Mittwoch, 11. August 2010

Starke Frauen

In loser Folge möchte ich der Frage nachgehen, was starke Frauen ausmacht.
Oder eigentlich, was sie nach meinem Empfinden ausmacht. Viele Aspekte können und müßen da einfließen und ich erhoffe mir davon - erraten - einen Gedankenaustausch. Vielleicht weicht ja mein Bild von dem anderer Frauen ab?
Vorschläge? Sehr gerne! Aber: bitte mit Augenzwinkern und weg von den ausgetretenen Meinungspfaden.
Schwer? Natürlich, aber einfach könnte schnell langweilig werden.


     Mädchen im Burggarten, Wien

Dieses Mädchen übt hingebungsvoll den Spagat, während sich ihre Mutter einen Espresso genehmigt.
Sie ist in Kontakt mit der Erde.
Was mag wohl auf dem Schild hinter ihr stehen?
Das rot ihrer Hose läßt den Blick zu ihren Füßen wandern. Nackte Füße in Kontakt mit der Erde. GEERDET SEIN.
Das rot der Hose weist auf die zwei Pole hin: Zwischen den eigenen Bedürfnissen und den der Mitmenschen den Spagat machen? In der Mitte bleiben. IN SICH RUHEN.
Ihr Blick: nach oben: Ein Dreieck entsteht, mit der eigenen INTUITION verbunden.
Eine Hand tastet sich vor und erkundet die Möglichkeiten: UMSICHT und MUT, weiterzukommen.

Dienstag, 10. August 2010

Morgennebel

Manchmal liegt am Morgen Nebel da. Es ist unklar, woher er kommt.

      Sommermorgen am Weissensee

Wohin navigieren, auf welches Ziel halten? Oder: Noch ein wenig bleiben.

         Sommermorgen am Weissensee
  
Nebel ist wie noch ein wenig im Bett liegen bleiben, ganz bei sich selbst sein.
Die Erfahrung sagt, es lichtet sich bald, Vorfreude kitzelt ein wenig in der Magengrube.

Was, wenn Vieles möglich wird?

           Kiskunság, Ungarn
Dem Weg genau hier folgen, er ist nicht zufällig da.
Mit der Bewegung kommt die Sicherheit, der Anker ist immer dabei, tief innen.

                         Steuerrad auf einem historischen Segelschiff in Mystic Seaport, Neuengland

Das Steuerrad war die ganze Zeit da, es muss nicht dauernd gehalten werden, aber wenn, dann mit Leichtigkeit.

Dirndlspringen

Zuerst stellt sich die Frage, was davon zu halten ist. Ehrlich gesagt, wusste ich anfangs nicht, ob mich das zum Lachen oder eher zum Weinen bringen sollte. Zufällig an diesem Tag auch vor Ort, lasse ich mir diese Competition dann doch nicht entgehen.
Was veranlasst 30 gestandene Frauen und Mädchen im funkelnagelneuen Dirndl von einem Dreimeterbrett ins Wasser zu springen?


Kann so eine Performance unter Tradition, wie behauptet wurde, verbucht werden? Immerhin kommen die Teilnehmerinnen aus der näheren Umgebung der Therme Loipersdorf.

Sie geben alles, jeder Sprung wird schließlich von einer Jury bewertet, der Bewerb auf Radio Steiermark übertragen.

Glücklich gelandet und eindeutig nass, aber nicht nur sie. Wir Zuschauer stehen im Regen, es bleibt kein Auge, aber auch sonst nichts trocken. Die Sache beginnt Spaß zu machen.


Wer weiß, vielleicht springe ich nächstes Jahr auch, schon das Zuschauen hat etwas Befreiendes!
Dann aber heißt es: Üben! Gewonnen hat ein perfekt gesprungener Köpfler. Mein letzter Sprung vom Dreimeterbrett liegt doch Jahre zurück. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich dabei auch kein Dirndl an.

Montag, 9. August 2010

urSPRUNG Architektur

Ein paar Rundlinge, Seile und Know How - das ist alles, was gebraucht wird, um es sich auch unter freiem Himmel umweltfreundlich bequem zu machen. Eigentlich stimmt das ja nicht ganz, denn mit viel Fantasie und Ehrgeiz entstehen bei jedem Jamboree neue Kreationen!

Einfache Koch- und Essplätze, wie hier auf dem Bild finden sich an jeder Ecke und es wird dreimal am Tag gekocht.



Diese "Brücke" beherbergt auf der unteren und oberen Plattform eine Bar, hier lassen die Ranger/Rover den Abend ausklingen. Ehrlich gesagt, habe ich dort oben ein wenig die Luft angehalten! Andererseits steht die Konstruktion gestern, immerhin Tag 7, noch immer "felsenfest". Es bewegt sich nur alles bei jedem Schritt und natürlich nicht nur unter meinem. 


Der Aufgang erfolgt über eine aus Schalbrettern gelegte Rampe mit aufgenagelten Querleisten. Die obere Plattform ist für 20 Personen zugelassen. Die Besucher werden oben lediglich höflich aufgefordert " bitte nicht zu schaukeln". Hier ist wirklich konkret Eigenverantwortung gefragt.


Vom Hauptplatz kommend einfach nur ein wunderschönes Tor zu einem der Unterlager.

Tausende Freunde und Verwandte der teilnehmenden Pfadfinder erkundeten gestern am Besuchertag das Areal, das uns als Ortskundige nun seltsam fremd erscheint. Ja, es ist hier für kurze Zeit ein ganz eigenes Universum entstanden.

Dieser Aufbau zählt zu meinen Favoriten. Multifunktional auf drei Stockwerken und kleinstem Raum! Ganz unten die Tischplatte fürs gemeinsame kochen und die Mahlzeiten, darüber ein Schlafplatz in der Hängematte für den Mittagsschlaf. Im obersten Stock ein "Sofa" zum lesen, tratschen, Zeit vertreiben.


Auch diese Alternative zum Wiesenboden und Luftmatratze wird gerne in Anspruch genommen.

Wenn nicht Gewitter und ordentliche Regengüße für regelmäßige Abkühlung gesorgt hätten, wäre wohl auch diese "Gartendusche" mehr frequentiert worden. Mir gefällts sie jedenfalls sehr!


Wer diese Brücke gemeistert hat, legt im flotten Tempo auf einer Seilrolle hängend, etwa 50 Meter zwischen den Baumkronen über dem Wasser zurück.

Zum Schluss möchte ich noch eines der vielen Beispiele an nachhaltigem Handeln zeigen, Mülltrennung und gründliches Aufräumen am Ende des Großlagers gehören selbstverständlich dazu. Leave no trace wird allerdings nach sintflutartigen Regenfällen zu einer großen Herausforderung für die Wiesen. Es wird wohl einige Zeit vergehen, bis wirklich alle Spuren beseitigt sein werden.  
Die hier gemachten Erfahrungen in der Natur und in der Gemeinschaft werden das Leben der Kinder und Jugendlichen sicher nachhaltig und in vielfältig positiver Weise beeinflussen.

Siehe auch den Post urSprung vom 3. August

Sonntag, 8. August 2010

Die Eiben von Blarney Castle

Der siebente Tag jeden Monats ist einem Baum gewidmet.

Dieses Jahr Anfang Mai hatte ich beschlossen, nicht nur dann nach Blarney Castle zu fahren, wenn es regnete. Endlich hatte ich begriffen, dass es extra regnen musste, damit ich meine geliebten Bäume wieder besuchte, denn in den Jahren, nachdem ich sie kennengelernt hatte, war ich immer nur bei strömenden Regen unter ihren riesigen Kronen gestanden. Blarney Castle war in meinem Hinterkopf als Regenprogramm abgespeichert gewesen. Das letzte Mal hatte ich versprochen in jedem Fall wiederzukommen und, siehe da, heuer blitzte zeitweise die Sonne durch das gefiederte Laub.


Blarney Castle rangiert unter den "must see" in Irland und zieht vor allem Amerikaner auf der Suche nach ihren irischen Wurzeln an. Am Turm der Burg kann man den stone of eloquence küssen, um Beredsamkeit zu erlangen. Die Show funktioniert gut, allerdings nicht für mich, denn drei mächtige, alte Eiben riefen mich zu sich in den Park. In der Nähe von Eiben zu sein fühlt sich für mich immer ein wenig geheimnisvoll an, ob im Laxenburger Schlosspark oder anderswo. In Irland musste ich jedoch in der Nähe von Klöstern oder Schlößern nie lange nach ihnen suchen.

 

Näher betrachtet, erscheinen die Äste und Stämme, als wären sie aus einzelnen dicken Seilen zusammengedreht worden, manche wirken wie geflochten. Gegen Abend und besonders bei Regen schimmert die Rinde braun-violett. 

Angesichts dieser Baumgiganten saß ich nun da, kam mir ziemlich klein und unbedeutend vor, konnte mich nicht lösen. Ein unbestimmtes Gefühl veranlasste mich, noch zu bleiben. Als würden diese drei Riesen mit mir sprechen wollen. Leider taten sie es nicht in der Menschensprache, aber ich "hörte" sie immer deutlicher flüstern. Fragt mich nicht, WAS sie sagten, es waren keine Worte sondern Wellen, die mein Herz berührten.


Die neu errichteten Zäune zerstören den Hain leider optisch, der Atmosphäre an diesem Ort können sie nichts anhaben. 
Ach ja, ich wollte ja noch mal die Geschwister in Laxenburg besuchen, um ihnen zu flüstern, dass auch sie so alt werden mögen. Sie brauchen sich einfach nur Zeit lassen, der Rest geht fast von selbst.

Mittwoch, 4. August 2010

Paradies

Mit Wehmut denke ich an meinen Gemüsegarten im Vorjahr zurück. Viele Jahre wuchsen an derselben Stelle Paradeiserpflanzen. Dieses Jahr sollte das Beet mal eine kleine Paradeiseratempause bekommen.


In all den Jahren nützten wir das letzte Wochenende im April oder das erste im Mai, um nach Schiltern im südlichen Waldviertel zu fahren und im Schaugarten der Arche Noah unsere Pflanzen zu holen. Ein schöner Ausflug mit einem Stopp in Langenlois am Hauptplatz für eine ordentliche Portion Spargel.
Als ich eben die Fotos vom letzten Jahr heraussuchte, wollte ich es kaum glauben, denn diese Früchte konnte ich schon am 6. August ernten. Aus heuriger Sicht nach einem langen, kalten und nassen Frühjahr wäre das nicht leicht vorstellbar.

Die Sorte "Domenicas Pfarrgarten" bringt riesige, fast 500g schwere Früchte, wie das nächste Foto zeigt!


Verschiedenste Sorten haben schon den Weg in unseren Garten gefunden und manche sind zu Favoriten geworden.

An diesem Zweig hingen so viele Früchte, dass er abzureißen drohte, so musste ich mir etwas einfallen lassen. Die gelben Sorten haben nicht so viel Säure und ergänzen die roten sehr gut im Salat.

Das war vielleicht die witzigste Frucht, allerdings bekam sie nicht sehr viele Geschwister, vielleicht wollte sie ja auch nur nicht die Bewunderung mit vielen anderen teilen.


Das Schicksal vieler unserer Fleischparadeiser war es natürlich, im Topf zu landen und uns auch noch heute von Zeit zu Zeit zu erfreuen.

Ist das mit der Freude vielleicht der Grund dafür, dass im Ungarischen das Wort Paradeiser auch Himmel heißt, nämlich "paradicsom"  (paraditschom)?
Oder ist es, weil der Himmel aussieht wie ein Paradeiser?
Oder vielleicht, weil, wenn man zufällig beim Sterben einen Paradeiser isst, dann automatisch in den Himmel kommt?
Andererseits betrifft es ja nur die Ungarn, sonst müßte es auch in anderen Sprachen so heißen. Zugegeben: Ein bisschen auch die Österreicher, im Paradies sind ja nur mal eben zwei Buchstaben vertauscht.

Meine Folgerung: Manche Ungarn kommen beim Paradeiseressen in den siebenten Himmel, so wie bei manchen Österreichern die Liebe durch den Magen geht. Logisch oder?

Ein bisschen was Philosophisches muss schließlich auch mal in den Blog.

Dienstag, 3. August 2010

urSPRUNG

In unserem "Hauspark", dem Schlosspark Laxenburg herrscht für die nächsten zehn Tage ungewöhnliches Treiben. Die PfadfinderInnen Österreichs feiern dort ihr heuriges 100-jähriges Bestehen mit einem internationalen Großlager. 6600 Burschen und Mädchen aus 20 verschiedenen Ländern haben auf Wiesen hinter dem Bad bis hinüber zum großen Kinderspielplatz ihre Zelte und Jurten aufgestellt.


Diverse Aufbauten aus Rundlingen entstehen in den ersten Tagen. Die TeilnehmerInnen bauen Kochstellen und Essplätze.


3 Söhne, 1 "Schwiegertochter" und 2 Neffen von mir nehmen teil und so konnte ich es heute auch nicht lassen, mich eine wenig am Rande hineinzuschleichen, um ein paar Fotos zu machen.


Eine fröhliche und geschäftige Stimmung umgibt mich hier, am liebsten würde ich gleich mitmachen, allerdings unter der Vorraussetzung, wieder grade mal eben ein Kind zu sein. Eine Muskelzerrung, die mich die letzten drei Tage ziemlich blockiert hatte, scheint wie weggeblasen zu sein.

Auch der Pavillon, sonst eventuell noch schönes Ambiente für eine Hochzeitgesellschaft ist nun belagert.


Am kommenden Sonntag darf  man auch offiziell als Besucher das ganze Lagerareal erkunden und ein wenig Pfadfinderluft schnuppern, bis dahin wird  auch die letzte Laxenburger Gelse gesättigt im Unterholz schlafen. Apropos Unterholz: Das Reh, das ich vorige Woche noch in oben abgebildeter Wiese gesehen habe wird sich wohl nebst all seinen Schwestern und Brüdern und anderen Verwandten in die hintersten Winkel des Parks zurückgezogen haben. Dort wird man sie nicht einmal vom ansehnlich hohen Aussichtsturm entdecken.
 

Vorige Woche konnten wir seine Entstehung beobachten, leider wird er nach dem Lager wieder verschwinden, genau wie alle anderen kunstvollen Aufbauten.
Das urSPRUNG informiert auf einer umfangreichen Webseite, dort wird es viele Fotos geben, Videos und News. Siehe auch rechte Seitenleiste.

Zum Schluss noch ein kleiner Auszug aus dem urSPRUNG Lagersong:

Zurück zum Ursprung! – From the beginning)
Alle vereint – united we stand.
im Bande der Freundschaft, – For one hundred years
niemand geht allein. – no borders between the lands.
Gestern, heut’ und morgen. – From now on, forever,
und für alle Zeit – all the joy we share.
Wo uns’re Fahne weht:
“Allzeit bereit”!


Auch ich war mal Pfadfinderin, hier der Beweis:


Das Jahr wird nicht verraten, nur soviel: Ich war 11 und sitze ganz rechts vor unserem mit Eichenlaub geschmückten Zelt.

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