...keine leichte Sommerkost.
Sommer 2015 in Wien - Hitze, Hitze Hitze, zeitweise müssen wir hier höhere Temperaturen ertragen als im Mittelmeerraum, wochenlang 30° und oft auch deutlich mehr. Jetzt, gegen Mitte August ist es am Morgen schon etwas angenehmer, die Schatten im Garten länger. Ich bin froh über meine Praxisräumlichkeiten im Kellergeschoss.
Wir können es uns so einrichten, dass wir gut durch den Tag kommen, wenn es auch manchmal anstrengend ist. Die Flüchtlinge, die in großer Zahl aus Syrien besonders auch in Österreich ankommen, müssen teilweise im Freien kampieren. Unser Ort nimmt Menschen auf, einige, darüber bin ich froh. Irgendwie geht es weiter, schwer ist es in jedem Fall für diese Menschen.
Viele hier haben diffuse Bedenken, Befürchtungen und Angst. Die Thematik lässt niemanden kalt, das Erstaufnahmelager befindet sich recht nah zu uns. In diesem Sommer, der wettermäßig jeden gewohnten Rahmen sprengt, beschäftigen wir uns auch damit, was wir tun können um zu helfen und dieser größer werdenden Herausforderung sinnvoll und mit Mitgefühl zu begegnen. Und wir sind gefordert unsere Einstellungen zu überprüfen.
Es sind Menschen, die kommen. Sie lieben und hassen, erleben trotz Angst und Ungewissheit sicher auch manchmal Freude. Sie haben viel erlebt, Schwieriges, aber auch Schönes. Sie sind wie wir. Menschen, die eine Zukunft haben wollen und auf ein lebenswertes Leben hoffen und bereit sind dafür etwas zu wagen.
LeserInnen von *kleine freude* wissen inzwischen, dass der Begriff Freude hier weit gefasst sein kann. Ein Text, auf den ich zufällig gestoßen bin zielt eigentlich in eine andere Richtung als die hier angesprochene, ich fand ihn interessant und anregend, er nimmt Bezug auf ein Gefühl, dass der Mensch nie aufhört zu lernen solange er lebt.
(Hemmende) Denkmuster überwinden – das ist auch heute notwendig! Und wie? Mit
Begeisterung! Durch das Zusammenspiel von Herz und Hirn können wir
unsere Potenziale entfalten, Neues ausprobieren. Das Gehirn kann sich
das ganze Leben lang verändern – dies hat der Neurobiologe Gerald Hüther
bewiesen. Er bringt wichtige Erkenntnisse durch seine direkte Art
unmissverständlich auf den Punkt.
Aus einem lesenswerten Interview mit Gerald Hüther, hier der Link.
Nachtrag (14.8.):
Das Flüchtlingsthema bewegt und polarisiert. Allzu leicht gerät man in fruchtlose Streitgespräche. Aus meiner Sicht ist es essentiell wichtig sich auf positive Zugänge zu konzentrieren, um die vorhandene Energie nicht im negativen Gedankenaustausch zu vergeuden (man wird immer jemanden finden, der seinem Hass freien Lauf lassen will) Die Energie folgt der Aufmerksamkeit! Positive und konstruktive Beiträge zu lesen macht durchaus Sinn und stärkt die eigene Motivation.
Auf Anregung von Sigrun *Hillside garden* hier ein Link zu Lotta Blog Lotta liebt blau, gute Gedanken zum Thema.
Ein sehr sehr interessanter Artikel zum Thema aus *Zeit online* beschreibt eine win win Situation aus Süditalien: Flüchtlinge retten Riace vor dem Untergang