Seit einigen Jahren erziehe ich mich zur Dankbarkeit. Klingt zunächst nicht sexy und ich gebe zu, es war anfangs auch mühevoll. Ich dachte: Probier doch mal aus, was alle schreiben, dass Dankbarkeit dich zufriedener und glücklicher werden lässt. Probier doch mal aus, ob die gescheiten Sprüche stimmen, die du nicht nur auf gedruckten Kalendern, sondern täglich im Internet lesen kannst. Schon zum Frühstück serviert, in sozialen Netzwerken. Du warst ja gewitzt und hast die richtigen Seiten abonniert...
Von klein auf konditioniert, darauf zu schauen was fehlt, nicht passt oder falsch ist, fällt es zunächst schwer, den Fokus auf die vielen kleinen gelingenden und schönen Momente des Tages zu lenken. Und leider stimmt es, dass es wenig nützt mit dem Verstand allein zu arbeiten.
Ach ja, was war da so alles heute, genau: Die Maschenprobe für mein neues Strickprojekt hat auf Anhieb gepasst, der Nachbar hat ein paar nette Zeilen hinterlassen, der Regen hat der Sonne Platz gemacht und du hast die Bügelwäsche erledigt. Ein guter Tag also. Dann allerdings weiter mit grübeln und sorgen im Text, Gedankenkarussell.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich musste trainieren. Bewusst hinschauen, langsamer werden, achtsam und vor Allem FÜHLEN.
Was macht es mit mir, wenn ich Dankbarkeit fühle. Es dauerte, bis das gelingen wollte. Ich glaube, es dauerte Jahre. Ich erkannte es schließlich an der Freude. Ich freute mich wieder öfter. Wie damals, als kind beim Anblick einer Blüte noch nicht an Zerstörung dachte und einfach nur Schönheit aufnahm, ganz darin versinkend.
Ich erlaubte mir öfter, mich einfach sehr zu freuen, auch bei kleinen Dingen und das auch auszudrücken. Egal, ob jemand da war oder nicht. Man kennt das von den Alten, die vor sich hinreden und sich selbst erzählen, wie was war, dieses und jenes.
In diesem Sommer erlaubte ich mir öfter, das zu tun, was mir Freude machte (und zu vertrauen, dass ich dafür was zu tun war auch genug Motivation aufbringen würde). Ich kam in Fluss. Ich kam in die Freude, ich fühlte immer öfter Dankbarkeit.
Ich erlaubte mit mehr freie Zeit (und die Dinge fügten sich so, dass das relativ einfach klappte), mehr aus dem Augenblick heraus zu leben. Hinterfragte vor Allem selbst auferlegte Verpflichtungen und verschob lustvoll auf nächste Tage.
Ich erlaubte mir am Nachmittag ein wenig zu schlafen wenn ich müde war und übte mich darin, deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich nahm Vieles, wie es kam und sah es als Übung flexibel zu bleiben und locker.
Ich erlaubte mir, Zeit zu haben, auch wenn ich keine hatte (ich kann sehr ungeduldig sein). Das klappte nicht immer (durchatmen... durchatmen...)
Es hat sich etwas verändert. Vielleicht ist das alles für dich, liebe/r Leser/in, ja keine Herausforderung. Du stehst dir nicht selbst im Weg, machst, was dir gut tut und genießt dein Leben. Ich jedenfalls musste mir Leichtigkeit hart erarbeiten, welch ein Widerspruch.
Ich glaube der turning point ist geschafft, denn dieser Sommer kommt mir jetzt schon so glücklich vor, obwohl eigentlich nichts explizit Besonderes passiert ist. Am Wetter allein kann es nicht liegen...
Bei Sigrun von Hillside Garden las ich zuletzt zur Achtsamkeit und dachte: Ich bin nicht allein mit dem Bedürfnis nach qualitätsvoller Zeit und das ist wohl individuell zu definieren. Das braucht Zeit, bewusste Hinwendung und vorher ein bewusstes dafür Entscheiden.
Zuletzt noch zur Frage, ob man mit solch einer Einstellung zu den Realitätsverweigerern zu zählen ist. Frage: Wem nützt es, wenn wir alle gesenkten Hauptes, angstvoll in die Zukunft blicken und nur mehr flach atmen? Uns nicht mehr freuen, weil die Zeiten angeblich so furchtbar sind?!
Eben.
Dankbar zu sein bedeutet ja nicht zwangsläufig, sich dem Geschehen rundherum zu entziehen, es bringt vielleicht mit sich, dass man wählerischer mit der eigenen Energie umgeht, selektiert und genau schaut was man unterstützt, mitträgt und fördert.
Ich danke euch allen, dass ihr hier vorbeischaut, obwohl es hier zuletzt recht ruhig zuging. Ihr wisst jetzt warum. Ich schreibe sehr gerne, aber manchmal drängt einfach etwas anderes in den Vordergrund. Ich habe beschlossen, es darf! Und natürlich bin ich neugierig zu erfahren, wie ihr mit diesem Thema umgeht...
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Dienstag, 6. September 2016
Montag, 31. August 2015
So gar kein Luxus
Sommer - auch eine Zeit zum träumen, zum auftanken, zum Seele baumeln.
In der Natur bin ich beflügelt. Und die Frage, ob es "echte" oder gestaltete Natur sein muss erübrigt sich, alles was wir vorfinden ist von uns Menschen mehr oder weniger beeinflusst. Eins ist jedoch sicher: Je besser sich der innewohnende Bauplan von Pflanzen verwirklichen kann, umso mehr Kraft und Schönheit ist da und kann auf uns überfließen, die wir uns mit Dankbarkeit und Bewunderung damit verbinden. Dazu braucht es "nur" Hinwendung und wahrzunehmen was da ist.
Ich war wieder an verschiedenen Orten unterwegs und bin mit vielen Fotos zurückgekehrt. Bilder und Texte sind in der Warteschleife. Zum einstimmen ein bisschen träumen? Wenn Märchenlandschaften sich plötzlich vor einem auftun, beginnt der Zauber zu wirken....
Schönheit in der Natur zu erleben ist kein oberflächlicher Luxus oder gar müßig. Gerade auch wenn wir vor großen Herausforderungen stehen ist es gut auf kraftspendende Quellen zurückgreifen zu können.
Demnächst mehr hier auf *kleine freude*. Mehr Schönheit, mehr Leben, mehr Echtes. Aber ein bisschen träumen darf auch sein.
Und wer gerne rätselt, dem sei die Frage gestellt, wo diese Bilder entstanden sind...
In der Natur bin ich beflügelt. Und die Frage, ob es "echte" oder gestaltete Natur sein muss erübrigt sich, alles was wir vorfinden ist von uns Menschen mehr oder weniger beeinflusst. Eins ist jedoch sicher: Je besser sich der innewohnende Bauplan von Pflanzen verwirklichen kann, umso mehr Kraft und Schönheit ist da und kann auf uns überfließen, die wir uns mit Dankbarkeit und Bewunderung damit verbinden. Dazu braucht es "nur" Hinwendung und wahrzunehmen was da ist.
Ich war wieder an verschiedenen Orten unterwegs und bin mit vielen Fotos zurückgekehrt. Bilder und Texte sind in der Warteschleife. Zum einstimmen ein bisschen träumen? Wenn Märchenlandschaften sich plötzlich vor einem auftun, beginnt der Zauber zu wirken....
Schönheit in der Natur zu erleben ist kein oberflächlicher Luxus oder gar müßig. Gerade auch wenn wir vor großen Herausforderungen stehen ist es gut auf kraftspendende Quellen zurückgreifen zu können.
Demnächst mehr hier auf *kleine freude*. Mehr Schönheit, mehr Leben, mehr Echtes. Aber ein bisschen träumen darf auch sein.
Und wer gerne rätselt, dem sei die Frage gestellt, wo diese Bilder entstanden sind...
Sonntag, 16. August 2015
Wie noch nie
Fast die Hälfte aller bisherigen Augusttage in Wien tragen schon die Bezeichnung "Wüstentage", Tage mit 35° und mehr. Schön langsam gewöhnen sich unsere Körper an diese extremen Temperaturen, es bleibt uns nichts anderes übrig. Anstrengend besonders für alle, besonders aber für die, die in einem heißen Umfeld arbeiten müssen und das betrifft wirklich viele.
Mein Garten hat Hitze gschmackig umgesetzt. Wir mussten nur regelmäßig Wasser hinzufügen und das nicht zu knapp.
Strauchbasilikum ist der Hit, er duftet extrem stark und ist reich verzweigt, weil die Triebspitzen dauernd gekappt werden müssen, da sich sonst die Kraft in die, in diesem Fall ungewünschten Blüten konzentrieren würde.
Dieses Jahr koche ich mit Begeisterung Chutneys ein. Mit Pfirsichen oder Äpfeln, bald auch mit Zwetschken. Zwiebeln (etwa in gleichen Anteilen wie die Frucht), Frucht, doppelt so viele Tomaten, manchmal auch eine Chilischote, eventuell etwas Knoblauch. Mengenangaben gibt es nicht, weil in den Topf kommt, wie es mir gerade einfällt oder die Zutaten vorhanden sind. Salz, etwas Zucker und eventuell geriebener Kardamom. Braucht etwa eine Stunde Kochzeit für die Reduktion. Danach könnte man die Küche bald als Sauna benützen. Es kleben nicht nur die Finger, es klebt einfach alles!
Chutneys schmecken super zu gegrilltem Fleisch oder auch sehr gut zu allen Arten von Currys. Sie peppen das Gericht wunderbar auf, kleine Mengen genügen, das Aroma ist intensiv und je nach Schärfe feurig oder mild süß.
Sommer im Glas. Wenn wir nicht mehr mit einem dünnen Fähnchen bekleidet um Mitternacht draußen an einem Sommerspritzer nippen können ohne dass uns friert, dann ist er Geschichte, dieser Sommer der Superlative. Verblasst wie der Himmel in diesen Tagen, der bleiern grau dem Regen entwöhnt täglich gleich aussieht.
Nach dem ersten Regen und der ersten Kühle wird das erste Glas geöffnet und noch einmal eingetaucht in die noch frische Erinnerung an die Zeit, wo das Wetter aus dem Süden zu uns verrutscht war und der Sommer ein so echter Sommer wie noch nie gewesen war...
Mein Garten hat Hitze gschmackig umgesetzt. Wir mussten nur regelmäßig Wasser hinzufügen und das nicht zu knapp.
Strauchbasilikum ist der Hit, er duftet extrem stark und ist reich verzweigt, weil die Triebspitzen dauernd gekappt werden müssen, da sich sonst die Kraft in die, in diesem Fall ungewünschten Blüten konzentrieren würde.
Dieses Jahr koche ich mit Begeisterung Chutneys ein. Mit Pfirsichen oder Äpfeln, bald auch mit Zwetschken. Zwiebeln (etwa in gleichen Anteilen wie die Frucht), Frucht, doppelt so viele Tomaten, manchmal auch eine Chilischote, eventuell etwas Knoblauch. Mengenangaben gibt es nicht, weil in den Topf kommt, wie es mir gerade einfällt oder die Zutaten vorhanden sind. Salz, etwas Zucker und eventuell geriebener Kardamom. Braucht etwa eine Stunde Kochzeit für die Reduktion. Danach könnte man die Küche bald als Sauna benützen. Es kleben nicht nur die Finger, es klebt einfach alles!
Chutneys schmecken super zu gegrilltem Fleisch oder auch sehr gut zu allen Arten von Currys. Sie peppen das Gericht wunderbar auf, kleine Mengen genügen, das Aroma ist intensiv und je nach Schärfe feurig oder mild süß.
Sommer im Glas. Wenn wir nicht mehr mit einem dünnen Fähnchen bekleidet um Mitternacht draußen an einem Sommerspritzer nippen können ohne dass uns friert, dann ist er Geschichte, dieser Sommer der Superlative. Verblasst wie der Himmel in diesen Tagen, der bleiern grau dem Regen entwöhnt täglich gleich aussieht.
Nach dem ersten Regen und der ersten Kühle wird das erste Glas geöffnet und noch einmal eingetaucht in die noch frische Erinnerung an die Zeit, wo das Wetter aus dem Süden zu uns verrutscht war und der Sommer ein so echter Sommer wie noch nie gewesen war...
Dienstag, 4. August 2015
Sommeretüde
Im Nachthemd am Morgen die Blumen gießen, schnell mal hinauslaufen und Basilikum abzupfen, hören wie aus einem benachbarten Fenster dieselbe Klavieretüde die ich vor etwa 50 Jahren auch gespielt hatte holprig erklingt (manche Dinge ändern sich nie). Aus einem anderen benachbarten Fenster ein Kind schreien hören, weil es noch nicht ins Bett wollte. Einen sanften Schlag mit dem Ruder ins Wasser und gleiten...
Sommerrealität bewegt sich leichter, viel leichter nahe am "in den Himmel schauen und mit der Seele baumeln", so viel Lebendigkeit (und manchmal auch ermatten). Sommer katapultiert mich jedes Jahr in Gefühle von Ewigkeit. Ewig währten die Ferien, als wir noch zeitlos lebten und ein bisschen davon schwingt immer noch nach. Obwohl, obwohl, der runde Geburtstag, den ich immer mit Alter verbunden hatte naht...
Beginnt man irgendwann daran zu denken, wieviele Frühlinge man vor sich haben könnte, wieviele Winter? Sommer bestimmt noch viele! Ich hole mir alles her, die Wärme und den Himmel, das Wasser und den Baumschatten, immer wenn ich die Weite brauche und die dunkle Zeit sich grau über mich zu legen droht. Früher konnte ich traurig werden bei dem Gedanken, dass der Sommer sich bald verabschieden würde, jetzt zu Beginn des Augusts. Gibt es etwas Dümmeres? Schau in den Spiegel und sieh was offensichtlich hinter dir liegt. Wenn etwas hinter liegt, liegt auch etwas vor dir...
Kürzlich fuhr ich auf der Autobahn, um mir günstiges Sommergarn zu holen. Ein Auto querte vor mir von ganz links nach ganz rechts, es hatte Ohm auf dem Nummernschild und dreimal die 7. Ich lachte noch. O.k., du wirst alt, aber kann dir das die Sommer wirklich verderben und die Winter und all das andere?
Ich schwöre, ich kann nichts dafür, aber plötzlich legte sich eine große tiefe Ruhe in mein Herz und ich spürte es ist gut so wie es ist. Jetzt, Ewigkeit, morgen, Sommer oder Winter. Plötzlich höre ich das glucksende Lachen meiner Großmutter, die ich so sehr liebte. Ein bisschen Sommer ist immer. Im Moment sogar ganz viel :-)
Sommerrealität bewegt sich leichter, viel leichter nahe am "in den Himmel schauen und mit der Seele baumeln", so viel Lebendigkeit (und manchmal auch ermatten). Sommer katapultiert mich jedes Jahr in Gefühle von Ewigkeit. Ewig währten die Ferien, als wir noch zeitlos lebten und ein bisschen davon schwingt immer noch nach. Obwohl, obwohl, der runde Geburtstag, den ich immer mit Alter verbunden hatte naht...
Beginnt man irgendwann daran zu denken, wieviele Frühlinge man vor sich haben könnte, wieviele Winter? Sommer bestimmt noch viele! Ich hole mir alles her, die Wärme und den Himmel, das Wasser und den Baumschatten, immer wenn ich die Weite brauche und die dunkle Zeit sich grau über mich zu legen droht. Früher konnte ich traurig werden bei dem Gedanken, dass der Sommer sich bald verabschieden würde, jetzt zu Beginn des Augusts. Gibt es etwas Dümmeres? Schau in den Spiegel und sieh was offensichtlich hinter dir liegt. Wenn etwas hinter liegt, liegt auch etwas vor dir...
Kürzlich fuhr ich auf der Autobahn, um mir günstiges Sommergarn zu holen. Ein Auto querte vor mir von ganz links nach ganz rechts, es hatte Ohm auf dem Nummernschild und dreimal die 7. Ich lachte noch. O.k., du wirst alt, aber kann dir das die Sommer wirklich verderben und die Winter und all das andere?
Ich schwöre, ich kann nichts dafür, aber plötzlich legte sich eine große tiefe Ruhe in mein Herz und ich spürte es ist gut so wie es ist. Jetzt, Ewigkeit, morgen, Sommer oder Winter. Plötzlich höre ich das glucksende Lachen meiner Großmutter, die ich so sehr liebte. Ein bisschen Sommer ist immer. Im Moment sogar ganz viel :-)
Freitag, 3. Juli 2015
Geburtswehen einer neuen Zeit
Leben in krisenhaften Zeiten
Zeitungsentenzeit. Hochsommer. All die Jahre, 2015 ist alles anders. Große Systeme, die sich in den letzten Jahrzehnten etabliert hatten funktionieren nicht mehr und heraus kommt Angst. Unter dem Strich der emotionalen Gemengelage breitet sie sich mehr und mehr aus, wir Menschen reagieren auf Veränderungen, die sich so groß anfühlen wie diese mit Rückzug, Abgrenzung oder Kampf. Hatten wir noch vorigen Sommer vordergründig in einer Welt gelebt, die ganz ok schien, kommen die Einschläge näher und jede/r von uns setzt sich in der einen oder anderen Weise damit auseinander. Kochrezepte für das politische Menü sind den neuen Zutaten nicht mehr gewachsen. Das Gericht ist bitter, läuft über, verbrennt und stößt dazu noch sauer auf. Selbst wenn man wegzuschauen geneigt ist, der Geruch des Verdorbenen steigt irgendwann in die Nase. Was kann man tun?
Die Herausforderungen für das Haus Europa hängen schwer wie die Steine auf diesem Baum vor einem griechischen Kloster. Warum auch immer sie da sind, wie immer es dazu gekommen ist, wir müssen ein neues Gleichgewicht suchen und finden. Wegräumen, was schwer auf manchen von uns lastet. Leichter gesagt als getan, klar! Es ist einfach, auf Politiker, auf das System, auf die jeweils anderen zu schimpfen, Schuld zuzuweisen, den Kopf in den Sand zu stecken und abzuwarten, ob die Lawine vielleicht doch an uns vorbeirauscht. Das ist möglich, aber eine Resourcenverschwendung.
Einen kleinen Ausweg, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen hilft immer, was also kann das sein? Vielleicht der Umstand, dass keine Krise auf Dauer währt und ja, dass die Kräfte in solchen Zeiten gebündelt mobilisiert werden. Wir sehen das an den andauernden Bemühungen, wie immer sie inhaltlich in den Medien auf den verschiedenen Seiten der Medaille auch dargestellt werden. Wichtig ist, dass etwas geschieht und das tut es. Die letzte Phase einer Geburt ist oft turbulent, wir Mütter wissen das. Das Baby war lange Zeit unauffällig, hat kein großes Eigenleben gezeigt und war "brav" in seinem zugewiesenen Bereich, bis es an die echte Arbeit geht, an den Prozess in ein neuen Leben einzutreten.
Was also können wir "normalen Menschen" tun? Ich denke daran zu allererst unsere eigenen Gedanken zur Krise wahrzunehmen und zu sehen, wo IN uns in diesem Zusammenhang die Angst wohnt. Als es 2008 langsam begann sagte meine Mutter damals einmal sie hätte keine Angst. Menschen, die einen Krieg hinter sich gebracht haben, haben uns voraus zu wissen, dass es immer einen (kollektiven) Weg heraus gibt. Schwere Zeiten können unglaublich viel Gutes in Menschen mobilisieren. Kräfte, die sonst irgendwo tief innen ruhen und der Faulheit eines geregelten Lebens nachgeben. Wir lieben unsere "fetten Jahre", wo das Ungeheuer von Loch Ness allen Ernstes Zeitungseiten zu füllen vermag, nicht wahr?
Wenn aber Krise ist, dann sollten wir unsere konstruktivsten, liebevollsten, kreativsten und mutigsten Energien herausholen und an einer guten Entwicklung arbeiten. Jeder an seinem Platz, dort wo er/sie steht und spürt, dass etwas geht. Manches davon steht in der Zeitung, ganz Vieles, das Meiste aber nie und doch führen all die gemeinsamen Anstrengungen schließlich zum Ziel veränderter Umstände, die ein neues Gleichgewicht bringen.
Als wir 1956 geflüchtet waren, gab es Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld, die uns Angst gemacht, uns beschimpft und uns Steine in den Weg gelegt hatten. Es gab aber viele, die uns geholfen haben, die gespürt haben, dass wir Menschen alle mit denselben Gefühlen und ganz ähnlichen Bedürfnissen ausgestattet sind und dass es Geschehnisse gibt, die uns überrollen können und Hilfe nötig machen. Positive Erfahrungen bergen einen Schatz an neuen Ressourcen, die irgendwann Früchte bringen!
Wir alle machen Fehler, das Fußvolk, die Politiker, Manager und Finanzleute. Man trifft Entscheidungen aus unterschiedlichen Motiven. Klug ist, aus den Fehlern zu lernen. Abgedroschen oder? Wenn wir das "Lästige" wegschieben, dann ja.
Die Krise mit anderen Augen zu sehen, stereotype Zuweisungen zu vermeiden und die eigenen konstruktiven Kräfte zu mobilisieren steht auf dem Programm der nächsten Wochen und sicher auch Monate. Für j*e*d*e*n einzelnen von uns.
Die Veränderungen gehen ja zunächst fast unsichtbar vor sich, aber irgendwann ist das neue Baby da, nach gemeinsamen Anstrengungen, die alle dem einen Ziel dienen: Einen guten Start in ein neues Miteinander. Angst ist da kein guter Ratgeber, nicht wahr?!
alle Fotos Zakynthos 2014
Ich gieße meine Tomatenpflanzen zeitig am Morgen, wo die Hitze noch nicht kracht und freue mich über die Fülle in dieser hochsommerlichen Zeit, die Ernte ist schon abzusehen. Es ist so viel da, woraus Freude entstehen kann, aber auch Vieles, worauf man einfach verzichten kann, weil es eigentlich gar nicht wichtig ist...
Ich liebe das Griechenland, das ich schon mehrfach kennenlernen durfte. Seine Menschen und die Schönheit des Landes. Auch hier im Blog gab es schon viele Bilder. Sommerbilder, Leichtigkeit. Auch das ist da.
Ich sehe die Probleme der Griechen als einen Teil unseres gemeinsamen europäischen Problems, das wir lösen werden. Wir sind in den letzten Wochen alle viel mehr zusammengerückt. Seht ihr das auch? Es gibt Aufbruch, neue Initiativen, Hoffnung. In vielen Bereichen einer sich gerade bahnbrechenden neuen Zeit.
Zeitungsentenzeit. Hochsommer. All die Jahre, 2015 ist alles anders. Große Systeme, die sich in den letzten Jahrzehnten etabliert hatten funktionieren nicht mehr und heraus kommt Angst. Unter dem Strich der emotionalen Gemengelage breitet sie sich mehr und mehr aus, wir Menschen reagieren auf Veränderungen, die sich so groß anfühlen wie diese mit Rückzug, Abgrenzung oder Kampf. Hatten wir noch vorigen Sommer vordergründig in einer Welt gelebt, die ganz ok schien, kommen die Einschläge näher und jede/r von uns setzt sich in der einen oder anderen Weise damit auseinander. Kochrezepte für das politische Menü sind den neuen Zutaten nicht mehr gewachsen. Das Gericht ist bitter, läuft über, verbrennt und stößt dazu noch sauer auf. Selbst wenn man wegzuschauen geneigt ist, der Geruch des Verdorbenen steigt irgendwann in die Nase. Was kann man tun?
Die Herausforderungen für das Haus Europa hängen schwer wie die Steine auf diesem Baum vor einem griechischen Kloster. Warum auch immer sie da sind, wie immer es dazu gekommen ist, wir müssen ein neues Gleichgewicht suchen und finden. Wegräumen, was schwer auf manchen von uns lastet. Leichter gesagt als getan, klar! Es ist einfach, auf Politiker, auf das System, auf die jeweils anderen zu schimpfen, Schuld zuzuweisen, den Kopf in den Sand zu stecken und abzuwarten, ob die Lawine vielleicht doch an uns vorbeirauscht. Das ist möglich, aber eine Resourcenverschwendung.
Einen kleinen Ausweg, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen hilft immer, was also kann das sein? Vielleicht der Umstand, dass keine Krise auf Dauer währt und ja, dass die Kräfte in solchen Zeiten gebündelt mobilisiert werden. Wir sehen das an den andauernden Bemühungen, wie immer sie inhaltlich in den Medien auf den verschiedenen Seiten der Medaille auch dargestellt werden. Wichtig ist, dass etwas geschieht und das tut es. Die letzte Phase einer Geburt ist oft turbulent, wir Mütter wissen das. Das Baby war lange Zeit unauffällig, hat kein großes Eigenleben gezeigt und war "brav" in seinem zugewiesenen Bereich, bis es an die echte Arbeit geht, an den Prozess in ein neuen Leben einzutreten.
Was also können wir "normalen Menschen" tun? Ich denke daran zu allererst unsere eigenen Gedanken zur Krise wahrzunehmen und zu sehen, wo IN uns in diesem Zusammenhang die Angst wohnt. Als es 2008 langsam begann sagte meine Mutter damals einmal sie hätte keine Angst. Menschen, die einen Krieg hinter sich gebracht haben, haben uns voraus zu wissen, dass es immer einen (kollektiven) Weg heraus gibt. Schwere Zeiten können unglaublich viel Gutes in Menschen mobilisieren. Kräfte, die sonst irgendwo tief innen ruhen und der Faulheit eines geregelten Lebens nachgeben. Wir lieben unsere "fetten Jahre", wo das Ungeheuer von Loch Ness allen Ernstes Zeitungseiten zu füllen vermag, nicht wahr?
Wenn aber Krise ist, dann sollten wir unsere konstruktivsten, liebevollsten, kreativsten und mutigsten Energien herausholen und an einer guten Entwicklung arbeiten. Jeder an seinem Platz, dort wo er/sie steht und spürt, dass etwas geht. Manches davon steht in der Zeitung, ganz Vieles, das Meiste aber nie und doch führen all die gemeinsamen Anstrengungen schließlich zum Ziel veränderter Umstände, die ein neues Gleichgewicht bringen.
Als wir 1956 geflüchtet waren, gab es Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld, die uns Angst gemacht, uns beschimpft und uns Steine in den Weg gelegt hatten. Es gab aber viele, die uns geholfen haben, die gespürt haben, dass wir Menschen alle mit denselben Gefühlen und ganz ähnlichen Bedürfnissen ausgestattet sind und dass es Geschehnisse gibt, die uns überrollen können und Hilfe nötig machen. Positive Erfahrungen bergen einen Schatz an neuen Ressourcen, die irgendwann Früchte bringen!
Wir alle machen Fehler, das Fußvolk, die Politiker, Manager und Finanzleute. Man trifft Entscheidungen aus unterschiedlichen Motiven. Klug ist, aus den Fehlern zu lernen. Abgedroschen oder? Wenn wir das "Lästige" wegschieben, dann ja.
Die Krise mit anderen Augen zu sehen, stereotype Zuweisungen zu vermeiden und die eigenen konstruktiven Kräfte zu mobilisieren steht auf dem Programm der nächsten Wochen und sicher auch Monate. Für j*e*d*e*n einzelnen von uns.
Die Veränderungen gehen ja zunächst fast unsichtbar vor sich, aber irgendwann ist das neue Baby da, nach gemeinsamen Anstrengungen, die alle dem einen Ziel dienen: Einen guten Start in ein neues Miteinander. Angst ist da kein guter Ratgeber, nicht wahr?!
alle Fotos Zakynthos 2014
Ich gieße meine Tomatenpflanzen zeitig am Morgen, wo die Hitze noch nicht kracht und freue mich über die Fülle in dieser hochsommerlichen Zeit, die Ernte ist schon abzusehen. Es ist so viel da, woraus Freude entstehen kann, aber auch Vieles, worauf man einfach verzichten kann, weil es eigentlich gar nicht wichtig ist...
Ich liebe das Griechenland, das ich schon mehrfach kennenlernen durfte. Seine Menschen und die Schönheit des Landes. Auch hier im Blog gab es schon viele Bilder. Sommerbilder, Leichtigkeit. Auch das ist da.
Ich sehe die Probleme der Griechen als einen Teil unseres gemeinsamen europäischen Problems, das wir lösen werden. Wir sind in den letzten Wochen alle viel mehr zusammengerückt. Seht ihr das auch? Es gibt Aufbruch, neue Initiativen, Hoffnung. In vielen Bereichen einer sich gerade bahnbrechenden neuen Zeit.
Mittwoch, 2. Juli 2014
Siegesgedanken zur WM
Es hat kräftig geregnet, ich jäte zwischen den Steinplatten, das wilde Gras löst sich jetzt leicht aus den Fugen. Nur die eine oder andere Stechmücke stört die entspannte Stimmung. In der Siedlung Stille, sind wohl alle beim Abendessen. Bis mich der erste, unmittelbar nicht zuzuordnende Schrei aus einem offenen Fenster erreicht. Da fällt es mir wieder ein. Es ist die Zeit, wenn alle vier Jahre Fußball das Land mitsamt der Autobahn immer wieder für Stunden ausräumt. Deswegen die Ruhe in den Gärten rundum. Bis auf die Schreckensschreie, die mich manchmal fast die Rettung rufen lassen möchten. Gibt es eigentlich Kurse, wie man den Stress sich wiederholender Schrecksekunden los wird?
Enttäuschung muss vorprogrammiert sein, angesichts der Tatsache, dass bis zum Überbleiben einer Mannschaft viele Träume platzen. Immerhin, da gab es welche.
Ich hab nichts gegen Fußball, aber auch nichts dafür. Mich interessieren Träume jenseits dieses Massenphänomens und die Frage, ob wir unsere Träume eher dem anpassen, was sich wahrscheinlich realisieren lässt oder mit einer als unerreichbar eingestuften Vorstellung das Risiko einer Enttäuschung eingehen. Immerhin gibt es auch beim Fußball die eine oder andere Überraschung.
Trotzdem, ohne Träume kein prickelndes Leben. Sie geben die Richtung vor und das innere Kind braucht auch Auslauf. Was ich nicht geträumt, werde ich auch nicht leben.
Meine Finger ziehen in gleichmäßiger Bewegung an Disteln und Löwenzahn, mein inneres Kind träumt dabei Sommergedanken. Meinen Sommer an meine Träume anzugleichen wird mein Sieg sein.
Enttäuschung muss vorprogrammiert sein, angesichts der Tatsache, dass bis zum Überbleiben einer Mannschaft viele Träume platzen. Immerhin, da gab es welche.
Ich hab nichts gegen Fußball, aber auch nichts dafür. Mich interessieren Träume jenseits dieses Massenphänomens und die Frage, ob wir unsere Träume eher dem anpassen, was sich wahrscheinlich realisieren lässt oder mit einer als unerreichbar eingestuften Vorstellung das Risiko einer Enttäuschung eingehen. Immerhin gibt es auch beim Fußball die eine oder andere Überraschung.
Trotzdem, ohne Träume kein prickelndes Leben. Sie geben die Richtung vor und das innere Kind braucht auch Auslauf. Was ich nicht geträumt, werde ich auch nicht leben.
Meine Finger ziehen in gleichmäßiger Bewegung an Disteln und Löwenzahn, mein inneres Kind träumt dabei Sommergedanken. Meinen Sommer an meine Träume anzugleichen wird mein Sieg sein.
Samstag, 20. Juli 2013
Wenn nicht jetzt!
Nur Zeit für ganz viel Sommerlaune, hier!
Und dann wieder ab nach draußen. Jeden Tag erstaunt, wenn der Abendhimmel wieder das Dunkelblaue hervorkehrt, so viel Sonne jeden Tag, als könnte sie gar nicht mehr ablassen.
Da muss nicht viel getextet...
Ein paar sommerliche Schnappschüsse wollen trotzdem partout aus dem Archiv.
Rettungschwimmer und ihre potentiellen Nachfolger...
Entfesselte Männer bekommt frau schließlich nicht jeden Tag vor die Linse ;-) Aber bei dieser Hitze! Si, si ein bisschen hüpfen geht immer...
Das Leben auf die leichte Schulter nehmen...
...und alles ein bisschen auf den Kopf stellen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Und dann wieder ab nach draußen. Jeden Tag erstaunt, wenn der Abendhimmel wieder das Dunkelblaue hervorkehrt, so viel Sonne jeden Tag, als könnte sie gar nicht mehr ablassen.
Da muss nicht viel getextet...
Ein paar sommerliche Schnappschüsse wollen trotzdem partout aus dem Archiv.
Rettungschwimmer und ihre potentiellen Nachfolger...
Entfesselte Männer bekommt frau schließlich nicht jeden Tag vor die Linse ;-) Aber bei dieser Hitze! Si, si ein bisschen hüpfen geht immer...
Das Leben auf die leichte Schulter nehmen...
...und alles ein bisschen auf den Kopf stellen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Montag, 20. August 2012
Auf dem grünen Sofa
Zurück von einem Wochenende im Blauen hier ein Foto, das für mich sinnbildlich so viel vom diesjährigen Sommer zeigt: Ein Sommer, der hinaus ruft. Das diesjährige Sofa steht vorzugsweise draußen im Grünen. Im Osten Österreichs regierte bis jetzt großteils Wärme und es ist kein Ende abzusehen. Wenig Zeit am Computer, es fühlt sich sakrilegisch an, allzu lange in Innen-Räumen zu hocken.
In der Mittagszeit vielleicht und während der Arbeit. Sonst ist es da seltsam leer.
Draußen ist Licht in Überfülle, es ruft: Auftanken - ohne Ende! Ich werde mich erinnern, dann, wenn es soweit ist und das Feuer sich zurück gezogen hat. Und - ich suche es in den Winkeln meiner Seele, meines Herzens. Da ist es jetzt schon - überall.
Wenn dann die Fenster Trauer tragen und Kälte strahlen, lass ich es strömen, das Licht. Setze mich aufs grüne Sofa und fühle, dass es mich nicht verlassen hat, ich hatte vielleicht nur kurz darauf vergessen...
In der Mittagszeit vielleicht und während der Arbeit. Sonst ist es da seltsam leer.
Draußen ist Licht in Überfülle, es ruft: Auftanken - ohne Ende! Ich werde mich erinnern, dann, wenn es soweit ist und das Feuer sich zurück gezogen hat. Und - ich suche es in den Winkeln meiner Seele, meines Herzens. Da ist es jetzt schon - überall.
Wenn dann die Fenster Trauer tragen und Kälte strahlen, lass ich es strömen, das Licht. Setze mich aufs grüne Sofa und fühle, dass es mich nicht verlassen hat, ich hatte vielleicht nur kurz darauf vergessen...
Montag, 6. August 2012
Zart geschmolzene Leckerei
Sommer Zuhause. Wir kochen im Freien.
Grillgut hört gerne auf den Namen Fleisch, aber immer öfter auch auf verfeinertes Grünzeug. Dieses Gericht, eine Variation von Gefüllten Paprika kam gestern zum vierten Mal in kurzer Folge auf den Tisch und begeistert immer wieder, auch unsere ausgeprägtesten Fleischtiger. Als kreative Köchin, die nie ganz das Gleiche wieder kocht, rufe ich auch hier zum Guerilla-Cooking auf. Die Fülle kann fast alles aufnehmen, was so im Kühlschrank keine Abnehmer mehr findet, weil Zeichen der Reife-Zeit wie eine große Aufschrift dran kleben: "Ich habe meine beste Zeit hinter mir". Soll nicht heißen, dass frische Zutaten verboten sind. Beliebt ist die vegetarische Version mit Käse als Grundzutat.
So gesehen ist die Zutatenliste variabel, was ihr hier auf dem Foto seht wird ergänzt durch verschiedene Käsesorten, vorzugsweise griechischen Schafkäse (bringt Würze, damit es nicht langweilig schmeckt) und Mozzarella (bringt Verbindung durch die zarte Schmelze), ergänzend ein bisschen Hartkäse (was so im Kühlschrank übriggeblieben ist), muss aber nicht sein. Jungzwiebeln, nicht zu knapp und Koriander, wer es mag, sonst andere Kräuter. Diese wenigen Zutaten machen schon viel her.
Diesmal fand ich Erbarmen mit einem halben roten Paprika, dem Endstück einer Zucchini, einem Rest Radicchio aus dem Gemüsefach. Parmesan und bisschen Rahm, um das Ganze fein zu binden. Pfeffer, Salz (Vorsicht, Schafkäse ist schon salzig). Die Paprika, die all dies Leckere aufnehmen, sollten breit sein, auf dem Foto oben seht ihr, wie sie vorbereitet werden. Stiel vorsichtig auslösen, damit das Schiffchen keine Leckstelle produziert. Wenn Zeit ist, salze ich die Teile eine halbe Stunde vorher ein, damit sie schon mal vorab ein bisschen Wasser lassen. Dann abspülen und schon kann das Füllen beginnen. Im Winter würde ich jetzt an dieser Stelle schreiben: Ab in den Ofen. Im Sommer kann bei genügend Platz am Griller eine ofenfeste Form wunderbare Ergebnisse liefern. Zu Beginn ein bisschen abdecken, das Aroma vom kochen über Rauch findet trotzdem irgendwie Eingang. Das Ergebnis: Superlecker!
Ich dachte, besonders schlau, an alle fotogenen Schritte bei der Vorbereitung für diesen Post. Dann kam der Ernst: Alle um den Tisch versammelt, Hunger! Erst als bis auf das letzte Stück alles verputzt war fiel mir ein, dass ja das fertige Gericht auch dokumentiert gehörte. Tja, so gehts. Hier seht ihr das (bereits ausgekühlte) Ergebnis, das wenig später meine Magenwände erneut beschäftigte. Sind es meine ungarischen Gene oder einfach nur der versammelte Sommer in grüner Form, ich kann diese Teile vermutlich nie satthaben.
Oh, gerade eben ziehen schon wieder Rauchschwaden am Fenster vorbei, unser one and only Grillmeister heizt draußen die Kohle an...
Diesmal kommen ganz schlicht halbierte Paradeiser (österreichisch für Tomaten) auf den Rost und was der Kühlschrank sonst noch freigibt. Es lebe der Sommer!Mittwoch, 18. Juli 2012
Das Ende des Sommers?
Dieser Sommer hält Überraschungen bereit, die wir noch nicht zu deuten wissen. Hinweise darauf gab es schon bei anderen Bloggerinnen und so bin ich noch aufmerksamer unterwegs. Dieses Foto einer Eberesche (Sorbus aucuparia) ist von gestern! Worte meiner Mutter, nachdem die Fruchtreife dieses Baumes auf das zu Ende gehen des Sommers hinweisen, machen mich ein wenig ungläubig. Doch tatsächlich, so orangerot sollte die Eberesche erst weit im August leuchten.
Der letzte Grasfrost des Frühjahrs hier in unserer Gegend südlich von Wien bescherte andererseits für viele ein böses Erwachen. Am Morgen des 17. Mai, also sehr spät raffte eisige Luft viele der empfindlichen Gemüsepflanzen hinweg, erst nach den Eisheiligen gepflanzte Tomaten mussten gleich wieder kompostiert werden. Wir hatten wirklich viel Glück, unsere Tomaten, an einer Südmauer stehend, kamen mit einem leichten Schlagerl (bei uns ein Ausdruck für einen leichten Schlaganfall beim Menschen, hier ist leichtes welken der Blätter gemeint) davon und die ersten Früchte sind inzwischen schon verspeist.
Am anderen Ende diese frühe Reife! Zuerst dachte ich noch an einem Zufall, bis ich zu diesem wunderschön dekorativen Baum in unserem Ort kam. Eine Blasenesche (Koelreuteria paniculata) über und über voll mit Früchten, die sich schon anfangen leicht gelb zu färben. Oft blüht dieser Baum erst im Juli, dieses Jahr sind die Früchte schon Mitte dieses Monats fast reif! Bitte berichtigt mich, wenn ich falsch liege, aber das kommt mir ungewöhnlich zeitig vor.
Ehrlich, ich bin sehr neugierig, was die nächsten Wochen bringen werden, kommt noch eine Blütezeit (nicht zu erwarten) oder klopft schon der Herbst an die Jahreszeitentür? Was meint ihr?
Freitag, 13. Juli 2012
Eine Liebeserklärung
Ein Sommerabend am See. Offene Feuer, Duft von Gegrilltem in der Luft.
Dieses Wochenende hat es abgekühlt. So schnell kann es gehen. Viele Tage brütende Hitze, mit einem Schlag vorbei. Wir gehen raus ohne Sonnencreme, frische Luft nach Regen, Wind und offenes Feuer mit Regenschirm drüber.
Sommer ist schön, egal wie. Ich liebe ihn.
Freitag, 22. Juni 2012
Grellgelbgrün
Der Sommer beginnt bei mir mit gelb und grün. Wenn ich in den Tomaten (österreichisch auch Paradeiser) bin, wird es evident. Kaum streift die Haut an einem Stückchen des Laubs bleibt schon Pflanzensaft hängen. Grellgelbgrün wird mit Seife daraus und wehe ich schrubbe meine Hände nicht gründlich schon bekommt auch das Handtuch Farbe ab. Ihr kennt das sicher!
An diesen Pflanzen liebe ich alles. Den Geruch der Blätter. Die Schönheit der Blüten. Die Gewohnheit, zu wuchern was das Zeug hält. Kaum kehre ich ihnen den Rücken sind sie schon wieder gewachsen und müssen angebunden werden. Kaum sind die Triebe aus den Blattachseln rausgezwickt, schon wachsen wieder welche an anderer Stelle. Hier wird der verborgene Bauplan, nach dem sich alles Wachstum richtet in kurzer Zeit mehr als evident.
So viel verschwenderische Lebenskraft. Klein sind die Blüten und nicht sonderlich zahlreich, die bestäubenden Insekten finden sie alle.
Alles was ich hier niederschreibe wisst ihr wie ich. Trotzdem muss ich dieser Schönheit und Fülle in den ersten Tagen des Sommers Tribut zollen.
Lebenskraft und Lebensfreude überall! Es ist endlich Sommer!
Samstag, 13. August 2011
Sommergedanken
Ist es eine kleine Welt, in der wir uns bewegen?
All eure Stunden sind Flügel, die durch den Raum schweben - von Ich zu Ich.(Khalil Gibran)
Mit dem Körper gebunden an das Raum-Zeit Gefüge, mit dem Geist schweben, wohin auch immer.
Sommergedanken - Leichtigkeit leben, bevor die Tage so kurz werden und Weite einfangen und festhalten. Fest halten?
Vielleicht hilft der Blick in den Himmel. Der Fantasie Raum geben - Sommergedanken. Leichtigkeit, plötzlich auch im Körper und der Geist findet Anker. Mit einem kleinen Flügelschlag.
Flügel? Nicht zu sehen und trotzdem sind sie da.
Und sie wachsen. Schließlich werden im Winter besonders große gebraucht.
Sommergedanken.
Mittwoch, 10. August 2011
Eh gut!
Höchste Hochsommerzeit und der Sommer macht Pause. Seit mehr als drei Wochen schon. Keine Spur von einem ausdauernden Azorenhoch. Beim Blick aus dem Fenster grün, nein tiefgrün, was auch immer an Pflanzen ins Blickfeld kommt.
Den richtigen heißen Sommer ohne Niederschlag und mit brütender Hitze, wie wir ihn durchaus bei uns kennen, müssen wir uns im Moment aufmalen.
Der Sommer steht Kopf, aber nur an der Oberfläche. Die Tage sind trotzdem noch immer ansehnlich lang, mancher Abend durchaus mild. Einem Heurigenbesuch im Freien steht also nichts im Weg.
Die Apfelernte für nächstes Jahr ist gesichert, die Zeit fürs Garten gießen bleibt für anderes. Und die Paradeiser werden trotzdem reif. Man muss nicht andauernd fürchten, dass man draußen etwas versäumt und kann endlich auch einmal im August die Jeans tragen ohne zu schwitzen. Viel Zeit, um im Garten herumzubuddeln, bei 30° im Schatten habe ich das noch nie gewollt.
Ich mag das und wer weiß, vielleicht werden wir mit einem warmen, trockenen September oder Oktober für unsere Geduld belohnt.
Also alles gut? Ja, aber ein bisschen Sommer darf es trotzdem noch werden!
Montag, 25. Juli 2011
Vagabundierende Seele
Schützegeborene sollen ja vagabundierende Seelen in ihrer Brust haben und sich regelmäßig mit Freunden aus dem Ausland versorgen oder sich einen solchen Partner an ihre Seite holen. Stimmt schon irgendwie. Trotzdem fehlt manchmal eine Leichtigkeit, oder gerade deswegen. Immer ist irgend etwas geplant. Sich treiben lassen klingt im Sommer besonders verführerisch. Wo bleibt allerdings die Zeit dafür?
Ich sehe den Tatsachen ins Auge. In viel zu viele Richtungen zieht es mich hin.
Sommerabend - feine Fäden fliegen wie von Geisterhand getragen durch die Luft. Leichtigkeit. Sie zu erwischen nicht immer leicht und die Zeit fliegt dahin. Das ist sicher. Den Zauber des abendlichen Sommerlichts würde ich gerne festhalten wollen. Ein Kind des Winters bin ich, das konnte eigentlich nur ein Versehen gewesen sein.
Sommerabend - feine Fäden fliegen und ankern irgendwo, an neuen Ufern, immerzu.
Ich sehe den Tatsachen ins Auge. In viel zu viele Richtungen zieht es mich hin.
Sich für etwas entscheiden bedeutet gefühlte 130 andere Möglichkeiten für einen Zeitraum verabschieden zu müssen. Schwer das.
Andererseits, habe ich einmal etwas beschlossen, verwirklicht sich ein Traum fast wie von selbst. Die Weichen stellen scheint die größte Anstrengung dabei zu sein.
Sommerabend - feine Fäden fliegen wie von Geisterhand getragen durch die Luft. Leichtigkeit. Sie zu erwischen nicht immer leicht und die Zeit fliegt dahin. Das ist sicher. Den Zauber des abendlichen Sommerlichts würde ich gerne festhalten wollen. Ein Kind des Winters bin ich, das konnte eigentlich nur ein Versehen gewesen sein.
Sommerabend - feine Fäden fliegen und ankern irgendwo, an neuen Ufern, immerzu.
Samstag, 2. Juli 2011
Summer in the City
In Ostösterreich beginnen mit diesem Wochenende die Sommerferien. Anlass genug, um Mal den Blick weg vom alltäglichen zu lenken.
Tanzen, lachen, etwas wagen. Hinaus, hinaus ins Element Feuer.
Den Sommer entdecken.Staunen wie die Kinder. Mit neuen Augen sehen, was seit Ewigkeiten da ist.
Hinaus, hinaus ins Element Erde.
Den Sommer entdecken, riechen und schmecken. Fliegen, probieren, was geht. Hinaus, hinaus ins Element Luft.
Den Sommer entdecken, losgelöst.Gleiten durch seidige Ströme, vergessen was Zeit ist. Hinaus, hinaus ins Element Wasser.
Den Sommer entdecken, verlieren im Jetzt.
Nur zwei Wochen Urlaub? Der Sommer ist trotzdem da. Summer in the City.
Neues entdecken - sich verlieren im Jetzt.
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