Mit dem Kommen vom Oktober zählt jeder sonnige Tag hier doppelt und dreifach. Kleinklimatische Bedingungen sorgen im Herbst in unserer Gegend sehr häufig für Nebel, hoch oder tiefliegend spielt da schon keine Rolle mehr. Manche Jahre erleben wir oft über Monate kaum einen hellen Tag. Sollte es noch einige Zeit mild bleiben, könnten Dahlien und Rosen noch lange wunderbar blühen. Mit zu viel Feuchtigkeit in der Luft vegetieren sie irgendwie eher, oft mag ich dann gar nicht mehr genau hinschauen, es tut einfach weh.
Hier also noch schnell ein paar aktuelle Gartenbilder fürs Album, dass die Freude nicht verloren geht!
Gestern und heute schaffte es die Sonne immerhin ab Mittag und verwandelte Gärten und Fluren in prächtig leuchtende üppige Schönheiten, geregnet hat es ja in letzter Zeit genug.
Das Zebragras blüht gerade auf, ich liebe es über alles. Aus dem Bürofenster schauen wir den ziehharmonikagefalteten Büscheln direkt ins Gesicht.
Die Dahlie im nächsten Bild kaufte ich als eine von Dreien in einem billigen Überraschungspaket, in dem so schrumpelige Knollen wohnten, nicht sehr vertrauenserweckend, aber neugierig machend. Eine hat sich erst gar nicht aus der Erde getraut, die zweite wurde in ihrem Anfangswachstum von den Schnecken arg zerzaust und erholte sich nicht mehr. Die einzig Überlebende bricht dafür alle Rekorde, die Blüten sind riesig, da geht meine Faust viermal rein. Diese Schönheit werde ich überwintern.
Die Graham Thomas Rose haut nochmal Blüten raus, dass es eine pure Freude ist.
Folgende Fotos zeugen wieder mal von spontanen Aktionen, zu denen ich im Garten neige. Ich plane eher gar nicht (bewundere andere, die sich viele Gedanken machen und dann gezielt vorgehen) und wenn es mir dann reicht, mache ich was gerade geht. Wie hier im Rosenbeet am Gartenzaun, wo drei verschiedene Sorten gepflanzt waren. Zwei davon kränkelten oder verabschiedeten sich ganz im Laufe der vielen Jahre. Alles englische Rosen, alle David Austin Züchtungen. Nur die Graham Thomas fühlte sich auf Dauer an diesem Standort wohl, sie ist einfach wunderbar.
Nun weiß man, dass Rosen am selben Standort nicht gepflanzt werden sollen, wenn ich aber doch unbedingt dort wieder welche haben wollte?! Die passende Sorte war schnell gefunden und bestellt, geliefert genauso. Da hatte ich nun innerhalb einer Woche plötzlich fünf Container mit knospenden Rosen in Garten stehen. Und was für welche! Die erste Blüte ging gleich am nächsten Tag auf und duftet herrlich ähnlich wie Pfirsiche, passend zur Farbe.
Alte Erde großzügig ausgetauscht, viel Rosenerde ins Pflanzloch und meine neuen Lieblinge eingepflanzt. Sie danken es mit vielen Blüten und ich bin ganz aus dem Häuschen. Haltet mir bitte alle Daumen, dass sie gut durch den Winter kommen und sich nächstes Jahr auch gut entwickeln. Ich werde meinen Teil sicher beitragen. Danke auch schön!
Lady Emma Hamilton (auch eine David Austin)
Sogar die Katzenminze, auf der ordentlich herumgetrampelt wurde hat sich wieder erholt und blüht so sehr, dass es dort summt, wie im Frühjahr. Ach übrigens, die Löcher gruben dankenswerterweise Männerhände...
Und so geht bald wieder ein Vegetationsjahr zu Ende, mit Überraschungen wie jedes Jahr. Ich mag das. Dieses Jahr mussten wir uns vom Etagenschneeball verabschieden, dafür darf an der Stelle eine Zaubernuss wachsen und ich freue mich jetzt schon auf die ersten Blüten des nächsten Jahres, wenn alles klappt schon im Januar...