Donnerstag, 7. Februar 2013

Wider den freien Fall


Winter ist auch Zeit, sich aus der Flut zu nehmen. Unsere Sinne bekommen nicht so viele unterschiedliche Reize. Farben und Formen erscheinen klar, das Auge bekommt Gelegenheit Nuancen wahrzunehmen. Viel in beige, grau, braun, weiß, schwarz und alles dazwischen. Eine gute Zeit, Balance zu suchen und zu finden.



 
Eine gute Zeit, sich zu sammeln, zu fokussieren, auszurichten. 

Man könnte auch Puzzles legen, Fünftausender. Dafür braucht man Wochen. Nebenbei geht der Winter langsam in Rente. Leider nichts für mich, zu viel Verschiedenes ruft mich.




So wie dieser Platz hier. Da hat einer angefangen und Steine ins Rollen gebracht. Zuerst allerdings übereinander gesetzt. Andere kamen und taten das gleiche. Und tun es noch.



Ich habe hunderte Fotos an diesem Ort gemacht, die Auswahl für diesen Post geschah spontan. Erst später sah ich, wie unterschiedlich die Zugänge sein können.




Manche Türme würden Jahre bestehen, andere leben vom Augenblick, gleich könnten sie fallen. Manche wirken trotz ihrer Masse so leicht, fast zart und schwebend. Gediegen oder ätherisch, abgesichert oder bereit für den freien Fall. Welcher Turm wäre deiner?




Ich konnte mich schwer entscheiden. Fotografieren oder selbst aufbauen. Hin- und hergerissen. Ein bisschen hab ich auch gebaut, da nicht ranzugehen geht gar nicht! Zerstören auch nicht, ergänzen, ja. Und neu aufbauen. Der Kopf wird leer, die Wangen rot und die Zeit muss an den Rand des Spielfeldes weichen. 

Buddha Beach nennen die Leute diesen Platz am Oak Creek in Sedona, Arizona. Der Name verwirrte mich zunächst, ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. 

Meditation kann vieles sein. 
Manchmal auch eben Steine übereinander zu setzen.











               

Kommentare:

  1. Eine tolle dee liebe Elisabeth die Steine zu schichten.
    Schön das Du uns das so nahe bringst. ich glaube ich wäre auch hin und her gerissen, fotografieren oder schichten.

    Liebe Grüße
    Angelika

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  2. In der Mongolei haben wir eine Menge dieser geschlichteten Steine gesehen. Sie heißen dort Ovoos.

    lg kathrin

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  3. Oh, schade, liebstige Elisabeth,
    diesen Ort kannte ich noch nicht, als wir in Sedona waren, sonst hätt ich ihn mir auch angesehen. Und fotografiert, und gebaut und fotografiert ... :o) Weil du schreibst, zur Zeit gibt's "viel in beige, grau, braun, weiß, schwarz und alles dazwischen"... - mit einer Prise Himmelblau sind das für mich gerade DIE Farben, die mich am meisten ansprechen...
    Liebste Küschelbüschel, Traude

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  4. Elisabeth - wie wunderschön.
    Diese steinerne Frau unter anderem - und auch all die anderen.
    Steine gehören zu meinen Lieblings-Lebewesen. An der Ostsee, nähe Binz am Ufer liegen auch so Prachtstücke auf Ostseeart. Ausgehöhlte Baumstämme liegen dort seit Jahrhunderten, in jedes Loch ein Stein gelegt, wunderschöne Findlinge, auch drappiert mit passenden kleinen gesellen oben drauf.
    Ich gehe auch gern auf jüdische Friedhöfe, da liegen ja kleine Steine auf den Grabsteinen, als Zeichen, dass Jemand zu Besuch war.
    Oder diese wunderbaren Edelsteine in allen Farben.
    Wie schön Deine Fotos, Elisabeth, die werden mich heute begleiten. Wenn die erzählen könnten, diese Weisen aus der Urzeit...
    Dir ein schönes Wochenende.
    Weißt du, was ich gegen diese Stimmung gerade mache? Ich versuche mich an einem Lace-Tuch. ich sitz auf dem Sofa rum, manchmal Stunden, und stricke. Gestern hab ich den ganzen Tag gestrickt und wieder aufgeribbelt - das ist die Zeit für sowas. die Zeit, die für Mutti und Omi für solche Sachen genutzt wurde. Ich weiß gar nicht, ob es damals Winterdepressionen gab?
    Alles Liebe
    Heidi

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  5. Ich muss noch was sagen:
    "Sich aus der Flut nehmen" ein toller Begriff. Kannte ich noch gar nicht, obwohl ich Ebbe und Flut vor der Nase habe und ständig auf das sich bewegende Wasser gucke.
    Da denke ich grad über ein Gedicht nach, welches ich mal verfasst habe - werde es posten, wenn´s mir wieder einfällt.
    LG Heidi

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  6. An der Isar wird auch fleißig mit den Steinen geschichtet, die der Fluss seit Jahrzehnten aus den Bergen heranrollert. Es ist Meditation und Spiel zugleich, das kurze Versenken, auch in die Freude, in das kleine Abenteuer, das genaue Hinspüren, was passt und wo waghalsige Kombinationen Sinn machen. Mein Steinhaufen wäre der, auf deinem ersten Foto.
    Und: Auch ich finde den Hinweis, sich im Winter "aus der Flut zu nehmen" wertvoll, danke dafür!

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  7. Am besten gefällt mir dein letztes Bild und da der linke Steinturm. Sowohl die Perspektive, als auch die geschichteten Steine. Faszinierend!

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