Montag, 17. November 2014

Manchmal pieksts

Hier nun ein paar Eindrücke vom Desert Botanical Garden im Großraum Phoenix/Arizona. Zum Vergleich: Geografischer Breitengrad etwa der Norden von Ägypten. Auch hier steht die Sonne im Oktober tief und die späten Nachmittagsstunden lassen uns leider viel zu wenig Zeit. Als Entschädigung bekommen wir von einem erhöhten Standpunkt das Spektakel eines kleinräumigen Monsunregens in der Nähe zu sehen. Böiger Wind wirbelt den feinen roten Sand durch die Luft, von den Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet, bevor die Regenwand dunkelgrauviolette Akzente setzt. Ein Himmelsspektakel das auch bald wieder abgeklungen ist.



Der Teddybear Cholla (Opuntia bigelovii) hat es mir besonders angetan. Ich bin ja ein haptischer Typ, muss alles angreifen, um es näher kennenzulernen. Meine Arbeit, meine Hobbys, ohne meine Hände wäre mein Leben trostlos, ich muss alles fühlen. So zerreibe ich immer wieder mal Blätter oder Früchte zwischen meinen Fingern oder streichle über Blätter und Baumrinden. Die Familie der Chollakakteen, die hier auch wild wachsen lehrt mich Ehrfurcht und Behutsamkeit. Ganz sanftes Berühren geht ja immer.
 

Besonders interessant der Fishhock Barrel Cactus (Ferocactus wislizeni). Wenn man an den starkgebogenen großen Stacheln zupft, fühlt es sich an wie eine Maultrommel. Im übernächsten Bild sind diese Stacheln mit einer Blüte zu sehen. Ja, einige Blüten gab es auch jetzt noch, obwohl die Blütezeit lange vorbei ist.




Hier eine äußerst dekorative Feigenkaktusart (Opuntia stenopetala), deren Stacheln im Gegenlicht der untergehenden Sonne besonders schön leuchteten.




Und nochmal eine Chollakaktusart, auch mit rötlichen Stacheln.



Viele Agavenarten, Aloearten, noch mehr Kakteenarten, für diese Region typische Bäume und Sträucher, Heilpflanzen finden herrlich zusammengestellt Platz in diesem für uns so exotisch anmutenden Botanischen Garten. Für einen Besuch sollte man sich Zeit nehmen, wenn man sich in der Region aufhält. Schönste Zeit wäre vermutlich April und Mai, wenn sich die wunderschönen Blüten der Kakteen öffnen. In der Seiteleiste rechts ist ein Fotoblog (Phoenix Daily Photo) verlinkt, Sharon Anck postet immer wieder Fotos von diesem Garten.

Orgelpfeifenkaktus (Stenocereus thurberi) in nächsten Foto.



Skulpturen und stimmungsvolle Beleuchtung begleiten uns auf unseren Rückweg, den wir viel zu schnell antreten müssen. Die Dämmerung dauert hier nicht lange, im Nu ist es dunkel.



Das Bewusstsein für die Einzigartigkeit einer Region hat in den USA eine lange Tradition und es finden und fanden sich immer wieder Menschen, die Geld und persönlichen Einsatz investieren, um Fauna und Flora zu schützen und zu erhalten.


Zum Schluss noch einmal ein kleiner Blick auf einen Grünstreifen am Fahrbahnrand in Schottsdale, denn Kakteen und Agaven wachsen hier überall, ob wild oder gepflanzt, sie scheinen sich sehr wohl zu fühlen. Bei genauerem Hinsehen ist eine Knospe im Vordergrund zu erkennen. Auf der anderen Seite öffnet sich gerade eine große Blüte.




Ich wills ja nicht übertreiben, Fotos hätte ich noch viele im Archiv, eine kleine feine Auswahl hat es bis hierher geschafft, für eine kleine Freude eben.

Kakteen passen thematisch gut in den November, einem Monat, in dem wir immer wieder aufgerufen sind loszulassen. Was es im einzelnen ist, zeigt uns das Leben, indem es uns manchmal pieckst und nicht zuletzt die Natur in unseren Breiten hier in Mitteleuropa. Wir verabschieden uns von der Fülle der Farben draußen und sehen im besten Fall auf das Wesentliche. Dafür sollten wir uns jetzt Zeit nehmen! Auch die wunderbaren Blüten der Kakteen mahnen immer wieder ans Abschied nehmen, sie sind nur für eine kurze Zeit geöffnet und verblühen rasch, als würden sie uns daran erinnern wollen, dass nichts ewig wärt. Hier auf der Erde.


   



Kommentare:

  1. Was für eine zauberhafte Kaktteenwelt! Danke, liebe Elisabeht, für diesen wunderschönen Bilder!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen gemütlichen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  2. Diese Kakteen sind wunderschön. Gut dass du dich schon vorher auf weniger haptische Begegnungen eingestellt hast...

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  3. Wahnsinn die wunderschönen Kakteen, alle sind so toll!
    Danke dass du hier die Fotos rein stellst, es ist eine andere Welt abe rum so shcöne rjetzt das so zu erleben dürfen!
    Schöne Woche wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Sehr schön fotografiert Elisabeth! Obwohl ich kein Kakteen-Fan bin, gefallen mir Deine Bilder ausnehmend gut :)

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  5. Ich bin von Deinen Bildern sehr begeistert, das sind wunderbare Bilder von einer offensichtlich wunderbaren Reise.
    Magdalena

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  6. Hach, die Opuntienstacheln im Gegenlicht – meine pieksigen Favoriten! Herzliche Grüße Petra

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  7. So wunderschöne Fotos. Diese vielen verschiedenen Kakteen. Die Opontienstacheln gefallen mir auch besonders - so im Sonnenlicht, aber auch die anderen Fotos. Was für Blüten. Toll, Elisabeth, einige Erinnerungen kommen auf
    1) - 1. Urlaub mit meinem Liebsten auf Gran Canaria - ich musste auch einen Kaktus anfassen und - autsch!! Bis heute unvergessen.
    2) - Ich hatte mal eine selbst gezogene Kakteensammlung, als ich grad mit meinem Liebsten zusammengezogen war. Sie entwickelten sich prächtig. Wie oft bestaunte ich die Wahnsinnsblüten, die eben leider nur ganz kurze Zeit blühen.
    Deine Fotos sind sehr stimmungsvolle bei dem wunderbaren Licht.
    Liebe Grüße
    Heidi

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