Freitag, 26. Oktober 2012

Ein Moment der Reife

Drei Nächte und zwei Tage fast am Stück durchgeschlafen. Ein Virus legte meinen Körper flach und alle Termine mussten abgesagt werden. Von jetzt auf heute. Sogar zum ärgern darüber zu schwach.


               Reifer, am Baum aufgeplatzter Granatapfel (Zakynthos)

Nachdem das Fieber abgeklungen und die Kräfte wiedergekehrt sind, könnte alles seinen gewohnten Gang nehmen. Aber etwas hat sich verändert. Es ist mehr Ruhe da, ich schlage mir mein Schienbein nicht mehr am Bettgestell an, weil ich schon wieder so schnell um die Ecke sause, um drei Sachen gleichzeitig zu erledigen und auch die Türen sind breit genug für die Ellbogen, ich bin entspannt. 
Ein paar Tage später tut sich etwas auf, das ich seit Jahren mit mir herumtrage, etwas ist gereift, ohne mein bewusstes Zutun in diesem Moment, ohne Kämpfe, ohne Für und Wider, ohne Denken im Kreis, ohne Anstrengung. 

Die richtige Zeit ist plötzlich da, eine neue Zuversicht hat sich eingestellt, ein neuer Weg rollt sich vor meinen Füßen auf. Ich hatte nicht aufgegeben, aber auf manches vergessen, weil es an sichtbaren Ankern gemangelt hatte. Der Weg war immer schon da, hab nur sehr selten hingesehen. Um die Ecke gerannt und mich angeschlagen und trotzdem nicht hingeschaut, weil ich dachte, etwas zu versäumen...

"Man entdeckt keine Erdteile ohne den Mut, alle Küsten aus den Augen zu verlieren"
                                                                                                                  (André Gide)

Ich entdecke gerade die besonnene Langsamkeit und möchte sie nie mehr hergeben...

    



Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    mir mangelt es gerade an gescheiten Worten.
    Ich habe eine leise Ahnung nur, wovon Du sprichst.Trotzdem möchte ich Dir ein paar Zeilen hierlassen.
    Ich freue mich, dass es Dir wieder besser geht und dass sich die Dinge für Dich gefügt haben. Es muss ein wunderbares Gefühl sein. Danke, dass Du es teilen magst
    Alles Liebe weiterhin für Dich
    wünscht Joona

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  2. .... wie recht du hast, liebe elisabeth!
    freue mich sehr, dass es dir wieder gut geht (hatte ja keine ahnung)....
    und vielleicht können wir uns am montag sehen, wenn du schon genesen genug bist.
    alles liebe
    margit

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  3. Oje, hoffentlich hält diese Langsamkeit auch an :) Bei mir ist es mit der Ruhe meistens wieder vorbei, wenn es mir wieder besser geht.

    lg kathrin

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  4. Das Foto ist wieder mal ganz, ganz toll! Ein schöner Beitrag.
    Schön, dass es dir besser geht. Der kleine Duft-Geranien-Steckling scheint sich übrigens gut zu entwickeln, er wächst!
    VG
    Elke

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  5. Natürlich, es gibt für alles eine Zeit! Gut, dass es dir wieder besser geht.

    Sigrun

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  6. Ich finde mich gerade sehr in Deinen Worten wieder. Ich hatte mir den Knöchel verstaucht und auch eine Grippe eingefangen letztes Wochenende. Dann hat frau plötzlich Zeit zum Innehalten und Nachdenken und Sacken lassen...
    Viele Grüße Synnöve

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