Montag, 25. April 2011

Unsere Alten

Man sieht es ihr von der Ferne nicht unbedingt an, aber unsere Apfelbaumdame hat schon recht viele Jahre auf ihrer Krone. Vor vielen Jahren von mir ziemlich unsachgemäß geschnitten hat sie viele Wassertriebe geschossen. Einige Zeit davor waren ihre Äste auf einer Seite gekappt worden, sie waren beim Hausbau im Weg. Letzten Herbst hämmerten Spechte verdächtig oft an ihrem Stamm und ich fürchte, sie könnte eines Tages aufgeben und in den Apfelbaumhimmel eingehen. Ist es meine Liebe zu ihr oder ihr Wille zu leben und alles zu geben, ich weiß es nicht. 



Aber seht selbst, sie hat sich wieder eine annähernd passable Krone gebaut, allen Krankheiten getrotzt und versorgt uns alle zwei Jahre mit Unmengen von Winteräpfeln einer alten Sorte, festes helles Fleisch, leicht säuerlich, lange lagerfähig. Ihre diesjährige Blüte währte fast ewig und sie bekam tagelang ein Orchester von Brummern und Summern zu Besuch. Wir machen eigentlich gar nichts für sie, außer dass wir sie bewundern, im Moment täglich mehrmals. Schneiden habe ich jedenfalls aufgegeben, sie soll wachsen, wie sie mag, das hat sie sich schon lang verdient.

Auch scheint sie den benachbarten Kirschbaum zu mögen, ihre Krone verlagert sich mehr und mehr zu ihm, obwohl dieser nördlich zu ihr steht. Sind sie nicht ein schönes Paar, diese beiden Alten?

Sonntag, 24. April 2011

Alles hat seine Zeit

Dieser Tage hält es mich kaum im Haus, wie sicher viele von euch, wenn der Frühling auch bei euch sich von seiner schönsten Seite zeigt. Ein herrlicher Sonntag geht gerade dem Abend entgegen und ich mag euch ein Bild zeigen, das ich heute aufgenommen habe. Dieser Frühling schwelgt in verschwenderischer Fülle. Alles wächst und blüht üppig.

Alle Fotos sind im Laxenburger Schlosspark südlich von Wien aufgenommen

Während ich nun hier sitze und schreibe schlägt gerade das Wetter um. Wind kommt auf, Wolken schieben sich vor die Sonne und es wird wahrscheinlich auch bei uns etwas regnen. Die Natur freut´s sicherlich und mich freut es auch!



Alles hat seine Zeit und jetzt fällt es mir besonders leicht, das zu nehmen, was gerade ist.


Samstag, 23. April 2011

Osternest

Ordnung die wir nicht als solche erkennen nennen wir gewöhnlich Chaos.



Dieses Chaos hört auf den Namen Nest und ist mein Lieblingsbild für dieses Wochenende. Ich liebe Chaos, das erst aufgedröselt werden muss, um zu erkennen welchen Namen die Ordnung hat.

Zu keiner anderen Zeit als gerade jetzt tut sich laufend so viel Neues auf. Um das wahrzunehmen braucht es ein Nest aus Bereitschaft in uns, gebildet aus einzelnen Zeitsträngen des langsamer werdens und sich ein-lassens.

So wünsche ich euch allen ein schönes Osterwochenende und allen LeserInnen ein Nestchen mit Freude, wie immer die Eier darinnen aussehen mögen.

Mittwoch, 20. April 2011

Ei-ertanz in Wien

Ei, ei. K-ei-n Weg führt zu Ostern hier vorb-ei. Vor Weihnachten beherrschen auf der Fr-ey-ung in Wien Punschstandln und Kunsthandwerk die Szene. Im Frühjahr stoppt jeder Ei-lige seine Schritte für den ei-nen oder anderen Ei-ertanz.


F-ei-ne Muster und Bordüren, für jeden Geschmack ist ei-ne kl-ei-ne Freude dab-ei.


Wienerisches, Österliches, Frühlingshaftes, Zartes, es wird fl-ei-ßig ei-ngekauft. Ei-n paar Zw-ei-ge in die Vase, Ei-er draufgehängt und schon ist Osterstimmung in die vier Wänder gezaubert. G-ei-ge oder Tupfen, egal, denn ohne Ei ist Ostern nicht vorstellbar.


Ich habe mir heute welche gel-ei-stet, sie haben mich angelacht und wollten unbedingt mit. Ein herrlicher Frühlingstag verl-ei-tete uns zu ei-ner kl-ei-nen R-ei-se nach Wien und ei-nem Ei-s. Lecker, Schoko, m-ei-ne Lieblingssorte.



Hasen rennen b-ei uns jetzt überall auf den Feldern herum und versammeln sich dann auf unzähligen Ei-ern.




In jungen Jahren, als ich noch viel Z-ei-t hatte, bemalte ich auch sehr gerne Ei-er. Ei-n großer Vort-ei-l dab-ei war, dass m-ei-ne Mutter nach unseren Ausblaseaktionen ei-ne ganze Menge Ei-Inneres übrig hatte und notgedrungen Kuchen und Omlett, K-ai-serschmarren oder Palatschinken machen musste. 

Im Laufe der Jahre hab ich Holz-ei-er, Keramik-ei-er, Filz-ei-er und noch so manch anderes ei-förmiges gesammelt. Ich mag diese Form, sie ist ei-nfach durch und durch w-ei-blich. Nicht wahr? Morgen probiere ich ei-ne ei-förmige Bisquitroulade, soviel Ei macht ei-nfach Ei-nfälle.

Montag, 18. April 2011

Osterüberraschung

Wenn die ausladenden Blätter der Funkien die welken gelb gewordenen Blätter der Tulpen abdecken, sind diese in der Regel für meine Aufmerksamkeit verloren. Überall im Garten schreit es nach Arbeit, die dringlicher scheint, als endlich einmal die Zwiebeln meiner Lieblingsblumen auszugraben, zu sichten und bis zum Herbst rasten zu lassen. Dann im Herbst weiß ich längst nicht mehr, wo genau sie ihrem Sommerschlaf frönten, oder vielleicht schon von den zahlreichen Mäusen entdeckt und als Delikatesse verspeist worden sind.



So ist meine Freude im Frühjahr besonders groß, wenn erstens überhaupt Tulpen aus der Erde gucken und zweitens es auch bis zur Blüte schaffen, ohne vorher von irgendeinem Tier im Ansatz abgebissen zu werden.
Diese Tulpen hab ich vor mittlerweile sicher fünf oder sechs Jahren als rein rote gekauft und so kamen sie auch im ersten April zum Vorschein. Mittlerweile lässt Darwin grüßen. Wie ein Vexierbild stehen diese beiden Schwestern da und ich bin besonders deswegen entzückt, weil die Natur diesmal meine Nachlässigkeit belohnt hat.



Eine kurze Zeitspanne noch ist Tulpenzeit und ich genieße sie nicht zuletzt wegen dieser anmutigen Kreuzung. Die Fotos sind von heute. Es sind auch noch nicht alle aufgeblüht, es gibt noch einige Knospen. 
Gerade richtig zur Osterwoche präsentieren sie sich in leuchtend bunten Eierfarben. 



Mal sehen, ob noch andere leichte Variationen bei den anderen Blüten entstehen. Solche Überraschungen machen richtig Freude!



Eines habe ich aber jetzt schon beschlossen: Ich werde sie wieder in Ruhe sommerschlafen lassen. Sie haben es verdient und ich kann mich nächstes Jahr vielleicht wieder auf eine kleine Überraschung freuen.

Sonntag, 17. April 2011

2022

Ging einfach entspannt durch den Park und plötzlich bot sich mir ein Bild von großer Symbolkraft. Die kleine Kompaktkamera habe ich inzwischen fast immer dabei, zu groß die Angst, ein schönes Motiv ginge mir durch die Lappen.



Dieses Mädchen wird 2022 erwachsen sein und in den Jahren bis dorthin ihre Talente entdeckt haben. Sie wird wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Sie wird sich in einer Welt wiederfinden, wo Männer und Frauen einander achten.
Beide Geschlechter werden gemäß ihrem Potential Berufe haben und zu gleichen Teilen gleichberechtigt ausfüllen -und - gleiche Anerkennung und Entlohnung erhalten. Die Welt wir sich dadurch sehr verändert haben, denn der bisher ausgegrenzte eine Teil der Menschheit wird AUCH gestalten und andere Entscheidungen treffen, als dies bisher der Fall war. 
Was wird sich geändert haben, wenn sich Frauen, nicht nur einige wenige, in den Vorständen von Firmen, in der Politik, Wissenschaft, im öffentlichen Leben einbringen, weil alles andere eigentlich nicht logisch ist?

Gehe einfach entspannt durch den Park und träume einen Traum, so bunt und schön. Dieses Mädchen hat ihn angefeuert und ich träume das Undenkbare, dass durch mehr Balance zwischen Männern und Frauen auch Balance und mehr Harmonie im Leben des Einzelnen entsteht. 
Viel wird sich geändert haben, 2022. Frauen beflügelt, Männer entlastet. Entspannt gehen wir durch den Park und träumen einen Traum. Es gibt so viele Möglichkeiten, lasst uns einfach spielen und sehen, was dabei herauskommt.

Ob ich es auch schaffe, auf diesem Ast zu balancieren? Das nächste Mal muss ich es probieren und meinen Mann Schmiere stehen lassen. In meinem Alter? Auf einem Baum? Tagträumen? Unsinn schreiben?

Donnerstag, 14. April 2011

Auf Schritt und Tritt Aprilwetter

Wir haben Westwetter! Frische, zum Teil stürmische Winde schaffen es direkt vom Atlantik bis zu uns durchzukommen. Was zu anderen Zeiten im Jahr kaum vorkommt, gelingt im April so gut, dass es einen eigenen Namen dafür gibt. Aprilwetter subsumiert alles, was ich von meinen Irlandaufenthalten dort als normales Wetter kenne. Rasche Wechsel von kurzen Schauern, dazwischen blendend blauer Himmel (bei uns richtig selten) und eine frische Brise um die Nase.

Beinahe ein Jahr ist es her, dass ich das letzte Mal die Insel besuchte, aufmerksame Leser dieses Blogs kennen schon ein paar Bilder von der Wanderwoche Anfang Mai im vorigen Jahr.

Beim letzten Regenguss vor etwa zwanzig Minuten gönnte ich mir eine kleine Belohnung nach einem Arbeitstag zwischen vier Wänden: Rein ins Archiv und über die Fotos Erinnerungen auffrischen.


Steile Klippen, Meer, andere Halbinseln am Horizont. Schöner kann ich mir wandern kaum vorstellen. Wir hatten Glück, es war zwar kalt, aber trocken. Beste Bedingungen, um diese abwechslungsreiche Landschaft zu genießen.



Hier seht ihr ein kleines Stück des Sheep´s Head Way. Mind your step war angesagt. Das Gefühl unter den Füßen steht oft im krassen Gegensatz zu dem, was man sieht. Schroffe Felsen und Abgründe im Blick, aber weiche Tritte im Hochmoor bieten ein besonderes Erlebnis.



Nun ist aber genug, sonst muss ich morgen ins nächste Flugzeug steigen.

Solltet ihr Lust auf Wanderungen in einer kleinen Gruppe in solch einer Szenerie bekommen haben, hier im Irlandblog vom Wanderer  findet ihr alles Wissenswerte. Schön war es und ich komme hoffentlich bald wieder!



Der Sheep´s Head ist eines der Finger, die im Südwesten der Insel in den Atlantik ragen.

Andere Posts über Irland in diesem Blog findet ihr unter Labels/Irland in der rechten Seitenleiste oder hier.
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