Montag, 7. März 2011

Pfirsichpink

Jeder 7. eines Monats ist einem Baum gewidmet.

Anfang März wächst die Sehnsucht nach Farben in der Natur und nach Blüten. Viele Monate mussten wir schon ohne sie auskommen. Deswegen fällt meine Wahl dieses Mal auf Obstbäume, deren Früchte als Inbegriff jugendlicher Frische gelten, als Symbol für den nahenden Frühling, gewissermaßen. 

Gerne sind wir manche Jahre vor der Osterzeit in Oberitalien unterwegs. Sobald man die letzten Ausläufer der Alpen hinter sich gelassen hat, findet man sich in einer intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft wieder.
Zypressen und Pinien prägen weithin sichtbar das Landschaftsbild. Etwa in der zweiten Hälfte des März beginnen die Pfirsichbäume in den Plantagen zu blühen.






In den USA habe ich riesige Plantagen gesehen. Hier zwischen Venedig und Verona  liegen sie zwischen Dörfern und kleinen Städtchen eingebettet, irgendwie organisch und nicht so groß. 



Das zu sehen macht irgendwie fröhlich. So eine verschwenderische Fülle an natürlichem Pink verzaubert, frau kann sich nicht sattsehen und veranlasst des öfteren den bezaubernden Mann an ihrer Seite stehen zu bleiben, um die Pracht näher anzusehen.




Diese Bilder sind vom März voriges Jahr und gerade wird mir bewusst, dass ich dieses Jahr noch nichts geplant habe. Irgendeines der Wochenenden muss doch noch frei sein! Wenn nicht, sehe ich mir eben die Fotos an. Auf dem letzten seht ihr im Hintergrund die schneebedeckten Alpen. Leider war es an diesem Tag dunstig, sodass der reizvolle Kontrast zum typisch italienischen Ambiente mit den blühenden Bäumen im Foto nicht so gut zur Geltung kommt. 

Muss doch noch Mal dahin... muss doch noch Mal dahin...

Verheißungsvolles Licht






Sonntag, 6. März 2011

Es ist ja Fasching!

Ein Fixstern am Wiener Faschingshimmel. Am Opernball kommt man medial nicht vorbei. Für das kleine Österreich schlägt dieses Ereignis alljährlich Wellen, wie in LA die Oscarverleihung. Tagelang füllen Berichte über Skandälchen, Roben, Gäste und Spekulationen dazu unsere Printmedien, Erregung verschiedenster Art eingeschlossen.


Alle Bilder vom Fernsehschirm aufgenommen. Sie zeigen die diesjährige Eröffnung des Opernballs. 

Die Reportage des Fernsehens darüber hat die höchsten Einschaltquoten des Jahres. Manche machen es sich vor dem Bildschirm mit Sekt und Kaviar bequem.



Die Oper mutiert für diese Nacht zum vielleicht schönsten Ballsaal der Welt. Aus dem Bühnenraum entsteht spiegelbildlich zum Zuschauerraum ein mehrstöckiger Raum mit Logen und ein riesengroßer Tanzboden. Mit üppigstem Blumenschmuck erinnert dieser barock anmutende Saal an die höfische traditionelle Art, Feste zu feiern.





Klassische Musik, die Oper, der Wiener Walzer, das alles verbindet man weltweit mit Österreich. Eigentlich schön, als Land auch auf diese Weise wahrgenommen zu werden.
Der 55. Opernball knüpfte vielleicht ein wenig an die Sehnsucht an, dass alles so bleibt, wie es immer war. Wenn es rundherum in der Welt drunter und drüber geht, in Wien wird getanzt, darauf kann man sich nicht erst seit dem Wiener Kongress vor 200 Jahren verlassen.

Ich sehe gerade, dass dieser Text für die ausklingenden Tage des Faschings eine Spur zu ernsthaft gelungen ist.



Egal, zwei Tage nach dem Opernball nahmen wir uns ein Beispiel und tanzten auch Ballett. Ich fürchte nur, da ist etwas gründlich schiefgelaufen. 




Dem Kaiser hat es gefallen und uns auch. Abtanzen mit Walzer, Sekt und Würstln. Es ist ja Fasching!

Samstag, 5. März 2011

Zarter Schimmer?

Nun, wir leben ganz in der Nähe einer der am stärksten befahrenen Autobahnen Österreichs. Sie führt achtspurig einige Hundert bis wenige Meter von meinem Wohnort vorbei. Das Rauschen gehört bei uns zur Wohnkulisse.  Auf Regionalstraßen, die um unseren Ort herumführen,entsteht täglich erheblicher Berufssverkehr, die Straßen sind da, um von A nach B zu kommen. 

Eh klar, werdet ihr vielleicht sagen. Ja und nein, denn auch beim Autofahren mag ich die Landschaft und die Jahreszeiten genießen und beobachten. Ich muss meine Augen immer wieder zur Straße zurückholen, besonders jetzt im März, wo sich Nuancen von Farben in der Natur von einem Tag zum anderen verändern.



Heute bin ich dort stehengeblieben, wo wir sonst entlang brausen. Ja, es gibt auch bei uns Bereiche, die wild und naturbelassen wirken. Es gibt Rehe und Hasen, Fasane und Marder, das wundert mich immer wieder.



Es scheint, als hätten sich die Augen der starken Farben entwöhnt, denn mir kommt vor, als sähe ich am Ende des Winters viel mehr Farben, als im Sommer. Irgendwie paradox.



Gestern und heute wirken diese Bäume noch winterlich, und doch, ein leiser Schimmer von Farbe, noch nicht wirklich definierbar, weht herüber. Noch stark vom vorhandenen Licht abhängig, gibt es mal mehr, mal weniger Grund zur Illusion, es begänne alles zu treiben. 



Jedes Jahr denke ich um diese Zeit, es kann doch nicht mehr mehrere Wochen dauern, bis alles grün ist. Andererseits bezaubert diese Ahnung von erster Farbe manchmal fast mehr, denn die Blüten der Bäume sorgen für das Feine, das Zarte und sie haben ihren Auftritt oft für sich allein. Kein Blatt stiehlt ihnen die Show. 

Freitag, 4. März 2011

Pink gelacht

Wer mich besser kennt, weiß: Verkleiden zählt nicht zu meinen Lieblingsvergnügungen. Trotzdem finde ich mich Jahr für Jahr in hinterfragenswerten Klamotten wieder. Zumindest für einen Abend. Es gibt da bestimmte Freunde, die mich anstecken. Und weil ich ja kreativ bin, springt irgendwann auch die Imaginationsmaschine in den Synapsen an und schon purzeln in der Fantasie die Bilder wie Artisten in den eigenartigsten Gewändern durch meinen Kopf. 



Voriges Jahr punktete Pink, fragt mich bitte nicht nach dem Thema, ich habe es vergessen. Ist auch nicht so wichtig, denn diese Perücke allein machte zunächst high, sorgte später aber für Kopfschmerzen. Der Preis für überbordendes Pink.

Meist sind wir als Gruppe unterwegs, so entsteht immer Raum für die verschiedenen Vorstellungen und Vorlieben. Am schönsten finde ich es, über uns selbst zu lachen. Dazu gibt es Anlass genug. Im Alltag vergisst man leider zu oft auf dieses Ventil, wenn der Druck aus welchen Gründen auch immer, steigt.
Spaß und lachen ist angesagt, an diesem Wochenende gibt es jede Menge Gelegenheit dazu. Das lasse ich mir doch glatt verordnen!


Dienstag, 1. März 2011

Die Esche / Ash im Keltischen Baumkreis

Genau genommen gehört die Zeit zwischen dem 18.Februar und dem 18.März der Traueresche / Weeping Ash (Fraxinus Excelsior Pendula). 
Landläufig ist uns eher die Esche (Fraxinus Excelsior) vertraut, wir kennen sie als ausdrucksstarken Einzelbaum. 

Die Esche gibt im Ogam Alphabet dem Buchstaben Nion seinen Namen. Nion symbolisiert durch die Verbindung von Sonne und Wasser die Wiedergeburt, den ewigen Kreislauf allen Lebens. In der keltischen Tradition hatte dieser Sonnenbaum Macht über das Wasser, der Eschenspeer galt als DAS Symbol für den Sonnenstrahl, der das Wasser der Erde befruchtet.

Die Esche ist also ein Kind des sonnendurchfluteten Wassers. Sie braucht tiefgründige, nährstoffreiche und feuchte Böden, nimmt mit großer Wurzelausdehnung Raum in der Erde ein und baut luftige gleichmäßig geformte Kronen, wo nach Möglichkeit jeder Zweig Raum für sich hat und noch Licht zum Boden durchlässt.
 

                            Foto: Eliane Zimmermann

Junge Bäume entwickeln schnell sehr lange Triebe, gewinnen rasch an Höhe. Eschen tolerieren salzige Luft, exponierte Lagen, selbst Luftverschmutzung macht ihnen nichts aus, wenn allerdings der Grundwasserspiegel fällt, können sie rasch absterben.
Kaum ein anderer Baum war den keltischen Druiden, aber auch anderen Völkern um die Zeitenwende so heilig wie die Esche. Mit den Eigenschaften ihres Holzes diente sie der Menschheit durch Jahrtausende und es verwundert nicht, dass sie diese herausragende Bedeutung hatte. 
Eschenholz ist hart, zäh, schwer, dabei aber sehr elastisch und splittert nicht. Es schwindet wenig, ist gut zu bearbeiten und es brennt auch frisch geschlägert gut. Man verwendete es für Werkzeugstiele, Kufen, Deichseln, Zäune, Ruder, Bootsrippen, Feuerquirl, Musikinstrumente und - Speere.


                         Foto: Eliane Zimmermann

In der "Schlacht der Bäume" heißt es nach Ranke Graves:

Grausam der Eschenbaum
Weicht keinen Fußbreit zur Seite
Direkt aufs Herz zielt er

In der Götter- und Symbolsprache spielte der Speer aus Eschenholz europaweit eine wichtige Rolle, hier schließt der Lichtspeer des Erzengel Michael noch an die speertragenden Sonnengötter alter Völker an, die stets mutig die dunklen Mächte bekämpften.
In Irland diente Eschenholz den Druiden unter anderem als Mittel, um das Wetter zu beeinflussen und Ertrinkende zu retten.
Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Kartoffelfäule zu einer großen Hungersnot führte, machten sich Millionen Iren auf nach Amerika. Die meisten hatten auf der Überfahrt in überladenen Schiffen einen Splitter diese Holzes bei sich. Es sollte sie vor dem Ertrinken bewahren.

Es fiel mir schwer, die Botschaft der Esche anzunehmen. Ich ging tagelang herum, ohne dass die Kommunikation mit ihr klare Formen bekam. Schließlich gab ich den offensichtlichen Widerstand auf und mit schneidender Klarheit stand die bittere Erkenntnis da.
Die klare Symbolik der Esche verlangt uns Entscheidungen ab, die nicht leicht fallen. Hier geht es um das Gleichgewicht zwischen oben und unten und darum, Verantwortung zu übernehmen.




Die Esche wächst bereitwillig, nicht Wachstum per se ist das Problem unserer Kultur und unserer Zeit, sondern dass wir den Boden unter den Füßen verlieren. Selbst mächtigste Eschen sterben ab, wenn die Versorgung in der Tiefe nicht mehr klappt. Wachstum um jeden Preis, Ausbeutung der Ressourcen, gut Leben auf dem Rücken von anderen Menschen, Vergiftung unserer Erde führt zwangsläufig zum Niedergang. Auch dann, wenn man noch so viel gehortet oder vorgesorgt haben sollte.
Seien es Menschen oder die Erde, wenn wir nicht begreifen, dass wir Menschen alle in demselben Boot sitzen und folglich das Schicksal Einiger immer mit dem aller Anderen zusammenhängt, kann keine Stabilität und keine Prosperität auf Dauer aufrechterhalten werden. Dazu muss wohl jeder von uns ehrlich sehen, auf welchen Grundlagen unsere Lebensführung steht und Verantwortung dafür übernehmen. Was heute im Arabischen Raum, in der Weltwirtschaft, in ökologischen Belangen geschieht ist auch mit unserem Leben, wie wir es führen verbunden. Hinschauen und bereit sein für Veränderung lautet der Auftrag.



Die Esche lehrt uns Fülle durch das Gleichgewicht der Kräfte. Nicht Linearität, sondern Denken in Kreisläufen ist das Gebot der Stunde. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt viel zu tun!

Diese Serie zum Keltischen Baumkreis erscheint auch im Irlandblog von Markus Bäuchle: Berichte von der Insel. Fast täglich. Der Journalist und Wanderer schreibt über Irland. Über aktuelle Ereignisse, interessante Hintergründe und Irland als Urlaubsland - und - er bietet auch  mehrmals jährlich Wanderwochen an.  Hier könnt ihr mehr über meine Erlebnisse dazu lesen. Selbstverständlich findet ihr alle Info dazu auf Markus´Blog.

Sonntag, 27. Februar 2011

Wind of Change

Zwanzig Jahre ist es her, dass das Lied "Wind of Change" der Scorpions  bekannt wurde. Als erfolgreichste Single des Jahres 1991 thematisierte es das Ende des Kalten Krieges und den Mauerfall.
 
Ganz offensichtlich erleben wir im Jahr 2011 abermals eine historische Wende unglaublichen Ausmaßes. Der "Wind der Wende" weht diesmal im Norden von Afrika und wird die Welt nachhaltig verändern.
 
The children of Tomorrow 
dream away in the wind of change.

Es ist der Traum einer neuen Generation. Viele riskieren ihr Leben für Freiheit, ein besseres Leben und demokratische Verhältnisse.




Damals wie heute berührt der Songtext und erzählt von diesem Traum der Kinder von Heute für eine bessere Welt von Morgen:

The wind of change
Blows straight into the face of time
Like a stormwind, that will ring
The freedom bell for peace of mind

The future´s in the air
I can feel it everywhere
Blowing with the wind of change.

                              HIER   
                              könnt ihr den Song auf Video sehen.



Es erschüttert mich, diesen Mut zu sehen, selbst wenn er aus Verzweiflung geboren sein mag. Ich bin mit meinem Herzen und guten Wünschen bei diesen Menschen, die von einem besseren Leben träumen und ich weiß mich damit nicht allein.
Morsche Gebäude stürzen ein. Bis neue Strukturen aufgebaut sind, braucht es Zeit. Es wird gelingen, davon bin ich zutiefst überzeugt.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...