Donnerstag, 20. April 2017

In 90 Tagen um die Welt

Vom 6.Januar bis 7.April

Als wir uns vor eineinhalb Jahren die Frage gestellt hatten das Haus zu renovieren oder auf eine große Reise zu gehen, war das keine echte Frage mehr. Es fehlte nur noch der Entschluss. Dann während vieler Monate alles auf Schiene zu bringen und vorzubereiten fiel nicht schwer, wir hatten genug Zeit. Die Vorstellung alle Weltmeere zu durchfahren und alle Kontinente zu berühren war verlockend, auch wenn wir nicht abschätzen konnten, wie wir damit zurechtkommen würden. Ein Gefühl für die Größe der Erde zu bekommen erfüllte mich mit Aufregung und Vorfreude, ich war neugierig, ob ich auch einmal Heimweh bekommen würde, ein Gefühl, das ich so noch nicht kannte.

Oft und oft hatte mich die Frage beschäftigt, warum wir sagen: "auf der ganzen Welt" oder "weltweit", wenn es doch immer um die Erde geht. Unsere Erde. Beinahe als würden wir dieses Wort meiden, aber warum? Worte wie: Erlebniswelten, Weltoffenheit oder Weltfremdheit sprechen über unsere Interaktionen mit allem, was auf der Erde existiert und immer wieder mal erleben wir, dass zwischen manchen Menschen oder Gruppen sogenannte Welten liegen. Meine Welt sieht anders aus als deine. Wir leben wohl alle in leicht oder stark unterschiedlichen Welten und doch alle auf unserer Erde, der einzigen uns zu erschließenden Welt. 
Mein Bild von der Welt hat sich in diesen drei Monaten unserer Reise gründlich gewandelt und mir gezeigt, dass die Erde sich auch in meinem Kopf immer weiter dreht...



                   in Mindelo, Hauptstadt der Kapverdischen Inseln

Weltweit gesehen gehören weißhäutige Menschen zu einer Minderheit, genauso wie Menschen, die in großen sauberen Häusern oder Wohnungen leben, einer geregelten Arbeit nachgehen, nicht hungern müssen und eine gute medizinische Versorgung haben können. Soweit nichts Neues. Hautnah zu erleben, dass alles was wir in unseren mitteleuropäischen Lebenswelten als Selbstverständlichkeit empfinden weltweit genau das nicht ist, macht nachdenklich und demütig.




Wir reisten mit einem Kreuzfahrtschiff, kamen in viele Häfen und lernten Städte von der Meerseite her kennen. Eine gänzlich andere Welt erschloss sich uns, eine Welt, ohne die unser Leben ganz anders aussehen würde. Häfen sind eine faszinierende Welt für sich, besonders Containerhäfen.




Unsere begrenzte Lebenswelt an Bord nannten wir nach Wochen unser "Mutterschiff", es verhieß Geborgenheit in einer über viele Wochen sich stets verändernden Außenwelt. Wir reisten komfortabel von Savona im Golf von Genua bis nach Dubai, von wo wir vor zwei Wochen mit dem Flugzeug nachhause zurückkehrten.




Über einen Zeitraum von drei Monaten ständig das Meer und die Weite des Himmels sehen zu können bescherte mir bis zuletzt Glücksgefühle. Diese Bilder werden mich nie mehr loslassen, da bin ich sicher. Ein Stück kann ich verstehen, warum es Seeleute immer wieder hinauszieht, sie Heimat und Familie verlassen (auch auf unserem Schiff viele Crewmitglieder).




Sonnenaufgänge und -untergänge, Wolken und die Vielgestaltigkeit der Blautöne auf dem Wasser und am Himmel können gar nie langweilig werden.




Natürlich wollte ich hier von unserer Reise berichten, natürlich ist meine Zeit dafür jetzt begrenzt. Wieder arbeiten, den Garten pflegen, Familie und Freunde treffen, all das steht weit oben auf der Prioriätenliste. 
Während der Reise konnte ich Eindrücke im Tagebuch, mit Fotos und in WhatsApp Gruppen festhalten. Ist es nicht großartig, wie viele Möglichkeiten wir zurzeit haben?! Letzteres stellte sich bald als Glücksfall heraus. Erlebnisse eines Tages konzentriert und knapp, zugleich ganz frisch noch emotional aufgeladen und mit Fotos garniert loszuschicken half mit, mich ein wenig zu sortieren und für den nächsten Tag wieder frei für neue Eindrücke zu sein.

                 Blüte des Abrico de macaco (Kanonenkugelbaum), Rio de Janeiro

Wer von euch Lust hat unsere Reise nachzuerleben, sich überraschen zu lassen und mit mir noch mal zu staunen über die Vielfalt und Schönheit, über die Besonderheit und Großartigkeit unserer Erde, ist eingeladen an 90 aufeinanderfolgenden Tagen hier vorbeizuschauen.
Ihr könnt unmittelbar mitleben, die Schlagzahl unserer Eindrücke nachempfinden und euer Weltbild ein wenig ver-rücken lassen ;-)
In ein paar Tagen gehts los. Ihr bekommt die Originaltexte (editiert also hoffentlich diesmal ohne Fehler) und Fotos, als hätte ich sie eben erst geschrieben. Falls es meine Zeit erlaubt, möchte ich weitere Fotos anfügen, oder später in einem eigenen Post extra schreiben. Der würzige Honigduft der Blüte des Abrico de macaco im Botanischen Garten von Rio de Janeiro schreit förmlich nach einer Vertiefung. Ich bin willig und hoffe, dass ich nach drei Monaten auch noch genug Motivation dafür aufbringe ;-)



Ich freue mich auf ein Wiedererleben und hoffe euch ein wenig neugierig gemacht zu haben. So ruhig es hier in den letzten Monaten war, so spannend sollte es nun werden!


Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth, schön dich wieder zu lesen, gesund und munter wieder zurück. Ich bin gespannt was du so gemacht hast .. die ersten Fotos und Bericht sind schon grossartig von dieser Zeit mit Herz und Seele .. nah ich freue mich mit zu erleben dürfen was so auf deiner Reise erlebt hast.Nach nach so lange Zeit wieder in die Arbeitswelt und Daheim zu sein war betsimmt eine Gewisse Eingewöhnung gebraucht!
    Ich wünsche dir eine schöne Restwoche!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Ja liebe Elke, man hängt schon einige Tage zwischen den Welten, aber die blühenden Apfelbäume und Tulpen helfen beim ankommen, aber allen voran die Familie und natürlich mein süßes Enkelkind!

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  2. Liebe Elisabeth, tatsächlich... Lange gab es hier nichts mehr von Dir zu lesen... Eine Solche Reise wäre auch einmal mein Traum! Aber unsere Katzen und den Garten möchte ich nicht so lange alleine lassen - und die Arbeit lässt mich gerade nicht für so lange los.
    Deshalb freue ich mich unglaublich auf Deine Berichte - und vor allem auch auf die Fotos!
    Liebe Grüsse, Miuh

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  3. Hey, was für eine Überraschung, Elisabeth! Schön, daß du wieder da bist. Toll - in 90 Tagen um die Welt - das klingt sehr geheimnisvoll und ich freu' mich auf deine Berichte :) Und die Blüte des Abrico de macaco ist einfach nur umwerfend schön!!!

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    1. Dazu ist sie auch noch handtellergroß und erfüllt die ganze Umgebung mit ihrem Duft! Allein das lohnte die Reise nach Rio, besonders wenn man aus dem WInter in Europa kommt!

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  4. Ich freu mich auf alle 90 Beiträge von dir! Schön, dass du uns daran teilhaben lassen möchtest :-)

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  5. Moin, schöner als die Bilder sind immer! die Worte die du schreibst. Das ist eine Begabung. Ich gehe gerne mit dir auf diese Reise, doch verrat mir mal, wie du die Texte von Whats app hier hereinbekommst? Ich weiß ja einiges, aber leider auch manches nicht. Danke.

    Sigrun

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    1. Danke dir liebe Sigrun. Das übertragen vom Handy in meinen PC geht ganz einfach ;-) Lesen und in die Tastatur klopfen, also ganz altmodisch :-)

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  6. Liebe Elisabeth,
    wie schön, da Du wieder da bist!
    Du hast mich mit Deinem heutigen Post sehr neugierig gemacht auf alles, was ihr gesehen, gefühlt und erlebt habt in dieser Zeit!
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein schönes und entspanntes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  7. Liebe Elisabeth, welch eine große Freude, dich wieder lesen zu können und dann kommst du gleich mit so großartigen Erlebnissen.
    Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Erzählungen und reise dir gerne nach!
    Herzliche Grüße Petra
    PS: Die Erdenferne der meisten Menschen habe ich mir irgendwann mit der eigenen Körperferne erklärt. Wird der Leib als eher abstrakt erlebt, geschieht das so auch mit Mutter Erde. Aber so entsteht im besten Fall die Sehnsucht, die dazu führt, zu beidem zruuückzufinden.

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    1. Ja, das klingt sehr plausibel, liebe Pepe! In den USA gibt es eine Bewegung, die "grounding" propagiert, möglichst täglichen Barfußkontakt mit der Erde.

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  8. Liebe Elisabeth,
    das habe ich ja gar nicht mitbekommen mit eurer Reise! Toll! Freut mich, dass ihr so viele neue Eindrücke sammeln konntet und du diese nun mit uns teilen willst. Freue mich, auch wenn ich durch unsere Renovierung nur spärlich zum Bloglesen kommen werde.
    Liebe Grüße
    Nina

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    1. Habs ja auch vorher nicht an die große Glocke gehängt, liebe Nina :-)

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  9. Hallo Elisabeth,
    das muss spannend gewesen sein. Ich bin auf die Kapverden gespannt, habe erst vor Kurzem einen Vortrag über die Flora dort gehört.
    VG
    Elke

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  10. Freut mich, dass du wieder da bist, ich hatte blogmuedigkeit vermutet... ich werde deine berichte gern verfolgen, lg

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  11. Der Wahnsinn! Große Vorfreude! Ich war nie nirgends ausserhalb Europas...

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  12. Hallo Elisabeth,
    auch ich freue mich, dass du wieder heil zu Hause gelandet bist,
    Deine Post's haben mir schon gefehlt,
    hab noch einen ruhigen Samstag
    und sende dir liebe Grüße
    Hermine

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