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Freitag, 2. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 28

2. Februar, Donnerstag
Puerto Madryn



Magellan Pinguine

Heute Ausflug in ein Naturschutzgebiet. Der Bus holperte über Sandstraßen, es hat mörder gestaubt, aber wir konnten einige Tiere sehen deren Namen wir bis jetzt nie gehört hatten. Die Pinguine waren eindeutig die putzigsten :-)

D: Die Pinguine sind ja wirklich putzig, wie sie da so kuscheln. Die würde ich auch gerne in freier Wildbahn sehen.


Ein Junges

Die standen rum, sah aus als würden sie dabei schlafen (Ja, das taten sie!!!). Den Kleinen hats mal gerissen, wahrscheinlich schlecht geträumt (vielleicht wurde er von Touristen verfolgt).


solidarisch ( zum Größenvergleich)


Patagonische Steppe

Hinter Puerto Madryn erstreckt sich das karge flache Land. Mit maximal 200mm Regen/ Jahr ist es zu trocken für eine intensive Viehzucht, ganz anders als in der Pampa hinter Buenos Aires. Die Estancias (Farmen) brauchen Zehntausende Hektar Land damit sich die Schafzucht noch lohnt. Da lebt man sehr einschichtig. Wir sahen wenig Gras, dafür viel dornige Sträucher...


Sonnenuntergang um 20.30, wir sind wieder unterwegs. nach wie vor Richtung Süden....


Vorgestern 23°, gestern Nachmittag 33°, heute Vormittag 16°, abwechselnd kalter und warmer Wind. Unsere Flexibilität ist gefordert. Wenn der Wind von der richtigen Seite kommt, kann man die Balkontür der Kabine kaum öffnen. Man spürt die Kraft der Elemente, selbst wenn das Wetter gut ist ganz anders als zuhause. Viel elementarer. Ich bekomme eine leise Ahnung wie sich Menschen fühlen mögen, deren Lebensweise viel mehr mit der Natur verbunden ist, nur in Ansätzen natürlich.

Als ich einige Minuten zwischen den dornigen Büschen, welche die Indios zum räuchern nützen alleine bin, fühlte ich große Dankbarkeit über diese unglaubliche Vielfalt auf der Erde. Gerade diese ausgedehnte Steppenlandschaft hat soviel Schönheit!




Die Blüten sind trocken und hart wie Strohblumen, die winzigen Blätter sind stachelig...
(Das ist mir leider immer wieder passiert: Mit dem Handy fotografiert sieht das Bild auf dem kleinen Display ganz gut aus, ist aber unscharf, weil ich viel zu selten geputzt habe...)


*****


 
Auf der Halbinsel Valdez können wir Seeelephanten, Seelöwen und Magellanpinguine beobachten. Die Stege führen an den Gelegen vorbei, für meinen Geschmack etwas zu nahe. Kann mir nicht vorstellen, dass die Tiere sich nicht gestört fühlen.

Auf der Busfahrt durch die Buschsteppe können wir einige Tierarten erkennen, manchmal bleibt der Busfahrer am Straßenrand stehen, wir können durch das Fenster fotografieren...



Guanacoherde (eine Art Lama)

 Kaninchenkauz (oder auch Prärieeule)


Großer Pampashase (Großer Mara)



Trotz dieser Kargheit gefällt mir die Gegend, vielleicht ist es die Weite, der Blick bis zum Horizont. Darauf sind wir in diesen Wochen eingestimmt...


 In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.

Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.



 

Donnerstag, 1. Februar 2018

In 90 Tagen um die Welt / Tag 27

1. Februar, Mittwoch
Puerto Madryn, Argentinien, Patagonien


Nachdem wir seit fast 4 Wochen auf unserer Reise bisher ausschließlich in Häfen großer Städte angelegt haben, geht es es jetzt für knapp 2 Wochen mit anderen Aussichten weiter. Wir sind mittlerweile in Patagonien. Nachdem wir während der Nacht eine stürmische Zone durchquert haben, ist es hier ruhig. Wir befinden uns etwa auf Höhe Mittelitalien, die Breitengrade betreffend. Gestern Abend war es bis 9 Uhr abends hell.

K: Auf die Bilder von Patagonien bin ich besonders gespannt, wie du weißt!
D: Hab gerade nachgesehen, ihr habt seit Marseille 10.023km zurückgelegt. Sag nur: Tag und Nacht Kilometer fressen, mit abendlichen Wellenwiegenlied.

OJA!!!



Sind erst spät aufs Schiff zurück und müssen morgen früh raus, deswegen erst morgen mehr von Puerto Madryn, eine Stadt voller Überraschungen. Mit einem pfirsichfarbenen Abendhimmel derweilen liebe Grüße nachhause!




Nur noch eins: Ich war heute auch im Himmel, W. nicht, hab aber nichts gekauft.
D: Bei der vielen Wolle wäre ich auch im Himmel. Sehr standhaft, dass du nichts gekauft hast. Hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft.
Hab Wolle für zwei große Tücher mit auf die Reise genommen, bisher keine Masche angeschlagen D., that´s why :-)
An K: Puerto Madryn wurde von Walisern gegründet. Strand und Landschaft erinnern mich an Irland :-) Einen einzigen Rotschopf hab ich gesehen, unter all den Indios...


Nun aber zu den versprochenen Bildern von Puerto Madryn:
Nach der für mich in vielen Teilen unbekannten Vegetation im tropischen Teil Südamerikas ist es hier sehr vertraut und erinnert an unseren Mittelmeerraum! Pinien, Zypressen (alles aber deutlich niedriger im Wuchs), Tamarisken, herrlich blühender Oleander, Seidenbaum und Eukalyptus, das war die erste Überraschung. Im Norden wie im Süden auf den gleichen Breitengraden sehr ähnliche Pflanzen.





T: Das Licht ist ganz anders...






Die zweite Überraschung: Die Stadt könnte im mittleren Westen von Nordamerika liegen. Schachbrettartig angelegte, extrem breite Straßen, niedrige Häuser mit Flachdächern und vielen Pick Up´s. Uralte Autos, aus denen ganze Indiogroßfamilien springen. Viele Autos staubig, sehr staubig ( hinter der Stadt ist Ende mit Asphaltstraße, zu den Estancias führen meist Schotterstraßen)



Hier fahren Autos, für die man zuhause viel Geld hinlegen müsste, weil sie unter "Oldtimer" rangieren.

 





D: Kannst du mal schauen, ob es einen Ford Capri gibt. Das war R.´s erstes Auto. Den hätte er so gerne.  
Wenn ich das früher gewusst hätte! Wir sind nicht mehr dort...

Das war die dritte Überraschung: Es dürfte hier auf Schulbeginn zugehen. Die Stadt ist voll mit jungen Eltern und vielen Kindern beim Einkauf. Hab außerdem mindestens 4 Neugeborene gesehen, meist getragen vom stolzen Papa. Ein kleines Bündel Mensch auf einem halben Arm :-)


Entspannte Atmosphäre in der Stadt, die auch ein Badeort ist.


Mädls lieben pink, offensichtlich überall ;-)
U: Die Mama hat Humor, oder ist das die Schwester mit dem Simpsonskleid?


Chicas, so sagt man hier zu den Mädels. Männer wären ja Hombres, aber hier liest man überall Machos ;-)



Am Nachmittag Ebbe, der Strand erinnert mich sehr an Irland :-)




*****

Wir sind über Nacht hier und können so den schönen Abend in der Stadt genießen. Morgen werden wir sehen, warum die Sonne hier pfirsichfarben untergeht (viel feiner Staub in der Luft).



Eine traditionelle Speise sollte es sein, hier geht es nicht ohne Fleisch. Verschiedene Fleischsorten, Würstchen, darunter dicke Pommes, gekrönt mit Mixed Pickles und mit Kräutern gewürzt.





Bevor es morgen tief ins Hinterland geht hier noch eine Hauswand aus Puerto Madryn:
"Murales" sind von Mexiko bis Chile und Argentinien die wohl populärste Kunstform. Sie finden sich an Gebäuden und öffentlichen Plätzen, begleiten Straßen oder zieren den Eingang von Krankenhäusern und Schulen und prägen so das Bild der Städte. Im Laufe underer Reise werden wir noch viele solche Hauswände zu sehen bekommen. Dieses hier gefiel mir besonders gut!




In dieser Serie könnt ihr unsere Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff um die Südhalbkugel Tag für Tag nachverfolgen. Im ersten Teil jeweils die überarbeitete Fassung einer WhatsApp Gruppe, im zweiten Teil Ergänzungen und weitere Fotos. Ich freute mich immer über Feedback aus der Gruppe, es ergaben sich Impulse und weitere Informationen durch den Austausch, weswegen auch manches davon hier (anonym) mit aufgenommen wurde. Alle Fotos im ersten Teil sind daher Handyfotos.


Diese Serie ist nicht dazu angetan Reiseführer zu ersetzen. Viel eher persönliche Schlaglichter auf Orte, Menschen, Pflanzen und Tiere, die uns für sich eingenommen haben zu zeigen und ein klein wenig nachvollziehbar und lebendig werden zu lassen, was wir auf dieser Reise erlebt haben.

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