfen, am liebsten würde ich ihn im Zimmer behalten, bis draußen die ersten Blumen aus dem Schnee gucken. Ich liebe den Anblick der Tanne und zu Beginn ihren wunderbaren Duft, mit dem sie uns in ihrem Sterben beschenkt und ganz ehrlich: Ich liebte schon als Kind "Oh Tannenbaum" und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Fröhlicher Advent / Zwei

Ab und zu fällt der Zugang zu mancher Problemlösung bei Weiblein und Männlein unterschiedlich aus und sie können durchaus voneinander lernen. In der Vorweihnachtszeit sind die Rollen meist fix vergeben. Es geht aber immer auch noch anders.


Die Wahl für diesen Witz von Uli Stein fiel mir leicht, stehe ich doch seit Jahren mit dem Mürbteig auf Kriegsfuß. Kaum beginnt das große Backen rund um mich, merke ich erste gedankliche Ausflüchte, wie: Kekse ( Plätzchen) sind ungesund, fett und süß und überhaupt! Jede Art von Teig gelingt mir nahezu spielend, kein Germteig verweigert sich und geht verlässlich auf, Biskuits zergehen auf der Zunge. Mit Mürbteig verbindet mich eine Hassliebe. Natürlich möchte ich Kekse backen, nenne eine stattliche Sammlung von Ausstechformen mein Eigen und kaufe jedes Jahr welche dazu. 




Dann stehe ich in der Küche und das große Fürchten beginnt. Der Teig will entweder nicht zusammenhalten, reißt beim ausrollen an allen möglichen Stellen, wird zu dünn oder bleibt zu dick und vor allem auf der Arbeitsfläche picken ( kleben ). Natürlich klage ich allen meinen Freundinnen Jahr für Jahr meine Missgeschicke und natürlich geben sie mir Jahr für Jahr todsichere Rezepte und Ratschläge für jede Problemstellung, allein es ist in dieser Sache zutiefst der Kekswurm begraben.

Voriges Jahr war ich dann ganz raffiniert unterwegs. Ich erinnerte mich an Süßigkeiten aus Irland und suchte Rezepte jenseits der Keksologie. Und ich kann Euch sagen, ich habe welche gefunden und jetzt brauche ich keine Kekse mehr zu backen, denn Macadamia Brownies sind auch fett und süß und einfach himmlisch! Vom Weihnachtstiramisu gar nicht zu reden.




Sollte ich doch wieder mal in Versuchung kommen und Keksis backen wollen, versuch ich es auf obige Weise, wer weiß vielleicht ist der männliche Zugang gar nicht so dumm! 

Mit einem kleinen Augenzwinkern ging der zweite Adventsonntag still und leise zu Ende und das ist gut so. Es ist ja noch viel Zeit bis Weihnachten und es gibt immer noch einen anderen Weg!
Und wer weiß, vielleicht verrate ich auch das eine oder andere Rezept - demnächst.

Samstag, 4. Dezember 2010

Wien und der Schnee

Für geborene und gelernte Österreicher gibt es fast nichts Schöneres um in weihnachtliche Stimmung zu kommen, als eine ordentliche Portion Neuschnee. Und das egal wie und egal wo!


Wir leben in einer Alpenrepublik, da gehören die Begriffe Winter und Schnee nun mal zusammen. Rechtzeitig zu Beginn des meteorologischen Winters wurden wir heuer nun recht großzügig mit diesem essenziellen Beiwerk winterlicher Fantasien versorgt. Damit nicht genug, es soll noch mehr kommen. 

                       Am Graben in Wien, als Weihnachtsbeleuchtung fungieren riesige Leuchter


Ein Adriatief verwöhnt diesmal auch die

Diese Bilder zeigen den Stephansdom, das Wahrzeichen Wiens mit dem geschmückten Christbaum davor. Die dichte Bewölkung reflektiert hier die vielen Lichter und lässt den Himmel mit den Straßenschluchten verschmelzen.


Bundeshauptstadt mit der weißen Pracht. Schön langsam verschwinden Autos in den Inneren Bezirken für Tage unter riesigen weißen Hauben, wo man normalerweise für zwei Stunden - bezahlt, versteht sich- seine Freiheit auf vier Rädern parken darf. Spätestens heute ist Wien begraben in dicken Mengen von Schneeweiß.

                  Eine der Seitengassen vom Graben, jede Gasse hat ihre ganz eigene Beleuchtung

Zu der barocken Beleuchtung in der Fußgängerzone im ersten Bezirk passt die weiße Pracht auch gut. Hier arbeiten die Räumfahrzeuge allerdings fleißig, um das meiste davon wegzuschaffen. Schließlich wollen Frauen in High Heels auch gut von einer Adventlocation zur anderen gelangen.
Wir genießen den Lichterzauber für einen Spaziergang und erfreuen uns dann in der Peripherie der Großstadt an den Schneemengen. Da bleibt der Schnee einfach länger schön.


                                      Blick vom 5. Stock des Haas Hauses in die Kärntnerstraße

Wir können gespannt sein, ob mehr vom selben aus der kleinen Freude große Freude macht. Schön wäre es schon!
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