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Freitag, 9. Dezember 2016

Vorweihnachtliches froh sein

Zum siebenten Mal Advent hier auf *kleine freude*. Lustiges, Persönliches, Besinnliches, Dekoratives, Stilles, schon in früheren Jahren abgehandelt. Auf eine bestimmte Weise gestrickt, formen sich die Texte immer wieder auf ähnliche Weise.

Dieser Advent ist anders für mich. Andere Jahre dachte ich im Dezember fast ausschließlich bis Weihnachten, die Zeit dahinter wurde ausgeblendet, als gäbe es eine Stoptaste für die Erdenzeit. Das half mich zu entspannen, eins nach dem anderen vorzubereiten und mich auf die besonderen Wochen vor dem Fest zu fokussieren. Doch heuer laufen parallel Vorbereitungen für die ersten Monate des kommenden Jahres. 



Mehr wird hier nicht verraten, ich brauche meine Freiheit für eine Zeit, in der ich mein normales Leben ganz verlasse werde und mich gefühlt auf sehr viel Neues und Ungewohntes einlassen werde. Für ganze drei Monate. Um ganz einzutauchen und die Welt und mich darin auf eine neue Weise kennenzulernen, muss ich manche gewohnte und liebgewonnene Tätigkeiten unterbrechen oder verändern. Dazu gehört auch das veröffentlichen von Blogbeiträgen in dieser Zeit. 


Die Lust zu schreiben und zu fotografieren bleibt. Da bin ich sicher. Erfahrungen und Erlebnisse werden hier nach der Blogpause ab Anfang April wieder ihren Platz finden, darauf freue ich mich!
Es werden definitiv keine Fotos aus Irland dabei sein, soviel kann ich sagen.


               Jugendstilbadeanstalt in Bad Nauheim, Deutschland, siehe auch nächste Bilder

Drei Monate sind eine lange Zeit, ich hoffe natürlich sehr, dass ihr Leserinnen und Leser, die ihr gerne hier wart, auch nach dieser Zeit wieder vorbeischauen mögt. 

                 Bad Nauheim

Nun ist es aber noch nicht soweit. 

Frei zu sein bedarf es wenig und wer frei ist, ist ein König. Oder: Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist ist ein König. Froh, König, wenig bedürfen. Fröhliche Weihnachten, Kind im Stroh. Nette Geschichten rund ums Fest. 
Freiheit ist neu dazugekommen. Sich klar werden, was sich richtig anfühlt und alles wegzulassen was zu viel, zerstreuend oder letztlich unwichtig ist. Keine Zeit des Jahres lädt mehr dazu ein als diese. Und es wird immer schwieriger in einer immer lauter werdenden Welt. Und gerade deswegen immer wichtiger sich zu entscheiden. Viele Male des Tages. Das richtige Maß finden. Frei zu sein bedarf es in diesen Tagen viel. Bleibt noch die Frage ob man König sein will. Ich deute das so: Souverän das eigene Leben, kreativ die vorhandene Zeit und liebevoll die Beziehungen gestalten. Sich nicht vereinnahmen lassen, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Wie auch immer, von wem auch immer. Hat man das oft geübt kann man weitergehen und jedem geben, was man eben geben kann, ohne sich selbst dabei zu verlieren. So ist mein Resümee nach Jahrzehnten trial and error. Und ich übe immer noch....



                      Bad Nauheim

Der bekannte Kanon hat noch weitere Strophen. Die letzten Verse mag ich. 

Frösche, die im Nassen sitzen
Mit Vergnügen sich bespritzen.
Eulen, die auf Tannen hocken
Stricken grüne Ringelsocken.


Mal sehn, vielleicht wird dieses Lied heuer unter die Weihnachtslieder geschummelt. Frei zu sein bedarf es schließlich wenig, oder? ...




   
 

Mittwoch, 23. November 2016

Bedürfnis nach Wärme

Zum runden Geburtstag vor bald einem Jahr hatte ich diese Schneerose bekommen, die mit kurzen Unterbrechungen während frostiger Perioden den ganzen letzten Winter unermüdlich in seinem kleinen Topf neben der Haustüre blühte. Im Frühjahr stopfte ich die unansehnlichen Überreste unter dem Haselstrauch in die Erde und siehe da, nachdem das abgefallene Laub und sonst so allerlei Topfinhalte, die während der warmen Monate schnell mal unter das Blätterdach der Hasel entsorgt, kürzlich entfernt waren, leuchteten mir gestern diese Knospen entgegen. Die Schneerose beginnt wieder ihren Blütenreigen und wird ihn trotz Kälte und Frost bis zu den warmen Tagen im März aufrecht erhalten. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was mir das dieses Jahr bedeutet.




Manchmal zieht es schwer an mir, die Entwicklungen in der Welt, jedenfalls diejenigen, die uns ununterbrochen medial präsentiert werden. Aber nicht nur dort, inzwischen auch direkt erlebte Realität. Sollen wir wollen, dass es kälter wird, mit den Temperaturen auch in unseren Herzen? Manchmal kommt es mir so vor.
Was treibt uns an, was brauchen wir für ein gutes Miteinander? Simples Mitgefühl, sich in einen anderen hineindenken, kann man sich das noch leisten? Zu Beginn des Advents stellen sich mir diesesmal ganz andere Fragen als in den Jahren zuvor. Es geht nicht mehr darum ob wir weniger dem Kaufrausch verfallen oder uns Zeit für Besinnung und Ruhe nehmen, auch nicht darum, was sein muss oder weggelassen werden kann.

Am Sonntag vor Beginn der weihnachtlichen Zeit streifen wir über Plätze der Wiener City. Stricken scheint zurzeit im Trend zu liegen, wie sonst kann man diese Auslagendekoration interpretieren. Riesige Ballen von Kammzügen und daraus gestrickte Vorhänge dahinter zeigen mir dann mehr das Bedürfnis nach Herzenswärme. Denn es ist warm in Wien.



Die Schanigärten sind gut besucht, egal ob mit oder ohne Wärmelampen ausgestattet. Die Stadt ist voll von Touristen, man genießt die hellen Stunden im Freien bei Kaffee und Apfelstrudel und auf den an jeder Ecke befindlichen Weihnachtsmarktstandeln und Punschhütten. 






Amerikaner spielen Straßenmusik, man ertappt sich beim Gedanken, ob sie wohl zu den Auswanderungswilligen gehören und gerade hineinschnuppern in die europäische Welt. Sie spielen gottlob noch keine Weihnachtsmusik. Schlimm, dass diese so negativ besetzt ist, aber gut wenn das unsere einzigen Sorgen wären.



Je mehr die Engeldichte in der vorweihnachtlichen Zeit zunimmt und das tut sie konstant seit Jahren, umso mehr frage ich mich, was man landläufig so damit verbindet. Ist halt süß, sie lassen wahrscheinlich die Kassen klingeln und das wars dann. Eine Welt jenseits der Konsumwelt? Eine Welt die sich Mitgefühl und Herzenswärme leistet, welche nichts einbringt außer das Gefühl menschlich sinnvoll gehandelt zu haben und so, wie man selbst auch behandelt werden möchte mit anderen umgeht. Dazu bräuchte man nicht mal eine Religion.



Manchmal verzage ich ein bisschen, selbst dann, wenn ich denke, dass diejenigen, die eine extremere Wortwahl im Ausgrenzen anderer Menschen verwenden, hätten ihre Gründe dafür und könnten es nicht besser. Wo sind die anderen, die gefestigten, die zeigen, dass es auch anders geht. Es gibt sie in großer Zahl, aber immer öfter verstummen sie, weil sie immer öfter öffentlich eingeschüchtert, bedroht und lächerlich gemacht werden.





Kleine Zeichen der Liebe, des Miteinanders und Mitgefühls werden in diesen Tagen immer wichtiger. Wir dürfen nicht verstummen und so tun, als wäre alles gut. Vieles ist nicht gut und das zeigt sich immer deutlicher. Daneben gibt es fast täglich Zeichen echter Freundschaft und ein Dasein füreinander. Das gibt Kraft. Aufgeben ist keine Option. Wegschauen allerdings auch nicht. Das ist anders geworden.

Zurück zum Garten: Wir starteten einen Versuch im Gemüsebeet. Auf eine Schicht Laub kamen Kartoffeln, die wieder mit einer Schicht Laub bedeckt wurden. Darüber Erde gehäufelt. Wenn der Winter mild wird sollte das klappen und wir können sehr zeitig Kartoffeln ernten. Das geht so: Die Kartoffeln fangen an zu treiben, weil die Laubschicht beim zerfallen etwas Wärme erzeugt. Die Triebe bleiben an der kalten Erde nach oben und unten hin stehen, bis diese im Frühjahr wärmer wird und starten dann schnell durch. Soweit die Theorie. Lassen wir uns überraschen. Bis dahin werde ich täglich nach meinen Schneerosen schauen und nicht aufgeben an eine bessere Welt zu denken und zu glauben.


  


Sonntag, 20. Dezember 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 3

Es hat etwas zutiefst Befreiendes mich auf diese Zeit der Stille einzulassen. So wie dieses Jahr gelang mir das noch nie. Das Wetter bei uns hilft mit. Es ist den ganzen Tag trüb, nebelig und kurz nach drei Uhr nachmittags beginnt es auch schon dunkler zu werden. Früher assoziierte ich diese Zeit mit einer trübsinnigen Grundstimmung, aus der ich versuchte möglichst herauszukommen. Gar nicht überraschend: Sobald man es schafft sich ganz darauf einzulassen beginnt man es zu mögen. Ich brauchte lange dafür. 
Meine Vorweihnachtszeit findet großteils zuhause statt. Ich gehe kaum hinaus, nur für Spaziergänge in der Natur oder ein Konzert. Keine Geschäfte, keine Weihnachtsmärkte, keine entsprechende Musik, viel Stille, lesen, schreiben, Gespräche, einfach zusammen oder alleine SEIN.



"Lerne still zu werden und deine Aufmerksamkeit wegzubringen von Dingen, die du eigentlich nicht willst oder die dir nicht gefallen. Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du in d(ein)er Welt erleben und sehen möchtest." Nach diesen zwei Sätzen versuche ich mich auszurichten. Sie sprechen von einer Grundeinstellung, die zu leben gar nicht so einfach ist. Die Welt die wir vorfinden funktioniert meist diametral dazu (und das macht sie nicht unbedingt besser). 

Weihnachten ist so eine Sache, die bei vielen Menschen ambivalente Gefühle hervorruft, von Jahr zu Jahr ähnlich oder ganz neu, je nachdem was das Jahr davor an Ereignissen für den einzelnen gebracht hat und wie man gerade mit den Menschen, zu denen man gehört auskommt. Diese Gefühle drücken wir gerne weg, sie sind unangenehm und zu Weihnachten wollen und sollen Beziehungen funktionieren, gerade da mag und braucht man diese Illusion von "heiler Welt" am meisten. "Wenn es da klappt, dann wohl auch danach", ein guter Teil des Geschenkeaustausches dient wahrscheinlich diesem Wunsch. Ob die Rechnung aufgeht? Mal mehr, mal weniger. 
Meine Erfahrung sagt mir, dass es nicht viel braucht. Ganz da (präsent) sein, sich aufeinander einlassen, zuhören, empathisch sein und alles weglassen, was nicht wirklich wichtig ist. Irgendwie komisch, ein Fest mit weniger ist mehr zu assoziieren und sich dabei glücklich fühlen zu können. Ich bin jedenfalls ein bisschen genau da angekommen und es fühlt sich sehr gut an...

Hier könnt ihr frühere Postings zur Vorweihnachtszeit auf *kleine freude* nachlesen. 

Für die letzten Tage bis zum Fest wünsche ich euch eine schöne Zeit!


 


Samstag, 12. Dezember 2015

Ich sehe den Stern

Seit ich dem Fest alle Erwartung genommen habe, nimmt es mich wieder für sich ein. Es muss nichts. Ja gut, es haben sich kleine Rituale entwickelt, mit den Menschen die ich liebe. Seit ich ehrlich war und klar machen konnte (was Jahre wiederkehrender Feste brauchte) was mir zu viel, zu wenig und was passend war und wir uns ausgetauscht haben, was jede/r mag und wünscht, konnte ich das Gefühl ablegen für alles und für das gesamte Gelingen alleine zuständig zu sein. Diese Einstellung hatte ich davor über Jahre entwickelt bis ich Weihnachten zu hassen begonnen hatte und mir auffiel, dass da etwas gründlich schief lief. 



Dieses Jahr freue ich mich darauf und eigentlich mag ich all diese Zeit auch vorher wieder. Es muss nichts war ein Schlüssel. Die Vorbereitungen greifen organisch ineinander, ich verlasse mich auf mein Gefühl und mache, was mir Freude macht. Und lasse, was mir keine macht. Und plötzlich ergeben sich viele Dinge wie von selbst. Fast magisch. 
Ich sehe den Stern. Er steht nicht am Himmel, er ist in mir. Ein wunderbares Gefühl, ein freudiges.

Ich wünsche uns eine wunder-volle Zeit bis zum Fest. 


Hier findet ihr die Vorweihnachtszeit von *kleine freude*, alles bisher Erschienene, fröhlich, besinnlich und manchmal auch ernst.






   
  

Samstag, 5. Dezember 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 2

Heute möchte ich einmal:

Zusammen - Sein
In die Augen eines anderen Menschen schauen und seine Seele sehen.
Und dann ganz ruhig werden. Ich sehe da, was es wirklich braucht, um eine be-fried-igende Verbindung zwischen zwei Menschen zu schaffen. 

Vor ein paar Tagen gab es viele Geschenke für mich und viele mir liebgewordene Freunde und Familienmitglieder haben sich Gedanken gemacht, womit sie mir eine Freude machen könnten. Ich fand das berührend und schön. Auf einer anderen Ebene allerdings strömte die Freude noch viel stärker in mir, als so viele mich umarmten und durch ihre Präsenz in diesem Moment der Verbindung zwischen uns einen beglückenden und tiefen Ausdruck verleihen konnten. Ich empfand dabei, dass wir uns beide gegenseitig beschenkten und dass dieser Austausch an Liebe und Wertschätzung mich glücklich machte.

Bei einer Essenseinladung vor einiger Zeit bekamen wir mehrere Gänge serviert. Eine Köstlichkeit übertraf die andere, es war wirklich genussvoll. Die Gastgeberin und Köchin hatte ihre ganze Kraft in dieses Abendessen gelegt, wahrscheinlich den ganzen Tag dafür geopfert, für den so schönen Abend fehlte ihre Präsenz, sie war offensichtlich müde, eine Chance für ein schönes Gespräch und einen echten Austausch vertan.

Wie gut kenne ich das von mir! Ich brauchte Jahr(zehnt)e, um zu begreifen, dass es diese Balance bei Festen braucht, genauso wie im Alltag.



Balance zwischen Tun und Sein.

Schenken bildet natürlich viele Facetten einer Beziehung ab und hat einen viel tieferen Sinn, wir drücken damit viel mehr aus, als offensichtlich zum Ausdruck kommt. Ein weites Feld für die Soziologie. Es liegt mir total fern den Austausch von Zeichen der Zusammengehörigkeit abzuwerten. Trotzdem oder gerade deswegen können wir einen neuen frischen Blick darauf werfen, was und wie wir schenken. Ich weiß einen guten Teil meiner Leser/innenschaft in meinem Alter und viele gehen recht bewusst mit diesem Thema um. Ich weiß gleichzeitig von mir selbst, dass es sich lohnt ein bisschen Energie darauf zu verwenden zu schauen, ob wir das erschaffen, wovon wir glauben, dass es sein muss oder das, was uns wichtig ist und uns und unsere Lieben wirklich glücklich macht.

Zusammen-Sein.....

Alle bisher erschienen Beiträge zur Vorweihnachtszeit, heiter und besinnlich findet ihr über diesen Link

Ich wünsche euch eine schöne vorweihnachtliche Woche und Kerzerlzeit am Wochenende!



 

Samstag, 28. November 2015

Gut durch die dunkle Zeit / 1

Zurückerinnernd an Jahre, in denen die Zeitungen um diese Zeit voll waren mit Klagen über Nebensächlichkeiten, wie etwa schrecklich es sei, dass bei uns Santa Claus das Christkind verdrängen könnte, setzt langsam eine Auseinandersetzung damit ein was wirklich wichtig ist. Dass dazu meist Krisen gebraucht werden ist so menschlich wie bedauerlich und gleichzeitig leuchten da und dort positive Zeichen von Liebe, Mitgefühl und fortschrittliche Entwicklungen auf.
So fällt es in diesem Jahr nicht schwer einen Fokus für die dunkle Zeit vor Weihnachten zu finden. Die Zeit, wo wir von den Naturkräften in eine Energie der Konzentration aufs Wesentliche eingeladen werden, so wir mit dem Rhythmus der Natur mitgehen möchten, um uns selbst für Zeit des neuen Wachsens zu stärken und die Weichen richtig zu stellen.

In den Jahren bisher, seit es *kleine freude* gibt, war es mir immer ein Bedürfnis in dieser Zeit kleine Zäsuren im Alltagsgetriebe anzubieten. Nicht zuletzt für mich selbst. Durch das Schreiben komme ich in eine Konzentration und die Gedanken fließen mich in eine innere Ruhe, die mich aus dem vorweihnachtlichen Trubel ein wenig herausholen. Auch dieses Jahr also wieder ein paar Anstöße für diese im Kleinen wie im Großen manchmal herausfordernde Zeit.




Heute möchte ich einmal
* Die Kirche im Dorf lassen

Es ist niemandem geholfen, wenn wir uns gegenseitig erzählen wie schrecklich es in der Welt zugeht und was alles Schlimmes noch geschehen könnte. Habe ich Obdach, Nahrung, Familie, Freunde, Arbeit, Hobbys und noch einiges mehr, so habe ich viel mehr als der Großteil der Menschen auf der Erde. Ich bin dankbar dafür und gebe Zeit, Energie, Geld und Freude weiter wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Niemand hat etwas davon, wenn es auch mir schlecht ginge. Jeder Mensch hat das Recht auf ein sicheres friedvolles Leben und indem wir selbst uns darum bemühen zufrieden und glücklich zu sein geben wir ein Beispiel für andere, dass es möglich ist ein gutes Leben zu haben. Dankbar und zuversichtlich im Leben zu stehen, kleine Irritationen als solche abheften und weitergehen, mit Vertrauen auf die großen Herausforderungen antworten. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Hier die Adventbeiträge der letzten Jahre auf *kleine freude* zum nachlesen

Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht euch eure "alte" Elisabeth (mehr davon in Kürze). 


Sonntag, 21. Dezember 2014

Das Ding mit der Weihnachtsfreude / 4

Hinter dem Puls unseres gesellschaftlichen Lebens schlägt ein anderer Rhythmus, der unseres Körpers in Verbindung mit den Vorgängen in der Natur. Gerade um diese Zeit fühle ich besonders stark, wie asynchron wir sie leben. Wie sich die natürlichen Rhythmen in diesen Tagen verdichten, denen ich mich dieses Jahr hingegeben habe, so gut es ging. Ich muss zugeben, es liegt Heimeligkeit und Tradition in der Geschäftigkeit der Vorweihnachtszeit. Ungewohnt das stille Sein, die Ruhe, das Weglassen von Allem, was nur vordergründig wichtig ist.



Es tat mir gut. Mein Puls wurde langsamer, er glich sich dem Atmen der Erde an, die sich auf die Winterruhe vorbereitete, obwohl das Wetter in diesen Tagen eine andere Sprache spricht. Ungewohnt, so ohne Trubel, wie sehr habe ich Weihnachten schon mit Hektik und rennen verknüpft gehabt. Jetzt fällt es mir auf, dass es auch anders geht. Ohne Ablenkungen kommen mir viele Gedanken über das zu Ende gehende Jahr in den Sinn.



Ich empfinde tiefe Dankbarkeit für Situationen und Menschen. Manche Erlebnisse haben mich verändert und plötzlich wird mir bewusst, mit welchem Mut meine Vorfahren in Veränderungen hineingegangen und welche Wege sie mir vorangegangen sind.
Mit dem Hinübergehen meiner Mutter in die andere Welt merke ich mehr und mehr, dass ich dorthin vorrücke, wo ich in mir selbst verwurzelt bin, die geborgten Wurzeln sind nicht mehr.
Ich fühle mich geborgen, hier auf der Erde, in meinem Körper, auch mit seinen Veränderungen. In den Rhythmus der Natur hineinzuhören entspannt mich und lässt mich mit Zuversicht und Freude in einen neuen Zyklus hineingehen.



In diesen kurzen Tagen und langen Nächten fühle ich mich der Mütterlichkeit unserer Erde so nahe. Wir haben unseren Platz auf ihr und wenn wir es ein bisschen besser hinbekommen würden, hätten wir Frieden mit und auf ihr. Ich glaube nicht an die Theorie, dass sie uns Menschen in begrenzter Zahl aufnehmen kann. Diese Woche sah ich eine Doku über einen biologisch dynamisch wirtschaftenden Großbetrieb in Ägypten (klick) SEKEM. Aus einer Einzelinitiative beginnend wurde und wird die Wüste zum Garten Eden verwandelt, Gemüse und Getreide in großen Mengen produziert und vielen Menschen Arbeit gegeben. 

Die Erde, Tiere, Pflanzen und das Wohlergehen jedes einzelnen Menschen muss in den Mittelpunkt unserer Bemühungen gestellt werden. Dann kann Frieden entstehen und nicht umgekehrt. Es gibt viele gute Nachrichten und viele Initiativen, wir müssen sie suchen, uns für sie interessieren, ihnen Raum geben, sie verbreiten und sie aktiv unterstützen. Notwendigen Veränderungen positiv begegnen.


                    Kachina Woman, Sedona, Arizona

Dankbar erinnere ich mich an dieses Bild, in dem symbolisch deutlich wird, dass es Menschen gibt, die der Erde sehr bewusst mit Respekt und Liebe begegnen. Das bringt mich zum nachdenken. Über mein Leben und darüber, was ich selbst beitragen kann, um ihrer Schönheit wenigstens ein bisschen gerechter zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Sonnenwende mit Blick auf unseren blauen Planeten, unsere wunderbare Mutter Erde. Bei uns herrscht, ganz untypisch seit Tagen strahlender Sonnenschein, welche Freude!

 

Montag, 15. Dezember 2014

Das Ding mit der Weihnachtsfreude / 3

"Ich bin heuer noch gar nicht in Weihnachtstimmung, obwohl es nicht mehr lange bis dahin ist" . Oft höre ich diesen Satz, in meinem persönlichen Umfeld und auch über die Medien. Viele führen ihre fehlende Einstimmung auf das Fest der Liebe, des Friedens und der Freude auf das Wetter zurück. "Es ist zu warm, es schneit nicht, die Weihnachtsmärkte sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren..." 
Ich kratze etwas an der Oberfläche und habe das Gefühl, dass die Ursachen viel tiefer liegen.



Die Euphorie nach der Jahrtausendwende, wir kämen mit dem Beginn des Einundzwanzigsten Jahrhunderts in eine weltweit weit entwickelte solidarische, einer positiven Zukunft zusteuernden Weltgemeinschaft ein großes Stück näher, weicht nicht erst seit September 2001 einer ungläubigen Gewissheit, dass alles ganz anders läuft. Wir verlieren gerade im fast vergangenen Jahr 2014 massiv an Vertrauen in alles was die Welt am Laufen hält. In der Wirtschaft, im Finanzwesen, in der Politik, im Gesundheitswesen, in der Ernährung, überall sehen wir in immer neu aufbrechenden Skandalen, Kriegen und Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Arbeit, dass wir weit weg davon sind bestehende Probleme gelöst zu haben, im Gegenteil. Sich diesen Wahrheiten zu stellen ist nicht leicht. Alle möglichen Strategien werden angewendet, um nicht hinschauen zu müssen: Verleugnung, Erstarren, das eigene Kleine zu retten versuchen, sich einreden, dass alles ja gar nicht so schlimm sein kann.



Bevor ihr hier, meine Lieben zusammenbrecht oder abschaltet oder auch nur fragt, was das alles mit *kleine freude* zu tun hat, gebe ich Entwarnung. Es geht nicht darum, sich niederdrücken zu lassen oder zu verzweifeln. Ich denke aber, es ist wichtig die Dinge nicht kleinzureden und sich der Notwendigkeit zu öffnen, dass sich Vieles verändern muss. UM BESSER ZU WERDEN. Damit wir ein glückliches, solidarisches, liebevolles Miteinander schaffen können, muss vorher beendet werden, was unsere Welt ausblutet und kaputtmacht.

Ich glaube, wir alle spüren diese Notwendigkeit zu einer Umkehr im Denken und Handeln. Was uns Angst macht und zögern lässt, ist wahrscheinlich die gefühlte gewaltige Größe dieser Notwendigkeit. Menschen haben aus vielerlei Gründen Angst vor Veränderung, besonders wir hier in den so genannten reichen Ländern Europas. Wir könnten ja etwas verlieren, woran wir uns schon so gewöhnt haben.



Ob wir uns fürchten oder nicht, wenn sich etwas überlebt hat, stirbt es sowieso. Wenn die Zeit reif ist, geschehen Veränderungen, Umwälzungen und der Boden für etwas Neues formt sich. Wir stehen an einer solchen Wende in der Entwicklung der Menschheit. Die Zeichen sind unmissverständlich da, unser tiefgreifender Vertrauensverlust in herrschende Systeme zeigt das deutlich.  
Wollen und können wir uns eine bessere Welt vorstellen? Das wäre der erste Schritt. Danach käme die innere Bereitschaft, alte gewalttätige Strukturen zu verabschieden und bereit zu sein für das Neue, bevor wir dann beginnen können es zu bauen.

Indem wir den inneren Wandel zulassen, erlauben wir unserer äußeren Wirklichkeit sich zu wandeln. Wir stellen uns nicht gegen notwendige Veränderungen und gehen vertrauensvoll in eine zwar ungewisse, aber hoffentlich bessere und friedlichere Zukunft, als Menschheit auf unserer wunderbaren Erde.



Ein ernster Post heute, ich habe lange gezögert, diese Gedanken auszudrücken. Wer will das schon in der kekserlpunschundchristbaumkugelseligen Zeit hören oder lesen! Und doch ist es das, was mich beschäftigt, was ich sehe. Weit weg von pessimistischem Denken, drückt es im Gegenteil meinen Wunsch für tiefen und nachhaltigen Frieden aus, nicht nur für die Weihnachtszeit. 
Es gibt den Spruch: Friede, Freude, Eierkuchen. Er beschreibt das Falsche im Verharren auf der Oberfläche, unter der die Monster auf ihren Auftritt lauern. Ich wünsche uns allen echten Frieden, echte tiefgreifende Freude. Wir erkennen es an einem alles durchdringenden Gefühl von Dankbarkeit. Dann spielt das Wetter keine Rolle mehr für die richtige Weihnachtstimmung.

In diesem Sinne: Lasst uns abwägen, was wichtig ist, alles andere sein lassen und die letzten Tage vor dem Fest mit unseren Mitteln mit Liebe und Frieden füllen....

Die früheren Folgen dieser Serie findet ihr in Beiträgen des Dezember 2014.


  
  



Freitag, 5. Dezember 2014

Das Ding mit der Weihnachtsfreude / 2

Als Kind und Jugendliche hatte ich das Gefühl von Fließen oft. Ein innerer Zustand, in dem man sich "selbstvergessen in einer Tätigkeit verliert". Indem ich diesen Satz niederschreibe, entdecke ich das Paradoxon, wie man etwa darüber denkt, wenn jemand ganz mit sich selbst verbunden etwas aus sich heraus ausdrückt. In die reale Welt übersetzt, was bis dahin nur im Inneren als Potential existierte. Selbstvergessen meinte da eigentlich in "Einklang mit sich selbst". "Sich verlieren" folgerichtig "ganz bei sich selbst" sein. Im psychologischen Fachjargon spricht man von "Flow".



In unserer westlichen Welt fehlt es dramatisch an Flowerfahrungen. Wir begeben uns in beruflich und privat allzu gerne auf vorgegebene Pfade. Bequem und lösungsorientiert funktionieren wir, unterscheiden uns in der Wahl zwischen angesagten Trends. Kugeln oder Strohsterne als Weihnachtsdeko, oder hüpfende Hirsche auf dem Fensterbrett? Alles schön und wunderbar, aber ist es das, was uns erfüllt, was unser Herz singen lässt, uns Freudentränen in die Augen treibt?
Verklärende Geschichten aus den Hungerjahren, wo man Tannenbäume aus dem Wald holte und ein paar Socken geschenkt wurden und alle angeblich so glücklich waren bringen uns auch nicht weiter. Wir leben dazu auch in einer Zeit, wo das vergleichen und sich auf Trends einstimmen immer schwerer funktioniert, die Halbwertszeiten davon, was man tun muss um dazuzugehören, takten exponentiell.



Es geht gar nicht mehr um Entschleunigung, damit ist es nicht getan. Es geht auch nicht darum, sich technologischen Entwicklungen zu verweigern oder an einem bestimmten Punkt des gesellschaftlichen Lebens die Stoptaste zu drücken. Es geht vielmehr darum, den Anteil an Fremdbestimmtheit zu erkennen und loszulassen, soviel gerade möglich ist. Menschen, die mehr als fünfzigprozentig in einem "Ich muss - Modus" unterwegs sind, laufen an sich selbst vorbei, innen drin nagt ein ständiges Gefühl der Leere. Damit man dieses nagen nicht so spürt lenkt man sich ab, Möglichkeiten dazu gibt es ohne Ende. Sich da rauszunehmen ist nicht einfach, aber sehr sehr lohnenswert. 




Schritt für Schritt zurück dorthin, wo die Freude wohnt. Was macht mich glücklich, mit welcher Tätigkeit spüre ich tiefe Befriedigung und sinnerfülltes Tun? Ganz für mich allein? Ganz aus mir selbst heraus? Das sind Fragen, die es sich lohnt zu stellen.



Mich brachte einer meiner Söhne mit diesem Gefühl des Fließens wieder in Berührung, nachdem ich es im jungen Erwachsenenalter fast verloren hatte. Er konnte sich als Kind hingebungsvoll mit etwas beschäftigen und dabei alles rundherum ausblenden. Ich selbst kam nur langsam wieder in Berührung mit dieser Qualität des Seins und damit mit einem tiefen Aspekt der Freude.

Das ist es was ich uns wünsche. Für die Weihnachtszeit und weit darüber hinaus.
Wieviel besser wäre unsere Welt, wenn mehr Menschen kreativ ausdrückten, was ihnen aus ihrem Innersten heraus Freude macht.



Samstag, 29. November 2014

Das Ding mit der Weihnachtsfreude / 1

Die vielzitierten Kinderaugen. Wir warten auf den Zauber des Festes, mit und ohne Kinder, hoffen dass er sich einstellt und bis dahin tun und tun und tun wir, was man an Vorbereitungen tun muss. Soll ja schließlich ein schönes Fest werden!

Bis dahin alles was dazugehört erledigen Geschenke aber gute sinnvolle und passende bedenken und besorgen Kekse backen zu Weihnachtsfeiern gehen für das Fest einkaufen und kochen die alte Nachbarin besuchen einen Adventkranz binden zu Wohltätigkeitsveranstaltungen gehen spenden am guten Gewissen arbeiten hab ich auch niemanden vergessen wenigstens vor Weihnachten alles gut und richtig machen ein guter Mensch sein dazu auch noch stille sein die Kerzen anzünden etwas tun um der Hektik Herr zu werden das Adventkonzert besuchen wo Freunde mitsingen Punsch trinken wegen der Wohltätigkeit alle Termine koordinieren ins Altersheim und der normalen Arbeit nach gehen überall lange Schlangen am Postamt in den Geschäften kein freier Parkplatz kreisen bis man einen findet kein Ausweg nur ja nichts gegen Weihnachten sagen ist ja so schön das Fest der Liebe und Freude wir alle miteinander verbunden ein Zeichen der Zusammengehörigkeit und die leuchtenden Kinderaugen die vielen gestressten und abgehetzten Gesichter auf den Straßen hoffentlich kann man das untauschen wenn es nicht passt ausblenden alle freuen sich doch auf Weihnachten und schneien soll es auch.



Ich habe vor mehreren Jahren die Fahrtrichtung geändert, was schwer war, einfach viel Gegenverkehr, zunächst. Die Freude war mir gänzlich abhanden gekommen für dieses Fest und damit die Dankbarkeit. Ich versuchte die Freude an Weihnachten wiederzufinden, mein eigenes Staunen und meine Vorfreude. Nicht die oberflächliche Freude, jö schau, welch netter Christbaumschmuck, das holen wir uns für unseren Aufputz und auf diesen und jenen Weihnachtsmarkt müssen wir noch gehen, da ist die Stimmung und wenn nicht, dann beim Weihnachtssingen. Ich brauchte Zeit...

Ich bin wählerisch geworden, mit wem ich meine Zeit verbringe, womit ich mich beschäftige. Eine Frage des Alters? Ich weiß es nicht. Ich lerne langsam mir die Freude zurückzuholen, indem ich bewusst wähle. Menschen, Orte, Gedanken. In kleinen Zeitnischen des Alleinseins kommt Ruhe und Klarheit. Und Freude, die von innen wächst. Besonders in diesen Tagen bis zur Sonnenwende, wo sich alles Erleben zu verdichten scheint. 

 
Hier gehts zu Adventgeschichten aus den letzten Jahren zum nachlesen   
  


Mittwoch, 11. Dezember 2013

Advent bei *kleine freude*

Langsam langsam beginnt sich mein langjähriges Weihnachtstrauma aufzulösen und ich mich von der Hasserin zur Na-da-schaun-wir-mal-wie-gemütlich-wir-es-dies-jahr-schaffen-meisterin zu entwickeln. Frau kann auch einem falschen Ehrgeiz erliegen, aber diese Zeiten sind ja nun eher vorbei (ihr merkt schon, ich bin noch vorsichtig). Frau kann auch übertreiben und alles perfekt haben wollen, aber das ist ja nun Vergangenheit. Stress vor Weihnachten soll ja auch keinen allzugroßen Seltenheitswert haben. Bitte aber keine weiteren solcherart Geständnisse hier! Wir wollen ja nicht wieder in den alten Trott verfallen.


             Aus: RUTHE Das große Weihnachtsbuch

Anlass Freude zu haben und das scheint mir in diesen Tagen ein gutes Ziel zu sein für den Advent:

Kerzen brennen haben, stundenlang. 
Zeit zu lesen und wenn dann die Lust aufkeimt Kekse (österreichisch für Plätzchen) zu backen, dann auf los geht´s los. Aber erst dann. Die Welt geht bekanntlich ohne selbstgemachte Kekse auch nicht unter.
Zeit für wichtige Gespräche, dabei spüren wie gut es tut zusammenzusein und Lebenszeit zu teilen.
Zeit, um mit Freude ein paar Maschen zu stricken für eine/n meiner Menschen.
Zeit, um persönliche Geschenke herzustellen. Seit ich nicht mehr an die dreißig Leute beschenke macht das riesig Spaß!
Zeit für entspannte Stunden, für Musik in einer der Wiener Kirchen oder Konzertsäle (großartige Akustik, die jede Musik von der Konserve schlägt).

Zeit für Spaß und Humor. Gerade in dieser dunklen Zeit (bei uns ist nun doch hartnäckiger Hochnebel eingekehrt) mag ich das besonders und wenn ich sonst nie anfällig bin für Cartoonbände, jetzt schon! 

Wie sieht eure Dezemberfreude aus? Da gibt es sicher noch mehr... 





      

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Advent in der Stadt

Zeit für einige vorweihnachtliche Impressionen aus Wien.

Man kann über die Berechtigung solcher Beleuchtung in den Straßen verschiedener Meinung sein (es wird ja gerne über die Umwegrentabilität argumentiert, Strom frisst´s ganz klar), schön ist es jedenfalls anzusehen. Darüber besteht kein Zweifel. Wien ist Touristenmagnet, besonders auch jetzt im Advent und die Wiener mögen es, Punschhütten an jeder Ecke. Von Jahr zu Jahr hängen mehr Lichterketten in den Straßen. 

Hier mitten in der City bringen die letzten Strahlen der Sonne die Kuppel des Michaelertores zum leuchten, am Kohlmarkt rieselt es Lichter wie Schneeflocken....



So viel Sonne im Herbst und im beginnenden Winter sind wir hier nicht gewöhnt. Wien liegt so, dass oft tagelang Hochnebel den Himmel verdüstert. An diesem ersten Adventsonntag kurz vor der blauen Stunde beleuchten unzählige winzige Lamperln den Graben wie einen riesigen Ballsaal. Wien, eine Stadt der Bälle und Feste. Seit mehreren Jahren nun schon sorgen diese überdimensionierten Luster für festliche Stimmung inmitten der Stadt.



Auch hier bekommt  der Turm im Hintergrund noch Licht von der Sonne, die goldenen Adler mit ihren aufgebreiteten Schwingen leuchten noch mal auf und mit den Lustern um die Wette. Solche Fotos gelingen nur selten...



Am Stephansplatz ist alles jetzt schon festlich. An jedem Tag an den Wochenden kann man Adventkonzerte im Dom besuchen. Selbst an Wochentagen gibt es Musik. Wer besinnlich auf Weihnachten zugehen mag und das liebt, wird hier nicht enttäuscht.



Das Haas Haus zur blauen Stunde, im Winter einfach die schönste Tageszeit, vorausgesetzt die Sonne schien vorher...



In der Rotenturmstraße wird nicht gekleckert, riesige Lichterbälle hängen vom Himmel herunter. 



Eine Bühne hier und da, an den Wochenenden gibts Musik einfach so, auf der Straße. Zum stehen bleiben und das Herz erfreuen, wie hier auf der Freyung.



Viele Menschen sind auf den Beinen, streifen umher auf der Suche nach irgend etwas. Ihre Wege kreuzen sich und ich spüre, dass ähnliche Bedürfnisse da sind. Nach Freude, Besinnung und Nähe. Manchmal geschieht das auf Um-wegen. So ganz nebenbei. Es ist Advent in der Stadt und viele Menschen mögen es hier. Mit all den Lichtern, mit all dem Tand und all den kleinen Freuden...



Montag, 25. November 2013

Novembergefühle

Ich mag dieses Foto sehr. Es ist in Irland entstanden und verbreitet Novemberstimmung. Dort war es mild, Ende September und das Meer still. Bei uns im Wiener Raum gibt es nun erstmals Kälte, Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt und stürmischen kalten Wind. Lange hatten wir es sonnig diesen Herbst, jetzt kann das Fortschreiten des Jahres nicht mehr geleugnet werden. 

Ich stelle mich auf die kommende stille Zeit ein, denn jedes Jahr habe ich das Bedürfnis zum Rückzug und jedes Jahr gelingt es mir besser, das auch zu leben. Es hat Jahre gebraucht um vom D-Zug abzuspringen und es schien mir überlebenswichtig. Ein großes Wort, ich weiß, aber es fühlte sich so an. 



Stille wird das Motto sein für die kommende Zeit und ich möchte im Advent andere zu diesem Thema sprechen lassen. Es wird hier an den Sonntagen kurze Zitate von gescheiten Leuten geben, kleine Oasen der Stille, kleine Fluchten in einem geronnenen Tropfen Zeit. Und Fotos natürlich als Inspiration für einen Moment des Innehaltens. Ich freue mich, mit euch Momente der Stille zu teilen!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Fröhlicher Advent / Drei

Mit dem schenken ist das ja so eine Sache.

                                             aus dem Comicband "Fröhliche Weihnachten" von Uli Stein

Nikoläuse und Weihnachtsmänner haben immer recht. Egal, was sie sagen oder aus ihren Säcken herausbefördern, sie machen glücklich, denn so haben wir es gelernt.
Wenn wundert es, dass sich in der Vorweihnachtszeit alle Welt aufmacht und in das unsichtbare Kostüm des Wohltäters schlüpft, um sich damit a priori beliebt zu machen. Dabei macht die Sprengkraft so mancher Geschenke nur vor den blinden Flecken des großzügigen Spenders halt. Der Beschenkte steht da und versucht die Fragezeichen seiner Gedanken zu verbergen, man kann doch schließlich nicht, es ist ja eine milde Gabe!




Ich finde diesen Teil des alljährlich stattfindenden Weihnachtswahnsinns  entbehrlich. In den Wochen vor diesem Großereignis gesellschaftlicher Stressigkeiten schlägt es einem um die Ohren, sobald man die eigenen vier Wände verlassen hat. Nervöse Autofahrer, drängelnde Kunden, aufgelöstes Personal und Dauerbeschallung gemütsschädigender Lieder über Krippen, Esel und Lastwagenfahrer, die gerade noch rechtzeitig die Kurve gekratzt haben. Coming home for Christmas, eben.
In Österreich ist es übrigens das Christkind, sagt man Weihnachtsmann,  kommt das fast einer Beleidigung der kulturellen Identität gleich.
Sich da auszukoppeln ist schwer, ich mag niemanden vor den Kopf stoßen.
Wie passt das nun zur kleinen Freude?
Viel, viel kleine Freude steckt für mich in dieser Zeit weit ab von allem, was in Papier eingewickelt ist.
Gerade heute Mittag zuletzt in der Begegnung mit einem alten Freund, echte kleine Freude eben.


Sonntag, 5. Dezember 2010

Fröhlicher Advent / Zwei

Ab und zu fällt der Zugang zu mancher Problemlösung bei Weiblein und Männlein unterschiedlich aus und sie können durchaus voneinander lernen. In der Vorweihnachtszeit sind die Rollen meist fix vergeben. Es geht aber immer auch noch anders.


Die Wahl für diesen Witz von Uli Stein fiel mir leicht, stehe ich doch seit Jahren mit dem Mürbteig auf Kriegsfuß. Kaum beginnt das große Backen rund um mich, merke ich erste gedankliche Ausflüchte, wie: Kekse ( Plätzchen) sind ungesund, fett und süß und überhaupt! Jede Art von Teig gelingt mir nahezu spielend, kein Germteig verweigert sich und geht verlässlich auf, Biskuits zergehen auf der Zunge. Mit Mürbteig verbindet mich eine Hassliebe. Natürlich möchte ich Kekse backen, nenne eine stattliche Sammlung von Ausstechformen mein Eigen und kaufe jedes Jahr welche dazu. 




Dann stehe ich in der Küche und das große Fürchten beginnt. Der Teig will entweder nicht zusammenhalten, reißt beim ausrollen an allen möglichen Stellen, wird zu dünn oder bleibt zu dick und vor allem auf der Arbeitsfläche picken ( kleben ). Natürlich klage ich allen meinen Freundinnen Jahr für Jahr meine Missgeschicke und natürlich geben sie mir Jahr für Jahr todsichere Rezepte und Ratschläge für jede Problemstellung, allein es ist in dieser Sache zutiefst der Kekswurm begraben.

Voriges Jahr war ich dann ganz raffiniert unterwegs. Ich erinnerte mich an Süßigkeiten aus Irland und suchte Rezepte jenseits der Keksologie. Und ich kann Euch sagen, ich habe welche gefunden und jetzt brauche ich keine Kekse mehr zu backen, denn Macadamia Brownies sind auch fett und süß und einfach himmlisch! Vom Weihnachtstiramisu gar nicht zu reden.




Sollte ich doch wieder mal in Versuchung kommen und Keksis backen wollen, versuch ich es auf obige Weise, wer weiß vielleicht ist der männliche Zugang gar nicht so dumm! 

Mit einem kleinen Augenzwinkern ging der zweite Adventsonntag still und leise zu Ende und das ist gut so. Es ist ja noch viel Zeit bis Weihnachten und es gibt immer noch einen anderen Weg!
Und wer weiß, vielleicht verrate ich auch das eine oder andere Rezept - demnächst.
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