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Mittwoch, 9. April 2014

Das Herz ist trotzdem schwer...

Manchmal kann ich es nicht glauben in diesen Tagen: Draußen in der Natur ein Feuerwerk an Farben, Lebenskraft und Freude. In unserem Familienkreis erleben wir das immer weniger werden eines lieben Menschen mit, unaufhaltsam und so überdeutlich. Werden und vergehen treten jede Stunde ins Bewusstsein und doch ist auch eine große Stille da. Beliebig scheinen viele Tage im Leben, jetzt gerade bedeuten manche Stunden miteinander alles. Der Kopf weiß, dass alles seine Zeit hat, das Herz ist trotzdem schwer.




Die Zeit steht still.

Die Zeit steht still. Wir sind es, die vergehen.
Und doch, wenn wir im Zug vorüberwehen,
Scheint Haus und Feld und Herde, die da grasen,
Wie ein Phantom an uns vorbeizurasen.
Da winkt uns wer und schwindet wie ein Traum,
Mit Haus und Pferd, Laternenpfahl und Baum.

So weht wohl auch die Landschaft unseres Lebens
An uns vorbei zu einem anderen Stern
Und ist im Nahekommen uns schon fern.
Sie anzuhalten suchen wir vergebens
Und wissen wohl, dies alles ist nur Trug.

Die Landschaft bleibt, indessen unser Zug
zurücklegt die ihm zugemessnen Meilen.

Die Zeit steht still.
Wir sind es, die enteilen.

Mascha Kaléko: Die paar leuchtenden Jahre 




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