Samstag, 19. Januar 2013

Bezaubernd gedreht

Für meinen Teil ist es jetzt genug mit Schnee (er liegt noch überall faul herum) und nach den letzten zwei Beiträgen in schwarz-weiß ist es Zeit für rot-grün. Nein, ich meine nicht die Weihnachtsfarben, Stechpalmen mit ihren leuchtenden Früchten, die auch bei uns vor der Haustüre wachsen.


Boynton Canyon, Sedona. Rechts unten ist ein kleiner Teil einer Wohnhausanlage zu sehen, die sich perfekt in die Landschaft einfügt.

Da gibt es noch Bilder von besonderen Bäumen in meinem Archiv, die wir auf unserer letzten Reise kennengelernt haben. Auf unseren Wanderungen bei den roten Bergen von Sedona, Arizona fiel uns immer wieder auf, wie eigenartig verdreht viele Bäume dort wachsen. Hier ein paar Beispiele von einer der dort häufigen Baumarten, dem Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma).



Diese Wacholderart ist an das heiße Klima dort wunderbar angepasst, Stamm und Äste wirken wie ausgetrocknet, aber das immergrüne Laub leuchtet so frisch saftig, als würde es ununterbrochen regnen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sahen so viele Bäume mit Drehwuchs, dass wir fast glaubten, das wäre die normale Erscheinung dieser Baumart hier. Es scheint, als wären große Kräfte am Werk, die unsichtbar einen dauerhaften Einfluss auf das Wachstum ausüben.



Die Wurzeln finden zwischen Steinen Halt, viel Humus ist hier nicht vorhanden. Auf den Wegen liegt feinster roter Staub. 

Auf mich wirkten diese Bäume wie Wesen, die des Nachts aus ihrer Erstarrung aufwachten und mal ein Tänzchen wagten. Zwar angewurzelt, aber ein paar Pirouetten mal rechts, mal links herum drehten. Ganz langsam, sachte, nicht zu schnell, um ja nicht zu zerbrechen. So schön, mal in der Essenz die Richtung zu ändern und nicht nur vom Wind die Blätter gewiegt zu bekommen! So schön im Mondlicht, dass sie nicht genug davon bekommen konnten und beim ersten Strahl der Sonne war es zu spät. Keine Bewegung mehr möglich.



Aber Halt: Was machte es schon, ein bisschen anders als die anderen zu wachsen. Die nächsten mondigen Stunden wurden sehnlichst erwartet, das Drehen und Wiegen zur Freude am Da-sein. Eine ganz neue Welt hatte sich erschlossen, die eigene Unverwechselbarkeit zu zeigen das neue Ziel. Jede Windung ein Zeichen für Lebensfreude. Ich bin es - die bei Mondlicht tanzt! 
Andere wieder sahen zu, entschieden sich fürs gerade wachsen, auch gut. Schönheit hat viele Gesichter.



Zum Schluss wieder eines meiner Suchbilder. Vieles, das ich liebe ist hier versteckt. Der Mann an meiner Seite, Herzen aus Stein, Opuntien (vulgo Ohrwaschelkakteen) und die eine oder andere Fee, aber das ist eine andere Geschichte.


  

Kommentare:

  1. Die Bäume sehen wirklich sehr speziell aus. Tolle Bilder.

    lg kathrin

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  2. Was für herliche Fotos liebe Elisabeth, ich bin ja ganz begeistert. Wie sich die Wurzeln Halt suchen ohne Erde und Humus. Ein herliches Bilderrätsel, drei Teile hab ich gefunden.

    Liebe Sonntagsgrüße
    Angelika

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  3. Liebe Elisabeth,
    tolle Fotos wieder und die Bäume! Das ist Charakter!
    Hab´ alle gefunden in Deinem Suchbild - die Fee stand wohl hinter der Kamera *lach*
    Viele Grüße von Renate

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  4. Liebstige Elisabeth, ich bin noch ganz verzaubert von deiner Mondscheintanzgeschichte. Ja, das kann ich mir gut vorstellen! :o)))
    Sorry, dass ich mich erst jetzt wieder bei dir melde!
    Ich war jetzt eine Woche lang in Kaprun Skifahren (deshalb war so lange "Kommentar-Funkstille" - ... die beiden letzten Posts waren "vorprogrammiert" :o))). Aber jetzt bin ich wieder da - und schön langsam "am Besuche-Nachholen" ;o) Auf jeden Fall ganz vielen Dank für deine Mail und die beiden liebn Kommentare! Sobald ich mich wieder ein bisserl dreingefunden habe in den Alltag, rühr' ich mich bei dir :o))
    ♥♥liche Grüße & Küschelbüschel & alles Liebe von der rostrosigen Traude

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  5. der Sedona NP ist wirklcih ein wunderbares Gebiet, danke für die tollen Bilder.LG Gerlinde

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  6. Hallo Elisabeth,
    diese Bäume sehen tatsächlich "bewegt" aus. Ich kann mir die Idee der Baumwesen hier fabelhaft vorstellen. Tolle Bilder, wie immer.
    Schöne Grüße, Johanna

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