Da ist es nun, das neue Jahr und von vielen hörte ich, dass es heiß ersehnt und willkommen geheißen wurde. 2014 (auch schon das Jahr davor) brachte nicht nur mir Möglichkeiten durch Herausforderungen zu wachsen und die neue Jahreszahl im Kalender birgt eine, wie auch immer begründete Hoffnung, dass manches besser werden würde. Bitte, ich mag ja die 16, wie ich finde eine wunderschöne Zahl, ich kann mich also in Vorfreude üben. Findet ihr auch manche Zahlen sympathischer als andere? Ganz unabhängig von persönlichen Zahlen?
Es tat gut, ein paar Tage aus den täglich gewohnten Abläufen und Verpflichtungen auszusteigen und dabei einfach nur zuhause zu sein. Zeit zu haben, um auch Fotos im Archiv durchzuschauen und dabei wiedermal festzustellen, dass ich ein Faible für Wege, Straßen und weite Ausblicke habe.
Warum drückt man auf den Auslöser, in einem bestimmten Moment und wählt genau diesen Ausschnitt und keinen anderen? Für mich sind es oftmals Gegenstücke von inneren Landschaften, die ich im Außen wiedererkenne. Wie wunderbar, dass mit moderner Technik auch nach Lust und Laune experimentiert werden kann. Das Ergebnis zeigt sich unmittelbar und bringt eine innere Realität in Farben und Formen zum blühen. Auf dem Bildschirm dann flutet Licht durch die Bilder und verbindet bildhafte Erinnerungen mit inneren Seinszuständen zu einer beglückenden Einheit. Ich könnte manche Bilder stundenlang anschauen, tu es dann doch nie, aber das innere Auge verliert sie ja nicht.
Manchmal fragen mich andere Fotonarrische (also Leute, die auch viel fotografieren), ob und wie ich meine Bilder katalogisiere oder verstichworte und ich muss ihnen sagen, dass mir das zu viel Arbeit oder die benötigte Zeit nicht wert ist. In Wirklichkeit finde ich meist mit schlafwandelnder Sicherheit zu Fotos zurück, die in mir auf die eine oder andere Weise eingehakt sind. Ein innerer Kompass führt mich zu ihnen, vielleicht weil ich sie so liebe, ich weiß es nicht.
Die Welt um mich in Bildern zu sehen ist mir Lebenselexier und häufig Quelle der Freude. Immer öfter nehme ich Schönheit wahr, wo ich früher nur "etwas" gesehen habe, sei es die Kombination der Farben oder Formen oder einfach nur dieser eine Augenblick des Seins und Erlebens, den mitzunehmen es gelingt. Aus der Fülle etwas zu verdichten oder herauszuschälen ist oft schwer aber immer öfter scheint das "Es" auf sich aufmerksam zu machen, mich zu rufen:
"Sieh her, da bin ich".
Wir fahren mit dem Auto, ich drücke bei hoher Geschwindigkeit auf den Auslöser und dieser eine Moment passt, sitzt und hält, ich mag das Bild, so wie es ist. Es spricht zu mir.
Wäre das nicht auch ein schönes Motto für das noch so junge Jahr? Mit Vertrauen in alle Lebenslagen hineingehen. Erkennen, was im Moment wichtig ist und handeln, wenn die Zeit gekommen ist? Warten können auf den richtigen Moment und nicht hadern mit dem, was wir vorfinden? Nicht immer leicht, oder? Dabei gibt es Zeichen auf dem Weg. Jede/r hat die ureigenen, die ihm oder ihr etwas sagen.
Ähnlich einem Vision Quest können wir im Alltag mit kleinen Hinweisen spielen. Sie tauchen aus unserem Unterbewusstsein auf und lassen uns genau dorthin sehen oder hören, wo ein kleines oder großes AHA wartet.
Auf dem Bild oben seht ihr eine Person im Hintergrund gehen. Wir wurden in der Wildnis Arizonas eingeladen, etwas zu finden, was zu uns sprechen würde. Zu meinen Füßen entdeckte ich plötzlich diese zwei winzigen Nelken, es war Mitte Oktober und alles ehemals Grüne eher verdorrt und trocken. Ich sah es nicht als Wunder, nein, aber schön war es und es sprach zu mir. Es zeigte mir, dass schon alles da ist, was uns glücklich macht, wir müssen es "nur" entdecken können und den Augenblicken ihre Fülle zurückgeben wollen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leser/nnen von *kleine freude* ein von unzähligen erfüllten Momenten geprägtes 2015. Lasst uns in allen möglichen Situationen Freude empfinden, sie teilen und damit vermehren!