Im letzten November gab es viele viele helle Tage, das hat sich ganz ganz tief in meinem Gedächtnis eingegraben. In unserer Gegend überwiegt zu dieser Zeit sonst eher hochnebelartiges Wetter. Wie schön es ist, wenn auch im Spätherbst die Sonne scheint, in den schon deutlich kurzen Tagen. Jetzt werden mir die Spaziergänge im nahen Schlosspark Laxenburg wieder zunehmend wichtiger und machen richtig Freude, denn fast nie sonst gibt es so schöne Spiegelungen im Wasser als in diesem Monat. Der Sonne sei Dank.
In dieser Serie geht es um Fotos aus dem Vorjahr. Und zwar aus meinem normalen Leben. Nicht von
Reisen oder besonderen Erlebnissen, sondern von Motiven, die en passant
auf mich zukommen. Typisches und Schönes im täglichen Leben.
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Freitag, 19. Februar 2016
Samstag, 26. März 2011
Im Einklang
Durch ein großes Fenster hineinblicken und mehr von draußen sehen, als von drinnen.
Alle Fotos: Bantry House and Gardens, Irland, Anfang Mai 2010
Ich bin fasziniert von alten Gemäuern. Einer der Gründe, warum mich Irland anzieht. Dort lässt man vieles stehen. Aus welchen Gründen auch immer. In welchem Zustand auch immer.
Alte Häuser, ob intakt oder Ruinen erzählen immer eine Geschichte. Der Ort fühlt sich an. Auf eine ganz bestimmte Weise. Ich mag es, das zu erkunden, mich einzustimmen auf die Geschichten, die Menschen.
Was einmal innen war, persönlich und privat, wandert nach draußen. Es wird ein Teil des Ganzen. Es wird ein Teil von uns. Es bleibt.
Ich war fasziniert von dieser Schale am Fensterbrett. Gefüllt mit überbordend künstlicher Fülle erzählt sie eine Geschichte von Freude und Leidenschaft, Verführung und dem Recht der höheren Geburt.
Welch ein Gegensatz zur überbordend echten Fülle außerhalb. Im milden Südwesten Irlands, wo die Natur ihr grünes Kleid in so vielen Variationen spielt.
In Bantry House and Gardens verbreitet der Park den Prunk vergangener Tage immer noch, kaum lässt sich der Garten in Schach halten. Die ambivalent betrachteten Rhododendren wuchern, die alten Glyzinien ranken sich nach wie vor an der Pergola, als wäre für sie der Ablauf der Zeit kein Thema.
Hier schlägt mir Entspanntheit entgegen, selbstverständliches Nehmen von Schönheit und Fülle. Selbstverständliches Geben davon. Die Liebe zum Garten, die Arbeit in ihm.
Mir ist so sehr nach Entschleunigung, manchmal. Es steht nicht am Programm, aber ich suche sie. An manchen Orten gleite ich fast mühelos hinein. Sitze da, träume mein Leben. Lasse vorüberziehen. Stelle mich wie von selbst auf ein anderes Geleis, fahre los. Im Einklang mit mir selbst. Manchmal...auch im Garten.
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