Dienstag, 30. November 2010

Der Holunder/Elderberry im Keltischen Baumkreis


Wir beginnen unsere Betrachtungen mit dem Holunder, dem dreizehnten Mitglied des Keltischen Baumkreises, in der Naturheilkunde als eine ungemein vielseitige Pflanze bekannt.

Kein Baum, sondern ein Strauch, der uns allgegenwärtig und fast unscheinbar begleitet. Es ist Zeit, ihm etwas mehr Aufmerksamkeit entgegenzubringen und das nicht nur der Grippetees wegen, die meist Holunderblüten enthalten. Lebender Medizinschrank und mächtige Schutzpflanze, kein Baum konnte da mithalten, zu jedem Haus und Hof gehörte durch viele Jahrhunderte hindurch der Holunder als eine Art pflanzliches Familienmitglied. Bevor Menschen kleinen bunten Pillen vertrauten, um gesund zu werden, kam der Holunder gegen vielerlei Leiden zum Einsatz.


                   Im Vordergrund zwei Holundersträucher, wie sie jetzt im Winter aussehen
 
Die Zeit zwischen dem 25. November und der Sonnenwende gehört im Ogam-Alphabet dem Buchstaben Ruis. Magisch die Wirkung dieses Namens, der mit dem Holunder oder Elderberry (Sambucus nigra) das ausklingende Jahr begleitet. 
Ich würde dieser Pflanze gerne einen weiblichen Artikel geben, denn sie wurde bei den Kelten als Verkörperung der Erdenmutter gesehen und auch in anderen Kulturen immer weiblichen Gottheiten zugeordnet. Die Menschen begegneten ihr jedenfalls mit großem Respekt. Kamen sie an einem Strauch vorbei, zogen sie den Hut vor „ihr“. Auch manche Angst war mit ihr verbunden. In Irland wurde man ins Feenreich verschleppt, sollte man versehentlich unter einem Hollerbusch eingeschlafen sein. Welch großer Wert ihr beigemessen wurde, kann man daraus schließen, dass zu Tode kommen würde, wer sie unbedacht fällte.


Der Holunder wächst meist vieltriebig mit überhängenden Ästen. Innen ist weiches Mark, außen zeigen die Triebe eine rissige Rinde.

Im Frühling ist sie eine der Ersten, sie treibt sehr rasch und verschafft sich so einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Pflanzen. Man findet sie auch jetzt noch überall, wo Menschen wohnen. Ist es, weil sie bewusst gepflanzt wird?  Nicht nur, denn sie sucht die Menschen und ist immer schnell zur Stelle, wächst dort und da neben einem Stall, einer Scheune oder einem Haus.

          Holunder an der Hüttenwand auf einer Alm im Großen Walsertal, Vorarlberg in Österreich.

Haltet im Frühjahr Ausschau nach ihr, ihr werdet staunen, wie verbreitet sie zu finden ist! Allerdings erst im Mai, wenn sich die cremig-weißen Schirmchen der Blüten öffnen, vorher kommt sie recht unscheinbar daher. In manchen Jahren, wenn das Frühjahr feucht genug war, steht die Landschaft im Brautkleid, so über und übervoll mit den herrlich zart duftenden Blüten präsentiert sich manche Holunderhecke.

                                                                      Dolde in voller Blüte

Bis zur Reife der tiefdunkelvioletten kleinen Beeren vergeht ein Sommer und der Kontrast von Blüte zur Frucht könnte größer nicht sein. Die Blüten so unschuldig und zart, die Früchte intensiv färbend.

Es wäre doch einen Versuch wert,  die Geschenke der Elder wieder mehr in Anspruch zu nehmen. Im nächsten Frühjahr mit einem erfrischenden Saft aus den Blüten vielleicht, oder im Herbst mit Holunderpfannkuchen aus den Beeren? Es könnte der Beginn einer neuen, wohlschmeckenden Freundschaft werden!


Dieser Post erscheint auch gleichzeitig im Blog des "Wanderer"s: Irland-erleben
Wandern im Südwesten Irlands ist wunderschön, hier ein Bericht darüber. 

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,

    Dein Text über den Holunder ist wieder sehr interessant geschrieben. Wenn man auf Dörfern unterwegs ist, sieht man das noch oft, das bei den Häusern riesige Holundersträucher stehen.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  2. Schön, dein Artikel, Elisabeth. Der HOlunder ist einer meiner Lieblingsbüsche/Bäume. Die Blüten kommen in meine Erkältungsteemischung. Sie wirken u.a. schweißtreibend. Es ist auch wieder eine Pflanze, die so vielfältig eingesetzt werden kann. (ähnlich wie die Weide).

    Ich wollte ihn auch auf meinem Blog vorstellen, kann bloß meine Fotos nicht wiederfinden. mal sehen, ob ich noch fündig werde.

    LG Heidi

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  3. Ja Heidi, das wäre wirklich interessant, Du hast sicher noch viele detailierte Tipps zu diesem Thema und jede von uns bringt sowieso ihre eigene Note mit herein. Ich hatte leider keine Fotos, obwohl auch bei uns der Holunder allgegenwärtig ist, oder vielleicht gerade deswegen. So gibt es halt jetzt nur Winterbilder davon. Bin schon neugierig auf deinen Holunderpost!

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  4. Er ist verfasst, der Bericht, hab die Fotos wiedergefunden. Ich hab auf deinen Blog verwiesen. Hoffe, das ist ok so?

    LG Heidi

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