Sonntag, 7. November 2010

Der Kastanienbaum

Jeder 7. eines Monats ist einem Baum gewidmet.

Die nächstgelegene große Kastanie begegnet mir in etwa 500m Entfernung von dem Platz, wo ich meine Nächte verbringe. Eine mächtige Rosskastanie steht an prominenter Stelle im Ortsbild und ist sicher einer der ältesten Bäume in meiner unmittelbaren Umgebung. Zu Kaiser´s Zeiten sehr beliebt, immerhin säumte sie die Verbindungsstraße von der Residenz in Schönbrunn zum Sommerwohnsitz in Laxenburg. Damals war die Miniermotte noch nicht eingeschleppt und die Kastanienbäume in Wienerliedern wegen ihrer Schönheit besungen.

                     alle Bilder: Schlosspark Laxenburg bei Wien

Schon jetzt entdecken wir die klebrig, glänzenden Knospen, die schon so sehr an den Frühling erinnern, die ganze Schwere der kalten Zeit wird ihnen nichts anhaben können.


Ein paar warme Tage im Mai und diese Explosion aus den Knospen in die riesigen fünfgliedrigen Blätter läßt mich jedes Jahr staunen. Ich kann diese Schubkraft einfach nicht begreifen. Woher kommt diese Manifestation so schnell. Zuerst hängen die Blattteile noch schlaff nach unten, als hätten sie ihr ganzes Pulver verschossen und keine Kraft mehr sich aufzuspannen. Ein paar Tage später ist auch das gelungen, um bald danach die nächste Explosion zu vollbringen. Plötzlich sind kleine Kerzen da, bei jedem neuen Blick scheinen sie sich vergrößert zu haben. 



Und das geht immer so weiter. Nach einem Frühlingssturm liegen dann die winzigen kleinen stacheligen Früchte zuhauf unter den Bäumen, bis schließlich im Spätsommer aus den am Baum verbliebenen die ersten Kapseln brechen und es nicht ratsam ist, unter einem solchen Baum länger zu verweilen.
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Sowohl die Samenkapsel, als auch die Früchte begeistern Menschen aller Altergruppen, man kann sich einfach nicht sattsehen daran.



Die Kastanienbäume produzieren Schönheit ohne Ende. Es ist eine majestätische Schönheit, die freundlich daherkommt. Wenn ich mich in ihrer Nähe aufhalte, habe ich das Gefühl, angetaucht zu werden. So sagen wir, wenn ein Kind auf der Schaukel einen Schubs bekommt, um an Höhe zu gewinnen. 

Ohne Druck oder Hetze fühlt sich die Seele beschwingt und zuversichtlich für die kommenden Herausforderungen. Die Frage nach dem Wohin erübrigt sich, denn der innewohnende Plan gibt die Richtung vor! Kraftvolles aufbrechen und mobilisieren der Energien, um die nächsten Schritte zu tun. Und das mit Freude, denn mit so viel Schönheit und geradliniger Stärke bleibt alles Dumpfe und Schwere zurück.



Die Kastanie gehört sicher zu den Bäumen, die ich gerne und oft bewusst betrachte, auch wenn es nur im Vorbeifahren mit dem Auto geschieht, sie zieht mit ihrer Schönheit meine Blicke an, ich liebe sie ganz einfach.

Kommentare:

  1. Hallo Elisabeth,

    eine tolle Idee, jeden Monat einen Baum vorzustellen. Du hast zu Deinen schönen Bilder auch einen super Text verfasst. Macht richtig Spaß zu lesen.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  2. Ich liebe Kastanienbäume!. Meine kleine Tochter und ich basteln immer mit den Kastanien und lebe dabei unsere Kreativität aus!:) Im Sommer haben wir uns einen eigenen Kastanienbaum in den Garten gepflanzt. Alle wichtigen Informationen dazu, habe ich von dieser Seite: http://www.lenas-tulpenbaum.de/kastanienbaum-pflanzen.html .

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