Donnerstag, 27. September 2012

Bilder auf Papier / 9

September

Im Sprung zum Oktober. Das Septemberfoto in meinem persönlichen Irlandkalender hüpft noch schnell herein, ehe es zu spät ist. Und es ist Eines, das ich besonders mag.


         auf der Nordseite der Beara Peninsula mit Blick auf die Bucht von Kenmare, Südwestirland

Die malerische Kieferngruppe im Hintergrund sollte ein schönes Fotomotiv abgeben, dafür hatte ich das Auto abgestellt. Doch als ich die Straße überquert hatte und auf die Böschung am Straßenrand steigen wollte, änderte sich mein Fokus gänzlich. Die spiegelglatte Wasseroberfläche in der Bucht warf mir den Himmel entgegen, die Muschelhälften lagen zu meinen Füßen auf der Erde und die Blüten des Spitzwegerich ragten wie winzige, keck in die Höhe strebende Baumstämme in meinen Horizont. Plötzlich war alles verschoben und ich fragte mich, warum wir Menschen so häufig mit dem gleichen Blick auf die Welt durch unsere Tage gehen. 

Ein paar Tage nach dem Äquinoktium, nach vielen Tagen, in denen ich viel Zeit in der Natur erleben konnte, fühle ich eine große Sehnsucht nach Balance mit den Kräften der Natur. Einer meiner Söhne kehrt nach mehreren Wochen aus Indonesien zurück und wird uns einen kleinen Einblick in recht unterschiedliche Lebenswelten geben können. Im Einklang mit Mutter Erde zu leben, unter Bedingungen, die ihr genausowenig schaden wie uns selbst, scheint hier in unserer Weltgegend unerreichbar, anderswo sicher nicht minder. Die Vorstellung von einem respektvollen und liebevollen Miteinander zwischen uns Menschen und unserem Heimatplaneten kann ich nicht aufgeben.
Ich sehe mich um und sehe den Himmel auf Erden, in kleinen Stücken. Manchmal.

Die anderen Kalenderblätter dieser Serie findet ihr hier.

Kommentare:

  1. Liebe Elisabeth,
    das ist eine wunderschöne Aufnahme und ich weiß garnicht, wohin ich zuerst schauen soll. Mir scheint, als sei ALLES in diesem einen Bild enthalten.
    Ja, oftmals ist unser Blick getrübt und eingeschränkt, fixiert auf das, was wir sehen wollen und manchmal auch nur sehen können. Sich einzulassen und offen zu sein für die Vielfalt des Lebens, für das Geschenk der Natur ist mitunter schwierig.
    Bedingungen, Erwartungen und Ansprüche daran, wie etwas sein sollte, damit es für uns akzeptabel ist, versperren die Sicht und die Aussicht, mit liebenden und verstehendem Blick durch das Leben zu gehen. Ich glaube, die meisten Menschen haben nicht gelernt, dankbar und einfach glücklich zu sein.
    Einen herzlichen Gruß zu Dir
    Joona

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    1. Danke Joona, ich denke wir üben täglich und schaffen es besser, vielleicht in zwei Schritten vor und manchmal auch einen zurück ;-)

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  2. Liebe Elisabeth!
    Das Foto ist wieder mal absolut sehenswert. Mit der Muschel vorne einfach perfekt.
    Hast du auch Bilder von den Krokussen/Zeitlosen in Griechenland? Das würde mich interessieren - vielleicht gibt es dort sogar Herbstkrokusse?
    Sag mal, möchtest du noch Samen vom Odermennig haben? Dann schicke ich sie dir. Sag mir nur noch mal deine Adresse.
    VG
    Elke

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  3. Liebe Elisabeth, das ist ein fabelhaftes Foto!! Eigentlich ein Wahnsinn, nun haben wir schon bald Oktober - de Zeit verfliegt.

    lg kathrin

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  4. Schön, Elisabeth. Das Foto ist wirklich ganz toll, sehr speziell. Gestern sagte meine Tochter zu mir, dass sie gerne mal nach Irland möchte, umherfahren und sehen. Aaaber- die Kinder aaaber dies und aber das. Ich hab ihr gesagt, dass sie nicht zu lange warten soll, denn es gibt immer wieder ein aber.

    Sigrun

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    1. Ja, in unserem Alter wissen wir das aus Erfahrung, nicht wahr?
      Schöne Grüße an deine Tochter und ein Satz von mir: Sie würde es sicher nicht bereuen :-)

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  5. ich finde Dein Bild ganz außergewöhlich gut gelungen! Du machst ja viele tolle Bilder - dieses hier hat aber noch eine ganz besondere Stimmung. Ich finde die Klarheit sehr schön. Sowohl in den Farben als auch in der Komposition.
    Viele liebe Grüße von Renate

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