Dienstag, 31. Mai 2011

Wien aus der Vogelperspektive

Bei meinem letzten Rückflug nach Wien hatte ich eine herrliche Sicht auf die Stadt. Noch nie vorher war ich direkt von Westen kommend gelandet. Bei diesem Landeanflug überquerten wir die ganze Stadt, da der Flughafen Schwechat östlich liegt. Mit ein wenig Glück konnte ich ein paar interessante Fotos machen. Alle, die Wien gut kennen, werden einige Gebäude erkennen können und ihr anderen bekommt einen kleinen "Überblick" über die Hauptstadt Österreichs.



Auf diesem Bild sieht man am unteren Bildrand den Westbahnhof und in Richtung Tragfläche des Flugzeugs die Mariahilferstraße, die größte Geschäftsstraße Wiens. Das breite grüne Band, das sich durch das Bild nach oben schlängelt ist der Gürtel, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Die Hauptbibliothek in der Mitte zwischen den Fahrbahnen ist gut zu erkennen. Wenn man den Gürtel entlangfährt, hat man das Gefühl einer Verkehrshölle. Alle paar hundert Meter gibt es Ampeln, auf dieser mehrspurigen Straße links und rechts der historischen Stadtbahnrampe und jetzigen U-Bahn Linie 6 ist nie Ruhe. Von hier oben sieht es erstaunlich grün aus. 



Die Bebauung, die auf diesen beiden Fotos zu sehen ist entstand zum Großteil in der so genannten Gründerzeit vor etwa 150 bis 100 Jahren, als Wien als Hauptstadt der Österreichisch-Ungarischen Monarchie durch Zuzug Hunderttausender Menschen aus Böhmen und Mähren bis 1910 zur fünftgrößten Millionenstadt weltweit wuchs (Quelle: Wikipedia). Die typische Blockrandbebauung ist von hier oben sehr schön zu erkennen. Im Inneren der Blocks sorgen Bäume für ein gutes Mikroklima. Durch die Höhe der Häuser entstehen in den Innenhöfen auch Ruheinseln, wo kein Verkehrslärm stört.
In der Bildmitte sind einige Prunkgebäude entlang der Ringstraße zu sehen, z.B. die spiegelbildlich erbauten Museen. Dahinter schon  undeutlich die City bis zum schmalen dunklen Band des Donaukanals. Im Hintergrund zeichnet sich ein kleines Stück der Donau ab.



Bei diesem Ausblick war ich ganz aufgeregt, handelt es sich doch um das zurzeit größte städtebauliche Projekt von Wien. Hier im Südosten der Stadt entsteht in diesen Jahren der neue große Zentralbahnhof. Wie groß die Baustelle ist, kann man ermessen, wenn man das Schloss Belvedere mit dem Schlosspark gegenüber der oberen Ecke der Baustelle oder das Arsenal unterhalb des Tragflügels am rechten Bildrand sucht.
Hier soll bis 2019 auf mehr als 100 Hektar Fläche neben dem Bahnhofsareal ein neues Stadtviertel entstehen.
Wer mehr wissen möchte, hier geht es zur Webseite, am 17. Juni könnte der Tag der offenen Baustellentüre von Interesse sein.



Ein großes Areal auf der Simmeringer Haide im Osten der Stadt gehört dem Gemüseanbau. Gärtnerfamilienbetriebe produzieren in Gewächshäusern und unter Folientunnels das Gemüse für Wien. In Kooperation mit dem Fernheizwerk, links oben am Bildrand zu sehen, gibt es Bestrebungen die Produktion möglichst CO²neutral zu gestalten, denn der hochtechnisierte Anbau braucht viel Energie, erspart andererseits viele Transportkilometer.
Der große weiße Block ganz links unten, das Krematorium, begrenzt den großen Komplex des Zentralfriedhofs nach Norden. Oberhalb ist das Renaissanceschloss Neugebäude mit Garten zu erkennen.
Heute ist Wien mit seinen etwas über 1,7 Millionen Einwohnern die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union (Wikipedia). Von hier oben wirkt sie sehr einheitlich, manche betrachten sie als Gesamtkunstwerk. Lässt man sich auf sie ein, kann man unendlich viele verschiedene Seiten entdecken. Wien verbindet seit Jahrhunderten viele Menschen unterschiedlicher Herkunft als eine Art Schmelztiegel für ein sich ständig wandelndes Selbstverständnis, das natürlich Herausforderungen mit sich bringt. Mit einer starken Verwurzelung, die sicher auch zu einem Teil im bewussten Umgang mit dem baulichen Erbe aus der Glanzzeit während der Monarchie verbunden ist, könnte eine stabile, identitätsstiftende Grundlage für neue Entwicklungen gegeben sein.

Ich mag diese Stadt, nicht zuletzt auch deswegen.

Kommentare:

  1. Hallo Elisabeth,
    vielen Dank für diesen schönen Rundflug über Wien. Es ist sicher spannend, einen Ort, den man gut kennt, mal aus der Vogelperspektive zu sehen. Ich war leider noch nie in Wien, hatte es zwar immer mal vor, aber wie das so ist...Interessant finde ich die Blockrandbebauung mit den grünen Inseln im Inneren, dort hat man sicher überhaupt nicht das Gefühl inmitten einer Millionenstadt zu leben.

    Liebe Grüße von Bärbel

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  2. Hallo Elisabeth,
    ich hatte mal so einen grandiosen Blick auf Paris bei einem Rückflug von Spanien. So ein Glück hat man selten. Wenn es dann noch die eigene Stadt ist, umso schöner.
    VG
    Elke

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  3. Danke für diese tollen Bilder! Besonders das vom Hauptbahnhof hat mich fasziniert, ich wusste nicht, dass da schon so viel passiert ist.
    LG, Katrin

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  4. Liebe Elisabeth,

    das sind faszinierende Bilder geworden. Das würde ich gern auch mal erleben.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Danke für "Wien von oben" und für die Stadtführung :-)Irgendwann steht Wien auch auf meinem Reiseplan.
    Wenn ich Glück habe, fliegt der Flieger Mitte Juli (nach Dublin natürlich)über unser Haus. Beim letzten Mal konnte ich unser Haus und den schlängeligen Fluss von oben sehen. Ist schon ein eigenartiges Gefühl, von dort oben zu gucken.
    LG Heidi

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  6. Interessante Bilder. So sieht man Wien selten. Ich mag die Stadt sehr.

    Lieben Gruß
    Sigrid

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  7. Vielen Dank für diese tollen Wien-Fotos! Auf dem ersten sieht man das Haus in dem ich aufgewachsen bin und meinen ganzen Heimatbezirk. Ist ab sofort mein Desktop-Hintergrundbild!!

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