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Samstag, 16. Januar 2016

Lieblingsbilder 2015 / Mai

Im Mai bekam ein Bienenvolk ein neues Zuhause in unserem Garten. Im Bild sehen wir die Bienen in der Orientierungsphase. Sie "stehen" mit dem Kopf zum Stock gerichtet, um sich die genaue Position einzuprägen. Was für interessante Insekten! Zurzeit beschäftigen sich viele junge Menschen, so auch in unserer Familie hobbymäßig mit Bienenzucht. Ein bisschen Honig fällt ab, aber in erster Linie steht die Faszination für diese für den Menschen so wichtigen Tiere. 

Neben all dem technischen Fortschritt ist es essentiell, dass junge Menschen immer auch noch (das ist gar nicht mehr so selbstverständlich) eine praktische Verbindung zur Natur, Tieren und Pflanzen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln können. Wer mehr und mehr von der Natur abgekoppelt lebt wird keinen Ansporn haben, diese zu schützen und auch nicht erkennen können, wann und wodurch sie gefährdet ist. Mit Bienen kann es Abenteuer sein, wobei ein Bienenvolk angeblich bald einmal seinen "Meister" kennt, vor Bienenstichen ist man aber trotzdem nie gefeit. Ich hatte in der ersten Saison Glück, obwohl ich immer wieder ziemlich neugierig meine Nase in den offenen Kasten steckte...


                      ein Bienenvolk bezieht sein neues Heim in unserem Garten, im Mai 2015

In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant auf mich zukommen. Schönheit im täglichen Leben.
  

Donnerstag, 11. Juni 2015

Die halbe Miete

Zeit für ein paar Gartenfotos. Hier im Wiener Raum herrscht nun schon seit mehr als zwei Wochen Hitze, die nur kurz mal unterbrochen wird, es fällt viel zu wenig Regen, gießen ist angesagt.
Meine einmal blühende Hecken- oder vielmehr Kletterrose hat den Goldregen erobert und wirft nun seine langen Ranken von oben in das Projekt die Häuser dahinter zu verstecken. Oder heißt das Projekt Dornröschengarten? Jedenfalls verweist sie den Rosenbogen neben sich in die zweite Reihe. Wer wird sich schon mit so einer kleinen Rankhilfe zufriedengeben?!
Ich lasse sie eben mal wuchern, ich kann nicht anders, obwohl sie auch schon nach dem Ahorn greift.




Das Beet am Terrassenhang ist wie so vieles hier aus Bequemlichkeit entstanden. Der Wollziest (Stachys) fühlte sich wohl und durfte bleiben und sich gleich mal ordentlich vermehren. "Unkraut" kommt hier keines mehr durch. Als hätte ich es vor Jahren geahnt sind auf diese Weise große Bienenweiden entstanden. Jetzt sind wir froh darüber! Zum ersten Bienenstock kommt nun ein Zweiter. Sohn ist mit dem Bienenvirus infiziert. Besonders in diesem Beet also summt und schwirrt es den ganzen Tag, Hochbetrieb für die fleißigen Bienchen, sie müssen nicht weit fliegen.




Unsere Ramblerrose hat nun den alten Birnbaum vollkommen überwuchert. Letzten Herbst wurden die bis zum Boden hängenden Zweige gekürzt, wir sind dauernd an den Ranken hängengeblieben. Die Rose ist so wüchsig, ich hoffe der Baum unter ihr hält ihr Gewicht noch eine Zeit aus. Von Weitem sieht unser "Rosenbaum" wie ein überdimensionaler Pilz aus. Die Bienen haben es nicht weit, tausende Blüten locken mit einem wunderbar zarten Duft.




Es ist Johanniskrautzeit, die Sonnenwende rückt immer näher. Es ist doch erst Frühling gewesen! Wie sehr ich diese Zeit ein wenig aufhalten, einbremsen möchte! Bei dieser Hitze verblühen die Rosen rasch, ihren Duft und die Blüten genießen zu können ist ein kostbares Geschenk der Natur. 



Die "Wollziestweide" wird noch eine Weile weiterblühen. Diese unermüdliche Pflanze mit den samtigen Blättern ist eines der Stauden, die die Schnecken nicht einmal anrühren, sie machen einen großen Bogen herum. 



Unser Garten ist inzwischen schneckenoptimiert. Das Gemüse ist hinter einem Schneckenzaun geschützt und sonst wächst, was Schnecken nicht mögen. Davon gibt es erstaunlich viel.



Seit ein paar Jahren verzichten wir auf jegliches Gift im Garten, so kommt es auch immer wieder mal zu kleineren oder größeren Schäden am Buchs, wenn wir nicht aufpassen und die Sträucher regelmäßig mit starkem Wasserstrahl abspritzen. Ich mag den Buchs sehr, deswegen wird er zurückgeschnitten und darf weiterwachsen, langsam eben wie es seine Art ist. Er bietet stellenweise gar keinen schönen Anblick, bisher hatte ich noch immer nicht das Herz, ihn ganz rauszuwerfen.

Schade, dass ihr das Summen und den Duft nicht wahrnehmen könnt, es ist wahrlich die halbe Miete!!


  

Donnerstag, 21. Mai 2015

Ein erstes und ein vieles Mal

Spätestens jetzt im Mai, vielen Bloggerinnen geht es ähnlich, überrollt uns das pralle Leben und die Entscheidung hier umtriebig zu sein wird uns vom echten Leben abgenommen. Zu vieles macht jenseits der Tastatur Freude und beschäftigt Lebensgeister, Hände, unser ganzes Sein.

Soll ich jetzt davon schreiben, dass seit fünf Tagen der Spargelschäler glüht und jeden Tag ein anderes Spargelgericht auf den Tisch kommt oder davon, dass es jetzt endlich regnet und alles hörbar aufatmet, sich streckt und verankert, nach all den zu trockenen Monaten davor. Dass lachen, feiern, Begegnungen und sorglose Stunden passieren oder davon, dass gut Ding eine Menge Weile brauchte und plötzlich alles fertig wird, wenn man nicht mehr darauf wartet? 



Oder von meiner ersten Kanufahrt in den Donauauen, in einem Alter in den wir uns über alles, was das erste Mal ist doch kindlich freuen. Es gibt immer noch so ein erstes Mal, immer wieder. Da fällt mir ein, dass ich noch nie auf einem Traktor gefahren bin (selbst) und in einem Heißluftballon nur 10m hoch, war eben angebunden. Auch davon, dass es viele erste Male geben kann, nicht nur im Mai.



Oder davon, dass mein Rosenbogen unter der Last der wuchernden Clematis zusammengebrochen ist und mich das trotzdem glücklich macht, oder davon, dass wir neue Garten-Mitbewohner einquartiert haben. Haustiere, wie Sohn sie nennt und mit viel Liebe betreut. Das macht Riesenfreude.



Oder davon, ich hätte von Tulpen geträumt, dass sie noch blühten und von der Rückkehr des Frühlings. Doch plötzlich sind Mengen da, einem Besuch im Norden sei Dank. In den Bergen die knospenden Bäume sehen und wissen, dass es ein kleines Zeitfenster war, kein Traum. Mit allen Sinnen leben...


                    Sächsische Landesgartenschau in Ölsnitz, auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände

Im Übergang vom Frühling in die Frühsommerzeit brauchen wir keine Träume, wir pflücken Schönheit und Fülle von den Zweigen und doch bleiben sie dort, für eine Weile, so wandelbar und leicht.

  
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