Posts mit dem Label Veränderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Veränderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Dezember 2016

Wir können

Frühlingsbesuch in einem wilden Garten am Atlantik, als uns der Anruf erreicht. Der Kreis schließt sich nun. Genau hier, vor diesem Stein dachte ich daran, was sich wohl in den nächsten Monaten verändern würde. 2016 war für viele ein herausforderndes Jahr, manche Pläne ließen sich nicht verwirklichen, unerwartete Wendungen mussten verdaut werden und neue Pläne aufgestellt werden, selbst wenn nicht klar war, ob es diesmal besser klappen würde. Unsere Flexibilität und unser Vertrauen darauf, dass schon alles seine Richtigkeit hat so wie es ist, wurde nicht nur auf eine Probe gestellt. Wie soll man auch vertrauen, wenn gefühlt alles in die falsche Richtung läuft?!


                                        Glanleam House and Gardens Valentia Island, Irland April 2016

Und dann wieder ein Gefühl von Weite und Freiheit. Durch überraschende Vorkommnisse in den letzten Wochen und Monaten in der Welt denke ich anders über das Zusammenleben nach. Gleichgültigkeit war gestern. Ich habe gelernt, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Ich habe geübt mich zu freuen, ob das Leben nun rund läuft oder nicht. Ich bin auch dieses Jahr darin ein wenig gewachsen. Vieles ist doch einfach auch nur eine Frage von Einstellungen und genau die werden in diesen Zeiten abgeklopft.

 
                               Schlosspark Laxenburg, bei Wien, November 2016

Ein bisschen gekränkelt hatte sie, die Kiefer. nach einem heißen trockenen Sommer fielen viele Nadeln, die Krone wirkte leer und krank. Das war letztes Jahr. Diesen Herbst leuchtet sie üppig grün. Mit ihrer ganz eigentümlichen Form erinnert sie mich an Stationen in meinem Lebenslauf. Zacken in der Biografie, Anstrengungen sich wieder neu auszurichten. Eines Tages steht sie da, mit Narben und Einbußen, aber es geht weiter, immer weiter. Sich den Himmel, den Raum erobern. Die Schönheit des Seins feiern, die Wärme, Kälte, stürmische Zeiten, Frost, Sonne, Hitze, Regen und Schnee. Dazwischen staunen über die Jahre die vergangen sind. Eins ums andere. Mitten im Prozess ordentlich hadern (das kann ich gut), macht aber auf Dauer eh keinen Spaß und irgendwann ist die Einsicht auch im Herzen angekommen, dass jede Veränderung tiefen Sinn macht. Es war an der Zeit, schlicht und einfach.


                              Muckross House and Gardens, Irland, April 2016

Wie wäre es gewesen ein Leben allein gelebt zu haben? Kann ich nicht sagen, war bisher nicht. Für mich auch kaum mehr vorstellbar. Zuerst viele Geschwister hinter mir Ältesten. Dann Ehemänner, eigene Kinder. Es gab mich immer eingebettet im nahen täglichen Wir. Zusammen wächst man anders als allein. Fehlt etwas von mir oder von ihm? Man richtet sich an sich selbst aus und gleichzeitig aneinander. Man wird sich ähnlicher und bleibt sich selbst trotzdem treu.

Auch in diesem Jahr besuchte ich geliebte Bäume wie andere Freunde besuchen. Ein schönes Jahr, ich werde zufriedener. Vieles ist gut und was nicht gut ist bekommt Zeit gut zu werden.

Eines der letzten Fotos dieser Tage. Mir blieb fast die Luft weg. Die Braut lupfte die Stoffmassen nur vorne und marschierte im Stechschritt durch die Pfützen. Ihre Schleppe nahm alles mit, was Wind und Regen auf den Wegen versammelt hatten. Es gibt Ziele, da kann so ein bisschen Dreck nicht aufhalten. Das Ziel ist nichts ohne dem Weg. Ich hatte immer emotionale Ziele, die Realität folgte meinen Gefühlen. 
Das passende Leben dazu stellte sich irgendwann von selbst ein.


                                    Schlosspark Laxenburg, November 2016

Lady´s View, das Motiv gabs hier schon öfter. Vor zwanzig Jahren saß ich hier zum ersten Mal. Ich sehe, wie Muster die Biografie durchweben, in meinem Kopf sind es Melodien, Themen die variiert werden, und Wiederholungen, die sich dann doch nie gleichen. Ich gehe wenig nach Plänen, ich folge fast immer dem Ruf meines Herzens. Damit müssen dann andere zurechtkommen, wenn es mal nicht zusammenpasst. 
 

                                         Lady´s View, Killarney, Irland, April 2016

Diese zu Ende gehenden Jahr klopfte uns darauf hin ab, wie wir mit Veränderungen umgehen können. Was sie mit uns machen, wie wir uns fühlen, wie wir reagieren wenn Weichen anders als bisher gestellt werden. Es klingt so abgedroschen: Jeder Tag würde neue Chancen mit sich bringen. Vielleicht werden wir 2017 und darüber hinaus diesen leeren Stehsatz mit mehr Lebendigkeit füllen können. Weil uns vielleicht gar nichts anderes übrig bleiben wird. Auch diese Zeit wird sich in die Lebensmelodie einfügen, ihr eine neue Färbung geben, sie spannend machen.

Wir können schließlich Veränderung, seit unseren ersten Atemzügen.

Freitag, 22. Januar 2016

Lieblingsbilder 2015 / Juni

Ein Motiv aus meinen Dorf. Dutzende Male dachte ich schon daran es mal zu fotografieren. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Jedesmal, wenn ich es sehe wundere ich mich über ein Gartentürl, hinter dem nichts mehr, auch nicht im entferntesten darauf schließen lässt was die Aufschrift darüber verspricht. Die Buchstaben halten jahrein jahraus die Stellung und ich frage mich, ob überhaupt noch jemand bewusst wahrnimmt was da steht. Es ist wohl wie in jedem Haushalt, manches wird abgestellt und dann darauf vergessen, schließlich ausgeblendet. Niemand braucht es mehr, entsorgen wäre möglich, aber da liegt eine Geschichte von Menschen drin und der rote Faden reicht immer noch bis in die Gegenwart. 




Magisch von vergessenen Zeiten in ihren physischen Überbleibseln angezogen sehe ich oft genau das, was fast vergessen, aber auf eine Art trotzdem immer noch sehr präsent da ist. Da ein halb eingesunkenes Dach, dort ein überwuchertes Tor oder ein vergessenes Fabriksgelände. Und eines Tages ist es dann doch Vergangenheit, abgerissen, ausgetauscht, verändert. Wo wandern all die Erlebnisse, Gefühle, Gedanken hin, die mit dieser Wirklichkeit einhergingen?

Das Foto steht für all die Motive, die sich in ihren endlosen Wiederholungen banal anfühlen, bis, ja bis sie eines Tages verschwunden sind. Es ist immer einmal zu spät gewesen. Für das Foto des Autos, mit dem viele Jahre gefahren wurde oder der Lieblingsdecke. Bleibt noch die Frage, ob das festhalten wirklich so wichtig ist?! Ich denke ja und nein. Man weiß es immer erst, wenn etwas endgültig vergangen ist. Gut oder schlecht ist nicht die Frage, ob das Herz dranhing schon eher.

                                                               ********

In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant auf mich zukommen. Typisches und Schönes im täglichen Leben.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Auf kurvigen Wegen

Faszinierend zu beobachten wie die Welt sich wandelt. "Naja", hör ich euch sagen, "ob die Richtung stimmt?" Oft entmutigende Nachrichten und Vieles, was vor etwa fünf Jahren in Stein gemeißelt schien gilt so nicht mehr. Wenn ich so hineinfühle, was im Kollektiv arbeitet, dann stehen wir gerade an dem Punkt, wo manche Mauern eingestürzt sind und wir plötzlich realisieren, dass schon lange keine Renovierungsarbeiten stattgefunden haben, obwohl ja alles so gut ausgesehen hatte. Wir blenden ein wenig aus und cocoonen uns ein, backen Kekse für Weihnachten und besorgen Geschenke, so schlimm wird es schon nicht sein und werden. Und trotzdem arbeitet es irgendwo im Hinterkopf und wir sehen anders in die Welt und stellen uns Fragen, die wir uns so nie gestellt hatten. Wir hinterfragen bestimmte Gewohnheiten und ahnen, was schon längst aussortiert hätte werden müssen an Einstellungen, Überzeugungen und Vorstellungen, davon was für unser einzelnes und für das kollektive Leben wirklich wichtig und wertvoll ist.



Das vergangene Jahr brachte viele Gelegenheiten innezuhalten und zu evaluieren, was wir behalten und was wir verändern oder loslassen wollen. "Erfolgsmuster sind am schwersten zu verändern", dieser Satz eines Lehrers hat sich bei mir eingegraben und er hatte so recht. Was immer gut funktioniert hat muss doch auch weiterhin zum Erfolg führen?! Wenn alle Parameter gleich bleiben stimmt das wohl auch. Angst vor Veränderung ist so menschlich und gleichzeitig so hinderlich. Wagt man einen ersten Schritt hinaus, geht es meist auch folge-richtig weiter. Den inneren Widerstand aufzugeben, weiterzugehen und Herausforderungen anzunehmen - dabei zu wachsen - das kennen wir seit Kindertagen aus den Märchen und fühlen das Potential für den Gewinn der auf uns wartet. Wir leben in Zeiten, die uns genug Anstöße bieten als Mensch und im Miteinander zu wachsen. Es muss nicht immer geradlinig sein, die Schönheit des Weges liegt in so manchen Kurven...


Mittwoch, 26. Dezember 2012

Bitte weiter so!

Gerade eben hole ich mir ein paar Stimmungbilder vom Winter herein. Bei uns im Wiener Raum herrscht seit Tagen dunkelgraues Nebel- und Regenwetter. Kein Problem, wenn wir uns zum Feiern treffen. Weihnachten findet ja eher in den vier Wänden statt. Jetzt machen wir es uns gemütlich, ihr sicher auch!



An einem der letzten Tage des Jahres 2011 entstanden diese Fotos am Weissensee in Kärnten. Ich mochte den aufgeputzten Baum im Freien und dachte damals, dass es schön wäre, Christbäume nur draußen zu haben und zu Weihnachten lebende Bäume zu schmücken. Wir haben trotzdem auch dieses Jahr wieder einen Baum im Zimmer stehen, es sind doch viele schöne Empfindungen damit verbunden. Auf diese Tradition wollen wir (noch) nicht verzichten.



Vor einem Jahr wusste ich noch nicht, dass das zu Ende gehende Jahr 2012 ein großartiges Jahr für mich werden sollte. Wir gehen ja meist hoffnungsvoll in den Jahreswechsel und haben Wünsche, manche Kleine und meist auch Große. Ich selbst mache mir keine Vorsätze, klingt schon am Beginn eines Jahres nach müssen, das muss wirklich nicht sein. Statt dessen denke ich an schöne Dinge, alles was mir Freude macht, was mich glücklich macht. Alles weitere kommt sowieso von selbst. 



Der bevorstehende Jahreswechsel lässt sich als eine Art Erinnerung vertrauensvoll weiterzugehen an. Manche Erlebnisse fordern auf nachzuschauen was noch passt oder eben nicht. Traditionen sind schön und vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und des Aufgehoben-seins. Ich merke allerdings meist früh, wenn oft beschrittene Pfade plötzlich nicht mehr in die richtige Richtung führen. Der Anfang für eine Neuausrichtung ist gemacht und erfordert manchmal Mut für die ersten Schritte. Sind die ersten Hürden genommen, geht es plötzlich ganz leicht, Rückenwind!
Für alle Erlebnisse, Begegnungen, Ereignisse im vergangenen Jahr bin ich dankbar. Ich suche alles zu integrieren, zu lieben, was immer es auch ist, es hat mich weitergebracht und mein Leben be-reich-ert. Ja, auch das Unangenehme, gerade das gibt starke Impulse für notwendige Veränderungen.
Stillstand ertrage ich schwer, eine gewisse Ungeduld ist mir eigen. Nicht immer leicht für mein Umfeld. 
Jetzt, am Ende des Jahres bin ich in meinem Element, es geht los, bald ins neue Jahr hinein! 13 ist doch eine gute Zahl, mal sehen in welchen Verkleidungen es daherkommt. 

   

Donnerstag, 9. September 2010

Rost und Silber

Manchmal sieht man von Anfang an, dass etwas vom Rost bedroht ist.



Diesen Zaun habe ich in Clonakilty, Irland entdeckt. Schon vor Jahren. Und immer wieder hab ich ihn besucht. Es hat mich fasziniert zu sehen, wie lange die Geduld des Hausbesitzers dauern würde. Dieses Jahr nun stand das Haus leer, seit kurzem erst, wie ich vermute, denn obwohl das Unkraut im Vorgarten schon alles überwuchert hatte, die silberne Farbe behielt noch im Großen und Ganzen die Oberhand am Zaun.

Wenn wo der Rost zu fressen angefangen hat, dann ist er nicht mehr wegzukriegen, auch mit Kilo Silberfarbe nicht. Großes Aber: Der Verfall verzögert sich und - er sieht irgendwie bestechend schön aus. Eine Mischung aus Überdauern und Vergänglichkeit.



Es glänzt, es glänzt so großartig. Das bisschen Rost am Ende das macht noch lange nichts. Fürs Erste.


Ich mag den Rost. Er macht deutlich, wo sich etwas verwandelt. Alles ist Veränderungen unterworfen. Nicht immer ist das so klar zu sehen.
Wenn etwas rostet, setz ich mich hin und schau zu. Manchmal. Stelle mir vor, wie es morgen aussehen wird, oder morgen nach übermorgen.
Den Ablauf der Zeit beobachten und das, was geschieht.

Was sich überlebt hat, darf ruhig gehen.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...