Donnerstag, 6. Dezember 2012

~Die mit den Flügeln~ /2

Eine vorweihnachtliche Spurensuche im Jahr 2012


Einstein starb im selben Jahr, in dem ich geboren wurde. Knapp zwanzig Jahre später bekam ich in meiner letzten(!) Physikstunde vor der Matura (Abitur) die inzwischen berühmte Formel zu sehen. Unsere Lehrerin war nur ein paar Jahre älter als wir, gab sich richtig Mühe uns die Relativitätstheorie nahezubringen, damals "relativ" neu und sicher noch schwerer zu verstehen als heute. Ich kann nicht sagen, dass ich durchblickte und trotzdem bekam ich das Gefühl, dass uns etwas Revolutionäres präsentiert wurde, obwohl dieses Fach so gar nicht meinen vordergründigen Interessen entsprach. Dabei erinnere ich mich noch deutlich an meine unbestimmte Aufregung. Diese Theorie hatte das Potential unsere Sicht auf die Welt nach und nach radikal zu verändern. Das fühlte ich, so komisch das klingen mag.


                                           Kreuzgang der Kathedrale von Salisbury, Südengland

Weitergehende Forschungen in der Quantenphysik und benachbarten Disziplinen zeigen inzwischen, dass wir unsere Welt viel einfacher sehen, als sie tatsächlich ist. Das Wissen über das Wesen der Materie hat sich in den letzten Jahrzehnten erweitert, unsere Wahrnehmung von der Welt scheint plötzlich ziemlich begrenzt.
Es wird wahrscheinlich weitere Jahrzehnte brauchen, bis die neuen Erkenntnisse im Bewusstsein der Menschen verankert sein werden, bis wir sie verstehen und in unseren Alltag integriert haben werden.


                                                          am Wiener Donaukanal

Was hat das alles mit Engeln zu tun, fragt ihr euch vielleicht. Vielleicht mehr, als auf den ersten Blick logisch wäre.

Sensitive Menschen "fühlen", "hören", "sehen" oder "wissen" was anderen verborgen bleibt. Dabei ist es nicht nur, aber auch eine Frage des Interesses und der Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, das sich der vordergründigen Wahrnehmung verschließt. Manche Künstler oder hellsichtige Menschen haben einen Draht zu anderen Welten und können Teile der Schleier lüften. Und doch glaube ich, dass jeder Mensch einen sogenannten sechsten Sinn hat, ob dieser nun bewusst benützt wird oder nicht. Was wir erleben scheint individuell unterschiedlich zu sein. Macht es da Sinn, die eine Wahrnehmung als richtig, die andere als falsch zu beurteilen? Es könnte letzlich ein Ausschnitt, eine Facette einer viel größeren Wirklichkeit sein.


                                                            Skulptur in der Innenstadt von Malaga, Spanien

Herauszutreten aus einem fest umrissenen Denkgebäude macht von Zeit zu Zeit durchaus Sinn.
Soll man mit *Engeln*, wer immer das auch ist, Kontakt aufnehmen? Ist da etwas, was berühren, stärken, trösten kann? Da war doch etwas, was meine Gedanken plötzlich in eine andere Richtung lenkte, mein Herz ein Stückchen offener machte?

Die einen gehen achtlos an einer kleinen Blume am Wegesrand vorbei, andere beglückt solch eine Entdeckung für den Rest des Tages...

 
Den ersten Teil dieser Serie könnt ihr hier nachlesen.

       

Kommentare:

  1. Lovely!
    I love your blog.
    Maybe you want we follow each other?
    xoxo
    Nina

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  2. Ein sehr schöner Beitrag, liebe Elisabeth, nachdenkenswert.
    Aus meinem Bereich kann ich dazu beitragen:
    Ich war gestern mit meinem Fotoknipser unterwegs zu Freunden, dort etwas aufzunehmen. Ich bin kaum vorwärts gekommen. immer wieder guckte mich unser Kirchturm an, aus verschiedenen Ecken des Dorfes. Dabei sprang mir der Begriff "Perspektivlosigkeit" in den Sinn. Das war gestern gar nicht der Fall. Immer wieder sah ich diesen Turm in anderem Licht.
    (Ich hab heute zwei schöne Engelkarten geschickt bekommen :-) )
    LG Heidi

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  3. Liebe Elisabeth,
    das sind interessante Bereiche, über die ich selten nachdenke. Aber ich bin mir sicher, dass es viel mehr gibt, als wir wahrnehmen. Schon ein Hund riecht mehr als wir Menschen und warum soll es nicht auch andere Informationen geben, für die unsere Sinne unvollständig ausgebildet sind. Man möchte sich allerdings bevorzugt mit Bereichen abgeben, die man beherrscht oder wenigstens versteht. Schon das Unberechenbare einer kleinen Maus ängstigt Viele. Um sich in die von dir angesprochenen Bereiche zu begeben, muss man schon eine gefestigte Persönlichkeit haben, denke ich. Wer das schafft, sich aus seinem Gedankengebäude und seinen Wertvorstellungen ein Stück herauszuwagen, eröffnet sich einen größeren Gefühlsradius in der Welt. Danke für deine Anregungen.
    Schöne Grüße, Johanna

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  4. ich bin sogar ganz sicher, dass es Engel gibt liebe Elisabeth. Wobei ich weniger glaube, dass diese Engel etwas mit dem zu tun haben, was ich in der Schule gelernt habe *lach*.
    Aber ich glaube schon Hilfe erhalten zu haben und Schutz und Kraft.
    Woher kommen denn all die Ideen, die man so tagtäglich hat? Manchmal sind es ja richtige Eingebungen und Schätze. Manchmal Impulse etwas zu tun, wenn es genau richtig ist.
    Ich bin dankbar dafür.
    Viele Grüße von Renate

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  5. Auch ich bin sicher, dass es Engel gibt. Danke für Deine Post ....
    nachträglich "Alles Gute" zum Geburtstag, ich hab es zu spät entdeckt. Ich hoffe Du nimmst noch Glückwünsche entgegen. Ich wünsched Dir ein schönes neues Lebensjahr
    Elisabeth

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  6. Liebe Elisabeth,
    ich sage einfach nur DANKE für deinen Post und die Zeilen zum Nachdenken!
    Ein wunderschönes 2. Adventwochenende dir und deinen Lieben!
    Christine

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  7. Du hast recht, es gibt einen sechsten Sinn, manchmal kann man ihn auch Bauchgefühl nennen. Durch die Technisierung in unserem Leben haben viele Menschen den Bezug zur Erde verloren. Ich finde das sehr traurig, bei mir ist es nicht so.
    Ich wünsche dir einen schönen 2. Advent!

    Sigrun

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