Montag, 4. August 2014

Gewohnte Welten dehnen

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nicht mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer

                                  Erich Fried



Mit steilerem Betrachtungswinkel intensiviert sich das Blau direkt unter uns und in der Ferne. Das Blau des Himmels tritt zurück und die Klarheit der Farben, auch die der Kiefern und Felsen zeigt die Kraft des Sommers.
Das nehme ich mit: Nichts Beliebiges, Gleichgültiges tut sich hier auf. Alles bezieht Stellung. Am Aussichtspunkt steht man Schlange, um mit dem Blick in die hell azurblaue, von grellweißem Kalkgestein aufgehellte Bucht einzutauchen. Diese Farbe schwemmt sich in die Netzhaut und verankert sich da im Hintergrund. Dieses schönste aller hellen Blaus, als Blaupause für alle zukünftigen Sommerträume.




Mit Blau aufladen für den Rest des Jahres, hier kann es gar nicht genug davon geben...



Blau entspannt in seiner Qualität Grenzen aufzuheben, gewohnte Welten zu dehnen und ausufern zu lassen. Erlauben, dass das Auge in der Ferne nirgendwo hängen bleibt, in Innenwelten zurückkehrt und ankert. Dort läuft aus dem Ruder, was zu eng gehalten worden war und Einsichten tauchen am inneren Horizont auf. Hinter der blauen Türe warten Göttinnen, gemütliche Kissen und Erfrischung.

Wellen landen an und erden das Blau. Es reicht von der Ferne ins Jetzt und da bleibt es für eine große Weile und wird doch niemals festgefügt sein...


                             Alle Fotos sind von der griechischen Insel Zakynthos mitgebracht

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    oh mein Gott, wie schön wars denn dort? Das
    zweite Bild ist ja der Wahnsinn. Wunderschön.
    Ich finds so toll, wenn Urlaubsbilder gezeigt
    werden, man bekommt so viele Tipps und
    Anregungen. Ich glaub, ich muss jetzt mindestens
    6 mal im Jahr verreisen :-))
    Glg Christiane

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  2. Liebe Elisabeth
    ahhh schnauf ich fühle es mit so gehts mir jedes Mal wenn ich an meinem Meer stehe das Gedicht von Worten ist einmalig dazu!
    Zugegeben dieses wahnsinns Wasser so ein Blau ist ein wahres Glück für dich zu sehen und für mich es wenigstens so zu sehen auf dem Foto und auch die anderen Fotos!
    Aber ich bin zufrieden mit meinem Platz am Meer um so mehr freue ich mich für dich so wa szu erleben dürfen!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Liebe Elisabeth,
    Das ist ja eine atemberaubende Landschaft wie im Paradies!!! Wunderschöne Bilder sind das!! Das Live zu erleben, einfach klasse!!
    Blau fasziniert mich schon immer.
    Liebe Grüße
    Nina

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  4. Ja, ein herrlicher Fleck Erde! Ich denke gerne daran, als wir 1981 dort den Sommer verbrachten, beschlossen zu heiraten und ein Kind zu bekommen. Ab da führte ich ein ganz anderes Leben...
    In Griechenland bin ich zuletzt 1998 gewesen. Deine Fotos lassen Sehnsucht aufkommen...
    Liebe Grüße
    Astrid

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  5. Liebe Elisabeth,
    das sind traumhafte Bilder .....
    Ich wünsch Dir einen schönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  6. So schön .... das tut richtig gut, das viele blau. Wo es dann hier auch noch nur grau, grau und nass ist!
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag, so wie man hört auch bei Euch noch immer mit grauen Wolken. Schade ...
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  7. Oh wie traumhaft schön,da möchte ich blau machen! Und diese Aussicht sollte man malen...LGKatja

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  8. Dieses BLAU. Sagenhaft. Kann mich gar nicht entscheiden, welches Bild am schönsten ist. Und das Gedicht macht richtig FRIEDLICH und lässt mich durchatmen. Wunderschöner post :)

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  9. Aaah, ich bin eingetaucht in diese Weite und deine mitnehmenden Worte. Dieses griechische Blau, ein Blau wie sonst nirgends. Liebe Grüße Pepe

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