Mittwoch, 18. August 2010

Zuhause

Zuhause ist der Ort, an dem das Herz hängt. 
Diese Tafel an einer Eingangstür in einem neuenglischen Städtchen regte mich an, darüber nachzudenken, was denn dieses Zuhausegefühl ausmacht.


Natürlich gibt die Umgebung, in der man sich täglich aufhält Geborgenheit, sie ist bekannt. Auch mit geschlossenen Augen findet man sich zurecht. Vieles ist selbstverständlich. Das Bekannte entspannt.

Genauso entspannt aber auch, sich irgendwo aufzuhalten, wo der Körper sich wohlfühlt, der Geist inspiriert ist.
So überfällt mich immer wieder auf kleineren oder größeren Reisen ein unerwartetes Wohlgefühl. Manchmal auch das Gefühl, dort schon mal gewesen zu sein, ohne Grund.
Als ich das erste Mal in einem IMAX Kino die Erde vom Weltraum aus gefilmt sah, kamen mir die Tränen, weil mich diese plötzliche Aufwallung von einem Gefühl großer Liebe überraschte.
Unser Planet , so wunderschön anzusehen.

     Mein Globus

So muss ich für mich sagen, dass sich mein Zuhause an vielen Orten gleichzeitig befindet. Überall dort, wo ich mich wohlgefühlt habe und glücklich war. Das ist manchmal ein wenig verwirrend, aber auch schön. 
Ich brauche nur die Augen zu schließen und mich an einen Ort denken, wo es mir gefallen hat, wenn ich gerade diese Qualität brauche und schon kann ich anschließen. Mein Herz holt dieses Zuhause zu mir.

     Blütenteppich bei der Infiorata in Spello, Umbrien

Sich verbinden können ist vielleicht das Geheimnis, um zufrieden zu sein. Wenn das gelingt, bin ich auch Zuhause.
Vielleicht der Grund dafür, warum Menschen im 21. Jahrhundert dieses Thema wählen und abbilden? 
Ich finde, wir sind alle in erster Linie Erdenbürger und darüber hinaus hat uns das Schicksal in eine bestimmte Ecke der Welt gestellt. Ich mag mich nicht immer festlegen und das Entdecken anderer "Zuhauses" macht mich immer wieder glücklich.

Dienstag, 17. August 2010

und wieder die Alten...

Glücksfall, braves Mädchen gewesen oder blindes Huhn. Die Auswahl muss genügen.
Eigentlich egal warum, es macht Freude.

    ......... ?

Wir fahren irgendwo durch den Bregenzerwald haben Zeit und können nicht glauben, dass immer noch eins daherkommt und immer noch und immer noch.
Der Fotofinger wird ganz nervös, aussteigen, Posititon einnehmen und jubeln.

Die Silvretta-Classic fährt uns entgegen. Ein bisschen was gäbe ich schon dafür, einmal auch eines dieser feschen Untersätze unter meinem Gasfuß zu haben.

     .....       ?                                                                                                       ....

Bis mir nicht irgendwer wohl meinender unter meinen Freunden unter die Arme greift, hab ich leider keine Namen. Die Auswahl der Objekte erfolgte nach den Farben. Gelb und vor allem dieses spezielle GRÜN, kaum zu überbieten.

    Opel Manta

Dieser Opel Manta hat zwei Ohren und zählte deshalb zu meinen Favoriten. Einige Fahrer bekundeten ihre Freude über unsere Begeisterung mit Gesten oder durch einen heftigen Tritt auf das Gaspedal. Ich hab ja schon vorher gesehen, dass ihr auch schnell sein könnt!

    Chevrolet...   

Dieses Mintgrün, nicht zu überbieten. Der wär´s. In seiner Eleganz einfach grandios. 
Ich hätte vielleicht einen anderen Hut aufgesetzt. 

Montag, 16. August 2010

Zeitreise - Bad Rothenbrunnen

Bad Rothenbrunnen - Der Name klang irgendwie interessant.

Meine Lieblingsbeschäftigung auf Reisen, nämlich auf Entdeckungstour zu gehen, indem ich meiner Intuition folge, hatte wieder ein Ziel gefunden. Von Sonntag im Großen Walsertal ausgehend wird man auf einer immer schmäler werdenden Straße zu einem Parkplatz mitten im Wald gelotst. Wir wandern etwa 20 Minuten bergauf, an einem Wasserfall vorbei und wissen eigentlich noch immer nicht, was uns am Ziel erwartet.


Nach der letzten Kurve steht sie plötzlich vor uns, die Realität gewordenen Postkartenidylle schlechthin.
Ich kann mich nicht erinnern, je an einem romantischeren Ort gewesen zu sein. Hinter einem kleinen Weiher steht ein mehrstöckiges Jagdhaus, wie vor hundert Jahren hingestellt. Davor große Bäume und ein einladender Gastgarten, fast bis auf den letzten Platz besetzt. Es ist ein sonniger, heißer Sonntag im Juli, auch eine Taufgesellschaft feiert in einer Ecke des Gartens.


Wir genießen den mit Quellwasser gemischten Hollersaft und ich muss mir die Augen reiben, um zu glauben, dass wir uns im Jahr 2010 befinden. Die Kleidung der Leute rund um mich beweist es, bis...

... dieses Mädchen aus dem Haus tritt.


Sie läuft an mir vorbei zu Ihrer Durchlaucht, der Frau Gräfin. Die Kutsche steht schon bereit, die Pferde ungeduldig mit den Hufen scharrend. Da bringt die Kellnerin den Salat, keine in Wein und Honig geschmorte Tauben mit eingelegten Birnen. Tja, wir befinden uns unwiederbringlich im Jahr 2010. Aber wer weiß, vielleicht gelingt ja nächstes Mal die Zeitreise.
Für ein paar Tage, nur der Abwechslung halber.

                                      Glocke auf der kleinen Kapelle gegenüber dem Gasthof.

Das Haus wird übrigens seit ein paar Jahren in den Sommermonaten als Alpengasthof  geführt. Gleich hinter dem Haus geht es zur Heilquelle.

Sonntag, 15. August 2010

Nachspielzeit

Die heißeste Zeit des Jahres liegt nun eindeutig hinter uns. Beim abendlichen Gang durch den Garten leuchten die letzten Sonnenstrahlen auf den Echinaceablüten schon im Anklang an das Farbspektrum des nahenden Herbstes.


Die Tage werden noch immer sehr warm, auch die Abende verführen zum Draußensein, hie und da ein Regenguß wird als willkommene Abkühlung begrüßt.
Trotzdem: Das Licht zieht sich schmerzlich schnell zurück. Ich mag es noch nicht glauben, es ist noch Sommer und ich gebe ihn noch nicht zurück. Ein kleines Stück weniger jeden Abend ist wohl in Ordnung, besonders wenn es sich in einem Farbenfeuerzauber verabschiedet. Einfach wunderschön!

Samstag, 14. August 2010

Geduldiges Papier


Formuliert vor drei Generationen.
Aktueller denn je. Frau möchte dies für sich stehen lassen.

Zu sehen in einer kleinen Austellung in der Postsparkasse am Georg-Cochplatz in Wien. Im Mittelpunkt steht die soziale Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien, basierend auf Otto Wagners Idee eines Gesamtkunstwerks. 

Donnerstag, 12. August 2010

Wandern mit dem Auto

Da mögen jetzt Wanderfreunde laut aufschreien und mich eine Banause schelten. Mir gleich.
Es geht fast nichts über das Wandern mit dem Auto. Natürlich nur zeitweise. Natürlich nicht ausschließlich. Natürlich abseits der Autobahn.


Nach jeder Kurve ein anderer Ausblick. Stehen bleiben, wirken lassen, genießen. Weiterfahren. Nach der nächsten Kurve wieder: Stehen bleiben, wirken lassen, genießen. Fotografieren.
GEHT EVENTUELL NUR ALLEINE. 
Aussuchen, wo es am schönsten ist. Auto darf verschnaufen, Beine in die Gänge kommen. Herrlich.


An der nächsten Kuppe Aussicht auf das Meer, einfach zum verlieben. Mein Auto schafft den Weg bergan locker, muss mich nicht verausgaben.


Einfach unbeschreiblich: Zwischen Fuchsienhecken unterwegs sein, ohne jemals einem anderen Auto zu begegnen. Oft habe ich mich gefragt, wie das überhaupt möglich ist. Es ist.
In Irland geht das und nicht nur deshalb liebe ich dieses Land.

Das Palmenhaus

Eines meiner Lieblingsplätze in Wien: Die Orangerie im Burggarten.


Häuser aus Eisen/Stahl und Glas faszinieren mich, ob das Glashäuser im engeren Sinn oder Bahnhofs- oder Markthallen sind. Innen ungeteilter, hoher Raum, von außen groß, aber doch von einer Zierlichkeit, die immer etwas widersprüchlich wirkt. Das jüngste solcherart Gebäude, der Flughafen von Hamburg gefällt mir besonders gut.


Zurück zum Palmenhaus: Etwa 100 Jahre alt, spiegelt sich in ihm die Hofburg, das imperiale Wien. Hier ist  zum Abschluss einer für diese Stadt für viele Jahrzehnte prägenden Ära die letzte große Orangerie Europas entstanden. Offenbar wollte man sich nicht auf einen Stil beschränken, oder war es die Mischung, die man als passend empfand, denn es finden sich Elemente aus Späthistorismus, Barock und Jugendstil. 


Sollte ich einmal doch in Wien zum Wohnen kommen, könnte man mich wahrscheinlich fast täglich dort im Cafe finden, vorzugsweise im Freien mit Blick auf den Burggarten. Große Bäume, Leute die gemütlich in der Wiese hinter der Ballustrade lagern im Blickfeld. Der Lärm und die Geschäftigkeit der Ringstraße weit weg.


Eigentlich nicht logisch, solch eine riesige Figur oben auf dem Sims, sie beschwert optisch trotzdem nicht, auch wenn sie auf dem Glashausdach steht und sie gefällt mir sehr! Wer weiß, vielleicht, weil sie aus dieser Perspektive kräftige Beine hat? ( Siehe auch den Post Schlafende Schönheit ).


Wie das ganze Ensemble aussieht haben wir alle vor dem inneren Auge, und wenn nicht wird es höchste Zeit für einen Kaffee vor dem Palmenhaus!
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