Es liegt eine große Weisheit immer wieder in diesen Zustand einzutauchen. Eine wache, aber entspannte Konzentration auf die Balance im Leben, im Alltag, in Allem was wir tun. Das musste ich mir erst erarbeiten (und muss es noch zu Zeiten). Viel zu sehr wirkten die Vorbilder der Generationen vor mir mit ihrem starken Fokus auf das Tätigsein. Als Kind schaute ich aus dem Fenster wenn ich mich verloren hatte, das half immer. Auch in der Schule (manche Lehrer mochten das gar nicht, weil sie sich selbst nicht mehr erinnerten wie es einmal auch für sie war). In Wirklichkeit sind es kleine kostbare Momente der Meditation, des Innehaltens und Versinkens in sich Selbst und gleichzeitig ins Große Ganze.
Spielen, träumen, in die Luft schauen, einfach nur Sein fällt mir immer noch zu manchen Zeiten schwer. Aber gerade darin liegt das Geheimnis das Leben voll auskosten zu können. Ausschalten des Autopiloten oder aussteigen aus dem Hamsterrad. Manchmal genügen auch nur ganz kurze Zeiten des Ausklinkens aus dem Tätigsein, um eine neue Perspektive zu bekommen oder sich anders zu fühlen.
Vielleicht sind ja gerade diese kurzen Aus-Zeiten besonders effektiv und wahrscheinlich besonders dann, wenn man spürt, dass "es" gerade soweit ist. JETZT - in diesem Moment und dem Impuls nachgibt. Unser Körper oder abdriftende Gedanken geben uns sowieso Hinweise, das Bedürfnis nach einer Entspannung und Entkoppelung wahrzunehmen.
Jetzt mit Beginn des Herbstes scheint die Sonne am Morgen wieder direkt ins Badezimmerfenster. Ich stehe da, schließe die Augen, fühle die Wärme der Strahlen und mein ganzer Körper füllt sich mit gelben Licht. Mein Lebensgefühl verändert sich in Sekunden...
Ich will noch mehr im JETZT verweilen...ob mit oder ohne Sonne, Meereswellen, Gras oder Sand, ganz egal. In mir ist alles da, gespeichert aus unzähligen Erfahrungen mit den balancegebenden Kräften von Mutter Erde und dem Universum, dessen Teil wir alle sind...