Eine überbordende Zeit der Fülle - die Zeit der Sonnenwende im Juni.
Ich konnte wegen meiner vorübergehenden Behinderung im Frühjahr meine Rosen nicht schneiden. Als wollten sie mich überreden für immer darauf zu verzichten, ranken und blühen sie was das Zeug hält. Die Kletterrose im Hintergrund eroberte den Goldregen und galoppiert auf die andere Seite Richtung Baustelle nebenan. Ob die Bauarbeiter sie wahrgenommen haben wage ich zu bezweifeln. Egal, Schönheit und Fülle fragt nicht nach Publikum, sie genügt sich selbst in ihrem Drang alles, was möglich ist auszuschöpfen.
Könnten wir im Bewusstsein dieses Reichtums der Natur bleiben, länger als eine kurze
Spanne zwischen März und September? In unseren Breiten sind wir auf das
Erleben der Gegensätze in der Natur gepolt. In Ländern, wo im Dezember
die Kakteen blühen und Palmen wachsen, gibt es dieses Hoch und Tief
nicht in dieser Weise. Ich denke, ich würde das auch oder vielleicht
sogar eher lieben.
Diese Explosion an Lebenskraft überfordert fast ein Stück. Immer dessen
eingedenk, dass es bald wieder vorbei ist, schwingt auch jedes Jahr ein wenig
Wehmut mit. Wir sind am Scheitelpunkt, schon wieder. Natürlich geht es mit Wärme und Blüten ein Weilchen, der Sommer kommt ja erst. Aber die Geschwindigkeit des Wachstums bremst sich langsam und zunächst unbemerkt mit jedem neuen Tag ein. Langsam, ganz langsam, als hätte der Himmel Mitleid mit uns. Lasst uns denen da unten noch ein bisschen vorgaukeln, dass es ewig so weitergeht...
Der Mehltau an den Rosen konnte ihre Schönheit nicht einschränken und
ich weiß, dass diese Bilder mich durch das Jahr begleiten. Der Duft
hängt nach, noch einige Zeit, so wie der Wunsch, es möge noch lange so
bleiben. Eine lange Weile lang.
Der Scheitelpunkt des Sonnenlaufs dauert nur eine kleine Weile. Der Duft des Lavendel speichert hingegen Wärme und Kraft, lange, sehr lange. Schön und tröstlich ist das. Auch die Rosenblätter. Sollte ich nicht wieder welche sammeln und trocknen?
Euch allen eine schöne Sonnenwende und einen schönen Supermond am Sonntag. Da ist unser Erdtrabant an seiner größten Annäherung an unsere Erde. Am frühen Abend beobachten!
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Freitag, 21. Juni 2013
Mittwoch, 20. Juni 2012
Von Welle zu Welle...
Drei Tage so etwas wie Stillstand. Die Sonne am Scheitelpunkt ihrer Bahn. Hitze.
In unseren Breiten sind wir notgedrungen auf Ungleichgewichte eingestellt. Gleichmäßig stabiles Wetter ist nicht, mal zu heiß, dann wieder zu kalt. Zu windig, zu nass, was auch immer.
Wir empfinden es als selbstverständlich uns immer wieder neu einzustellen, auszurichten, anzupassen.
Es macht viel mit uns, dieses immer wieder neu ausrichten müssen. Es braucht Energie, hin-sehen. hin-fühlen, hin-hören. Wenn es nicht so gut klappt müssen wir auch mit dem Ergebnis zurechtkommen, also wird wieder eine neu - Ausrichtung fällig.
Wir üben und trainieren - ein ganzes Leben lang. Auch im Denken, im Fühlen und auch darin, unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken. Zu viel, zu wenig? Mal so, mal anders.
Die kurze Zeit des Scheitelpunkts, des Gleichgewichts der Kräfte: Eine süße Zeit, Harmonie klingt an. Aber auch eine Ahnung von all den vielen Möglichkeiten, die da sind und gelebt werden können. Es gibt so Vieles an Erfahrungen, die auf uns warten und aus dem Ungleichgewicht Kraft schöpfen und auch daraus realisiert werden.
In ein paar Tagen werfen wir uns wieder hinein ins Getümmel des zu -Vielen, des zu -Wenigen.
In ein paar Tagen werfen wir uns wieder hinein ins Getümmel des zu -Vielen, des zu -Wenigen.
Wir Menschen wollen das. Ausloten, was geht. Ein reich-haltiges Leben schaffen.
Und trotzdem: Ein Stück des Scheitelpunkts ist immer da, wird angesteuert. Der nächste Zyklus beginnt.Wir springen auf die Welle und reiten sie so gut wir können. Wir Menschen wollen das. Und wir sind richtig gut darin.
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