Montag, 9. April 2018

In 90 Tagen um die Welt / Ein Jahr danach

Ein Jahr nach unserer Rückkehr von 3 Monaten rund um die südliche Erde weiß ich definitiv, dass mir der Winter nicht fehlen würde. Ich könnte den Rest meines Lebens auf ihn verzichten. Das ist mit das erste, was mir für die Rückschau und ein Resümee einfällt, was sicher damit zu tun hat, dass wir überaus graue, sonnenleere Monate hinter uns haben. Die Kälte dazu, was soll ich noch sagen.



            Ruderboote und unser Schiff in Papeete, Tahiti

Bevor wir aber hier ins Trostlose kippen versuche ich doch ein paar Themen aufzugreifen. 

Was bleibt von einer Reise um die Welt? 
Ein bisschen was ist schon in den Berichten während wir unterwegs waren angeklungen, manches hat sich im Laufe der Zeit verdichtet. 

Zum einen die Weite! Sie fehlt mir, ich muss sie mir immer mal in meiner Vorstellung herholen, besonders in den vielen kalten Wochen, in denen ich viel im Haus war. Ich fühlte mich geborgen mit dem weiten Ausblick auf eine endlos scheinende Wasserfläche, auf den Himmel und den Horizont. Eine etwas überraschende Erkenntnis, auf diese Erfahrung kann ich nun zumindest in der Erinnerung zurückgreifen.


                         Am Tagesrand bei der Osterinsel

Wir wurden nach unserer Rückkehr oft gefragt, was uns am besten gefallen hätte. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Am ehesten vielleicht so: Wo immer ich das Gefühl hatte, es wäre eine Art Harmonie, ein Gleichgewicht zwischen der Lebensweise der Menschen und der Landschaft verwirklicht, dort fühlte ich mich wohl. Das ist nun wenig überraschend, aber wo das eklatant fehlte mochte man nicht lange sein. Es gab Orte, an denen wir fühlten, dass die Menschen gerne dort leben, dass sie ein großteils gutes Auskommen haben und grundsätzlich zufrieden sind. Häufiger war das außerhalb der großen Städte der Fall, dort schon auch, vielleicht mehr aber in Nischen.



Ganz besonders beeindruckte mich die Osterinsel! Sie strahlt eine urtümliche Schönheit aus. Wie schön die Erde sein kann.
Auch Chile fand ich faszinierend. Ein Land, das sich über fast alle Klimazonen erstreckt und über grandiose und vielfältige Landschaftsformen verfügt. Das wäre noch so ein Traum, die gesamte Pazifikküste entlang zu fahren...


                    Fischer auf der Osterinsel


                Moorea, französisch Polynesien

Kinder spielen im Hafenbecken. Auch da geht es, genauso wie bei uns zuhause darum, wer die größte Wasserfontäne beim springen schafft. Der Junge rechts im Bild war klar im Vorteil :-)


                      Fenster in Montevideo, Uruguay

Überall auf der Welt sahen wir den Ausdruck des Bedürfnisses das Lebensumfeld zu verschönern und zu schmücken. Manchmal in einem zwar winzigen, aber umso bunteren Vorgarten, in Fenstern oder auf Hausmauern. Es kann noch so ärmlich sein, wer will findet Mittel und Wege. Wenn das fehlt, geht es den Menschen richtig schlecht, dann haben sie möglicherweise resigniert und leben ein trauriges Leben...


                    Vorgarten in Puerto Cachabuco, Chile


                      Öffentliches Gebäude in Valparaiso, Chile

Ob jung oder alt, die eigenen Fähigkeiten spielerisch zu schulen, sich zu beweisen, oder ganz allgemein, die Freude am Spiel ist den Menschen überall eigen. Wo nicht mehr, oder nur wenig gespielt wird fehlt etwas Wichtiges! In vielen südlichen Ländern zeigen Menschen einen freieren Selbstausdruck, sind lauter beim sprechen und ausladender in Mimik und Gestik. Es machte bewusst, in wie engen Grenzen und uniformierter wir in Europa kommunizieren. Es könnte nicht schaden auch hier ein bisschen lebhafter und spontaner im Miteinander zu sein :-)


                       In Barcelona, Spanien


                       In Casablanca, Marokko

                     Auf einer Estancia bei Buenos Aires, Argentinien


                Auf den Straßen von San Salvador, Brasilien

So adrett, durchorganisiert und vervorschriftet wie in vielen Teilen Europas, ist es nicht oft im "Rest" der Welt, besonders nicht auf der Südhälfte! Man geht das Leben entspannter an. Man tut was man kann und lebt ein freieres, wenn auch viel viel ärmeres Leben. Und eines ist sicher: Man lebt auf wenigen Quadratmetern, oft sehr einfach, mit wenig Besitztümern.


                                                             Recife, Brasilien
Eine Katze räkelt sich im Schaufenster eines Juweliers.


                   "Supermarkt" in Puerto Chacabuco, Chile

Irgendwo im Hinterkopf wirkt alles nach. Je mehr Lebensweisen wir - wenn auch nur sehr oberflächlich - kennengelernt haben, umso mehr sehe ich die Vor- und Nachteile im Leben hier und dort. In Europa sind viele Menschen arg verschuldet und haben deswegen oft keine Wahl und schlaflose Nächte, Stress und psychische Belastungen. In einem Land, wo die Mehrheit der Menschen nicht viel besitzt, hat das Leben eine andere Qualität. Man lebt so wie es gerade möglich ist und hetzt weniger einem vermeintlich besseren Leben in der Zukunft nach, das vielleicht nie so rosig werden wird, wie man sich das vorstellt. Dazu verbringt man nicht so viel Zeit damit, Besitztümer zu pflegen und zu versorgen, sitzt eher zusammen und redet oder spielt miteinander...

                                              Hervi, unser Guide in Tahiti, französisch Polynesien

Manchmal versuche ich mein Leben nun von einer anderen Seite anzuschauen. Überlege, was mir wirklich wichtig ist und was ich weglassen kann!

In einer durch und durch leistungsorientierten Gesellschaft unterliegen Tätigkeiten einer starken Bewertung. Ist das, was man tut dazu angetan Geld oder Besitz zu schaffen, oder ist es "nur" etwas, das man aus Freude macht? Auch da fühle ich mich seit unserer Reise freier. Kreativ zu sein, mir Zeit für Dinge zu nehmen, die ich gerne mache, hatte mir früher oft ein schlechtes Gewissen gemacht. Schließlich liegt doch immer irgendwo noch eine unerledigte Arbeit herum...

Ich sehe es und es wird zu meiner Erfahrung. Auch da hat sich in diesem Jahr viel verändert. Die Lebensrealität der Menschen auf der Erde hat praktisch sehr sehr wenig damit zu tun, was uns täglich und stündlich in den "Nachrichten" serviert wird. Ich entziehe mich dieser Informationsflut der negativen Sorte inzwischen weitestgehend. Vieles davon macht unnötig Angst, ist einseitig oder verbreitet diffuse Befürchtungen und trägt nichts zu Lösungen bei. Kriege, Naturkatastrophen, furchtbare Krankheiten all das gibt es, keine Frage. Aber Millionen von Menschen leben eine Realität jenseits von engen Projektionsflächen medialer Dauerberieselung. Wäre es nicht sinnvoller, mehr positive Dinge und Lösungsansätze für Probleme in den Fokus zu rücken und die konstruktiven Ressourcen zu stärken, indem man sich in der Berichterstattung mehr darauf konzentriert?! Versucht man eine Woche lang sofort abzuschalten wenn in den Medien Krieg und Gewalt thematisiert wird, merkt man wie wenig da noch bleibt. Das gleiche mit allem was in Spielfilmen Gewalt zeigt oder impliziert.

Oft hatte ich das Gefühl, dass die Landschaft und das Klima einen direkten sichtbaren Einfluss ausübt. Nicht nur darauf, wie Menschen leben, sondern auch darauf, was ihnen wichtig ist und was nicht. Ich habe mir oft überlegt und versucht, es mir vorzustellen, wie es wäre dort oder da zuhause zu sein.


               Souvenirgeschäft in Auckland, Neuseeland

Egal wo wir leben und unter welchen Voraussetzungen, wir selbst sind es und unsere Filter, mit denen wir die Lebensumstände bewerten und wie wir uns an Verhältnisse anzupassen oder sie zu verändern vermögen. Wie wir die Welt sehen, so kommt sie uns auch entgegen. Auch das konnten wir immer wieder in Gesprächen feststellen, wie unterschiedlich uns Reisenden ein und dieselbe Situation erschien. Alles was man sieht, passiert viele Filter und wird auf eine sehr persönliche Art und Weise abgelegt. Auch in mir prallten idealisierte Vorstellungen auf eine erwartete, aber nicht vorgefundene heile Welt und ich musste mir eingestehen, dass die Erde ein Ort ist wo viele Fehler gemacht werden. 
Gleichzeitig habe ich gesehen, dass offensichtlich Menschen auf der ganzen Welt große innere Ressourcen und ähnliche Bedürfnisse für ein gutes Leben haben. Ein sicheres Dach über dem Kopf, Zugehörigkeit zu anderen, schmackhafte Nahrung, Anerkennung der individuellen Persönlichkeit, sinnerfüllende Arbeitsmöglichkeiten, eine gute Verbindung zur Natur, Freude, Spaß und Spiel und die Chance, sich kreativ auszudrücken. All das haben wir immer wieder in sehr unterschiedlichen Ausprägungen gesehen, gefunden, erkannt. Das ist es, was mich interessierte! An verschiedenen Orten ist von dem einem oder dem anderen mehr oder weniger verwirklicht. Ich sehe jetzt deutlicher, was davon in meinem Leben zuviel oder zuwenig Platz hat.


           Am Hafen von Valpariso

Was ich bewunderte, mit wie wenig sehr viel Schönes geschaffen werden kann. Und wie wichtig es ist das auszudrücken was Menschen bewegt. Oft waren es kleine Gesten und nur ein paar Worte, die einen Nachhall in mir erzeugten und noch immer wirken.
Dafür braucht es Zeit und Raum. Zum Beispiel indem ich Ruhe habe, meinen Geist nicht ständig mit unnötigen Dingen füttere, bewusst wähle, womit und mit wem ich meine Zeit verbringe. Das übe ich, das geht immer noch besser!

Jetzt sehe ich auch manches in meinem Leben in einem anderen oder klareren Licht. Manches kann man verändern, anderes nicht oder nur schwer. Jeder Mensch auf dieser Erde hat mit Hindernissen zu kämpfen, hat Prüfungen zu bestehen, geht weiter oder resigniert. Überall auf der Erde wachsen Menschen über sich hinaus, verbessern und zerstören auch, egal ob sie in "Armut" oder "Reichtum" leben. Geld ist nicht alles und bei Weitem nicht das Wichtigste im Leben.


                                                  Red Ginger, fotografiert in Tahiti


            St. Albertpark in Auckland, Neuseeland

Es war viel von den Menschen und vom Leben auf der Erde die Rede. Deswegen schließe ich mit diesem Bild. Was wäre die Reise ohne die grünen Giganten gewesen! Allein was wir an großartigen Bäumen und Pflanzen gesehen haben, machte diese Reise wert! In dem schnellen Hintereinander konnten wir Vergleiche ziehen und konnten spüren, wie wichtig Bäume für unser Wohlbefinden sind! Ich merkte, wie schön es war, nach vielen Tagen auf See wieder unter ihnen zu sein. So sehr ich die Zeit auf dem Schiff mit Blick auf Meer und Himmel genoss, die Erde unter den Füßen ist Heimat. Wo auch immer ich bin. Ich bin ein Teil von ihr und ein Teil von mir gehört ihr...


           An der Hafenmauer in Mindelo, Kapverdische Inseln

Danke fürs Mitlesen und eure Kommentare! 

Das Reisen, das Erinnern, das Schreiben, all das waren intensive Zeiten, die mir viel bedeuten :-) Auch jetzt noch blitzen manchmal unvermutet Szenen vors innere Auge. Flashbacks der angenehmen Sorte. 

Würde ich wieder so lange unterwegs sein wollen? Natürlich würde ich wollen. Das Gras auf der anderen Seite ist doch (fast) immer grüner ;-))))


Unser ältestes Paar auf dem Schiff, beide über 90. Es war ihre 138ste Kreuzfahrt (Bild auf der Osterinsel). Er hatte sich zwischenzeitlich den Fuß verletzt, war aber bald wieder ohne Rollstuhl unterwegs. Sie frequentierten am Abend fleißig die Tanzbar, sie waren unkompliziert, fröhlich und Lieblinge der Animateure :-) Alle mochten sie...


Unter diesem Link ist die ganze Serie zum nachlesen.
Für Suchbegriffe zu Destinationen kann das Suchfeld in der rechten Seitenleiste ganz oben unter dem Profil schnelle Ergebnisse für einen bestimmten Beitrag geben (einfach zB "Osterinsel" eingeben)




Kommentare:

  1. Das ist ein unglaublich eindrucksvolles Resümee, das du ziehst.
    Mir macht es Mut, mein Leben weiterhin in Freude zu gestalten, auch wenn es oft nicht dem "Mainstream" entspricht und manchmal holprig zugeht.
    Sich auf den Weg zu machen, andere Lebensweisen zu erleben, die Schönheit der Erde, der Natur zu entdecken, spielen und sich audrücken zu dürfen, sind für mich unterwegs immer beeindruckende Erfahrungen – ebenso wie die Güte und Hilfsbereitschaft der Menschen in anderen Kulturen.
    Beeindruckend auch die abenteuerlustigen über 90-Jährigen, das Alter kann also durchaus interessant sein/werden!
    Danke, liebe Elisabeth, fürs Mitnehmen und Teilen deiner Gedanken!
    Petra

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    1. Danke Petra! Ja, die beiden taugen gut als Vorbild :-)

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  2. Liebe Elisabeth, ich habe bei mir unter *APRIL APRIL* kommentiert - das war leichter ;)

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    1. Hanne schrieb und danke, dass du dir trotz Schierigkeiten die Mühe gemacht hast!:
      Sehr sehr schön war es, mit dir um die Welt zu reisen! So viele wunderschöne Fotos, so viele Orte und so toll geschrieben. Es war eine große Freude, deine ausführlichen Berichte zu lesen. An manchen Tage hätte ich gerne meinen Koffer gepackt und wäre dir nachgereist.

      Einiges konnte ich sehr gut nachvollziehen, da ich meine schönsten Urlaube auf Motorseglern in der Türkei verbracht habe. Dieses auf-dem-Wasser-sein, dieser weite Blick, dieses Schaukeln, die Sonnenauf- und -untergänge - ein Traum!!!

      Vielen Dank nochmal, daß du dir diese Arbeit mit den vielen posts gemacht hast! Denn eine Arbeit - egal, ob sie Freude macht, oder nicht - ist es!

      Ich werde bei Gelegenheit deine eindrucksvolle Reise hier mal verlinken,denn ich bin sicher, daß sich bestimmt Einige dafür interessieren werden :)

      Liebe Grüße nach Wien.....und ich freu' mich natürlich wieder auf dein normales "Tagesgeschäft" ;)

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  3. Liebe Elisabeth,
    was für ein herrlicher bildlicher Querschnitt durch Eure Reise! Ich mag den Puppenspieler und die Mieze im Juwelierfenster ja am liebsten heute :O)
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  4. Deine Fotos sind so interessant, so ein Fenster in die Welt, die du gesehen hast. Ich schließe mich an mit der Parole: wir wollen keinen Winter mehr!

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  5. Liebe Elisabeth,
    jetzt grinse ich wieder: "ihre 138ste Kreuzfahrt" :-)))
    Deine Rückschau ist wunderbar - und sie ist für mich auch ein Beweis an alle Kritiker von Fernreisen, dass Reisen (ob nun per Kreuzfahrtschiff oder Flieger) so viel mehr ist als nur gedankenlose Co2-Umweltverpestung. Aus deinen Zeilen spricht so viel Liebe, so viel Gelernthaben, so viel Gefühlthaben, einfach SCHÖN! Und ich würde mich deshalb sehr, sehr freuen, wenn du diesen Beitrag wieder bei ANL verlinkst (ab 15.4. gibt es wieder ein Linkup bei mir)!
    Herzliche Rostrosengrüße zum Wochenbeginn!
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2018/04/himmlische-kombinationen-mit-hellblau.html

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  6. Liebe Elisabeth,
    dein Rückblick jetzt ist bemerkenswert kann ich nur sagen und wie du shcreibst man sieht und fühlt total anders und ich habe immer genickt was du geschrieben hast. Die Weite ja auch ich fühle mich jedes Mal so unendlich mit glücksgefühl wenn ich am Strand stehe morgensfrüh fast alleine wie wenn mich die Welt berühren würde auf ihre Resie mit nehmen würde und so erging es mir als du die 90 Tage gezeigt hast.
    Noch mal vielen Danke für deine Bemühungen deine Gefühle ausdruckzugeben mit den wundervollen Fotos!
    Schöne Woche wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  7. Du siehst mich gerade wortlos, doch ich finde sie sehr schnell wieder. Alles, was du geschrieben hast, kann ich unterschreiben, alles! Die Nachrichtenflut gerade in letzter Zeit bringt einem schier um den Verstand, ich mag sie nicht mehr hören. Dann kommen die Leute und sagen: Was? Das weißt du nicht? Ich muss nicht alles wissen, denn ich ändere daran nichts. Wenn wir nicht mal in Deutschland die Politik in den Griff bekommen, wie sollte es etwas weltweit ändern, wenn ich darüber nachdenke? Je mehr ich das tue, desto schlechter geht es mir. Meine Zeit verbringe ich in letzter Zeit nur noch mit dem was mir gut tut und mit Menschen, die es ebenso tun. Seit ich die rote Karte gezeigt bekommen habe, sehe ich sehr vieles nochmal anders. Schon morgen kann alles vorbei sein. Viele denken darüber nicht nach, sie sind jung, sie hetzen von Termin zu Termin und müssen alles haben, was die Werbung vorschreibt. Vorhin saß ich mit meinem (lebenslangen) geklappten Schulbrot draußen auf meinem neuen Stuhl und sah auf den Boden. Da entsteht gerade zwischen dem Rindenmilch ein kleines Beet, wenn man es läßt. Akeleien, Geranium, Krokus, Helleborus. Ich lasse es natürlich nicht, aber daran sieht man, dass man kostenlos ein Beet pflanzen kann. Das genügt heute natürlich nicht mehr, heute braucht es Sorten, Namen, mit denen man bei den anderen angeben kann. Völlig unwichtig! Ich habe es genossen, dass ich dabei sein durfte, als du auf den Osterinseln wrast. Ich möchte da so gern mal hin, das geht aber nicht. So fahre ich halt nach Schottland, du weißt, was ich meine. Deine Art zu schreiben genieße ich immer sehr, dieser Artikel ist es wert, in einer entsprechenden Zeitung abgedruckt zu werden!

    Sigrun

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  8. Danke Sigrun! Scheint als wären wir verwandte Seelen ;-)

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