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Mittwoch, 2. Mai 2012

Zeit nach weißen Strümpfen

Nun endlich ein kleines Lebenszeichen von mir hier:
Vier Wochen ohne mediale Überflutung, aber mit geregeltem Tagesablauf liegen hinter mir. 
Viel Zeit in der Natur, Begegnungen mit Menschen, Zeit mit mir selbst ohne Verpflichtungen und Pläne.
Klingt ein wenig nach Auszeit im Kloster...

Als nach einer gemeinsamen Woche zwölf Menschen im Kreis zusammensitzen und einige Abschiedsworte gesprochen werden, entsteht statt des üblichen Applauses Stille. Worte fühlen sich seltsam falsch an, an ihre Stelle tritt dicke, stille Freude: Für einige Momente liegt der Zauber des Augenblicks satt in der Luft.
Aus der Hetze des Alltags sind wir ein Stück weit angekommen. Im Jetzt, Anker geworfen in uns selbst. Was für ein süßer Moment, wo Worte überflüssig geworden sind und bis vor Kurzem sich Fremd-e Nähe miteinander teilen.

Wir waren "nur" miteinander wandern, nichts mit Kloster, bis auf eine Stunde im Tibetischen Retreat.



Dieses Mädchen stolperte mir im Versunkenen Garten von Bantry House vor die Kamera. Es sollte zum Symbol dieser Zeit in Irland werden. Schönheit und Harmonie zu empfinden war für mich immer verbunden mit bestimmten Parametern, die passen mussten. Ein Teil der großen Vielfalt musste so auf der Strecke bleiben. Naturerlebnis bei Schönwetter ist wie mit weißen Strümpfen durch einen gepflegten Garten schweben oder Blumen in einer schönen Vase hinter die Fensterscheibe stellen. Schon schön, aber es fehlt etwas.



Kein April ohne meine Lieblingsblumen, schnell schnell noch ein Nachtrag zum vergangenen Tulpenmonat.

Die weißen Strümpfe bleiben für immer ausgezogen, ein wenig Moorwasser hat die Füße umspült, Wind die Haare zerzaust, Stille die Ohren gefüllt. DIE Farbe meiner Kindheit bringt sich kraftvoll in Erinnerung.



Bilder aus Irland, wie ihr sie vielleicht erwartet, kommen auch noch. Der Anfang ist mit lebendigem *grün* gemacht. Diese Tulpe war für mich die Schönste, ich mochte ja alle. Und trotzdem: Die Eine Liebe ist immer besonders.

  


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