Freitag, 31. August 2012

Dann. Später...

Eine kleine Auszeit. Jetzt noch nicht. Oder besser gesagt: Nur kurz in Bildern. Die Sonne macht gerade Pause und wir sind gefordert. Das macht unser Leben abwechslungs-reicher. Eine kleine Auszeit kommt auch. Später oder auch: Immer wieder.

Wünsche euch allen ein schönes spätsommerliches Wochenende, mag es arbeitsam, fröhlich, anregend, ruhig, gesellig, festlich oder beschaulich sein.  
Ich mag es, so wie es gerade ist, es ist mein Leben.


             Rast bei Three Castle Head, Südwestirland

  

Dienstag, 28. August 2012

Welch wilde Pracht

Von einem Ausflug ins Waldviertel kamen wir Mitte August frühabends an einem "brachliegenden" Feld, also in diesem Jahr unbestellten Acker vorbei.
Diese Brache war an Schönheit nicht zu überbieten. Während bei uns in so einem Fall Disteln und Raps und ähnliches wachsen (auch schön, aber nicht so!), nützten im nördlichen Niederösterreich bei Ottenschlag andere Samen ihre Chance. Letztes Jahr war wohl Mohn angebaut worden, dieses Jahr entwickelten sich hier eine Fülle sich selbst überlassener Pflanzen ungestört bis zur Reife. Mohn zauberte in Symbiose mit Hundskamille, Kornblumen und Süßgräsern diese ungezähmte Pracht in die Landschaft.



Das "Feld" stand da im Gegenlicht, einfach zum Niederknien! Ich wusste erst gar nicht, wohin zuerst schauen und entschloss mich nur zögernd da hineinzutreten, der Boden war so dicht bewachsen, dass ich notgedrungen einiges zertrampelte, ich musste diesen Zauber einfangen, zum Glück hatte ich die Kamera dabei (wie fast immer, Fotonarrische wissen warum)!



Diesen Bildern mag ich keinen zusätzlichen Text hinzufügen, aber vielleicht einen Wunsch: Genießt die letzten Sommersonnenstrahlen, die Wärme und die Verheißung von Fülle - der Hochsommer klingt aus, der Spätsommer bringt wunderbares Licht und eine stillere Freude.



Mit diesen Bildern verabschieden wir uns zögernd, aber fröhlich von der Hochsommerzeit und freuen uns auf die Reife- und Erntezeit. Ein neuer, dazupassender Lebensabschnitt steht auch in unserer Familie vor der Tür.









  

Samstag, 25. August 2012

Durch Löcher schauen

Ausklinken, durch wirbelnde Löcher in andere Welten schauen. Verbindung aufnehmen mit den Farben hinter dem Schleier. Verbindung aufnehmen mit sich selbst.

Draußen in der Natur geht das besonders gut.



Dieses Foto ist vor vierzehn Jahren entstanden, aus einem spontanen Gefühl heraus unter einem alten bemoosten Baum arrangiert. Nur selten stelle ich Bilder. Ich mochte den Ort sehr und es schien, als flüsterte er mir dieses Bild ein. In zwei, drei Minuten und nur zwei Versuchen war es komponiert und zu der Zeit natürlich analog aufgenommen. Länger reichte der Wille des Models zur Zusammenarbeit nicht. Heute gehört es zu meinen Lieblingsbildern. Es ruft mich, immer wieder Inne zu halten, inmitten des Trubels eines aktiven Lebens. 

Löcher in die Luft schauen, in unsichtbare Welten sehen und eine andere Sprache hören. Leise zwar, aber irgendwie vertraut...



Mittwoch, 22. August 2012

Bilder auf Papier / 8

August

Schon finden wir uns in der Deklination dieses Monats wieder, wie auch im Schwinden des Sommers. Noch ist er da, aber die kühleren Nächte geben schon einen Vorgeschmack auf den Wandel der Jahreszeit.

In meinem persönlichen Irlandkalender erscheint heute das Bild einer ganz besonderen Insel: Skellig Michael.

Einige Kilometer vom südwestlichen Festland entfernt, diente sie über Jahrhunderte als Rückzugsort für Mönche, die in der Abgeschiedenheit dieser schroffen Felsnadel die Nähe zu Gott suchten und hier ein mehr als einfaches Leben führten.



An wetterbegünstigten Tagen legen kleine Boote von der Halbinsel Iveragh zur Insel ab. Die Überfahrt, wie auch der Aufstieg, der über 600 Steinstufen zu steinernen Hütten führt kann sich abenteuerlich gestalten. Unempfindlichkeit gegenüber Seekrankheit und Schwindelfreiheit erleichtern die Unternehmung, andernfalls hat man ein Abenteuer überstanden, das man nicht so schnell vergessen wird. Die Chance dazu gibt es nicht jeden Tag. 

Diese Insel ist ein ganz besonderer Ort, ein Besuch immer ein Glücksfall. In manchen Sommern können die Boote nur selten ausfahren, die Anlegestelle ist schmal, die Steinstufen bei Nässe glitschig, nirgends ein Geländer auf den Weg hinauf. Solche Bedingungen gibt es vielleicht nur mehr in diesem Land, nichts abgesichert, steil hinauf und auch hinunter gehend oder vorsichtig tastend kommt ein kleines bisschen Ehrfurcht auf, darüber was Menschen auf sich nahmen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. 
Eine kleine Felspyramide, knappe 300 Meter hoch, umtost von den Wellen des Atlantik, beeindruckend und wunderschön.

Hier gehts zu den anderen Postings der Serie 

       

Montag, 20. August 2012

Auf dem grünen Sofa

Zurück von einem Wochenende im Blauen hier ein Foto, das für mich sinnbildlich so viel vom diesjährigen Sommer zeigt: Ein Sommer, der hinaus ruft. Das diesjährige Sofa steht vorzugsweise draußen im Grünen. Im Osten Österreichs regierte bis jetzt großteils Wärme und es ist kein Ende abzusehen. Wenig Zeit am Computer, es fühlt sich sakrilegisch an, allzu lange in Innen-Räumen zu hocken. 
In der Mittagszeit vielleicht und während der Arbeit. Sonst ist es da seltsam leer.
Draußen ist Licht in Überfülle, es ruft: Auftanken - ohne Ende! Ich werde mich erinnern, dann, wenn es soweit ist und das Feuer sich zurück gezogen hat. Und - ich suche es in den Winkeln meiner Seele, meines Herzens. Da ist es jetzt schon -  überall. 
Wenn dann die Fenster Trauer tragen und Kälte strahlen, lass ich es strömen, das Licht. Setze mich aufs grüne Sofa und fühle, dass es mich nicht verlassen hat, ich hatte vielleicht nur kurz darauf vergessen...


     Barocker Pavillon der Arche Noah in Schiltern

HIER gehts zur Arche Noah 

  

Dienstag, 14. August 2012

Stand by me

Für heute soll dieses Bild genügen, am Sonntag im Waldviertel aufgenommen erinnerte es mich an die für mich beste Version eines oft gecoverten Liedes. John Lennon (wer es noch nicht weiß, ich liebe seine Lieder und Interpretationen): Stand by me




Zwei Geschöpfe in der Reifezeit ihres Lebens, vom Leben gezeichnet, einander zugeneigt, dabei aufrecht dem eigenen Wachstumsimpuls gefolgt. Sie tragen zurecht Kronen, sind sie nicht wunderschön?


Donnerstag, 9. August 2012

Gezwirnt und aufgedröselt...

Neben der Gartenarbeit (puhh, da hat sich was angesammelt) im Haus um- und ausräumen. Manche Laden wurden sehr lange nicht mehr geöffnet.
Von den 915 Metern Garn fehlt schon viel, aber auch mit dem Rest würde ich zeitlebens auskommen. Soll ich das aufheben? Um es von Jahrzehnt zu Jahrzehnt umzuschlichten und dann weiterzuvererben?
Garne, Knöpfe, Stoffreste, Häkelnadeln. Durch wie viele Generationen werden solche Dinge durch Hände bewegt, angesehen, bewundert und dann in einer stille Ecke aufgehoben? Jede/r hat so seine Dinge, von denen ersie sich schwer trennt. Diese Farbpalette an Zwirnen! Die Phase der großen Nähleidenschaft liegt zwar schon sehr sehr lange zurück, von all diesem hier kann ich mich trotzdem nicht trennen. Noch nicht und vielleicht auch nie.



Warum das so ist, frage ich mich insgeheim und komme zu einer von vielen möglichen Antworten: Wir schmunzeln, wenn wir in Filmen aus den 70ern des vorigen Jahrhunderts sehen, wie man (noch nicht drahtlos) kommunizierte. Ein PC hätte vielleicht als Abkürzung für Kinofutter hergehalten, das Wort Laptop war noch nicht erfunden und mobil war man mit dem Auto mit der Straßenkarte auf den Knien, kein GPS oder Navi.



Schön, dass es in dieser sich so schnell verändernden Welt Dinge gibt, die immer noch auf die gleiche Art abgewickelt werden, wie Anno dazumal. Knöpfe annähen beispielsweise, oder eine offene Naht schließen, einen Triangel reparieren. Sowas alles. Der gute alte Zwirn hat noch immer seine Daseinsberechtigung und mit der Häkel- und Sticknadel fällt uns auch noch was ein. Nicht, dass ich für alle Ewigkeit daran festhalten müsste, eine Erleichterung wäre manchmal wohltuend, besonders, wenn ich an die Abzeichen mit der dicken Gummierung denke, die natürlich Mutter für den zivildienenden Sohn annäht, das geht nur mit einem Fingerhut gut! Wo bleibt der Laserstrahl, mit welchem das ruckzuck erledigt sein könnte?! Dann könnte ich meine Sammlung einem Museum anbieten. Muss nicht unbedingt sein.



Schön eigentlich, dass Knöpfe nicht ausgedient haben und dass meine Augen es noch immer gut schaffen, einen dünnen Zwirn ins Nadelöhr zu bugsieren. Auf den Mars kommen mag große Freude sein, hiermit hab ich kleine Freude, diese aber definitiv!

Montag, 6. August 2012

Zart geschmolzene Leckerei

Sommer Zuhause. Wir kochen im Freien. 
Grillgut hört gerne auf den Namen Fleisch, aber immer öfter auch auf verfeinertes Grünzeug. Dieses Gericht, eine Variation von Gefüllten Paprika kam gestern zum vierten Mal in kurzer Folge auf den Tisch und begeistert immer wieder, auch unsere ausgeprägtesten Fleischtiger. Als kreative Köchin, die nie ganz das Gleiche wieder kocht, rufe ich auch hier zum Guerilla-Cooking auf. Die Fülle kann fast alles aufnehmen, was so im Kühlschrank keine Abnehmer mehr findet, weil Zeichen der Reife-Zeit wie eine große Aufschrift dran kleben: "Ich habe meine beste Zeit hinter mir". Soll nicht heißen, dass frische Zutaten verboten sind. Beliebt ist die vegetarische Version mit Käse als Grundzutat.



So gesehen ist die Zutatenliste variabel, was ihr hier auf dem Foto seht wird ergänzt durch verschiedene Käsesorten, vorzugsweise griechischen Schafkäse (bringt Würze, damit es nicht langweilig schmeckt) und Mozzarella (bringt Verbindung durch die zarte Schmelze), ergänzend ein bisschen Hartkäse (was so im Kühlschrank übriggeblieben ist), muss aber nicht sein. Jungzwiebeln, nicht zu knapp und Koriander, wer es mag, sonst andere Kräuter. Diese wenigen Zutaten machen schon viel her. 













Diesmal fand ich Erbarmen mit einem halben roten Paprika, dem Endstück einer Zucchini, einem Rest Radicchio aus dem Gemüsefach. Parmesan und bisschen Rahm, um das Ganze fein zu binden. Pfeffer, Salz (Vorsicht, Schafkäse ist schon salzig). Die Paprika, die all dies Leckere aufnehmen, sollten breit sein, auf dem Foto oben seht ihr, wie sie vorbereitet werden. Stiel vorsichtig auslösen, damit das Schiffchen keine Leckstelle produziert. Wenn Zeit ist, salze ich die Teile eine halbe Stunde vorher ein, damit sie schon mal vorab ein bisschen Wasser lassen. Dann abspülen und schon kann das Füllen beginnen. Im Winter würde ich jetzt an dieser Stelle schreiben: Ab in den Ofen. Im Sommer kann bei genügend Platz am Griller eine ofenfeste Form wunderbare Ergebnisse liefern. Zu Beginn ein bisschen abdecken, das Aroma vom kochen über Rauch findet trotzdem irgendwie Eingang. Das Ergebnis: Superlecker!



Ich dachte, besonders schlau, an alle fotogenen Schritte bei der Vorbereitung für diesen Post. Dann kam der Ernst: Alle um den Tisch versammelt, Hunger! Erst als bis auf das letzte Stück alles verputzt war fiel mir ein, dass ja das fertige Gericht auch dokumentiert gehörte. Tja, so gehts. Hier seht ihr das (bereits ausgekühlte) Ergebnis, das wenig später meine Magenwände erneut beschäftigte. Sind es meine ungarischen Gene oder einfach nur der versammelte Sommer in grüner Form, ich kann diese Teile vermutlich nie satthaben. 



Oh, gerade eben ziehen schon wieder Rauchschwaden am Fenster vorbei, unser one and only Grillmeister heizt draußen die Kohle an...
Diesmal kommen ganz schlicht halbierte Paradeiser (österreichisch für Tomaten) auf den Rost und was der Kühlschrank sonst noch freigibt. Es lebe der Sommer!

  

Mittwoch, 1. August 2012

Soft days

Zur Mitte des diesjährigen Sommers kann jetzt schon gesagt werden: Er ist bemerkenswert anders. Bei uns in Österreich wechseln sich große Hitze mit Starkregen und Hagelgewitterepisoden ab. In Deutschland, so hörte ich, gab es in weiten Teilen noch gar keinen Sommer. In Irland, wo ich letzte Woche wieder die Wanderschuhe warmlief, gibt es ihn traditionell einen Tag lang. Wie man dort scherzhaft so sagt. Von etwa 25 Wochen, die ich inzwischen in verschiedenen Monaten über viele Jahre verteilt auf der Insel war, brachte diese Woche meinen persönlichen  Negativrekord - wettertechnisch. Objektiv gesehen.

Subjektiv stellte sie manches auf den Kopf und die Frage auf: Was ist gutes Wetter?



Innerhalb der ersten fünf Tage feierten wir dieses eine Wolkenloch, für kurze Zeit zeigte der Himmel, dass es ihn auch hier blau zu sehen gibt. Erst der letzte Wandertag belohnte unsere Geduld mit fast durchgängig blauem Himmel, Sonnenschein und wunderbar weiter Fernsicht.



Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, die Fotos zeigen bessere Momente. Hier hob der Nebel kurzzeitig sein Wattekissen, welches uns oftmals sanft feuchtend umhüllte und uns durch einen "soft day" trug. Bis es sich schließlich anschickte zu regnen, richtig zu regnen, großzügig. Keine halben Sachen...



Mild und windstill, selten habe ich es so erlebt und der Duft der Kamille vom Weg unter unseren Füßen zog eine feine würzige Spur, manchmal durchmischt mit dem Aroma des Bergthymians. 



Jäh abgebremst. Aus dem Alltagstrubel in weiße, stille Watte gepackt, im Rhythmus schneller Schritte runterkommen. Auf eine Ebene mit dem gleichmütigen Herzschlag der Natur. Alles gleich gut, jeder Tag ein neues Abenteuer, ein Versuch zu wachsen oder einfach nur zu sein. Schafe vergessen auch schon mal aufs mahlen, wenn sie uns bunter regenbehäuteter Schar begegnen, meist aber geht alles weiter, den gewohnten Gang, ihr Wiederkäuen macht mich lachen, es macht mich ruhig, wenn ich ihnen zusehe.
Eingetaucht in den Herzschlag der Natur.



Unverdrossen stapft unsere kleine Schar durch grau und weiß und viel grün, kein noch so dicker Nebel kann dieses Grün fressen. Mit jedem Tag mehr steigt die Stimmung in der Gruppe. Exotische Erfahrungen in fernen Landen? Nein, nur ein paar hundert Kilometer von Zuhause entfernt. Dort würden wir bei solchem Wetter niemals auf die Idee kommen, uns tagelang für Stunden im Freien aufzuhalten. 

Wir mögen uns, wir genießen die feuchte, milde Luft, die Bewegung, das quatzende Geräusch in den Schuhen, die Gemeinschaft. Irish Coffee im Pub hebt anschließend zusätzlich die Stimmung. Das Wetter? Nur ein Thema am Rande. Die Vorstufe von grün ist grau. A soft day oder liquid sunshine, auch mal Champagnerregen. Das Grau vergeht, das Grün bleibt. 

Ah, tief durchgeatmet. Meine Achillessehne bremst mich ein. Ich habe sie nicht darum gebeten, aber sie weiß, was sie tut.

"And anytime you feel the pain, hey Jude refrain. 
Don´t carry the world up on your shoulder."
                           (Hey Jude, Paul Mc Cartney)

Cheer up, take it easy. Der Weg rollt sich beim Gehen auf. Der Regen hat weggeschwemmt, was fort wollte.


Hier findest du Infos zum Wandern in Irland. Wandern mit Wanderlust.

Weitere Postings zu den Wanderwochen. Die Termine für das nächste Jahr sind da. Im September dieses Jahres sind noch wenige Plätze frei! Lass uns gemeinsam unterwegs sein, am Meer, bei den Schafen. May be on a soft day...




   

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