Sonntag, 1. November 2015

Winter bunt geträumt

Im Moment so dankbar für jeden Sonnenstrahl! Herbst verführt die Augen und knallt sie zu mit leuchten aber am nächsten Tag schon kann alles vorbei sein. Wenn wir das nicht wüssten, wir würden in den Himmel schaukeln, voller Übermut...



Mein liebster Sinneseindruck im Herbst ist der Geruch im Wald, da geht nichts drüber. Wenn das Laub mal ein paar Tage am Boden gefaulenzt hat sieht es gar nicht mehr lecker aus, aber es duftet so fein. Durch Landschaften streifen ist jetzt am schönsten...



Schon betörend, diese Farben! Golden, bronzen, die Bäumen scheinen zu lächeln, endlich die Last am loswerden und auch mal nackt sein dürfen. Bald...



Auch noch viel Grünes, es gab noch keinen Frost, keinen Schnee (hätte schon alles sein können). Würde mich in die Wiese legen wollen, ist dann doch schon Monat mit R, der Dritte in Folge und es wird noch fünf solche geben...



Und jedes Jahr denke ich, dass rosa, pink und karminrot jetzt nicht mehr passt. Die Rosen wollen es noch mal wissen, ein bisschen wenigstens. Da und dort blüht noch was und das ausdauernd, heizt ja nichts mehr drauf. Rosa zarte Blüten neben den tieforangen Früchten des Feuerdorns. Die Welt ist voller Widerspruch?! Muss man aushalten. Tja, ich scherze, wenn dann alles wieder verräumt und abgestorben ist und Tristesse ins Land gezogen ist, besuche ich all die Orte, die bunten in meinen Träumen. Alpträume kann es im Winter gar nie geben...




 

Freitag, 23. Oktober 2015

Einfach, wenn es gut ist

Erst vor einigen Wochen las ich Arno Gruens Buch: "Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden". Eines der besten Bücher in letzter Zeit. Ich will hier gar nicht auf den Inhalt eingehen, wer sich davon angesprochen fühlt findet im Nu genug Information im Netz. 

Mit Schlägen, Denkverboten und auch Denkgeboten aufgewachsen, beschäftigt mich das Thema Mitgefühl, Selbst- und Nächstenliebe leben zu können schon lange, wie überhaupt Menschen es schaffen können gut miteinander zu leben und auszukommen. Und wo die Ursachen liegen, dass und wenn sie es nicht schaffen, denn da liegt der Schlüssel für Veränderung zum besseren, friedvolleren, liebevolleren Leben miteinander. 

 

Unsere Vorfahren hatten Gewalterfahrungen von zwei Weltkriegen zu verarbeiten, ohne dass ihnen das lange Zeit oder gar nicht zugestanden und ohne dass ihnen geholfen worden war. Persönliche und kollektive traumatische Erfahrungen verschwinden nicht einfach, sie werden in verschiedener Art und Weise an die nächsten Generationen weitergegeben und müssen erst geheilt werden. Das Thema ist leider sehr aktuell und wir sind alle auf die eine oder andere Weise davon betroffen. Es geht auch nicht weg, wenn wir nicht hinschauen. Verstehen kann ein erster Schritt zu Heilung sein und Mitgefühl natürlich. Gewalt kann nie durch gewaltätige Antworten beseitigt werden, auch wenn Menschen sich immer wieder in dieser Strategie versuchen. 

 

Heute in der mittäglichen Nachrichtensendung ein ausufernder minutenlanger Bericht mit Interviews über einen Zusammenstoß eines Reisebusses mit einem LKW in Südfrankreich. Ich drehe nach einigen Minuten ab und frage mich zum wiederholten mal, warum wir uns mit Negativmeldungen zuschütten lassen. Wem hilft das und wer braucht diese Informationen? Was für ein Aufschwung an Prosperität und Veränderung hin zu einer besseren Welt würde es geben, wenn hauptsächlich Nachrichten über gelingende und gute Projekte (von denen es so viele auf der Welt gibt) verbreitet würden und Menschen das Gefühl bekommen, dass sich ihr Leben zum Guten wenden kann und sie Möglichkeiten suchen und finden können sich zu beteiligen und einen wichtigen Platz in der Welt zu haben?! Das ist keine Träumerei, das ist eine klare Absage an alle, die posaunen, dass die Welt nur durch Gier und Wettbewerb am laufen gehalten werden kann. So gut ist sie ja durch diese Strategien nicht geworden...

 

 

Ein kurzer Nachruf zu Arno Gruens Tod aus dem Standard, einer österreichischen Tagszeitung vom 22. Oktober:

Der Psychoanalytiker, Psychologe und Buchautor Arno Gruen ist am Dienstag im Alter von 92 Jahren in Zürich gestorben. Das teilte sein Verlag Klett-Cotta am Mittwoch mit.1923 in Berlin geboren, emigrierte Gruen 1936 mit seiner jüdischen Familie in die USA. Nach dem Studium der Psychologie leitete er ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie.Von 1979 an lebte und praktizierte Gruen in der Schweiz. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich mit den psychologischen Ursachen von Gewalt und Fremdenhass, mit den Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. Für "Der Fremde in uns" erhielt er im Jahr 2001 den Geschwister-Scholl-Preis.Bis zuletzt befasste sich Gruen mit gesellschaftspolitischen Themen, so in seinem dieses Jahr erschienenen Buch "Wider den Terrorismus", in dem er sich unter anderem mit den Anschlägen in Frankreich auseinandersetzte. Bis vor wenigen Wochen arbeitete er an seinem neuen Buch: "Wider die kalte Vernunft", eine fundamentale Kritik der abstrakten Rationalisierung, soll nach Angaben des Verlags im Jänner 2016 erscheinen.

 

  "Sich auf die eigene Empathie verlassen

Gruen beschreibt unsere Zivilisation als eine, in der Menschlichkeit schwer überdauert. Überspitzt und düster gesagt: Wir kommen als Menschen auf die Welt und verlernen die Menschlichkeit systematisch. Erziehung besteht genau in diesem Verlust. Darin, dass unsere zutiefst menschlichen Reflexe nicht mehr funktionieren, sondern geregelt und systematisch unterdrückt werden, bis sie vielleicht irgendwann ganz ausgemerzt sind. Zivilisation ist der Weg zur Unmenschlichkeit. Aber Gruen wäre nicht Gruen, wenn er das stehenliesse. Wie geht also Menschsein? Für Gruen ganz einfach: Sich auf seine Empathie verlassen. Auf sein Gefühl. Auf diese Fähigkeit, die alle Menschen in den ersten zwei Lebensjahren haben, nämlich an den Gesichtszügen des Gegenübers zu erkennen, wie es diesem Menschen geht. Und eine Resonanz zu entwickeln."
Aus einem anderen Nachruf für Arno Gruen 



Ich hatte in den letzten Tagen mit einer Bronchitis zu kämpfen, gerade als wir für ein paar Tage ans Meer gefahren waren. Ein paar Tage Sonne, Entspannung und Nachspüren, was wichtig ist. Es tat mir gut ins Wasser zu schauen, am Wasser entlang zu gehen und zu spüren, dass das Leben einfach ist, wenn es gut ist. Ein bisschen mit den schwarz/weiß Einstellungen der Kamera spielen und wie sich herausstellte, passte das zur Nachricht vom Tod eines Menschen, der mich durch seine Worte sehr zu beeindrucken und bewegen vermag...

 

Dienstag, 13. Oktober 2015

Von Bäumen begleitet / 15

In dieser Folge zur Serie schlagen wir wieder ein trauriges Kapitel auf, erst kürzlich war am Beispiel der Ulme von Baumsterben die Rede. Ich bin in keiner Weise Expertin für Bäume, es ist nur die Liebe und daher vielleicht eine etwas genauere Beobachtung da, unterstützt durch die Leidenschaft möglichst viel Schönes mit der Kamera festzuhalten. 

Zunächst ein Foto von unserem Garten im Frühling, die Eschen im Hintergrund sind auch auf dem Bild, hat sich so ergeben. Als ich das erste Mal vom Eschensterben gelesen hatte schaute ich genau hin und siehe da, man konnte es mehr als genau erkennen, die Kronen der beiden Bäume im Hintergrund sind schütter, manche Zweige bereits im Frühsommer blattlos! Ich hatte das zwar schon bemerkt, dem aber keine Bedeutung beigemessen. Eschen galten bei uns bisher als Bäume die überall wachsen, eher lästig sind, weil sie überall keimen und in die Höhe schießen, auch dort wo man sie nicht haben will. Hier auf der anderen Seite des Baches machten sie uns Richtung Süden oft mehr Schatten als uns lieb war.
 


Der Tod kommt schleichend aber unerbittlich lese ich in einem Artikel aus der Zeit online (bei Interesse hier nachzulesen ) mit einem Pilz, dessen Sporen mit dem Wind übertragen werden und dem die Bäume kaum etwas entgegenzusetzen haben. Die einst sehr dichtlaubige und hohe Esche am Bachrand muss geschnitten werden, es hilft nix...


Ich dachte noch, dass dieses Übel vielleicht nicht so weit verbreitet wäre, aber auch in Dänemark und auf den Britischen Inseln sterben viele Eschen. Auf dem Bild unten deutlich an einem stattlichen Exemplar in Bantry House and Gardens zu erkennen. Erst vor Kurzem fiel die riesige Blutbuche in der Nähe dem Hallimasch zum Opfer, jetzt geht es auch dieser ehemals schönen Esche an den Kragen. Der Gärtner, den ich daraufhin ansprach wusste sofort wovon ich redete...



Wie gesagt, ich bin Laie und kann die Dinge nicht wirklich fachlich beurteilen und hoffe sehr, dass in dieser Sache noch nicht alles verloren ist! 
Wenn man von solch einer Bedrohung weiß geht man mit ganz anderen Augen durch die Welt, jedenfalls freue ich mich jedesmal, wenn ich eine für mein Dafürhalten gesunde Esche entdecken kann! Dieser Allerweltsbaum - heißt in unseren Breiten sehr sehr häufig vorkommende Baum - könnte mit seinem Verschwinden eine große Lücke in die Landschaft reißen!

In den letzten beiden Bildern seht ihr die schönste Esche der ich dieses Jahr begegnet bin. Sie steht vor dem Heinrich Schliemann Museum in Ankershagen auf der Mecklenburgischen Seenplatte.



Ein mächtiger Baum, dessen Zweige auf einer Seite bis zum Boden reichen. Wie schön ist es, wenn man Bäumen genug Platz zugesteht, sodass sie sich ausbreiten dürfen und ihre ganze Pracht entfalten können. Da müssen über viele Generationen von Einwohnern mitspielen, dem Baum Raum lassen, ihn pflegen und ihn als Bereicherung empfinden. Hier war das ganz offensichtlich der Fall. 
Links im Bild befindet sich das Geburtshaus von Heinrich Schliemann. Er gilt als ein Pionier und Wegbereiter der Feldarchäologie und als Entdecker von Troja. Hier der Link zur Seite in Ankershagen, auf der die Esche nicht erwähnt ist und doch muss sie schon während der Kindheit Schliemanns am Anfang des 19. Jahrhunderts ein großer Baum gewesen sein. Ein besonderer Baum, dessen Größe und Schönheit so gut zur Geltung kommt, weil man ihn von weiter weg betrachten kann und die Sicht nicht versperrt ist. Wie schön wäre es, wenn solch besondere Bäume systematisch kartiert würden und auch in Fremdenverkehrsprospekten erwähnt würden! Wenn es sie nicht mehr gibt, fehlt etwas Wichtiges, das ist sicher. Ob wir Menschen Bäumen etwas entgegenzusetzen hätten was besser wäre? Ich bezweifle das und denke wir sollten um jeden Baum kämpfen, ihn ehren und bewusst wahrnehmen, wieviel Schönheit er in die Welt zu bringen vermag.



Hier gehts zu den früheren Folgen dieser Serie. Zuletzt kamen Ulmen ins Bild, einige der Fotos in der Folge 14 entstanden ganz in der Nähe der Esche von Ankershagen.

  

Samstag, 10. Oktober 2015

Alte Weisheit zwischen Honigtöpfen

Schon wieder ein Drittel vom Oktober vergangen. Klingt nach platten Satz, aber ich empfinde mein Leben im Moment als so vielfältig und fließend, dass nicht einmal bedauernde Gedanken und Gefühle über das Beginnen der kälteren Jahreshälfte Eingang in mein Bewusstsein finden. Hier im Blog gähnende Leere, die von Fülle im echten Leben spricht. Was auswählen, worüber schreiben, das dann später als Referenz für mein Leben heute hier und jetzt Auskunft geben würde?! Lassen wir also diese Überforderung. Denn das ist sie. Ich fühle mich verändert und es ist ein gutes Gefühl.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass nach außen Vieles gleich geblieben zu sein scheint. Dann auch wieder nicht. Eine Menge altes Zeug hat das Haus verlassen. Was ich teilweise Jahrzehnte nicht geschafft hatte (irgendeine oder mehrere innere Sperren waren wohl wirksam) ergibt sich in diesen Wochen mit Leichtigkeit. 



An die 5555 Tage plus oder minus, wer vermerkt schon das Datum eines Schuhkaufes, trug ich diese Schuhe zuhause. Obwohl hier im Blog sehr viel von Reisen die Rede ist, verbringe ich den weitaus größten Teil meines Lebens innerhalb unserer vier Wände, da sich auch mein Arbeitsplatz hier befindet. All die Jahre in ein und demselben Paar Schuhen an meinen Füßen. Als ich in einem Katalog das gleiche Modell sah wurde mir erst bewusst, wie lange ich dieses Paar schon trage. Sag noch einer, dass es in dieser Zeit keine Qualität zu kaufen gäbe! Nun aber war es Zeit für neue (alte) Schuhe! Nach dem Motto: Never change a winning team :-)



Im Wohnzimmer entsteht gerade eine ganz andere Stimmung, neue und alte Bilder anders gerahmt und zusammengestellt. Vor der Haustüre blüht mein Rosmarin zum zweiten Mal in diesem Jahr...



Sommergeschmack hereingeholt vor ein paar Tagen, als Kälte angekündigt war, die dann vorerst doch nicht kam. Jetzt reifen die Tomaten in der warmen Küche noch ein wenig nach. 



Im Garten blüht Katzenminze als Teppich und hier im Gemüsebeet nutzte Basilikum seine Chance, als klar war, dass ich die Blüten nicht abzupfen würde und das bereits seit etwa 5 Monaten ausdauernd. Die Bienen lieben diese winzigen Blüten, die sie auch jetzt im Herbst noch mit bestem Futter versorgen. Gott gebe uns einen späten ersten Frost (Basilikum verträgt ihn ganz und gar nicht)! Es sind nur zwei Pflanzen der rotblättrigen Sorte, die in der kompostgedüngten Erde alles rundum unter sich begraben haben, einschließlich einiger Paprikapflanzen.



Sohn hat wochenlang täglich gerührt, nun ist der wunderbare Cremehonig abgefüllt. Ich war nie so der Honiggfan, jetzt genieße ich jeden Tag einen Teelöffel voll. Ich bin dankbar dafür, er schmeckt einfach köstlich! 



Und nun schwärme ich tatsächlich von der Schönheit des alltäglichen Lebens, von den kleinen Freuden des Alltags. Was ist mit mir geschehen?! Könnte es sein, dass ich ein wenig mehr in mir selbst angekommen bin? Mich weniger auf der Suche und zerrissen fühle? So etwas in der Art kann, muss es wohl sein. 

Vor ziemlich genau zwanzig Jahren habe ich mich intensiv auf die Suche gemacht und seither nie aufgehört herausfinden zu wollen wozu ich in dieses Leben gestellt bin. Sinn meines Lebens? Welche Aufgaben, die ich mir stellte oder die mir das Schicksal aufgab? Herausforderungen, die geschafft zu haben mir ein gutes Gefühl geben. Selbst wenn das, was mir viel abverlangt hat anderen belanglos vorkommen könnte, was macht das schon. Wir sind alle in unserem eigenen Universum unterwegs. Je besser wir es kennen und lieben, umso besser werden wir andere Universen um uns herum verstehen und lieben können. Alte Weisheit und doch so wahr....


Freitag, 25. September 2015

Aus- und Innenzeiten

Tag- und Nachtgleiche, eine Zeit der Balance und des Gleichgewichts. Es sind nur drei Tage oder auch nur einer, aber die Botschaft fühlt sich immer wieder erleichternd an. Wenn ich vergessen habe, woran diese Tage mich erinnern, dann gehe ich zurück in das Gefühl das ich als Kind hatte, wenn wir es geschafft hatten die Schaukel auf gleicher Höhe eine kleine Weile zu halten. Die Dynamik in diesem Zustand kann ich abrufen. Wir kreischten vor Aufregung, wenn wir spürten, dass es unwiederbringlich hinauf oder hinab ging, wenn wir das Gleichgewicht nicht mehr halten konnten, bis wir es wieder und wieder versuchten. 

 

Es liegt eine große Weisheit immer wieder in diesen Zustand einzutauchen. Eine wache, aber entspannte Konzentration auf die Balance im Leben, im Alltag, in Allem was wir tun. Das musste ich mir erst erarbeiten (und muss es noch zu Zeiten). Viel zu sehr wirkten die Vorbilder der Generationen vor mir mit ihrem starken Fokus auf das Tätigsein. Als Kind schaute ich aus dem Fenster wenn ich mich verloren hatte, das half immer. Auch in der Schule (manche Lehrer mochten das gar nicht, weil sie sich selbst nicht mehr erinnerten wie es einmal auch für sie war). In Wirklichkeit sind es kleine kostbare Momente der Meditation, des Innehaltens und Versinkens in sich Selbst und gleichzeitig ins Große Ganze.



Spielen, träumen, in die Luft schauen, einfach nur Sein fällt mir immer noch zu manchen Zeiten schwer. Aber gerade darin liegt das Geheimnis das Leben voll auskosten zu können. Ausschalten des Autopiloten oder aussteigen aus dem Hamsterrad. Manchmal genügen auch nur ganz kurze Zeiten des Ausklinkens aus dem Tätigsein, um eine neue Perspektive zu bekommen oder sich anders zu fühlen. 



Vielleicht sind ja gerade diese kurzen Aus-Zeiten besonders effektiv und wahrscheinlich besonders dann, wenn man spürt, dass "es" gerade soweit ist. JETZT - in diesem Moment und dem Impuls nachgibt. Unser Körper oder abdriftende Gedanken geben uns sowieso Hinweise, das Bedürfnis nach einer Entspannung und Entkoppelung wahrzunehmen.



Jetzt mit Beginn des Herbstes scheint die Sonne am Morgen wieder direkt ins Badezimmerfenster. Ich stehe da, schließe die Augen, fühle die Wärme der Strahlen und mein ganzer Körper füllt sich mit gelben Licht. Mein Lebensgefühl verändert sich in Sekunden...



Ich will noch mehr im JETZT verweilen...ob mit oder ohne Sonne, Meereswellen, Gras oder Sand, ganz egal. In mir ist alles da, gespeichert aus unzähligen Erfahrungen mit den balancegebenden Kräften von Mutter Erde und dem Universum, dessen Teil wir alle sind...


Mittwoch, 23. September 2015

Von Bäumen begleitet / 14

In früheren Beiträgen dieses Monats gab es schon die ersten Andeutungen, jetzt folgen Bilder von meinen Erlebnissen mit Bäumen im August auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Da schlägt jedes Baumfreundes Herz Purzelbäume! Besonders erfreuten mich zwei Begegnungen mit Ulmen. Wer sich mit Bäumen beschäftigt weiß, dass diese Baumart in der europäischen Landschaft stilgebend war, bis dahin, wo das große Ulmensterben begann, immerhin schon vor etwa hundert Jahren!



Die erste Überraschung gab es, als ich auf der Wanderkarte im Areal des Müritzer Nationalparks las: "Ulmenallee". So machten wir uns also auf den Weg, nicht wissend, ob es diese Allee überhaupt noch gibt. Einheimische die wir befragten, konnten uns keine Auskunft geben und so mussten wir ein wenig suchen bis wir schließlich fündig wurden. Von der ehemals einige Kilometer langen Allee (wenn die Angaben auf der Karte stimmen) ist nur mehr ein kleiner Abschnitt erhalten, hier führt ein idyllischer Radweg durch.



Bei einer Recherche in weltweiten Netz stieß ich auf einen lesenswerten Artikel  aus "Die Zeit", in der die Zusammenhänge des Ulmensterbens sehr gut beschrieben sind. Der Artikel ist aus dem Jahr 1982!, seither ist nicht viel zum Thema zu finden. Es verschwindet, wie die Ulmen selbst langsam aus unserem Bewusstsein. Zwar sollen junge Bäume noch nicht gefährdet sein und sich relativ früh reproduzieren können, die erwartete kurze Lebensdauer macht diese Baumart wahrscheinlich zu unattraktiv um sie im großen Stil zu pflanzen.



Auch auf diesen Bäumen gab es im August schon gelbe Blätter, ein Indiz für das Schadbild, es ist also durchaus möglich, dass auch der letzte Rest dieser wunderschönen Allee bald der Vergangenheit angehört. 

Es liegt eine Stille in der Landschaft. Kein Verkehr, der leichte Wind lässt das Gras auf diese ihm eigene, mir aus Kindertagen vertraute Art summen, die entsteht wenn die vielen langen Halme gegeneinander stoßen. Auch die Blätter der Bäume rascheln sanft, hie und da eine Fliege oder ein anderes Insekt. Ein feines Naturkonzert, das augenblicklich entspannt und eine Trance auslösen könnte, würde ich mich hier hinsetzen und einfach nur auf alles rundherum vergessen.





Am Ende der Allee finden wir diese Infotafel, einfach genial. In mir keimt die Idee, bei uns zuhause am Bach eine Ulme zu pflanzen. Ich habe mich verliebt...



Nun aber zur richtig alten Ulme, auch sie finden wir über einen Eintrag in der Wanderkarte. Hier fährt man mit dem Rad, die Landschaft ist flach, vielleicht ein wenig eintönig (nicht für mich), um sich zu Fuß die Gegend zu erschließen. So gehen wir etwa eine Stunde an Feldern entlang, dann im einen Eichen und Kiefernwald, bis wir dieses Schild entdecken.


Und das steht die von allen Schadpilzen und Käfern übersehene Pracht von einem Baum, der allerdings schon deutlich seinem Verfall entgegengeht. Ein Zauberbaum, auf einer Seite geschützt von einer Düne, im Schatten einer riesigen Buche, von Kiefern umgeben, also mitten im Wald.
Es hat nun ein wenig zu tröpfeln begonnen, dementsprechend schlecht ist das Licht, die Fotos geben hoffentlich trotzdem die Stimmung wider...



Was für ein charaktervoller Baum!


Von dieser Seite sieht man die Breite des Stammes, diese Ulme hat viele hundert Jahre auf dem Holz (leider findet sich kein Hinweis auf ihr Alter). Was sie wohl schon alles erlebt hat? Da geht die Fantasie schon wieder mit mir durch. Vielleicht haben sich hier unter der Ulme zwei Menschen die ewige Treue geschworen, oder einander verflucht, vielleicht wurde hier ein Kind geboren oder weggelegt? Vielleicht ein Vertrag geschlossen und vieles andere mehr...



Noch ein Blick in die Krone, ich stehe auf der Düne, von hier kann man fast in das Kronendach greifen. Ein ganz eigenartige Stimmung, ehrfurchtgebietend und zum Innehalten anstiftend liegt in der Luft...


Hier findet ihr einen Hinweis auf die alte Ulme in der Nähe des Amalienhofes. So viel Freude haben diese Bäume in mir ausgelöst und nicht nur diese....

Hier findet ihr alle 13 bisher erschienen Beiträge zur Serie





Samstag, 19. September 2015

Jeder Mensch zieht Kreise...

...und verbindet sich mit den Kreisen anderer.

Bevor hier wieder meine geliebten Bäume ins Bild kommen ein paar tagesaktuelle Gedanken. In diesen Tagen und Wochen liegt so viel Veränderung in der Luft (und nicht nur da). Wir alle fühlen, wie sehr wir gefordert sind uns mit allem Möglichen auseinanderzusetzen und das alles neben unserem normalen Leben, das ja in den meisten Fällen schon nicht langweilig dahinplätschert. Können oder müssen wir uns mit globalen Entwicklungen beschäftigen, müssen wir uns Dinge, die im "Außen" passieren zur Agenda machen? Oder wollen wir einfach so weitermachen wie bisher und abwarten bis sich alles wieder von selbst so einstellt wie wir es erhoffen?



Neuere Forschungsergebnisse bringen den Beweis (wenn wir es nicht schon vorher geahnt oder gewusst haben) dass wir alle miteinander verbunden sind und einander in kaum geahnter Weise gegenseitig beeinflussen und aufeinander einwirken, da muss nicht einmal ein Wort gefallen sein, es genügt die Summe unserer Einstellungen und Überzeugungen, unsere Art, wie wir die Welt sehen und uns in ihr bewegen. Viel mehr als wir ahnen teilt sich mit, ob wir wollen oder nicht.


Es ist also nicht egal, was wir denken, was wir fühlen, was für Entscheidungen wir treffen und letztlich was wir tun. Gegen die landläufige Meinung dass es hauptsächlich auf das Tun ankommt setzt sich langsam, aber stetig das Wissen darüber durch darauf zu schauen, wer und wie wir sind. Unser Selbstverständnis, unsere Sicht auf uns selbst und auf die Welt ist nicht egal. Ob wir zum Frieden fähig sind, hängt nicht von unserer entschlossenen Kampfeskraft (für Frieden in der Welt) ab, sondern davon, wie viel Frieden wir in uns selbst schaffen können. Jedem einzelnen Ereignis und Menschen in unserem Leben gegenüber, sei es in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft. An der Arbeit am inneren Frieden führt kein Weg vorbei, wenn wir ernsthaft Frieden in der Welt schaffen wollen! 



Aktueller Anlass für diese Zeilen ist dieses Wochenende zur Tag- und Nachtgleiche, an dem weltweit viele Gruppen zu globalen Meditationen für den Frieden aufrufen. Man muss nur diesen Suchbegriff im weltweiten Netz eingeben und schon bekommt man jede Menge Informationen. 

Sich Zeit nehmen, bequem hinsetzen, entspannen, einstimmen, mit der Quelle verbinden und mit den vielen Menschen rund um den Erdball die nichts sehnlicher wünschen als in Frieden zu leben. Es sind mehr, weit mehr als jene, die Aufruhr und Kriege fördern und initiieren. Es ist keine Frage des Glaubens, denn es gibt Beweise für die Wirksamkeit solcher Anstrengungen. Darüber hinaus vertrauen, dass unsere Arbeit ihre Wirkung entfaltet und tun, was sich anbietet zu tun. Ohne Druck und Zwang und Angst, mit Liebe und Mitgefühl. Die bestmögliche Version unserer Selbst kann gelebt werden, wir beginnen beim Naheliegendsten und gehen weiter....

Falls du bis hierher durchgehalten hast, möchte ich mich bei dir bedanken! Wir treffen einander vielleicht beim Weltmeditationstag 2015 zum Beispiel hier...

Und noch etwas: Aufmerksamkeit lenkt Energie (das was sich zu verwirklichen vorbereitet). Wenn wir uns darauf konzentrieren, was schlecht ist, geben wir etwas Aufmerksamkeit und Raum, was wir eigentlich nicht wollen und ziehen es in unsere Realität. Ein kritischer Blick auf die tägliche Informationsflut über die Medien ist dabei hilfreich!! 
Halten wir uns daran, was wir in der Welt sehen wollen, erleichtern wir das Werden einer besseren Welt....


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