Zeit für ein paar Gartenfotos. Hier im Wiener Raum herrscht nun schon seit mehr als zwei Wochen Hitze, die nur kurz mal unterbrochen wird, es fällt viel zu wenig Regen, gießen ist angesagt.
Meine einmal blühende Hecken- oder vielmehr Kletterrose hat den Goldregen erobert und wirft nun seine langen Ranken von oben in das Projekt die Häuser dahinter zu verstecken. Oder heißt das Projekt Dornröschengarten? Jedenfalls verweist sie den Rosenbogen neben sich in die zweite Reihe. Wer wird sich schon mit so einer kleinen Rankhilfe zufriedengeben?!
Ich lasse sie eben mal wuchern, ich kann nicht anders, obwohl sie auch schon nach dem Ahorn greift.
Das Beet am Terrassenhang ist wie so vieles hier aus Bequemlichkeit entstanden. Der Wollziest (Stachys) fühlte sich wohl und durfte bleiben und sich gleich mal ordentlich vermehren. "Unkraut" kommt hier keines mehr durch. Als hätte ich es vor Jahren geahnt sind auf diese Weise große Bienenweiden entstanden. Jetzt sind wir froh darüber! Zum ersten Bienenstock kommt nun ein Zweiter. Sohn ist mit dem Bienenvirus infiziert. Besonders in diesem Beet also summt und schwirrt es den ganzen Tag, Hochbetrieb für die fleißigen Bienchen, sie müssen nicht weit fliegen.
Unsere Ramblerrose hat nun den alten Birnbaum vollkommen überwuchert. Letzten Herbst wurden die bis zum Boden hängenden Zweige gekürzt, wir sind dauernd an den Ranken hängengeblieben. Die Rose ist so wüchsig, ich hoffe der Baum unter ihr hält ihr Gewicht noch eine Zeit aus. Von Weitem sieht unser "Rosenbaum" wie ein überdimensionaler Pilz aus. Die Bienen haben es nicht weit, tausende Blüten locken mit einem wunderbar zarten Duft.
Es ist Johanniskrautzeit, die Sonnenwende rückt immer näher. Es ist doch erst Frühling gewesen! Wie sehr ich diese Zeit ein wenig aufhalten, einbremsen möchte! Bei dieser Hitze verblühen die Rosen rasch, ihren Duft und die Blüten genießen zu können ist ein kostbares Geschenk der Natur.
Die "Wollziestweide" wird noch eine Weile weiterblühen. Diese unermüdliche Pflanze mit den samtigen Blättern ist eines der Stauden, die die Schnecken nicht einmal anrühren, sie machen einen großen Bogen herum.
Unser Garten ist inzwischen schneckenoptimiert. Das Gemüse ist hinter einem Schneckenzaun geschützt und sonst wächst, was Schnecken nicht mögen. Davon gibt es erstaunlich viel.
Seit ein paar Jahren verzichten wir auf jegliches Gift im Garten, so kommt es auch immer wieder mal zu kleineren oder größeren Schäden am Buchs, wenn wir nicht aufpassen und die Sträucher regelmäßig mit starkem Wasserstrahl abspritzen. Ich mag den Buchs sehr, deswegen wird er zurückgeschnitten und darf weiterwachsen, langsam eben wie es seine Art ist. Er bietet stellenweise gar keinen schönen Anblick, bisher hatte ich noch immer nicht das Herz, ihn ganz rauszuwerfen.
Schade, dass ihr das Summen und den Duft nicht wahrnehmen könnt, es ist wahrlich die halbe Miete!!
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Donnerstag, 11. Juni 2015
Dienstag, 30. September 2014
Spontan im Rosenbeet
Mit dem Kommen vom Oktober zählt jeder sonnige Tag hier doppelt und dreifach. Kleinklimatische Bedingungen sorgen im Herbst in unserer Gegend sehr häufig für Nebel, hoch oder tiefliegend spielt da schon keine Rolle mehr. Manche Jahre erleben wir oft über Monate kaum einen hellen Tag. Sollte es noch einige Zeit mild bleiben, könnten Dahlien und Rosen noch lange wunderbar blühen. Mit zu viel Feuchtigkeit in der Luft vegetieren sie irgendwie eher, oft mag ich dann gar nicht mehr genau hinschauen, es tut einfach weh.
Hier also noch schnell ein paar aktuelle Gartenbilder fürs Album, dass die Freude nicht verloren geht!
Gestern und heute schaffte es die Sonne immerhin ab Mittag und verwandelte Gärten und Fluren in prächtig leuchtende üppige Schönheiten, geregnet hat es ja in letzter Zeit genug.
Das Zebragras blüht gerade auf, ich liebe es über alles. Aus dem Bürofenster schauen wir den ziehharmonikagefalteten Büscheln direkt ins Gesicht.
Die Dahlie im nächsten Bild kaufte ich als eine von Dreien in einem billigen Überraschungspaket, in dem so schrumpelige Knollen wohnten, nicht sehr vertrauenserweckend, aber neugierig machend. Eine hat sich erst gar nicht aus der Erde getraut, die zweite wurde in ihrem Anfangswachstum von den Schnecken arg zerzaust und erholte sich nicht mehr. Die einzig Überlebende bricht dafür alle Rekorde, die Blüten sind riesig, da geht meine Faust viermal rein. Diese Schönheit werde ich überwintern.
Die Graham Thomas Rose haut nochmal Blüten raus, dass es eine pure Freude ist.
Folgende Fotos zeugen wieder mal von spontanen Aktionen, zu denen ich im Garten neige. Ich plane eher gar nicht (bewundere andere, die sich viele Gedanken machen und dann gezielt vorgehen) und wenn es mir dann reicht, mache ich was gerade geht. Wie hier im Rosenbeet am Gartenzaun, wo drei verschiedene Sorten gepflanzt waren. Zwei davon kränkelten oder verabschiedeten sich ganz im Laufe der vielen Jahre. Alles englische Rosen, alle David Austin Züchtungen. Nur die Graham Thomas fühlte sich auf Dauer an diesem Standort wohl, sie ist einfach wunderbar.
Nun weiß man, dass Rosen am selben Standort nicht gepflanzt werden sollen, wenn ich aber doch unbedingt dort wieder welche haben wollte?! Die passende Sorte war schnell gefunden und bestellt, geliefert genauso. Da hatte ich nun innerhalb einer Woche plötzlich fünf Container mit knospenden Rosen in Garten stehen. Und was für welche! Die erste Blüte ging gleich am nächsten Tag auf und duftet herrlich ähnlich wie Pfirsiche, passend zur Farbe.
Alte Erde großzügig ausgetauscht, viel Rosenerde ins Pflanzloch und meine neuen Lieblinge eingepflanzt. Sie danken es mit vielen Blüten und ich bin ganz aus dem Häuschen. Haltet mir bitte alle Daumen, dass sie gut durch den Winter kommen und sich nächstes Jahr auch gut entwickeln. Ich werde meinen Teil sicher beitragen. Danke auch schön!
Lady Emma Hamilton (auch eine David Austin)
Sogar die Katzenminze, auf der ordentlich herumgetrampelt wurde hat sich wieder erholt und blüht so sehr, dass es dort summt, wie im Frühjahr. Ach übrigens, die Löcher gruben dankenswerterweise Männerhände...
Und so geht bald wieder ein Vegetationsjahr zu Ende, mit Überraschungen wie jedes Jahr. Ich mag das. Dieses Jahr mussten wir uns vom Etagenschneeball verabschieden, dafür darf an der Stelle eine Zaubernuss wachsen und ich freue mich jetzt schon auf die ersten Blüten des nächsten Jahres, wenn alles klappt schon im Januar...
Hier also noch schnell ein paar aktuelle Gartenbilder fürs Album, dass die Freude nicht verloren geht!
Gestern und heute schaffte es die Sonne immerhin ab Mittag und verwandelte Gärten und Fluren in prächtig leuchtende üppige Schönheiten, geregnet hat es ja in letzter Zeit genug.
Das Zebragras blüht gerade auf, ich liebe es über alles. Aus dem Bürofenster schauen wir den ziehharmonikagefalteten Büscheln direkt ins Gesicht.
Die Dahlie im nächsten Bild kaufte ich als eine von Dreien in einem billigen Überraschungspaket, in dem so schrumpelige Knollen wohnten, nicht sehr vertrauenserweckend, aber neugierig machend. Eine hat sich erst gar nicht aus der Erde getraut, die zweite wurde in ihrem Anfangswachstum von den Schnecken arg zerzaust und erholte sich nicht mehr. Die einzig Überlebende bricht dafür alle Rekorde, die Blüten sind riesig, da geht meine Faust viermal rein. Diese Schönheit werde ich überwintern.
Die Graham Thomas Rose haut nochmal Blüten raus, dass es eine pure Freude ist.
Folgende Fotos zeugen wieder mal von spontanen Aktionen, zu denen ich im Garten neige. Ich plane eher gar nicht (bewundere andere, die sich viele Gedanken machen und dann gezielt vorgehen) und wenn es mir dann reicht, mache ich was gerade geht. Wie hier im Rosenbeet am Gartenzaun, wo drei verschiedene Sorten gepflanzt waren. Zwei davon kränkelten oder verabschiedeten sich ganz im Laufe der vielen Jahre. Alles englische Rosen, alle David Austin Züchtungen. Nur die Graham Thomas fühlte sich auf Dauer an diesem Standort wohl, sie ist einfach wunderbar.
Nun weiß man, dass Rosen am selben Standort nicht gepflanzt werden sollen, wenn ich aber doch unbedingt dort wieder welche haben wollte?! Die passende Sorte war schnell gefunden und bestellt, geliefert genauso. Da hatte ich nun innerhalb einer Woche plötzlich fünf Container mit knospenden Rosen in Garten stehen. Und was für welche! Die erste Blüte ging gleich am nächsten Tag auf und duftet herrlich ähnlich wie Pfirsiche, passend zur Farbe.
Alte Erde großzügig ausgetauscht, viel Rosenerde ins Pflanzloch und meine neuen Lieblinge eingepflanzt. Sie danken es mit vielen Blüten und ich bin ganz aus dem Häuschen. Haltet mir bitte alle Daumen, dass sie gut durch den Winter kommen und sich nächstes Jahr auch gut entwickeln. Ich werde meinen Teil sicher beitragen. Danke auch schön!
Lady Emma Hamilton (auch eine David Austin)
Sogar die Katzenminze, auf der ordentlich herumgetrampelt wurde hat sich wieder erholt und blüht so sehr, dass es dort summt, wie im Frühjahr. Ach übrigens, die Löcher gruben dankenswerterweise Männerhände...
Und so geht bald wieder ein Vegetationsjahr zu Ende, mit Überraschungen wie jedes Jahr. Ich mag das. Dieses Jahr mussten wir uns vom Etagenschneeball verabschieden, dafür darf an der Stelle eine Zaubernuss wachsen und ich freue mich jetzt schon auf die ersten Blüten des nächsten Jahres, wenn alles klappt schon im Januar...
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Freitag, 21. Juni 2013
Überbordend und überwältigend
Eine überbordende Zeit der Fülle - die Zeit der Sonnenwende im Juni.
Ich konnte wegen meiner vorübergehenden Behinderung im Frühjahr meine Rosen nicht schneiden. Als wollten sie mich überreden für immer darauf zu verzichten, ranken und blühen sie was das Zeug hält. Die Kletterrose im Hintergrund eroberte den Goldregen und galoppiert auf die andere Seite Richtung Baustelle nebenan. Ob die Bauarbeiter sie wahrgenommen haben wage ich zu bezweifeln. Egal, Schönheit und Fülle fragt nicht nach Publikum, sie genügt sich selbst in ihrem Drang alles, was möglich ist auszuschöpfen.
Könnten wir im Bewusstsein dieses Reichtums der Natur bleiben, länger als eine kurze Spanne zwischen März und September? In unseren Breiten sind wir auf das Erleben der Gegensätze in der Natur gepolt. In Ländern, wo im Dezember die Kakteen blühen und Palmen wachsen, gibt es dieses Hoch und Tief nicht in dieser Weise. Ich denke, ich würde das auch oder vielleicht sogar eher lieben.
Diese Explosion an Lebenskraft überfordert fast ein Stück. Immer dessen eingedenk, dass es bald wieder vorbei ist, schwingt auch jedes Jahr ein wenig Wehmut mit. Wir sind am Scheitelpunkt, schon wieder. Natürlich geht es mit Wärme und Blüten ein Weilchen, der Sommer kommt ja erst. Aber die Geschwindigkeit des Wachstums bremst sich langsam und zunächst unbemerkt mit jedem neuen Tag ein. Langsam, ganz langsam, als hätte der Himmel Mitleid mit uns. Lasst uns denen da unten noch ein bisschen vorgaukeln, dass es ewig so weitergeht...
Der Mehltau an den Rosen konnte ihre Schönheit nicht einschränken und ich weiß, dass diese Bilder mich durch das Jahr begleiten. Der Duft hängt nach, noch einige Zeit, so wie der Wunsch, es möge noch lange so bleiben. Eine lange Weile lang.
Der Scheitelpunkt des Sonnenlaufs dauert nur eine kleine Weile. Der Duft des Lavendel speichert hingegen Wärme und Kraft, lange, sehr lange. Schön und tröstlich ist das. Auch die Rosenblätter. Sollte ich nicht wieder welche sammeln und trocknen?
Euch allen eine schöne Sonnenwende und einen schönen Supermond am Sonntag. Da ist unser Erdtrabant an seiner größten Annäherung an unsere Erde. Am frühen Abend beobachten!
Ich konnte wegen meiner vorübergehenden Behinderung im Frühjahr meine Rosen nicht schneiden. Als wollten sie mich überreden für immer darauf zu verzichten, ranken und blühen sie was das Zeug hält. Die Kletterrose im Hintergrund eroberte den Goldregen und galoppiert auf die andere Seite Richtung Baustelle nebenan. Ob die Bauarbeiter sie wahrgenommen haben wage ich zu bezweifeln. Egal, Schönheit und Fülle fragt nicht nach Publikum, sie genügt sich selbst in ihrem Drang alles, was möglich ist auszuschöpfen.
Könnten wir im Bewusstsein dieses Reichtums der Natur bleiben, länger als eine kurze Spanne zwischen März und September? In unseren Breiten sind wir auf das Erleben der Gegensätze in der Natur gepolt. In Ländern, wo im Dezember die Kakteen blühen und Palmen wachsen, gibt es dieses Hoch und Tief nicht in dieser Weise. Ich denke, ich würde das auch oder vielleicht sogar eher lieben.
Diese Explosion an Lebenskraft überfordert fast ein Stück. Immer dessen eingedenk, dass es bald wieder vorbei ist, schwingt auch jedes Jahr ein wenig Wehmut mit. Wir sind am Scheitelpunkt, schon wieder. Natürlich geht es mit Wärme und Blüten ein Weilchen, der Sommer kommt ja erst. Aber die Geschwindigkeit des Wachstums bremst sich langsam und zunächst unbemerkt mit jedem neuen Tag ein. Langsam, ganz langsam, als hätte der Himmel Mitleid mit uns. Lasst uns denen da unten noch ein bisschen vorgaukeln, dass es ewig so weitergeht...
Der Mehltau an den Rosen konnte ihre Schönheit nicht einschränken und ich weiß, dass diese Bilder mich durch das Jahr begleiten. Der Duft hängt nach, noch einige Zeit, so wie der Wunsch, es möge noch lange so bleiben. Eine lange Weile lang.
Der Scheitelpunkt des Sonnenlaufs dauert nur eine kleine Weile. Der Duft des Lavendel speichert hingegen Wärme und Kraft, lange, sehr lange. Schön und tröstlich ist das. Auch die Rosenblätter. Sollte ich nicht wieder welche sammeln und trocknen?
Euch allen eine schöne Sonnenwende und einen schönen Supermond am Sonntag. Da ist unser Erdtrabant an seiner größten Annäherung an unsere Erde. Am frühen Abend beobachten!
Dienstag, 18. Juni 2013
Barocke Pracht und Glücksgefühle
Die Stadt ist voll von Touristen. Überall. Ich kann sie verstehen, Wien ist eine faszinierende Stadt, ich entdecke immer wieder noch einzelne Kleinode an Häusern, in Gärten, Parks, Hinterhöfen, Museen und Industrieanlagen.
Mein Highlight im Juni ist allerdings unwiderruflich der Volksgarten. Ich hatte ja versprochen wiederzukommen. Einfach nur dasitzen und beobachten was sich rundherum so tut.
Ein schmales Stück Park entlang der mehrspurig befahrenen Ringstraße gleich neben dem Burgtheater, gut abgeschirmt durch Bäume. Davor an den Längsseiten Hochstammrosen in drei Reihen, dicht an dicht. Jetzt blühen sie alle, in allen Farben. Eine barocke duftende Pracht.
Eine heitere Entspanntheit greift hier um sich. Vor den Hochstammrosen sitzt man und genießt die Stimmung und schaut. Der Gegensatz zur Geschäftigkeit ein paar Meter weiter ist kaum zu begreifen. Man hört den Verkehrslärm, ja schon, aber er vermag nicht zu stören. Hier nicht. Wie kann die Atmosphäre so schnell verändert sein. Ein bisschen verweilend, ein bisschen Zeit vergehen lassend kommt die Erkenntnis. Es liegt an den Rosen. Hunderte blühen, tausende Blüten verströmen ihren Duft, erobern mit ihrer Schönheit.
Diesem Ambiente kann sich niemand in Gleichgültigkeit entziehen.
Alle Fotos dieses Posts machte ich von ein und derselben Bank aus. Ich saß da und konnte es kaum fassen. Alle paar Augenblicke posen Menschen aller Alterstufen (auch Männer) vor der Blütenpracht und es wird fotografiert, was der Auslöser hält. Nur wenige mit dicken Objektiven interessieren sich ausschließlich für die Rosen. Die meisten werfen sich ungeniert zwischen die schönsten Blüten, die mit den Kameras bekommen glasige Augen. Das eigene Glücksgefühl muss mit aufs Bild.
Die "Models" passen wunderbar zur Umgebung. Werden sie durch die Rosen verzaubert? Ich finde bedingungslos: Ja!
Jetzt lasse ich euch mit einigen meiner Snapshots alleine, ich mochte sie alle, Menschen, Rosen, die ganze verzückte Stimmung hier. Aber seht selbst.
Ganz klein in Klammer für alle, die sich für meine Knöchelgeschichte interessieren. Gestern ging ich einen! Kilometer ohne Krücken auf meinen zwei Beinen durch den Laxenburger Schlosspark und mein Gangbild ist sehr gut. Ich bin glücklich. Mit und ohne Rosen, aber mit ihnen noch ein bisschen mehr...
Mein Highlight im Juni ist allerdings unwiderruflich der Volksgarten. Ich hatte ja versprochen wiederzukommen. Einfach nur dasitzen und beobachten was sich rundherum so tut.
Ein schmales Stück Park entlang der mehrspurig befahrenen Ringstraße gleich neben dem Burgtheater, gut abgeschirmt durch Bäume. Davor an den Längsseiten Hochstammrosen in drei Reihen, dicht an dicht. Jetzt blühen sie alle, in allen Farben. Eine barocke duftende Pracht.
Eine heitere Entspanntheit greift hier um sich. Vor den Hochstammrosen sitzt man und genießt die Stimmung und schaut. Der Gegensatz zur Geschäftigkeit ein paar Meter weiter ist kaum zu begreifen. Man hört den Verkehrslärm, ja schon, aber er vermag nicht zu stören. Hier nicht. Wie kann die Atmosphäre so schnell verändert sein. Ein bisschen verweilend, ein bisschen Zeit vergehen lassend kommt die Erkenntnis. Es liegt an den Rosen. Hunderte blühen, tausende Blüten verströmen ihren Duft, erobern mit ihrer Schönheit.
Diesem Ambiente kann sich niemand in Gleichgültigkeit entziehen.
Alle Fotos dieses Posts machte ich von ein und derselben Bank aus. Ich saß da und konnte es kaum fassen. Alle paar Augenblicke posen Menschen aller Alterstufen (auch Männer) vor der Blütenpracht und es wird fotografiert, was der Auslöser hält. Nur wenige mit dicken Objektiven interessieren sich ausschließlich für die Rosen. Die meisten werfen sich ungeniert zwischen die schönsten Blüten, die mit den Kameras bekommen glasige Augen. Das eigene Glücksgefühl muss mit aufs Bild.
Jetzt lasse ich euch mit einigen meiner Snapshots alleine, ich mochte sie alle, Menschen, Rosen, die ganze verzückte Stimmung hier. Aber seht selbst.
Ganz klein in Klammer für alle, die sich für meine Knöchelgeschichte interessieren. Gestern ging ich einen! Kilometer ohne Krücken auf meinen zwei Beinen durch den Laxenburger Schlosspark und mein Gangbild ist sehr gut. Ich bin glücklich. Mit und ohne Rosen, aber mit ihnen noch ein bisschen mehr...
Sonntag, 9. Juni 2013
Alles Bühne
Den ganzen Tag könnte ich da sitzen und schauen, bei den Rosen im Volksgarten. Der ganze Garten Bühne!
Wie sich alle einfügen.
Die Rosen mögen es, manche haben den Mehltau.
Ich muss da wieder hin, nur da sitzen.
Der ganze Garten Bühne.
Wie sich alle einfügen.
Die Rosen mögen es, manche haben den Mehltau.
Ich muss da wieder hin, nur da sitzen.
Der ganze Garten Bühne.
Donnerstag, 7. Juni 2012
Aus dem Garten...
Rosen aus dem Garten. Diese hier von einer Freundin stehen auf dem Esstisch. Egal ob Platz ist oder nicht, sie werden nicht weggestellt, denn sie strahlen soviel Schönes aus...
Rosen aus dem Garten, da haben die noch so prachtvollen Rosen aus der Blumenhandlung keine Chance bei mir. Auch verblüht oder wenn sie beginnen schlapp zu machen mag ich sie. So ist das Leben, alles in Bewegung. Einige Tage sehe ich sie an, wenn sie so da hängen, manche früher, manche später. Eines morgens wandern sie auf den Kompost, danke, ihr habt mir soviel Freude bereitet.
Donnerstag, 16. Juni 2011
Fast zu schön / 3
Rosen im Volksgarten.
Hier der vorläufig letzte Teil, denn gelbe Rosen fehlten bisher.
Ich mag diese Farbe bei Rosen auch, sie hat nicht so viele LiebhaberInnen. Vielleicht deshalb, weil man mit der Farbe von geschenkten Rosen früher bestimmte Botschaften verband? Danach soll gelb für nachlassende Gefühle gestanden haben und wäre als die Old-school-Variante einer SMS "es ist aus" noch bei Weitem liebenswerter gewesen. Frau hätte sie immerhin getrocknet auf ewige Zeiten aufbewahren und an ihrem feinen Duft ihren Schmerz über die Trennung abarbeiten können.
Hier der vorläufig letzte Teil, denn gelbe Rosen fehlten bisher.
Ich mag diese Farbe bei Rosen auch, sie hat nicht so viele LiebhaberInnen. Vielleicht deshalb, weil man mit der Farbe von geschenkten Rosen früher bestimmte Botschaften verband? Danach soll gelb für nachlassende Gefühle gestanden haben und wäre als die Old-school-Variante einer SMS "es ist aus" noch bei Weitem liebenswerter gewesen. Frau hätte sie immerhin getrocknet auf ewige Zeiten aufbewahren und an ihrem feinen Duft ihren Schmerz über die Trennung abarbeiten können.
Diese Englische Rose in einem zarten orange-gelb, das beim aufblühen immer mehr ins gelb verblasst, erkannte ich sofort. Sie gibt es auch in meinem Garten und ich liebe sie für ihren zarten Duft nach schwarzem Tee und dieser wunderbar fröhlichen und zugleich sanften Farbe.
Graham Thomas, 1983
King Boreas, 1941
Eine klassische Teerose. Sie strahlt in einem seltenen kräftigen Zitronengelb und ist eine Diva. Ich kann mir keine andere Farbe zu ihr vorstellen, außer vielleicht weiß. Ihre Blütenköpfe sind nicht sehr groß, aber perfekt geformt mit einem festen Körper.
Valencia, 1989
In der Farbe nicht stark von Graham Thomas abweichend mit etwas mehr orange, fasziniert mich hier, welch unterschiedliche Charaktere Rosen haben können. Jene wirkt leicht und duftig, diese trotz der sonnigen Farbe etwas zurückhaltend und kapriziös.
Hier noch ein Bild, um den Gesamteindruck zu bekommen, wenn hier auch nur ein kleiner Teil zu sehen ist.
Blick in die eine und
in die andere Richtung. Im Hintergrund ist das Burgtheater zu sehen.
Nur wenige Meter außerhalb der dichten Bäume links im Bild hat mehrspuriger Auto- und Straßenbahnverkehr am Ring das Wort. Hier ist davon nichts zu bemerken. Die Kastanien sind als undurchsichtige Wand gestaltet, hier existiert eine gänzlich andere Welt. Düfte und Farben beherrschen im Mai und Juni die Szenerie, aber auch danach taucht man hier in eine Welt ein, die Ruhe und Entspannung ausstrahlt. So viele Stühle, so viel grün. Die Stadtplanung der Ringstraßenzeit vor 150 bis 100 Jahren kann man nur als visionär bezeichnen. Nie waren möglicherweise solche Grünoasen in der Stadt wichtiger als heute.
Samstag, 11. Juni 2011
Fast zu schön / 1
Rosen im Volksgarten.
Fast zu schön, Dornen verbinden Himmel mit Erde.
Fast zu schön, Dornen verbinden Himmel mit Erde.
Unzählige Male haben schon große und kleine Dornen den Weg durch die oberen Hautschichten meiner Hände gefunden. Fast jedes Mal fluche ich, aber jedes Mal vergesse ich auch wieder. Rosen ohne Dornen wären nicht auszuhalten, zu schön, zu perfekt, unpassend für irdische Verhältnisse. Sie würden langweilen, wie Seidenblumen die nie verwelken. In meinem Garten wachsen etwa 40 Schönheiten. Nicht viel, denn es sind auch einige gleiche darunter.
Von den zirka 400 Rosensorten im Volksgarten in Wien habe ich letzten Sonntag willkürlich ein paar herausgepickt, um sie euch hier vorzustellen. In mehreren Reihen hintereinander sind sie auf Hochstamm gezogen, in der Höhe fein abgestuft, sodass keine die dahinter wachsenden verdeckt.
Pussta, 1972
Nach der feurig-temperamentvollen nun eine Zurückhaltende, Elegante. Wie man so eine Züchtung hinbekommt, frage ich mich. Außen dicht an dicht vollendet geformte Blütenblätter, innen plötzlich locker gefältelt, klar in den Farben.
Nostalgie, 1995
Hier die Dramaqueen mit einem langen, gleichzeitig großen und schweren Kopf. Außen eher pink, aber nach innen zu deutlich tiefrot mit feinen hellen Streifen nimmt diese Rose ordentlich Raum ein. In der Vase würde sie mir als Einzelstück am besten gefallen.
Hier gehts ins Pink und ja, verspielt? Die Blütenköpfe sind gar nicht so groß, aber sie plustern sich auf. Jedes Blütenblatt macht sein eigenes Programm, rollt sich ein und zaubert so Fülle in den Auftritt. Sie erinnert mich mehr an Kamelien, als an Rosen. Die Knospen sind wunderschön, ein Strauß mit diesen Knospen eine fröhliche Pracht. Aufgeblüht wäre mir das to much.
Papageno, 1989
Eine perfekte Inszenierung: Vor in Form geschnittenen Kastanienbäumen kommen die Hochstammrosen wunderbar zur Geltung. Bunt gemixt blühen sie da, nicht jeder mag es so.
Es gibt ein vielfältiges Bild, so wie die Menschen zu ihren Füßen. Einst dem Adel vorbehalten, jetzt für alle da, ein Volksgarten eben, allerlei Volk weiß das zu schätzen, jetzt zur Blütezeit besonders.
Diesmal durften die roten Rosen ins Rampenlicht, andere Sorten habe ich noch für euch in petto, demnächst.
Sonntag, 5. Juni 2011
Rosenfrauen
Eine liebe Freundin hatte mich aufmerksam gemacht. Sie arbeitet in der Nähe des Volksgartens in Wien, wo jetzt hunderte Rosen blühen. In den letzten Wochen hatte ich die Tendenz innerhalb meiner vier Gartenwände zu bleiben. Es fehlte mir nichts, ich war zufrieden. Uschi erzählte mir gestern von ihren Mittagspausen zwischen allen vorstellbaren Rosenfarben und -düften. Das musste ich dann doch sehen!
Sonntag Nachmittag im schönsten Rosengarten Wiens: Als hätte soviel Schönheit magnetische Kraft. Als würden sich Anmut und Harmonie von Mensch und Natur hier versammeln. Eine halbe Stunde genügte, um schöne Frauen jeden Alters auf die Speicherplatte zu bannen. Sie waren da, überall, genossen die Pracht, schnupperten, fotografierten sich gegenseitig, posierten, lachten und freuten sich.
mit Klick kann das Bild vergrößert werden
Ich war gekommen, um Rosen zu bewundern. Das tat ich auch, aber noch mehr nahmen mich diese Frauen für sich ein. Einige der Rosen möchte ich euch noch ein anderes mal zeigen, diesmal soll es mit diesem Bild genug sein.
Freitag, 15. Oktober 2010
Weiße Vollendung
Jeder neue Tag bringt jetzt die Möglichkeit für leichten Morgenfrost vor den ersten Sonnenstrahlen. Auf der Windschutzscheibe des Autos musste schon zweimal gekratzt werden. Wie ein kleines Wunder mutet es an, dass die Dahlien noch dastehen, als könnte ihnen kein kalter Lufthauch etwas anhaben. In diesen Tagen bereitet jeder einzelne zusätzliche Tag, an dem sie weiterblühen dürfen eine leise Freude.
Ein Stück weiter blühen die weißen Rosen. Sie bereiten uns auf die Zeit der leisen Farbtöne und einer verhaltenen Farbigkeit in der Natur vor. Vielleicht schon an einem der nächsten Tage überrascht ein frostiger Morgen zarte Knospen. Wenn der eisige Hauch sanft war und einige schöne Tage folgen, mag sich die Blüte doch noch ans Öffnen wagen, aber auch das kann nur von kurzer Dauer sein.
Sechs Monate lang haben wir mit blühenden Rosen ums Haus herum gelebt, nun heißt es bald Abschied nehmen. Nicht ohne Dankbarkeit für diese wundervollen Pflanzenwesen.
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