Zwischen Bologna und Rimini im südlichen Teil des Podeltas beginnt jetzt die Blütezeit der Pfirsichbäume. Links und rechts der Autobahn Plantagen soweit das Auge reicht. Verschiedene Sorten zeigen Bütenfarben zwischen ganz hell bis dunkel rosa. Hochentwickelter Obst- und Gemüseanbau in weiten Teilen der nördlichen Provinzen Italiens beeindruckt mich, seit ich das erste Mal dorthin kam. Zwischen Alpen und dem Appeninnenbogen erstreckt sich eine weitgehend harmonisch anmutende Kulturlandschaft ohne große Monokulturen. Man spürt, dass viel Erfahrung und jahrhundertealtes Wissen in der Landwirtschaft, der Arbeit mit der Naturkräften da sein muss. Mal ist es Wein, dann Obstbäume, dann wieder Gemüse, Oliven oder Pappelhaine für die Papierwirtschaft, angepasst an die jeweiligen Bedingungen.
Ihr könnt euch vorstellen welch ein Zauber über der Landschaft liegt, wenn einzelne Flecken kultivierter Erde weithin in sanftem rosa und weiß im Sonnenlicht strahlen!
Da muss man von der Autobahn runter und sich das genauer anschauen. Dabei fallen die verschiedenen Sorten durch Farbe und Form der Blüten auf. Die Bäume sind kaum größer als mannshoch, die Kronen innen so etwas wie "hohl", sie wirken wie Schüsseln. Zweifellos die perfekte Form für eine optimalen Bewirtschaftung. Anderenorts stehen die Bäume in einer Art Spalierform.
Zwischen den Reihen von Pfirsichbäumen und dem Bauernhaus ein Gemüsegarten samt Folientunnel. Ich stehe am Rand des Obstgartens mit der Kamera in der Hand, als eine Frau auf dem Fahrrad daherkommt und mich anspricht. "Perché?" und deutet auf meine Kamera. Ich bin über ihre Frage so verblüfft, dass ich erst gar nichts sage (ist das nicht offensichtlich?), dann fällt mir mit meinem "molto bene - italienisch" doch etwas ein, was sie zunächst nicht zufriedenstellt. Meine "io capisco un po" Kenntnisse reichen dann zum Glück aus, ihr huscht ein Lächeln über das Gesicht (hatte sie gedacht ich wäre jemand von einer EU Steuer- oder sonstwas Behörde? Es wirkte jedenfalls so). Ich kann mit Händen und Füßen vermitteln, wie schön ich ihren Obstgarten finde. Sie radelt zurück zum Haus, das sich hinter einer immergrünen Wand vor neugierigen Blicken und sicher auch vor allzu großer Sommerhitze versteckt.
Jetzt noch ein Blick hinüber zum Nachbarhaus, besser gesagt zur Vorgartengestaltung desselben. Narzissen unter dem Olivenbaum, da kommen Frühlingsgefühle der schönsten Sorte hoch!
Mit diesem bearbeiteten Bild wünsche ich euch allen ein wunderschönes Osterwochenende, wie auch immer das Wetter sein mag, der Frühling ist bestimmt nicht aufzuhalten....