Samstag, 6. Oktober 2012

Wim Wenders mit Fotografien in Wien

"Places, strange and quiet". 
Fotografien von Wim Wenders in der Fotogalerie Ostlicht in Wien.




Erstmals in Wien zu sehen sind mehr als 40 groß- bis sehr großformatige Fotos des Künstlers und Regisseurs Wim Wenders in der ehemaligen Anker Brotfabrik im 10. Bezirk Wiens.
 


All die Bilder, die hier zu sehen sind erzählen eine Geschichte, die sich einem erst nach und nach erschließt, wenn man sich auf sie einlässt, sich Zeit nimmt, einfindet, auseinandersetzt.


                              The Old Jewish Quarter, Berlin

"Fotografieren ist einfach. Für mich ist es einfach. Man braucht dazu das Auge und das Herz".
Worte von Wenders, bei der Eröffnungsrede gestern Abend und sie kommen sehr authentisch. Sätze, die ich mitnehme und ich weiß, für mich sind sie ebenso gültig, vielleicht genau so noch nicht gedacht und formuliert, aber so gefühlt. Eine klare Sprache, eine starke Aussage. 
Fotografieren kann heute jeder, Technik ohne Ende steht zur Verfügung. Für wirklich berührende Bilder muss Liebe da sein: Zur Welt, wie sie im Moment erscheint, zu den Menschen, zu Dingen. Wir müssen sie strahlen sehen, in ihrer Einzigartigkeit, in ihrer Zerbrechlichkeit, in ihrer Vergänglichkeit. Der faszinierende Ausdruck des menschlichen Daseins in der Welt.


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                                       Dusk in Coober Pedy

Hier auf dem Blog *kleine freude* haben manche meiner Fotos keinen Platz, dachte ich, weil sie nicht erbaulich sind. Diese Ausstellung zeigte mir das *Liebenswerte* auf den zweiten und dritten Blick, manches machte nachdenklich. All das, auch das vordergründig Hässliche gehört zu uns Menschen. Wir machen Fehler, manchmal auch richtig große. Wenn wir daraus lernen können, werden sie uns reicher gemacht haben. Wir müssen all die gemachten Fehler annehmen, um Frieden zu finden und vor Allem, um wirklich grundlegende Veränderungen zu schaffen.

Für mich ist diese Ausstellung sehr inspirierend, mein Schwerpunkt beim fotografieren liegt immer wieder darauf, wahrzunehmen was da ist und dem besonderen Moment Raum und Zeit zu geben. Weniger zu arrangieren, als in Beziehung zu treten mit dem, was etwas in mir anrührt.

Wim Wenders´ Film *Der Himmel über Berlin* mit Bruno Ganz in der Hauptrolle zählt seit 25 Jahren zu meinen Lieblingsfilmen, seit gestern geben nun auch seine Fotos neue Anstöße.
      
Wer neugierig geworden ist, es heißt schnell sein, die Ausstellung ist nur bis 17.11. zu sehen. 

Hier der Link zur Galerie Ostlicht


    

Kommentare:

  1. Ein schöner post....und berührende Worte von Wim Wenders und Dir :) Ich liebe auch das Festhalten von schönen Momenten in Form einer Fotografie. So kann ich mir diese Freude beim Anschauen immer wieder herzaubern. Die Ausstellung würde mich sehr reizen. Einerseits wegen der Bilder und andererseits steht WIEN schon lange auf meiner Städteliste. Liebe Grüße *Hanne*

    PS:Anwort auf Deinen Kommentar auf meiner "Zweitseite"

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  2. Hallo Elisabeth,
    heute wird man mit Bildern überschwemmt. Egal, ob Zeitschrift oder Fernsehen, man ist gewöhnt, Bilder schnell zu erfassen, weil sie schnell an einem vorüberziehen. Der Blick auf das Detail ist selten geworden. Beim Fotografieren ist es eine Kunst, das, was einen selbst berührt, für die anderen sichtbar zu machen. Wenn man Zeit zum Sehen hat, und das ist in einer Ausstellung möglich, entdeckt man auch, was die Bilder in einem selbst auslösen. Bilder haben viel stärkere Wirkungen als Erzählungen. Diese Ausstellung ist sicher sehenswert und es war interessant, darüber deinen Bericht zu lesen und Einblick in einige Bilder zu bekommen.
    Schöne Grüße, Johanna

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  3. Liebstige Elisabeth
    - Man braucht dazu das Auge und das Herz, genau, treffend gesagt, so geht's mir auch... Für die Ausstellung werde ich vermutlich vor dem Abflug in die Neue Welt nicht genug Zeit haben, es geht zwar erst am Tag vor dem Nationalfeiertag los, aber trotzdem, ist noch einiges zu schaffen vorher... du weißt ja, viiiiel unterzubringen im Rostrosenleben, immer wieder :o)) Dank dir so lieb für deine Zeilen von der nicht verrosteten Rostrose und dem Hilfsausdruck quirlig, im Moment bin ich aber eher ein bissl schlapp, weil verkühlt. Macht nix, das wird bald wieder, ich bin zumeist eine Schnell-wieder-gesund-Werderin, nicht weil ich die Krankheit übertauche, sondern weil ich mich einfach der Schlappheit so intensiv hingebe, dass sie bald befriedigt abzieht ;o)) Alles Liebe und einen schönen Herbstregen-Sonntag noch - fühl dich bazillenfrei von mir gedrückt!!!
    Herzhaftest, die Traude

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  4. Liebe Elisabeth,
    treffend geschrieben!! möchten mir die Ausstellung auf jeden Fall ansehen!

    glg andrea

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