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Donnerstag, 11. Januar 2018
Nach der Wucht
Herzliche Willkommen auf *kleine freude*, eine Einladung zum verweilen und genießen, die hoffentlich ein paar Leute da draußen erreicht. Es war ja sehr still hier in den letzten Monaten.
Inzwischen nimmt das Neue Jahr ordentlich Fahrt auf, was immer es bringen wird, ich bin froh, dass das 2017 hinter uns liegt. Meine Worte im letzten Post hatten etwas Prophetisches, das ganze Jahr etwas von einem Schleudergang mit wechselnden Umdrehungen, ruhig war es nie. Nach einer schweren Erkrankung in meinem engsten Familienkreis und auch sonst einigen Aufregungen sind wir alle wieder gut aufgetaucht, haben dem Leben im Hier und Jetzt mehr Tiefe und Da-Sein abgerungen und hoffen nun auf ein wenig ruhigeres Fahrwasser.
Drei Tage im Winter vor dem Jahreswechsel. Am Kärntner Weißensee überraschte uns der erste Morgen mit 50cm Neuschnee. Die Stämme und Äste der Erlen bogen sich unter der Wucht des schweren Schnees und würden sich wieder aufstellen, wenn der Zauber abgefallen sein wird. Ein bisschen so fühlte sich das letzte Dreiviertel Jahr für mich an. Ich hatte Vertrauen ins Schicksal, aber Sicherheit für den erhofften Ausgang gab es erst zu Ende des Jahres.
Im Wiener Raum herrscht zurzeit tiefes Grau. Mir fehlt das Licht, die Sonne. Jetzt blitzen Erinnerungen herein, von unserer großen Reise im letzten Winter. Von den weiten Ausblicken, den fremden Ländern, der Wärme, dem Meer und dem unbegrenzten Blick auf den Himmel.
Drei Monate mit intensiven Erlebnissen, die uns unsere Erde um so Vieles näher erfahrbar machten. Viele Bilder werden mich für den Rest meines Lebens nicht mehr auslassen.
Während wir hier in Österreich mit der Kälte des Winters leben, bestimmt zeitgleich im vielen Teilen der Erde eine Üppigkeit der Natur das Lebensgefühl der Menschen. Die klare Schönheit einer Winterlandschaft scheint nur auf den ersten oberflächlichen Blick weniger zu bieten. Und die Luft nach einer Nacht mit Schneefall ist einfach wunderbar.
Die vielen Bilder unserer Weltreise sind gut verstaut und warten auf ihren Einsatz. Sie bringen mir Wärme ins Gemüt und lassen innere Bilder voller Leichtigkeit und Freude wiederauferstehen.
So muss ich wohl die Serie In 90 Tagen um die Welt weiterführen! Was bisher hier auf *kleine freude* erschien, ist hier nachzulesen. Ich werde versuchen die Tage im Datum zeitgleich zum vergangenen Jahr zu veröffentlichen. Ob das gelingt wird sich zeigen. Das Leben ist voller Überraschungen und ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich mich nicht mehr unnötig selbst in Stress versetzen mag :-)
Bis bald also!
Dienstag, 7. Januar 2014
Auf Tauchstation
...Väterchen Frost verweigert seinen Besuch im Wiener Raum.
Als gelernte Österreicherin komme ich angesichts dieser Bilder nur ein bisschen ins schwärmen. Ehrlich gesagt ist das trotzdem ein Winter nach meinem Geschmack. An den Bildern ist ja nichts verkehrt, nur das Monat passt irgendwie nicht. Sieht das nach Tiefwinter aus, in dem wir im Moment meteorologisch mitten drin sind?
Am gestrigen Feiertag der in Österreich endgültig das Ende der Weihnachtsfeiertage markiert, konnte man nicht in geschlossenen Räumen bleiben! Warm, sonnig, windstill. Ein Spaziergang durch die Weinberge zwischen Mödling und Gumpoldskirchen: Wintersonne pur tanken!
Tiefstehende Sonne und lange Schatten zur Mittagszeit zeigen wie früh im Jahr wir uns befinden. Die Sonne steht noch sehr tief am Horizont und hat wenig Kraft, aber sie weckt das Gras und viele Kräuter. Kein Schnee hat diesen Winter noch gedrückt oder zum schlafen gezwungen. Ab und zu mal ein wenig Reif, das war alles.
Hirtentäschel, Kreuzkraut, Taubnessel, Löwenzahn, Gamander, Wolfsmilch, sie alle beginnen zu blühen. Am meisten war ich über die großen Triebe des Sommerflieders erstaunt. Natürlich ist das hier eine begünstigte Gegend, schließlich gedeiht hier der Wein sehr gut, aber so hätte ich es nicht erwartet!
Keinesfalls werde ich hier zum jammern anfangen, was da noch werden soll, mit dem Winter und wohin das noch führen wird. Ich finds wunderbar, aber das sagte ich schon, oder ;-) ?
Der Winter tobt sich woanders aus (im Norden der USA, auf den Britischen Inseln jagt ein heftiger Wintersturm den anderen), bei uns kommt davon nichts mehr an, bis jetzt jedenfalls nicht.
Ein paar Wochen hätte Väterchen Frost noch, um auch hier eine Runde zu drehen, mal sehen...
-----------
Ein kleiner Nachtrag: Einen Tag später entdecke ich die ersten blühenden Primeln bei uns im Garten. Es sieht nach Vorfrühling aus...
Als gelernte Österreicherin komme ich angesichts dieser Bilder nur ein bisschen ins schwärmen. Ehrlich gesagt ist das trotzdem ein Winter nach meinem Geschmack. An den Bildern ist ja nichts verkehrt, nur das Monat passt irgendwie nicht. Sieht das nach Tiefwinter aus, in dem wir im Moment meteorologisch mitten drin sind?
Am gestrigen Feiertag der in Österreich endgültig das Ende der Weihnachtsfeiertage markiert, konnte man nicht in geschlossenen Räumen bleiben! Warm, sonnig, windstill. Ein Spaziergang durch die Weinberge zwischen Mödling und Gumpoldskirchen: Wintersonne pur tanken!
Tiefstehende Sonne und lange Schatten zur Mittagszeit zeigen wie früh im Jahr wir uns befinden. Die Sonne steht noch sehr tief am Horizont und hat wenig Kraft, aber sie weckt das Gras und viele Kräuter. Kein Schnee hat diesen Winter noch gedrückt oder zum schlafen gezwungen. Ab und zu mal ein wenig Reif, das war alles.
Hirtentäschel, Kreuzkraut, Taubnessel, Löwenzahn, Gamander, Wolfsmilch, sie alle beginnen zu blühen. Am meisten war ich über die großen Triebe des Sommerflieders erstaunt. Natürlich ist das hier eine begünstigte Gegend, schließlich gedeiht hier der Wein sehr gut, aber so hätte ich es nicht erwartet!
Keinesfalls werde ich hier zum jammern anfangen, was da noch werden soll, mit dem Winter und wohin das noch führen wird. Ich finds wunderbar, aber das sagte ich schon, oder ;-) ?
Der Winter tobt sich woanders aus (im Norden der USA, auf den Britischen Inseln jagt ein heftiger Wintersturm den anderen), bei uns kommt davon nichts mehr an, bis jetzt jedenfalls nicht.
Ein paar Wochen hätte Väterchen Frost noch, um auch hier eine Runde zu drehen, mal sehen...
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Ein kleiner Nachtrag: Einen Tag später entdecke ich die ersten blühenden Primeln bei uns im Garten. Es sieht nach Vorfrühling aus...
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Donnerstag, 14. Februar 2013
Weiße Weite
Noch mal schnell so richtig schöne Winterbilder, bevor das Frühjahr kommt, ich habe das Gefühl, es könnte bald schon sein! Wenn ich allerdings aus dem Fenster hinter meinem Bildschirm schaue, sehe ich es unverdrossen schneien. Nur die Aussicht ist nicht so schön wie hier auf den Fotos. Fenster und Türen eines noch nicht vollendeten Neubaus starren schwarz und leer herüber, im Garten liegt wieder Schnee. Milliarden von Schnee-Kristallen haben die Luft sauber geputzt und sich leise niedergelassen.
zugefrorener und verschneiter Weissensee, Blick Richtung Osten zum Ronacherfels
Ich mag diese Weite auf dem zugefrorenen See, nur langsam verändert sich die Umgebung beim gehen, dafür kommen Ideen in Fluss, konstruktiv zu denken fällt leicht. Gut nachvollziehbar, dass manche Menschen beim denken und lernen gerne auf und ab gehen.
hier der Blick Richtung Westen
Ein "weißer" Post ist noch in Planung. In einem Schneejahr wie diesem kommt man auch beim bloggen nicht daran vorbei!
zugefrorener und verschneiter Weissensee, Blick Richtung Osten zum Ronacherfels
Ich mag diese Weite auf dem zugefrorenen See, nur langsam verändert sich die Umgebung beim gehen, dafür kommen Ideen in Fluss, konstruktiv zu denken fällt leicht. Gut nachvollziehbar, dass manche Menschen beim denken und lernen gerne auf und ab gehen.
hier der Blick Richtung Westen
Ein "weißer" Post ist noch in Planung. In einem Schneejahr wie diesem kommt man auch beim bloggen nicht daran vorbei!
Dienstag, 27. November 2012
Ein kurzer Weg
Kurze Tage, im dichten Nebel verhangen. Wenig Inspiration von außen.
Lichte Tage nur in der Erinnerung. Gespeichert in Bildern und Emotionen.
Kalte Tage kommen auf uns zu. Unweigerlich.
Warme Tage sind Vergangenheit und Zukunft.
Jetzt sind warme Tage mit Menschen verbunden. Diese Wärme braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Sie kommt von innen und hat einen kurzen Weg, von Herz zu Herz.
Keri, Zakynthos (eine der Ionischen Inseln im Mittelmeer)
Lichte Tage nur in der Erinnerung. Gespeichert in Bildern und Emotionen.
Kalte Tage kommen auf uns zu. Unweigerlich.
Warme Tage sind Vergangenheit und Zukunft.
Jetzt sind warme Tage mit Menschen verbunden. Diese Wärme braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Sie kommt von innen und hat einen kurzen Weg, von Herz zu Herz.
Keri, Zakynthos (eine der Ionischen Inseln im Mittelmeer)
Donnerstag, 12. Januar 2012
Gartenfreude im Januar
Kurzes Garten-Update, bevor ich mich wieder in meine Arbeit stürze. Heute Mittag kitzelt die Sonne dieses Schneeglöckchen bei milden 11° an der Nase und es kann nicht wiederstehen!
Schon viel länger, aber immer noch prächtig leuchten die lila Beeren der Schönfrucht.
Der Garten ist schön grün, da kein Schnee das Gras niedergedrückt hat, so wie manch anderes, was sonst plattgedrückt traurig vor sich hin modert.
Dienstag, 10. Januar 2012
Angewurzelte Feen oder was?
Ein Foto aus dem Winter hab ich noch...
Während Westösterreich im Schnee versinkt, herrscht hier im Wiener Raum mildes, aber regnerisch - stürmisches Westwetter und wir können uns den Schnee nur zweidimensional herholen.
Diesmal wieder Bäume als Hauptakteure im Bild.
Besonders schön finde ich, wenn der Schnee fast alle Farben schluckt und Ruhe in Bild und Ton einkehrt.
Winterliche Szenerie am Ufer des Weissensees
Während Westösterreich im Schnee versinkt, herrscht hier im Wiener Raum mildes, aber regnerisch - stürmisches Westwetter und wir können uns den Schnee nur zweidimensional herholen.
Diesmal wieder Bäume als Hauptakteure im Bild.
Besonders schön finde ich, wenn der Schnee fast alle Farben schluckt und Ruhe in Bild und Ton einkehrt.
Winterliche Szenerie am Ufer des Weissensees
Schnee liegt auf den Zweigen, dies ist kein Raureif. Ganz still war es da, kein Lüftchen regte sich. Dieses Winterkleid steht den Bäumen ganz wunderbar.
Freitag, 6. Januar 2012
Mit der Hilfe sechszackiger Geometrie
Es sieht ganz danach aus, als könnte der richtige Winter nicht bis in den Osten Österreichs finden. Einige Tierarten verweigern hier bis jetzt den Winterschlaf. Alle paar Tage können wir im nahegelegenen Laxenburger Schlosspark emsig krabbelnde Feuerwanzen beobachten und die Temperaturen erinnern mehr an den März als an die ersten Januartage.
Im Süden ist er eingekehrt, der richtige Winter. Hier am Weissensee zeigt er sein schönstes Gesicht. Die ganze Gegend eingedeckt mit regelmäßiger und doch ganz individueller sechszackiger Geometrie. Der Schnee macht alles fröhlich: Die Luft, die Gedanken, das Herz. Sanft flockig beginnt das neue Jahr hier. Alles alte, abgestorbene Zeug ist begraben unter einer weichen Schicht Schönheit, die im Sonnenlicht millionenfach funkelt.
Badehütten am Südwestufer
Ein kleiner Schneeschauer hüllt uns ein, um bald der Sonne Platz zu machen. Die Wolken ziehen ab und geben den Blick frei auf die Berge im Westen.
In der Silvesternacht ist es sternenklar. Der große Wagen und Orion, der Himmelsjäger mit seinem Hund und Sirius, dem hellsten Fixstern am Nordhimmel blicken auf uns kleine Wesen herunter. Es kommt mir vor, als zwinkerten sie uns zu. Der Korken der Sektflasche ist verloren in der mitternächtlichen Dunkelheit auf der weiten, verschneiten Eisfläche des Sees. Wir begrüßen die ersten Minuten des Jahres 12 mit einem Gefühl großer Zuversicht und Freude und laufen zurück in die Wärme des Hauses.
Mittwoch, 23. Februar 2011
Ausgetrickst
Es hilft nichts. Der Februar gab uns zuerst warm, dann folgte die eisige Dusche und Petrus ist anscheinend der Temperaturmischer eingefroren. ES IST SO FROSTIG!
Ein paar freie Stunden, ein paar Schritte durch die zugigen Ecken der Innenstadt in Wien und ins Museum geflüchtet. Das funktioniert fürs Wohlbefinden übrigens auch bei sehr großer Hitze in der Stadt.
Zwei der aktuellen Austellungen in der Albertina beschäftigen sich mit Pop - Art Künstlern und das allein macht mich schon ein wenig fröhlich. Eine der Kunstrichtungen aus der Zeit, wo ich schon lebte.
Roy Lichtenstein, Baked potatoe, 1962
Noch ein wenig durch die Prunkräume flaniert und ich gehe beschwingt in die Kälte zurück. Da soll noch wer sagen, Farben hätten keine Auswirkung auf das Gemüt!
Hier sind Schiele und Rubens in einem Raum vereint, um die Ecke hängen ein paar Bilder von Dürer, unter anderem der berühmte Feldhase.
Große, lichtdurchflutete Räume, viel Gold und kraftvolle Farben. Riesige Spiegel an Türen und zwischen den Fenstern dehnen den Prunk in noch größere Weiten. Ich sehe mich beinahe in Unmengen gefaltetem Stoff mit Lockenperücke und schneidiger Begleitung zum Empfang schreiten. Als Adelige versteht sich, in Dienstboten versetzt sich frau nicht so gerne.
Nach einer Stunde Pop - Art (Roy Lichtenstein) und royalem Pomp freut es wieder, kalte und frische Luft nebst Freiheit um die Nase zu haben.
Ein bisschen Info zur Albertina. Wer nachlesen mag, bitte durch zweimaliges klicken auf das Foto vergrößern.
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Pop - Art,
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Donnerstag, 17. Februar 2011
Gerechtigkeit
Tiefgrau, alle Tage.
Meine süße Schwägerin lacht und behauptet, sie möge das.
Glaub ich ihr schon, bei mir allerdings: Fehlanzeige.
Am Ostrand der Alpen, wo wir wohnen, stellt der große, dicke Sonnenfresser häufig im Winter seinen riesigen Schirm über das Wiener Becken. Damit es nicht langweilig wird - dunkelgraue Nebelschwaden können für sich allein nicht viel - schickt er von Zeit zu Zeit eisige Winde durch. Diese haben den strikten Auftrag, die Nebel gut zu verteilen, keinesfalls wegzublasen. Kontinentale Strömung fetzt sich mit atlantischer Strömung und noch einigen Anderen. Bei uns kommen sie alle zusammen, da kann ja wirklich nichts Gescheites dabei rauskommen.
Ich mache es mir Zuhause gemütlich und verwöhne euch und mich mit ein paar sonnigen Bildern, die ich vorige Woche in Kärnten aufgenommen habe.
Ich wage zu behaupten, dass die Landschaft hier im Winter bunter erscheint, als im Sommer!
Aber auch weniger Farbe strahlt mit dem Schnee um die Wette.
Es gibt noch Gerechtigkeit: Auch am Weissensee versteckt sich diese Woche die Sonne.
Dienstag, 15. Februar 2011
Im Zeitloch am Weissensee
Im Post Herrliche Tage am Weissensee habe ich euch versprochen, zu erzählen in welchem kleinen, feinen Hafen wir geankert haben und möchte euch über die Bilder ein wenig die Möglichkeit geben, dort anzudocken, wenn ihr es wollt.
Ich zögere ein wenig - und das ist nicht kokett gemeint - euch zu verraten, wo ich es am Weissensee zu wohnen besonders romantisch finde. Einerseits, weil es viele schöne Häuser gibt, wir waren schon da und dort zu Gast. Andererseits sollte nicht der Eindruck entstehen, ich machte Werbung und bekäme etwas dafür.
Weil aber bekanntlich Gusto und Watschn (so sagt der Wiener, gemeint sind Vorlieben wie Ohrfeigen) verschieden sind, lade ich euch ein, mich in diese kleine Oase der Zeit zu begleiten.
Einer gedehnten Zeit. Sie reicht ins Heute: Mit unkompliziertem Internetzugang und modernem Saunahaus am See. Das Haus alt, sehr behutsam und charmant an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Doppelte Scheiben schauen aus leicht erhöhter Position auf den See.
Drinnen Stille, die so gut tut. Nur die Dielenbretter knarren ein wenig, Holz, das noch immer lebendig scheint.
Einer gedehnten Zeit. Sie reicht ins Heute: Mit unkompliziertem Internetzugang und modernem Saunahaus am See. Das Haus alt, sehr behutsam und charmant an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Doppelte Scheiben schauen aus leicht erhöhter Position auf den See.
Drinnen Stille, die so gut tut. Nur die Dielenbretter knarren ein wenig, Holz, das noch immer lebendig scheint.
Liebevoll eingerichtete Nischen in der Lobby (was für ein unpassendes Wort hier) locken sich hinzusetzen, zu lesen oder zu plaudern. Dass auch Stunden sich dehnen ließen, wäre hier ungeheuer praktisch. Mögen wir doch soviel Zeit wie möglich draußen verbringen!
Bekannte Persönlichkeiten haben sich hier immer wieder eingefunden, auch heute schätzt manche Prominenz dieses Haus, wo man so unaufgeregt und doch so umsichtig mit dem Gast umgeht.
Mein absolut liebstes Dessert mit Tradition in Österreich, der Apfelstrudel. Vor dem Haus, in der Sonne sitzend mit dem Kaffee genießen. Hier kann ich mich mit den Winter anfreunden. In ein kleines Zeitloch geplumpst, schließe ich die Augen und lasse mich treiben. Auf dem See, auf dem Eis, in der Wärme meiner Zufriedenheit? Mal dieses, mal jenes.
Wie war das mit der Zeit? Den Anker wieder eingefahren, mitgenommen und doch: Bilder bleiben und ein Stück Verbundenheit mit einem Ort, der sich gut anfühlte.
Wie das Haus heißt, habe ich jetzt nicht verraten, oder doch?
Sonntag, 13. Februar 2011
Herrliche Wintertage am Weissensee
Den Winter genießen wir in Österreich traditionell gerne mit Brettln unter den Füßen. Anders ist es kaum zu erklären, dass hier am Weissensee in Kärnten Landsleute nur ausnahmsweise anzutreffen sind. Der Weissensee im Winter - immer noch ein Geheimtipp. 6,5km² groß die Fläche, im Moment wenigstens 30cm dickes Eis und eine geräumte Bahn von 24!km Länge bieten Möglichkeiten für ein besonderes Naturerlebnis.
Dieses Jahr begeisterte uns neben dem herrlichen Wetter die Qualität des Eises. Natureis vom Feinsten, täglich von Eismeister Norbert Jank (aktuelle Info auf der Webseite) optimal prepariert.
Eislaufen bis zum Abwinken! Gemütlich oder schnell. Jedes Jahr Ende Januar nehmen an die 3000 bis 4000 Holländer an einem 200km! Lauf teil. In dieser Zeit bleibt kein Bett in dieser Region kalt.
Aber auch außerhalb dieses Rennens gibt es fast jedes Wochenende Bewerbe für Gäste. Da muss fleißig trainiert werden. Platz genug, denn die geräumte Bahn mit 7m Breite erlaubt bummeln oder überholen, Platz für jede Geschwindigkeit.
Das Eis weist verschiedene Qualität auf, je nachdem, bei welchen Bedingungen es entstanden ist und wie sich das Wetter in Folge gestaltet. An manchen Stellen verlaufen größere oder kleinere Risse. Fahren auf Natureis kann gar nicht langweilig werden, es erfordert Konzentration und Einstimmen auf die herrschenden Verhältnisse.
An der geräumten Bahn entlang, aber nicht nur dort führt auch eine Loipe, der See liegt windgeschützt und bietet sehr angenehme Bedingungen zum langlaufen.
Wandern auf dem Eis. Dieses Jahr liegt nur eine dünne Schneeschicht auf dem Eis, es erlaubt überallhin zu gehen, wo es einem gefällt.
Eistauchen, Apnoetauchen in die Tiefe und Eisgolfen wäre mir viel zu kalt, aber auch hier gibt es echte Fans. Neopren und Sauerstoffflaschen, ein rechteckiges Loch im dicken Eis und dieser sehr speziellen Sportart steht nichts mehr im Weg.
"Eisstockschießen mit Opa" steht im Hotel an der Anschlagtafel. Und Opa kann das definitiv und gibt gerne seine Tricks weiter. Viele Hotels, die direkt am See liegen, halten eine eigene Bahn für die Gäste in Schuss. Aber auch Geübte kommen hierher, um in alpiner Luft ihrem Hobby zu frönen.
Nach dem Bewerb muss gefeiert werden. Das Schnapserl ist nicht weit. Es heißt doch auch so treffend Zielwasser.
Fußballspielen mit einem Eisklotz, während sich die Lehrer am Schulausflug mit heißer Schokolade laben.
Am Ronacherfels, der etwa in der Mitte des Sees liegt, sitzen wir täglich auf dem Eis, um eine kleine Pause einzulegen. Würstl, Strudel, Glühwein, Tee und Sonnenschein sind perfekte Ingredienzien für winterglückliche Bauchgefühle.
Elegant, mit Hund, mit Kind. Diese riesige Eisfläche zieht magisch an. Der Blick fällt Richtung Westen auf die schneebedeckten, schroffen Spitzen der Dolomiten, Richtung Osten auf Bäume. Fichten und Kiefern ankern das Auge im Grünen.
Mancher bewegt nicht nur den Körper, hier wird auch gelesen und philosophiert, wie diese Bilder beweisen.
Fast hätte ich es vergessen: Die Gondel auf die Naggleralm bringt diejenigen mit den Brettn unter den Füßen auf die Pisten!
Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Dann schaut noch mal auf einen nächsten Post vorbei. Da möchte ich euch einen kleinen, feinen, wunderbaren Rückzugsort vorstellen. (Hier auch jetzt gleich)
Jetzt aber genug gearbeitet, ich bin noch mal schnell für eine Runde weg!
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