Mittwoch, 22. August 2012

Bilder auf Papier / 8

August

Schon finden wir uns in der Deklination dieses Monats wieder, wie auch im Schwinden des Sommers. Noch ist er da, aber die kühleren Nächte geben schon einen Vorgeschmack auf den Wandel der Jahreszeit.

In meinem persönlichen Irlandkalender erscheint heute das Bild einer ganz besonderen Insel: Skellig Michael.

Einige Kilometer vom südwestlichen Festland entfernt, diente sie über Jahrhunderte als Rückzugsort für Mönche, die in der Abgeschiedenheit dieser schroffen Felsnadel die Nähe zu Gott suchten und hier ein mehr als einfaches Leben führten.



An wetterbegünstigten Tagen legen kleine Boote von der Halbinsel Iveragh zur Insel ab. Die Überfahrt, wie auch der Aufstieg, der über 600 Steinstufen zu steinernen Hütten führt kann sich abenteuerlich gestalten. Unempfindlichkeit gegenüber Seekrankheit und Schwindelfreiheit erleichtern die Unternehmung, andernfalls hat man ein Abenteuer überstanden, das man nicht so schnell vergessen wird. Die Chance dazu gibt es nicht jeden Tag. 

Diese Insel ist ein ganz besonderer Ort, ein Besuch immer ein Glücksfall. In manchen Sommern können die Boote nur selten ausfahren, die Anlegestelle ist schmal, die Steinstufen bei Nässe glitschig, nirgends ein Geländer auf den Weg hinauf. Solche Bedingungen gibt es vielleicht nur mehr in diesem Land, nichts abgesichert, steil hinauf und auch hinunter gehend oder vorsichtig tastend kommt ein kleines bisschen Ehrfurcht auf, darüber was Menschen auf sich nahmen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. 
Eine kleine Felspyramide, knappe 300 Meter hoch, umtost von den Wellen des Atlantik, beeindruckend und wunderschön.

Hier gehts zu den anderen Postings der Serie 

       

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    Deine Worte zum August lassen mich noch die Sonnenwärme spüren und lösen auch einen Hauch von Wehmut über die so schnelle Vergänglichkeit der Zeit aus...
    Dein Bericht zu dieser besonderen Insel ist sehr interessant und das Bild wunderschön. Da Du die klitschigen Stufen beschrieben hast, nehme ich an, Du hast auch den Aufstieg zur Steinhütte gewagt. Respekt, das hat Mut! Ich bin froh, dass ich "nur" darüber zu lesen brauche. Vielen Dank für diese Möglichkeit der Teilhabe.
    Herzlichen Gruß
    Christine

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    1. Danke Christine :-) Die Boote fahren vorzugsweise bei trockenem Wetter hinüber, da sind die Steinstufen gut zu begehen, die Aussicht wunderschön!

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  2. Liebe Elisabeth.
    Meine Sehnsucht nach Irland keimt immer wieder auf, wenn ich deinen Blog anklicke. Ich glaube, da hilft nur Hinfahren...
    Weißt du diese ungesicherten stellen und plätze. Wie gut, dass es sie noch gibt. Achtsamkeit ist angesagt und die Überlegung "mach ich es oder nicht". Und an solchen Plätzen denke ich immer an Deutschland, in dem versucht wird, alles abzusichern. Kinder lernen oft nicht mehr, mit schwierigen Situationen umzugehen, angefangen bei der Brennnessel im Garten :-) -Da denke ich auch an die vielen Menschen, die sich so mir nichts in schwindelnde Höhen wagen und dann schlimmstenfalls abstürzen.
    Ich möchte auch gern an diesen Platz mit dem großen Felsen, den du mir hier so ins Wohnzimmer lieferst. Danke dafür!!

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  3. Danke Heidi, seh ich auch so. Verantwortung für sich selbst zu übernehmen will von klein auf geübt werden :-)

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  4. Liebe Elisabeth, Deine Geschichten aus Irland verzaubern mich immer wieder aufs Neue.

    lg kathrin

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