Mittwoch, 7. März 2012

Fortuna, die Göttin des Glücks und wir

Vom Schiff gelang mir dieses vis-a-vis Foto der Glücksgöttin Fortuna. Ich erinnerte mich daran, als ich letztes Wochenende mit Freundinnen tanzen war. Fern vom Druck, eine perfekte Figur abgeben zu müssen, tauchten wir in rhythmische, kraftvolle Bewegung ein.
Auf dem Foto sehe ich die wohlgerundete Fortuna über den Dächern Venedigs leichtfüßig über die Kugel laufen und sich drehen. Mein Körper fühlte sich manchmal während des Tanzens schwerfälliger an. Wenn ich sie mir genauer ansehe, finde ich mich in ihren Proportionen wieder. Dem Schöpfer dieser Statue sei Dank, ich habe etwas mit der Göttin des Glücks gemein!

Kürzlich sah ich ein Video auf YouTube, in dem Frauen auf der Straße gefragt wurden, was sie an sich schön fänden. Großes Schweigen und bestenfalls Stammeln brach darauf mehrheitlich aus. Wurden denselben Frauen die gleichen Fragen zu ihren Freundinnen gestellt, kamen jede Menge liebevolle und erstaunlich vielfältige Antworten. Ich wäre wahrscheinlich auch verstummt, nicht aber nach dem Tanzen.


Auf dem Dach des Zollamts Dogana da Mar in Dorsoduro, Venedig, Glücksgöttin Fortuna auf einer goldenen Weltkugel fast schwebend (17.Jh.)

Auf dem Bild unten seht ihr Profitänzerinnen, die im Gleichklang ihre Choreografie herunterspulen. Tolle Leistung, schön zum Anschauen und auch ein bisschen leer. Bei allzu viel Perfektion bleibt lebendiger Ausdruck auf der Strecke.



Tanzen ist ein wunderbares Mittel, meinen Körper in seiner Leichtigkeit und Schwere, Beweglichkeit und Konstanz, Führung und Lebendigkeit zu erleben. Es gibt so viele Arten von Tanz und viele Arten, sich selbst auf neue Art und Weise kennenzulernen. Kontakt mit dem Element Erde - geben und nehmen. Kontakt mit dem Element Wasser - fließen von einem Moment in den nächsten. Jede von uns bringt ihre eigenen Erfahrungen herein und doch tanzen wir miteinander und sind in der Gruppe eins.


        Am Ende des Workshops voriges Jahr in Wien

An uns selbst und an Frauen um uns herum Schönheit wahrzunehmen zaubert glückliche Entspanntheit ins Gesicht und in unsere Körper. Wir sollten die innere Kritikerin einmal ( und dann immer öfter) - versuchshalber - in die Wüste schicken. Wäre auf Dauer ziemlich be-glück-end, schätze ich.

    

Kommentare:

  1. Hmm, ist das nicht die Dove-Werbung, die gerade im Fernsehen gezeigt wird? Dort wird auch eine Frau gefragt, was sie an sich schön findet usw. usf.

    Wie wohl sich selbst gegenüber ist man immer viel zu kritisch, eigentlich macht man sich damit nur fertig und das völlig unnötig. Allerdings ist es oft so schwer den inneren Schweinehund außer Acht zu lassen.

    lg kathrin

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  2. Hallo Elisabeth!
    Das ist wieder mal ein Text zum Nachdenken. Mit dem Alter nimmt man sich zum Glück anders wahr und ist nicht mehr so kritisch, so geht es mir zumindest.
    VG
    Elke

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  3. Tanzen - da bin ich in meinem Element.
    Ich habe Kurse für meditatives Tanzen belegt. Das war so wunderbar.
    Oder in unserem kleinen aber feinen Kulturforum wird einfach nach Discomusik, passend für mein Alter :-) getanzt, auch klasse, einfach so drauflosbewegen wie einem zumute ist.
    Junge Frauen sind dem Zuma-Rausch erlegen (hab ich noch nicht gesehen, muss aber auch asteckend sein)
    Es gibt wie du schreibst unzählige "Tanzarten". Wie zum Beispiel auch dieses Jahreszeiten-Tanzen oder Element-Tanzen, weiß im Moment nicht, wer da der Erfinder war. - Ach weißt du, ich sollte auch mal wieder so einen besonderen Tanz"kurs" besuchen. - da fällt mir natürlich der Tanzkurs in Jugendzeiten an, der ja eher steif war und auch mit Benimm-Regeln zu tun hatte. Meine Güte, die Jungs mussten den Mädels 2 - 3 rosa Nelken überreichen (oh Graus) Blank geputzte Schuhe gehörten dazu und Tanzklamotten. - Mein Gott ist das lange her.
    LG Heidi

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    1. Nein, im Ernst? Das ist ja unglaublich! Ihr habt das überlebt und mögt rosa Nelken immer noch? Zum Glück hatten wir in unserer Jugend genug Lebendigkeit und haben das alles unbeschadet überstanden, nicht wahr? ;-)

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  4. Hach Frau, was du immer für kluge Posts bringst! :o) Ich glaube, bei mir war es auch das Tanzen, das mir ein anderes, beseres Körpergefühl vermittelt hat - ich war jahrelang in unterschiedlichen Bauchtanz- bzw. Orientalischer-Tanz-Gruppen. Irgendwann ist es plötzlich nicht mehr wichtig, ob da oder dort irgendwas nicht so ist, wie irgendwelche Modeströmungen es gerne propagieren. Wogegen ich schlechter ankomme, sind die "Richtlinien der WHO". Welchen Befund würde man dort wohl Fortuna ausstellen? Übergewicht, einen zu hohen Körperfettanteil, einen BMI über dem Grenzwert? Eine adipöse Bauchdecke? Einen zu hohen Cholesterinspiegel? ... Was würde Fortuna der streng blickenden Ärzteschaft wohl sagen? Nun, vermutlich würde sie ihren Kopfputz zurechtrücken, grinsen, sich abwenden und glücklich weitertanzen. Auch so eine kluge Frau!
    Liebste Küschelbüschelgrüße und ich freu mich schon auf heute!
    Traude

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    1. Ja genau! zu den Richtlinien :-) Hab malgelesen, dass alles unter 60cm Oberschenkelumfang im Alter Osteoporose fördert, das hat mich sehr entspannt. Es gibt zu Allem eine passende Expertise. Für mich ist Lebensfreude das Gesundheitselexier Nr 1. Wir zwei sind schon mal auf Fortunas Seite, gell?

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  5. Hallo Elisabeth,
    Traude hat mich hergeleitet und ich finde deinen Post klasse. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich Afrikanerinnen tanzen sehe. Die haben selten auch nur annähernd europäische Idealmaße, ganz im Gegenteil. Trotzdem bewegen sie sich im Tanz lebensfroh, temperamentvoll und rhytmisch und es sieht überhaupt nicht unappetitlich oder unschön aus. Man wird neidisch auf diese Lebenskraft. Und dagegen gibt es viele sehr schlanke Frauen, die hart und verhärmt aussehen. Die Figur ist nicht alles, die Ausstrahlung ist entscheidend. Obwohl ich selbst nicht tanzen gelernt habe, freue ich mich sehr über deinen Post. Man sollte es sich wert sein, auf seine Vorzüge zu gucken, anstatt täglich seine Schwachstellen zu beleuchten.
    Liebe Grüße,
    Johanna

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