Donnerstag, 22. Mai 2014

Vom Leben auf Inseln / 2

Vor Cape Clear in der Roaringwater Bay zieht ein kleines Regenband durch, in der Bucht kommen trotz der vorgelagerten Inseln meterhohe Wellen vom Atlantik an. Wenn man Glück hat und bei sonnigem Wetter die Inseln besucht, scheint das Leben dort mehr als idyllisch. Und es stimmt, dass es hier alles das gratis gibt, was ich zuhause vermisse: Die sauberste Luft Europas, die Stille und auch die Lieder der Natur, sauberen Regen, gutes Trinkwasser, ein mit der Natur verbundenes entschleunigtes Leben.



Das Leben auf den vorgelagerten Inseln im Südwesten Irlands muss man vielleicht von klein auf gewöhnt sein, oder man hält es dort nicht ewig aus. Der Zahnarzt ordiniert nicht um die Ecke und die Behandlungen müssen wohl auch teuer sein, fehlende Zähne im Gebiss sind hier keine Seltenheit. Einkäufe werden im Wochenrhythmus erledigt, alles, einfach alles, was man so zum Leben braucht und nicht selbst herstellen kann muss mit dem Fährschiff transportiert werden. Das sieht dann schon mal aus, wie der vorgestellte Auszug aus Ägypten und das umpacken von der Fähre ins Auto dauert eine Weile. Apropos Auto: Ich glaube wir haben kein einziges Fahrzeug auf den Inseln gesehen, an dem nicht etwas fehlte. Stoßstangen, Spiegel wasauchimmer, für die paar Kilometer Fahrt vom Haus zur Fähre taugt ein Auto noch jahrelang, egal wie es aussieht.


 

Unser Dach über dem Kopf entpuppt sich als Schmuckkästchen. Eine der Töchter des Hauses strahlte manche Jahre mit ihrer leuchtendroten Mädchenlockenpracht von großen Plakaten als Aushängeschild des Irischen, ihr Gesicht hat sich in das Bewusstsein so mancher Irlandverehrer eingegraben. Sie lächelt von der Wand des Frühstücksraumes auf uns herunter, während ihre Mutter uns das Frühstück serviert. Fröhlich, freundlich, fürsorglich.
Stellvertretend für viele B&B´s im Land hier ein paar Fotos von Räumen, in denen man sich sofort willkommen und zuhause fühlen kann.






Frische Blumen (der nächste Blumenladen ist nicht ums Eck), alles fein arrangiert, um uns Gäste zu erfreuen.


Zum Schluss noch ein paar Bilder vom Blick hinter oder vor den Gartenzaun. Hier sind Schweine und Hühner definitiv glücklich.




Das letzte Bild für heute hat irgendwie Symbolcharakter. Was braucht der Mensch um ein gutes Leben zu haben?
Immer wieder drängt sich diese Frage in mein Bewusstsein und ich denke lange darüber nach, wie vielfältig Lebenswirklichkeiten sein können. Sogar auf einem so kleinen Kontinent wie Europa.




Hier noch mal der erste Teil von "Leben auf Inseln" zum nachlesen. Eine kleine Zeitreise (aus Sicht eines mitteleuropäischen Städters) in Echtzeit.


    

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    Deine Bilder und Beschreibung läßt in mir die Sehnsucht nach Urlaub auf dieser wunderschönes Insel aufkommen ...danke für den schönen Bericht und die Bilder, man kann förmlich die klare, gute Luft schnuppern ...
    Ich wünsche Dir guten Start in ein wunderschönes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  2. Liebstige Elisabeth,
    einfach SCHÖN! Und manchmal denke ich, könnte tatsächlich so leben. So genügsam und umgeben von Stille und wenigen Menschen, die man größtenteils gut kennt und mit einem Auto, durch das bereits die Brombeeren durchwachsen (genial! ;o)). Vielleicht wäre ich dort noch glücklicher, als ich es so schon bin, denn Stille und von richtiger NATUR umgeben sein und das Wegfallen der Notwendigkeit, einen entlegenen Arbeitsplatz aufzusuchen gehört noch zu meinen großen Sehnsüchten.Aber vielleicht hielte ich es dann auch nicht so gut aus, kein Kino, keine Konzerte, keine Ausstellungen, kein Schaufensterbummel, keine schöne Stadt in der Nähe... ich kann's nicht sagen. Unser Haupturlaub 2015 wird jedenfalls nach aktueller Planung in Irland stattfinden, das haben Edi und ich bereits beschlossen und ich freu mich drauf. Und hab ich dir schon geschrieben, dass wir beim Kubrick Bilder anschauen waren? Hab ich in meinem aktuellen Posting sogar in die Highlightliste der vergangenen Woche aufgenommen :o)) Danke für den Tipp! Ich hoffe, es geht euch (auch in der Mutti-Sache) so weit so gut!!! Ich will dir auch noch auf deine liebe Mail antworten - bissi Geduld noch, bitte :o))
    Lass dich herzlich drücken vom rostigen Röslein <3
    Alles Liebe, Traude
    ✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ
    PS: AUf den Inseln in Kroatien waren auch so "zerbröckelnde" Autos unterwegs ;o)

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