Dienstag, 7. Dezember 2010

Der Tannenbaum

Jeder 7. eines Monats ist einem Baum gewidmet.

Im Dezember kann das bei uns in Österreich eigentlich nur die Tanne sein.


Ein Baum, der uns im Dezember auf Schritt und Tritt begegnet ist die Tanne und möglicherweise sind mit ihr die ältesten Bräuche Mitteleuropas verbunden. Bei meiner Einstimmung auf diesen mächtigen Baum stieß ich auf die Tatsache, dass schon die Germanen in vorchristlicher Zeit zur
Wintersonnenwende Tannenzweige auf öffentlichen Plätzen ausgelegt haben.

Das Lied "Oh Tannenbaum" wird seit immerhin vierhundert Jahren in der Weihnachtszeit gesungen und gespielt. Es berührt seither viele Menschen auf  tiefgreifende Art und Weise.



Zweige einer Nordmanntanne, die wir zur Weihnachtszeit als Christbaum in unsere Zimmer holen

In den letzten zweihundert Jahren ist die Tanne selten geworden, das habe ich auch bei der Suche nach Bildern in meinen Fotoarchiven gemerkt. Sie hat in Mitteleuropa neunzig Prozent ihrer ursprünglichen Fläche verloren, weil sie sehr empfindlich auf Luftverschmutzung reagiert.
Bei einer Wanderung diesen Sommer zog mich eine wunderschön gewachsene Große in ihren Bann. Beinahe wären wir achtlos an ihr vorbeigegangen ohne sie zu bemerken, Tannen sind ja den Fichten, die weit verbreitet sind sehr ähnlich. Ich trat aus dem starken Sonnenlicht unter ihre sattgrünen Triebe und fühlte mich  geborgen. Ich spürte eine Stärke und Sicherheit in der Nähe dieses freundlichen Baumes. 


 Man erkennt die Tanne an ihrer storchennestartigen Krone und den aufrecht stehenden Zapfen. Diese hier wächst auf einer Alm im Großen Walsertal in Vorarlberg, Österreich.

Im Gegensatz zur Fichte wurzelt die Tanne sehr tief und beeinflusst damit das Porensystem des Bodens so, dass dieser viel mehr Wasser aufnehmen kann. Das ist besonders bei starkem Regen oder oberflächlichen Hangrutschungen von Vorteil für die Umgebung.
Menschen in früheren Zeiten beobachteten, dass Verletzungen an den Bäumen rasch heilten und nutzten verschiedene Teile der Tanne zu Heilzwecken.


Christbäume werden mit allem möglichen Dingen behängt, manche Stücke weitervererbt. Dabei sind besonders Kugeln sehr beliebt, aber auch Süßigkeiten.

In der dunkelsten Zeit des Jahres versammeln sich Menschen zu Füßen der Tanne. Dabei ist den meisten zu Weihnachten wohl eines wirklich wichtig: Mit denen die sie lieben ein paar schöne gemeinsame Stunden zu verleben. Irgendwie muss die Tanne das ausstrahlen, denn in den Wäldern, wo sie mehrheitlich vorkommt entsteht eine hohe Biodiversität. Eine große Zahl von unterschiedlichen Begleitpflanzen und Tieren fühlt sich in ihrer Nähe richtig wohl. Wer weiß, was sie für uns leisten könnte, wenn wir Bedingungen schaffen könnten, unter denen sie wieder leben möchte. Ich denke da besonders auch an den städtischen Raum. 


Wenn ein solches scheußliches Ungetüm ganz in unserer Nähe durch ein kleines Tannenwäldchen ersetzt würde,  wäre das mehr als eine kleine Freude!
Dazu müssten Fahrzeuge auf andere Art betrieben werden, denn hier steht eines der größten Einkaufszentren Europas und das Verkehrsaufkommen ist enorm hoch. Wie wenig Gespür für Verhältnismäßigkeit durch Entfremdung von der Natur entstehen kann, beweist dieses Foto nur allzu anschaulich.



Mir tut es immer leid, den Christbaum nach Weihnachten hinauszuwerfen, am liebsten würde ich ihn im Zimmer behalten, bis draußen die ersten Blumen aus dem Schnee gucken. Ich liebe den Anblick der Tanne und zu Beginn ihren wunderbaren Duft, mit dem sie uns in ihrem Sterben beschenkt und ganz ehrlich: Ich liebte schon als Kind "Oh Tannenbaum" und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,

    sehr schön Deine Bilder und die Geschichte über die Tannenbäume.
    Wir haben früher immer kleine Zweige auf die Ofenplatte gelegt. Dann roch das ganze Haus danach - herrlich.
    In meinem Zimmer habe ich auch Tannenzweige, für ein Baum ist leider kein Platz.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  2. Hallo Elisabeth,
    ich bin gerade über Jutta hier gelandet. Mir war bei Juttas Friedhofsbildern deine Frage aufgefallen. Ich weiß nicht, ob du eine Antwort bekommen hast und wenn ja, was Jutta dazu sagen konnte. Aber mir fielen spontan die Erzengel ein, die ja allesamt männlich sind. Ich hab's nicht so mit der Kirche, aber da gab es doch zumindest den Gabriel, den Michael und ... ich glaube, es sind sieben insgesamt. Und ich denke, dass diese Erzengel in der Kunst gerne mit solchen riesigen Flügeln und sehr männlich dargestellt werden.
    Herzliche Grüße
    Elke

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