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Dienstag, 6. März 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 59

6. März, Montag
Königreich Tonga, Polynesien



Die Hauptinsel des Inselstaates Tonga mit der Hauptstadt Nuku´alofa (hier liegen wir im Hafen) ist flach, keine Berge. Rechts der Königspalast gleich neben dem Hafen.



Handwerksmarkt in Nuku´alofa



Männer und Frauen tragen Röcke. Die Queen Mum, Mutter des Königs ist dieser Tage gestorben. Viele tragen schwarz und darüber traditionelle Schürzen aus geflochtener Pflanzenfaser.




Viele Häuser in der Stadt sind anlässlich der 10 Tage währenden Staatstrauer aufwendig geschmückt.

K: Sehr interessant! Was mir auffällt, dass alle Menschen kräftig sind. Oder irre ich mich da? Ist das die Rasse? Mal abgesehen von der Hautfarbe würde ich dort gut hinpassen :-)
Ich weiß es nicht, aber auf den anderen Inseln hörten wir, dass die Brotfrucht zu Übergewicht führen würde, wenn man davon zuviel am Abend isst. In Tahiti sahen wir viele, die kräftig und gleichzeitig sehr muskulös waren, jedenfalls die Männer. Aus England (unter dessen Protektorat dieser Inselstaat gestanden hatte) kamen Fish and Chips dazu. Die Brotfrucht ist hier jedenfalls überall sehr beliebt.
Wikipedia weiß dazu:
Die Menschen aus Tonga essen gerne, viel und vor allem traditionell sehr kalorienreich. Obwohl dicke Menschen auf Tonga noch immer als schön gelten und das Gesunde verkörpern, führte der Staat ein Programm zur Ernährungsberatung ein und animierte die Bevölkerung zu mehr Sport. Anlass hierzu war, dass rund 58 % der Männer und 75 % der Frauen einen BMI aufwiesen, der weit über 30 lag. Damals initiierte Taufaʻahau Tupou IV. auch einen nationalen Wettbewerb, in dem der Tongaer mit der größten Gewichtsreduktion 500 Dollar gewann. Dem 1918 geborenen König selbst gelang es in den frühen 1990er Jahren, sein Gewicht um 70 Kilogramm von vormals etwa 210 Kilogramm zu reduzieren.




Wunderschöne Regenbäume in der Stadt.


Ein Pavillon in der Nähe des Königspalastes, aufwendig mit Blättern und Blüten gedeckt.
Heute hat es mal richtig geregnet, aber es kühlte dabei nicht ab, das war sehr angenehm.




Es war eine Kajakfahrt zu einer kleinen Insel angeboten worden, in einem Anfall von Übermut haben wir gebucht. Vor Ort erstmal ein Schreck, das sieht ordentlich weit aus!! Das Foto ist schon von der Insel zurück fotografiert. Es ging dann doch ganz gut und machte Spaß. Zum Glück kein Wind und auch kaum Wellen :-)





Die Insel wird dem Bild einer Robinsoniade gerecht. Bäume und Palmen bis zum Wasser, Dickicht mit herumliegenden Kokosnüssen, schmaler Sandstrand und das Ganze in einer recht übersichtlichen Größe. Zum Glück war es bewölkt, das paddeln und baden sehr angenehm. Auch hier sahen wir keine Fische, zur Enttäuschung der Schnorchler...

S: Danke für die schönen Bilder und Berichte. Lieben Gruß aus dem Marchfeld zu euch :-)



Auf der Karte seht ihr die weiteren Etappen. Bis Auckland im nördlichen Teil  Neuseelands sind es 2 Seetage.


Abschließend zur Südsee: Einige Mitreisende haben Schnorcheltouren mit Fischen, Haien und Rochen gebucht und waren sehr begeistert. Sie wurden mit Booten in Bereiche gebracht, wo diese Tiere regelmäßig gefüttert werden und schon kommen, wenn ein Schnorchler ins Wasser hüpft.


*****


Lasst uns gemeinsam die wunderschönen Verkleidungen der Pavillons etwas näher betrachten, welcher für die Beisetzungsfeierlichkeiten der Königinmutter aufgestellt war.




Kunstvolle Flechtarbeiten in der gesamten Südseeregion. Hier auf Tonga besonders schön: Die traditionellen Schürzen der Männer, die sie nur zu festlichen Anlässen tragen.





In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.


Montag, 26. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 52

26. Februar, Sonntag
Moorea, Französisch Polynesien



Unser erster Stopp in Französisch Polynesien ist Moorea. Es ist wahr, es sieht paradiesisch aus! 
Es ist kurz nach 8 Uhr früh (11 Stunden hinter euch) und es ist jetzt schon sehr heiß und feucht.

M: Mein Traumziel

Die Haut klebt schon kurz nach der Dusche 💦, darauf kommt Sonnencreme, ich schaue aus wie eine pickige Leiche (50er Faktor), Badebekleidung und möglichst luftige, aber gleichzeitig schützende Schichten. Kappe, die die Kopfhaut hitzt. Vielleicht hört ihr den Stress einer hellhäutigen Mitteleuropäerin heraus. Wir wollen ja dann später baden. Also mit Beanie auf dem Kopf, langärmeligem Badeoberteil und den Rest dick eincremen. Wollen ja die nächsten Tage auch noch existieren ;-)
Wenn ich hier die Mittagssonne überlebt habe - ich hoffe auf Palmen - bekommt ihr weitere Berichte. Tja, angesichts der Tatsache, dass diese Region als DAS Sehnsuchtsziel schlechthin gilt, bin ich ich zuwenig euphorisch. Schaumamal...wenn ich dann im Wasser stehe...

Die Landschaft ist wunderbar und ich kann nicht leugnen dass es auch wunderbar ist nach 4 Tagen immer nur Wasser jetzt wieder so schönes Grün zu sehen.



R: Unglaublich, so schaut Polynesien aus und ihr seid dort! Unglaublich und faszinierend!
(sie spricht gerade an, was ich auch empfinde: Ich muss mich zwicken, um zu realisieren, dass ich wirklich hier bin!)
D: Wirklich toll. Hab müssen erstmal nachschauen welche Inseln dazugehören. So lernt man auch Geografie :-)


1200m hoch ragt der Kraterrand, die höchste Erhebung auf dieser kleinen Insel, davor ein Korallenriff (nicht auf dem Bild).

Hotelanlage Intercontinental Moorea

Mit einem (teuren) Tagespass konnten wir baden und uns dort aufhalten. Wunderschöne Anlage, wie in den Prospekten, fürs Auge ein Traum.

Paul Gauguin, der französische Maler und andere Aussteiger jener Zeit haben die Region dieser Inselchen im Pazifik vor etwa 100 Jahren in Europa bekannt gemacht. Einen großen Teil des Zaubers machte das von Europäern als "Freizügigkeit" interpretierte Verhalten der Mädchen. In Polynesien mussten die jungen Frauen erst mit einer Schwangerschaft beweisen, dass sie fruchtbar waren bevor sie heiraten durften...
Die Biografie Gauguins, jedenfalls was den Südseeteil betrifft, wurde verfilmt und lief im Herbst 2017 bei uns im Kino. Der kleine Hafen von Moorea ist darin mehrmals zu sehen.
Gauguin, der Film



Die Strände sind fest in der Hand großer Hotelketten, die sich den Aufenthalt ordentlich löhnen lassen.





Bin ich :-) , um die Mittagszeit. Kaum Leute im Wasser, die Sonne knallt, alle im Schatten (wir hatten hier gerade mal 5 Stunden Zeit und daher keine Wahl, wenn wir ausgiebig ins Wasser wollten...)

Es gibt praktisch kaum schöne öffentliche Strände auf Moorea. Hier gibt es keine Fische mehr, die Korallen sind tot. Auf der Anlage wirbt man auch für schwimmen mit Delphinen. Sie sind in einem kleinen Meerwasserbecken...
Zum Fische, Rochen und Haie beobachten kann man Touren buchen und wird mit dem Boot dorthin gebracht wo diese Tiere in abgesperrten Bereichen gehalten und selbstverständlich gefüttert werden. Die Insel lebt vom Tourismus, der hier gar nicht sanft ist. 

Sie ist tropisch üppig und wunderschön!!!

Sehe ich zum ersten Mal: Brotfruchtbaum, schätze die Blätter auf circa 50 cm in der Länge. Die Frucht hat die Größe einer Wassermelone

Nationalblume, die tahitische Gardenie Tiaré, sie wächst als kleiner Strauch mit großen glänzenden Blättern und hat diese wunderschönen duftenden Blüten.



Gleich neben dem kleinen Hafen hören wir plötzlich einen Chor singen und suchen die Stimmen. In der kleinen Kirche werden wir fündig, der Kirchenchor probt, sie singen tahitianisch und wir spielen Mäuschen...




Das Klima wird um etwa 6 Uhr abends angenehmer. Wir wollen noch ein wenig spazierengehen, es gibt hier allerdings keine Straßenbeleuchtung, es beginnt auch bald zu dunkeln und um 7 Uhr ist es stockfinster. 



Noch schnell ein paar Fotos, bevor es ganz dunkel ist...


Tenderboot am Paul Gauguin Peer, beäugt von der Venus am Abendhimmel.


*****


Wer sich in einem Wasserbungalow (siehe oben) für eine Zeit verstecken will, ist hier sicher gut aufgehoben ;-)

Von hier also auch ein Touristenfoto :-)

Im Tagebuch habe ich vermerkt: Im Ressort ist alles schön, fürs Auge. Tolle Süßwasserpools. Ins Meer kommt man nicht so leicht, steiniger Strand, Mauer ohne Abgang. Wir finden einen Platz im Hausschatten eines Bungalows, die Mieter haben nichts dagegen, dass wir für zwei Stunden vor ihrer Hütte lagern. Zum Glück haben wir Badeschuhe dabei, im seichten Wasser raue, abgestorbene Korallen. Das Wasser hat etwa 30°, ist sauber. Nach einem kleinen Imbiss nochmal baden, dann ist die Zeit um, unser Taxi wartet.

So, die ersten Illusionen auf das Paradies in der Südsee sind der Realität gewichen. Der Blick auf die Farben der tropischen Üppigkeit, die Farben des Wassers, so wie es auch hier auf den Bildern erscheint, ist echt. Das Erleben mit allen Sinnen, die feuchte schlapp machende Hitze, die enorme Kraft der Sonne und paradoxerweise die fehlende Natürlichkeit hat den Zauber ein bisschen gemindert. Aber hey, wir sind in der "Südsee" und können mit eigenen Augen sehen, dass hier auch nur mit Wasser gekocht wird ;-)

Zurück auf unserem Schiff verbringen wir noch Stunden auf den Freideck mit unseren Freunden - ja inzwischen sind es einige! - bei angenehmen Temperaturen und einigen beflügelnden Getränken...


 In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.



Sonntag, 25. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 51

25. Februar
4. Seetag Richtung Französisch - Polynesien




Haben gerade auf der Seekarte entdeckt, dass wir heute ganz knapp am Mururoa Atoll vorbeigefahren sind (im Tagesinfoblatt wurde das totgeschwiegen). Hier und auf einem benachbarten Atoll zündete Frankreich zwischen 1966 und 1996!!! insgesamt 210 Atombomben zu "Testzwecken". Verbrechen an der Erde und den Menschen Polynesiens. Wissenschaftlern wird der Zugang heute noch verwehrt und Entschädigungszahlungen an Opfer des radioaktiven Fallouts maximal erschwert...


Heute morgen zum Sonnenaufgang im Westen


Um 6 Uhr 18 Minuten erscheint der oberste Zipfel der Sonne überm Horizont


6.21. Nur 3! Minuten später steht die Sonne schon eine Scheibenbreite über dem Horizont


Wir befinden uns nun schon wieder 20° südlicher Breite. Die Sonne ist sehr stark. Die Leute, die sich direkt in die Sonne legen bekommen eine Bräune, die sehr schnell schwarzbraun aussieht, aber nicht lange hält. Wir beide sind trotzdem wir uns nicht in die direkte Sonne legen auch schon bisschen braun. Das kann man gar nicht vermeiden.
Die morgige ringförmige Sonnenfinsternis werden wir nicht sehen können, sind schon zu weit westlich.


Inzwischen unterhalten sich manche unserer Gruppenmitglieder über ihre Katzen und den Fasching, Fotos werden gepostet, man lernt sich ein bisschen kennen. Wir sind über diese großen Entfernungen sowas wie eine Weltreisenfamilie geworden :-)
 
W: Hier noch einige technische Ergänzungen zum Schiff: Im tiefen Keller arbeiten 6 Dieselgeneratoren mit insgesamt 35000kW. Jede der 2 Antriebseinheiten hat ca 15000kW. So kommt das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 22kn. Für die restliche Stromversorgung gibts eigene Systeme.
Zur Umkehrosmose gibt es auch noch Trinkwasseraufbereitung durch Verdampfungsanlagen. Die Reserven von Treibstoff und Lebensmitteln und was sonst noch so gebraucht wird, müssen für 8 bis 10 Tage reichen.
Der Durchmesser der Antriebsschrauben ist 5,5m. Maximale Drehzahl: 150U/m 


*****





Unsere nächsten Ziele sind rot auf der Seekarte markiert. Neben der Hauptbar im Atrium des Schiffes können wir immer wieder einen Blick auf genaue Seekarten und die Route unserer Reise werfen. Die Zahlen zeigen die Wassertiefen, die Höhenlinien das Profil der Erde unter unseren Füßen. Seht euch mal die Namen der Atolle an, da könnt ihr ein Gefühl für die Sprache der Südseebewohner bekommen. Ich mochte ihren Singsang mit den vielen Vokalen!





Wie auch bisher schon sehr oft, realisieren wir hier wieder ganz besonders intensiv, wie weit die Europäer mit ihren Landraubzügen gekommen sind und es hat kein Ende. Bis zuletzt werden wir sehen, dass sie einfach überall waren und bald allen Völkern dieser Erde ihre Nationalität, ihre Sprache und ihre Religion aufgezwungen haben und das alles ist noch gar nicht so lange her. Wenn man die Menschen in Polynesien sieht, wirkt es direkt komisch sie französisch sprechen zu hören.... 



In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

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Samstag, 24. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 50

24. Februar, Donnerstag
3. Seetag Richtung Französisch - Polynesien




Kurz vor Sonnenaufgang. Das Kipferl am Himmel schaut senkrecht nach oben. Bei uns soeben 6 Uhr früh und wir sind 9 Stunden hinter euch.

Ist es jetzt auch schon zuhause warm? (Danke fürs Schneeglöckchenbild G)
G: Es hatte gestern 20°, heute stark windig und 10°



Im Westen nichts Neues. Blaue Grüße. Morgen werden wir 10 Stunden hinter MEZ sein, zurzeit ist zeitig aufstehen kein Thema ;-)
Gestern Abend sind wir an den Pitcairninseln vorbeigefahren, ohne etwas davon gesehen zu haben. Nur Seevögel. jetzt sind wir wieder ganz allein auf dieser weiten Wasserfläche...

A: Naja, bald seid ihr nicht 10 Stunden hinten, sondern 12 vorne. Aber wenn ihr in der Nacht über die Datumsgrenze fahrt, fehlt euch ein Tag in eurer Biografie. Halb so schlimm, vielleicht ist das Wetter eh schlecht ;-)

Genau, aber da unser Gedächtnis nicht so komplett funktioniert wie deines, werden wir mit dem fehlenden Tag sicher gut zurechtkommen :-)
(A hat die Tendenz sich alles das zu merken, was ein normaler Mensch meist sofort vergisst)


*****





Da wir Tag und Nacht mit etwa 30 km/h Richtung Westen unterwegs sind, bringen wir täglich eine beachtliche Strecke hinter uns. Das macht eine Art Jetlag, wenn auch lang nicht so stark wie beim reisen mit dem Flugzeug. Jedenfalls wache ich in diesen Tagen so zeitig auf, dass ich meist den Sonnenaufgang beobachten kann. Heute ist es so angenehm warm, dass ich aufs Freideck hinaufgehe. Von hier ist er schön zu sehen...


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Freitag, 23. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 49

23. Februar, Mittwoch
2. Seetag Richtung Französisch - Polynesien

Inzwischen liegen wir bereits 8 Stunden hinter eurem Tag zurück. Gerade unterwegs auf 125° östlicher Länge Kurs West. Unser nächstes Ziel ist Moorea, eine Insel in Französisch Polynesien. Bis dahin liegen noch 3 Seetage vor uns. Es ist morgens, das Meer hat hier bereits wieder 26° und die Luft schon jetzt angenehm warm. Da der Wind von vorne kommt, fühlt er sich mit dem Fahrtwind schon ordentlich windig an, aber es ist ein warmer Wind. Schwurbelt Haare.


Heute am Himmel Abwechslung, mal schwarz, mal sonnig.

W: Sind heute Abend in der Nähe der Pirateninsel Pitcairn und werden eine Piratenparty haben. Euch wünschen wir einen schönen Opernball. Wir werden mit Sekt an Wien denken.

Eine vages Gefühl bestätigt sich immer häufiger und wird mir in manchen Minuten der Ruhe als reale Empfindung bewusst. Eine tiefe, dauernd lebensbegleitende innere Rastlosigkeit weicht in mir einem Gefühl des Angekommenseins. Paradox, wenn ich bedenke, dass wir ja laufend an neuen Orten ankommen, um sie dann bald wieder zu verlassen. Vielleicht aber ja gerade deswegen...
Das Gefühl, mehr mit der Erde als Ganzes verbunden, als mit einer bestimmten Region heimatlich versehnsuchtet zu sein, bestätigt sich mit jedem dieser Tage. Wir sind auf Kontinenten, auf weiten und tiefen Wassern, auf Inseln und sehen immer wieder frei in Weiten der Erde und des Himmels. Ich kann es noch nicht mit Sicherheit sagen, aber ich denke, dass da Lücken und Löcher aufgefüllt und fehlende Teile ergänzt wurden und noch werden. Ich fühle mich aufgetankt mit der Kraft der Elemente, die wir hier intensiv jeden Tag spüren können. Besonders die Winde (mit denen ich bisher oft gehadert hatte). Die Stärke des Feuerballs am Himmel. Die unvorstellbare Tiefe des Wassers unter uns und immer wieder die vertraute Erde.
Ich hoffe, dass auch ihr ein bisschen was von dieser rückverbindenen Kraft mitnehmen und über den Weg der Bilder mit erfahren könnt, falls ihr das möchtet :-)


Heute Nachmittag

R: Es ist so unglaublich schön!
Das ist es!

D: Liebe Elisabeth, das kann ich gut nachvollziehen. Die Vielfältigkeit, die unsere Erde hervorbringt, die Kraft der Elemente seht ihr geballt in kurzer Zeit und habt auch die Muße das alles bewusst wahrzunehmen. Wir hetzen in unserem Alltag in die Arbeit, wieder nachhause, zum einkaufen oder zu sonst irgendwelchen Erledigungen und nehmen die Einzigartigkeit unserer Welt nur selten bewusst wahr. Manchmal sehe ich in der Früh in der U6 aus dem Fenster wenn die Sonne mich im Morgenrot begrüßt und freue mich an der Schönheit des Sonnenaufgangs. Ich wäre jetzt gerne auf eurem Schiff an der Reling die salzige Meerluft einatmend und das tiefblaue Wasser bewundernd. Schöne Reise noch.

G, schickt ein Foto aus ihrem Garten: Aufbruchfreudiges Schneeglöckchengrün und gestern viel Bienen als Kontrast zum Pazifikblau. Liebe Grüße.



In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

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Donnerstag, 22. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 48

22. Februar, Mittwoch
1. Seetag Richtung Französisch - Polynesien


Wer Windstärken und -strömungsrichtungen nachschauen mag, entweder earthwind g..geln oder https://earth.nullschool.net/ Es erscheint ein schematischer Globus, den man auf die gewünschte Stelle drehen und zoomen kann. Beim tippen auf einen beliebigen Punkt wird die genaue Position und die aktuelle Windstärke links unten angezeigt.

U: Auf der Weltkarte seid ihr jetzt gerade rechts und links drauf :-)

Muss so sein! Heute ganz seltsame Leute getroffen :-)
Einer (Deutscher) hat mich gefragt, ob ich richtig deutsch als Muttersprache hätte, es wären so viele Schweizer auf den Schiff. Ich: Wir sind aus Österreich. Er: Sie sind jetzt vielleicht beleidigt, aber Österreich ist ja auch ein Teil von Deutschland. Ich: ....  Er: Ich mache ab jetzt nur noch Urlaub in Österreich oder Italien. Ich: ... (WIE IN ALLER WELT HAT SICH SO JEMAND AUF EINE WELTREISE VERIRRT)

Am Abend ein 86jähriger Wiener, der während dieser Reise noch nirgends an Land war, weil er sich am ersten Tag unter dem Bett liegend wiedergefunden hatte und nicht wusste, wie er dahingekommen war. Kann ja passieren (in meinem Kopf ratterten schon die möglichen körperlichen Ursachen), bis er mehr für sich, als zu uns sagte, dass es schon arg sei, dass man an Bord den Vodka nicht flaschenweise kaufen könne. Er hat mich gerührt, nachdem er in entwaffnender Weise mit einem bedauernden Unterton erzählte, dass er noch länger leben müsse, weil er pumperlgesund sei. Das hätte ihm sein Arzt vor der Abreise bestätigt. Kein Rücken, keine Prostata, keine Lunge, alles paletti. (über eine eventuelle Säuferleber schwieg er sich aus) Besser konnte man dem Klischee des echten Wieners nicht gerecht werden. Es war eine Begegnung der dritten Art (und die Bestätigung, dass man seiner Heimat auch am anderen Ende der Welt begegnen kann).

Am Nachmittag sind wir dann auf einen Uruguayaner getroffen, der uns spanisch zugetextet hat. Ich schaffte es irgendwie ihn zu fragen, woher seine Vorfahren stammten, worauf er mir gefühlt sämtliche Provinzen Spaniens aufzählte, mit genauer Angabe der jeweiligen Verwandtschaftsverhältnisse, auf spanisch natürlich. Hab diese Sprache nie gelernt, aber nach 6 Wochen auf so einem Schiff versteht man plötzlich alle Sprachen irgendwie ;-)

Ein korsischer Pirat war jedenfalls auch da. Es lebe Jonny Depp, seit "The Pirates Of The Caribean" weiß man ja, wie die ausgesehen haben :-)


*****

Unsere WhatsApp Berichte von der Osterinsel konnten in Wirklichkeit erst gestern Abend richtig weggeschickt werden, ich hatte ja dort keine Zeit zum schreiben, was mir umgehend unter die Nase gerieben wurde ;-)

D: Hallo, ihr beiden! Seid ihr auf de Osterinsel verschollen? Habt ihr euch versteckt? Wir sind schon soooo gespannt auf eure Berichte :-) 
Im Blog kommt alles taggenau, sonst käme ich schön langsam mit der täglichen Verschiebung der Stunden total durcheinander...





An diesem Seetag mache ich nur ein paar Fotos. Vom Wasser, ja!!  (bad hair days sind mir inzwischen egal). Diese Farbe ist immer wieder zum niederknien schön und hier beweist der Ozean, dass er seinen Namen -  der Stille - zu recht trägt :-) 


*****

Untertags ein bisschen Gymnastik, am Abend ein bisschen tanzen und ganz allgemein die Zeit entspannt alleine oder mit angenehmen Menschen unter freiem Himmel vergehen lassen. Was für ein Luxus den wir hier haben! Die zwei Pools sind mit Meerwasser gefüllt, das nun von Tag zu Tag wärmer und angenehmer wird. Unser Kasten wird auf sehr langen flachen Wellen vor und zurück geschaukelt. Das gibt ein Wellenbad im Becken. Man legt sich an einem Ende des Pools rücklings aufs Wasser und wird ganz wie von selbst ans andere Ende katapultiert :-)


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Montag, 19. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 45

19. Februar, Sonntag
4. Seetag Richtung Osterinsel




Heute schnell wechselndes Wetter, gibt fototechnisch mehr her :-)



Langsam nähern wir uns dem südlichen Wendekreis, Luft und Wasser Mitte 20°. Inzwischen haben wir 104° westliche Länge erreicht, morgen früh hoffen wir mit günstigen Wetterbedingungen auf der Osterinsel anzukommen. Der dortige Hafen ist klein, es kann immer nur ein Tenderboot anlegen. Wir planen auf der Insel zu übernachten und uns die inzwischen gar nicht mehr so geheimnisvollen Moai am Tagesrand anzuschauen und freuen uns, wiedermal ein bisschen Grün unter die Füße zu bekommen.



D: Ein tolles Himmelbild. Das Blau ist einzigartig, das gibts bei uns nicht und das tiefblaue Meer zum träumen und versinken.
Schätze, es fehlt der Smog vom Wiener Becken...
D: Genau, das haben wir auch festgestellt.


Sonnenuntergang heute Abend


*****

 
Sonnenaufgang kurz nach 8 Uhr morgens



Sonnenuntergang kurz nach 8 Uhr abends






Das Navi zeigt unsere Position, es ist nicht mehr weit nach Hanga Roa, so heißt die Hauptstadt der Osterinsel.



Mit dem heutigen Tag sind wir bei der Halbzeit unserer Reise angelangt, da wir von Dubai aus nachhause zurückfliegen werden und die letzten 16 Tage der Reise nicht mehr mitmachen werden. Schon bisher hatten wir extrem viele, auch sehr unterschiedliche Eindrücke. Ein paar Tage gab es jetzt ja seit Südamerika zum verschnaufen und entspannen. Die Welt, die uns jetzt erwartet, nämlich Inseln im weiten Ozean, erzeugt große Vorfreude. Was erwartet uns, wie passen unsere Erlebnisse mit den idealen Bildern, die wir von der Südsee und Polynesien haben, zusammen?! Jetzt aber erstmal für zwei Tage Aufenthalt auf der Osterinsel!! Wir sind aufgeregt!!


In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

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