Donnerstag, 2. April 2015

Be-grün-blau-t

HiergerneLeserInnen wissen es: Ab und zu überkommt es die Bloggerin und sie biegt beim Kreisverkehr anders ab als es tägliche Wege erfordern. Vorzugsweise im Frühjahr, wenn sie das Grau zwischen den Zweigen der frühlingshungrigen Bäume zwischenzeitlich durch andere Sinneseindrücke ersetzen muss. Ein paar Tage also hinein ins üppige Sehvergnügen. Ein neues Projekt formiert sich im Hinterkopf, davon aber später einmal mehr.

Vor meiner Haustüre an der des morgens Wärme rückstrahlenden Hauswand blüht (mickert) ein kleiner Rosmarinbusch der warmen Zeit entgegen. Dieses Jahr lässt ja Wärme ganz schön auf sich warten! Im März gab es bei uns praktisch keine Tagestemperaturen über 15° und die Nächte waren auch fast durchgehend recht kalt.
Das sei am Rande erwähnt, um den Eindruck, den ich hier, etwa 900km weiter südlich bekam fühlbar zu machen. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen!



Was hier an der Begrenzung zu einem Parkplatz wuchert und jetzt üppig blüht ist - ihr habt es gleich gesehen - Rosmarin. Was für ein Duft muss das sein, wenn die Sonne da drauf scheint und es etwas wärmer ist als wir es erlebten (ein Genuatief sorgte hier in letzter Zeit für viel Regen).

Im Herzen des Appenin, in Umbrien ist man offenbar verrückt nach Rosmarin, kein Wunder, er scheint hier einfach gar nicht anders zu können als zu wuchern!
Mir war bisher nicht bewusst, dass es da auch eine kriechende Variante gibt, wie im Bild oben offensichtlich. Perfekt für solche Zwecke wie hier und zum "begrünen" von Böschungen am Straßenrand. Im Moment steht er überall in Blüte und leuchtet herrlich blau, sodass man ihn von Weitem erkennt.




Auch die stehende Sorte macht viel her und erreicht hier eine ordentliche Größe, wie auf dem Foto unten zu sehen. Rosmarin und Zypressen im Kreisverkehr.



Ist das zu glauben? Ihr seht mich maximal beeindruckt! Fast schien es, als würde Rosmarin hier weniger in Gärten als auf öffentlichen Flächen gepflanzt, vielleicht weil er kaum zu bändigen ist? Am Straßenrand Wurzel an Wurzel mit einem Olivenbaum.



Auch zwischen Steinmauern üppig wachsend, hier fehlt es sicher nicht an der nötigen Wärme, ein widerstandsfähiges Gewächs allererster Güte. Ich frag mich, warum man nirgends Rosmarinfelder sieht, ähnlich der Lavendelfelder in Südfrankreich...



Sogar als Straßenbegrenzung im Außensitzbereich einer Fastfoodkette ist Rosmarin gepflanzt. Er scheint alles auszuhalten, wenn er auch hier sichtlich nicht so glücklich ist.



Blüten und jede Menge Knospen: Die Blühzeit muss wohl relativ lange sein.

Ein wunderschönes englisch/schottisches Lied besingt dieses würzige Heilkraut. Hier in meiner Lieblingsversion von Simon and Garfunkel. Für mich ganz aktuell, denn gestern Abend rockte die Wiener Stadthalle, wo in ein paar Wochen der Europäische Songcontest stattfinden wird. Sting und Paul Simon boten mit einer Reihe wundervoller Musiker drei Stunden feinstes Liedgut, besagtes Lied war nicht dabei, die Erinnerung daran trotzdem frisch.



Noch mit dem Eindruck von Rosmarin im Gemüt ein herrlicher Abend, der vergessen ließ, dass der echte Frühling, der warme und blühende hier bei uns wiedermal aufgeschoben und feinstes nasskaltes Aprilwetter angesagt ist. Aber auch das geht vorbei und jetzt muss ich erstmal dem immergrünen Busch vom Wochenmarkt, der mir ohne groß zu denken zuflog einen schönen Platz im Garten suchen...


Kommentare:

  1. Rosmarin & Sting - gemeinsame Lieben offensichtlich.-
    Heute entdeckt: M ein Rosmarinbäumchen fängt auch an zu blühen...
    Ein schönes Osterfest!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Hoffentlich ist er ein Überlebenskünstler - er kommt aus dem Gewächshaus und hat es jetzt schwer. Deine Bilder sind göttlich, in solchen Gegenden ist es ja auch schön warm. Ich kaufe keine mehr, sie gehen immer kaputt. Zu feucht hier im Boden und viel zu windig und kalt.

    Sigrun

    AntwortenLöschen
  3. Wunderschön diese Farbe überall in so grosser Zahl an zutreffen der Rosmarin was für eine Pracht, duftend schwebt man in den Strassen.. schon alleine dein Posting lässt mich erahnen was für ein Wunder der Natur das ist...Ich drück dir die Daumen dass dein kleiner Rosmarinbusch gedeihen wird!
    Schöne Ostern wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  4. oh-was sind das für schon, erfrischende bilder. ja wunderbar ist er, der rosmarien und wenn man den dann auch noch so in nhülle und fülle geniessen kann, ist das schon was wunderbares.
    auch ich liebe den rosmarien über alles, liebe elisabeth!
    ich wünsche dir schöne fiertage und sende dir herzlichste grüße -
    margit

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Elisabeth,
    was für üppige und wunderschöne Rosmarinbüsche! Ich höre gerade Scarborough Fair dazu, und träum mich ein wenig an diesen wundervollen Ort ...

    "Tell her to find me an acre of land
    (On the side of a hill, a sprinkling of leaves)
    Parsley, sage, rosemary, and thyme
    (Washes the grave with silvery tears)
    Between the salt water and the sea strand
    (A soldier cleans and polishes a gun)
    Then she'll be a true love of mine"

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und ein fröhliches Osterwochenende! Dein kleiner Rosmarinbusch wirwd sicher gut gedeihen *lächel*
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  6. Ich bin auch verrückt nach Rosmarin, und dessen Schwester im Süden - Lavendel. Duftende Feiertage wünsch ich dir Wortkünstlerin!

    AntwortenLöschen
  7. Ich bin hin und weg bei diesen Fotos. Ich kann ihn förmlich riechen. Im Sanspareil-Garten wachsen 3 kleine Rosmarinsträucher. Die umgebende Erde habe ich mit viel Sand gemischt, denn bei uns gibt es saure Erde. Zwei Winter haben sie schon überstanden. Ob sie mal so üppig werden wie im Frankreich-Garten?

    Lieben Gruß
    und danke für die Freude
    Sigrid

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...