Vorgestern, gestern, heute, ein Tag wie der andere. Täglich wurden und werden Menschen ermordet, viele viele, rund um den Erdball. Von der überwiegenden Mehrzahl erfahren wir nichts und doch ist es traurige Realität. In jedem einzelnen Fall betreffen Gewalttaten viele andere rundherum. Fremde, Angehörige, Freunde. In diesen Tagen tauchen trotz dieser Tatsache so viele Fragen auf, für die meisten gibt es keinen be-fried-igende Antwort. Ich weiß nur eines und davon bin ich zutiefst überzeugt: Angst ist keine brauchbare. Dem Medienhype rund um die Anschläge in Paris blende ich aus, ich mag mich nicht mit allen grausamen Details auseinandersetzen. Ich denke darüber nach, wie wir leben und was wir für selbstverständlich erachten und ich denke darüber nach, wofür ich dankbar bin und wofür ich bereit bin meine Kraft einzusetzen. Wir gehen so selbstverständlich von friedlichen Zeiten aus und denken nicht an eine mögliche Bedrohung und trotzdem ist da keine Resignation, kein Gefühl des Ausgeliefertseins, auch kein Groll. Nur Mitgefühl und eine Traurigkeit, dass wir Menschen es nicht besser hinkriegen...
In vielen Reaktionen spüre ich Stärke und Zusammenstehen und eine Zuversicht, dass sich das Blatt zum Guten wendet, Gleichgültigkeit wäre fatal...
Sonntag, 15. November 2015
Samstag, 14. November 2015
Sonntag, 8. November 2015
Beschirmt...
...von Kiefern und trotzdem auch Teppiche von Laub unter den Füßen.
Vor einer Woche dachte ich etwas wehmütig an unsere Reise im Oktober des vorigen Jahres zurück. Wir genossen die Sonne und die noch sehr warmen Temperaturen in geographisch weit südlichen Gegenden der USA. Wunderbare Naturerlebnisse, die doppelt zählten im Bewusstsein des nahenden Winters und der langen dunklen Tage, die uns in Mitteleuropa erwarteten. Manchmal denke ich, dass solche Zeiten des Wandels besondere Kräfte freisetzen, wenn man viel viel bewusster aufnimmt, was bald nicht mehr so ohne weiteres zugänglich sein würde.
Die Bilder in diesem Beitrag sind heute aufgenommen. In einer Gegend die ich seit meiner Kindheit kenne, hier streiften wir jedes Wochenende mit meinen Eltern durch die Wälder.
Meiereiwiese Vorderbrühl, Oktober 1959
Vertraute Bilder und Aussichten, vertraute Gerüche, kaum etwas hat sich in all den Jahren verändert. Außer eines und das mit deutlich zunehmender Signifikanz. Sieht man die Fotos erscheint alles ganz normal, im Mischwald dominiert die immergrüne Schirmföhre (eine Kiefernart) und Buchen, die inzwischen schon zum Großteil das Laub abgeworfen haben. Da leuchten die gelben Blätter der Birkengruppe als besonderes Element hervor und erfreuen von oben am Berg und unten an der Wiese das Auge. Ein Spaziergang durch den herbstlichen Wald bringt also durchaus zur Jahreszeit passende Eindrücke, wenn, ja wenn nicht doch alles anders wäre als gewohnt. Heute ist der 8. November und das Thermometer zeigt an die 20°, dazu gab es eine recht warme Nacht und auch die nächsten Tage sollen ungewöhnlich warm bleiben. Zu warm für unsere Breiten, geht es nach der Statistik.
Perspektivenwechsel und Flexibilität im Denken scheinen eine wachsende Forderung und Herausforderung zu sein. Das zeigt sich beim Wetter, aber auch bei vielen aktuellen Geschehnissen in Europa, die uns nach neuen Lösungen zu suchen veranlassen müssen. Eine überschaubare und kontrollierbare Welt ist nicht mehr (so es sie überhaupt jemals gab).
"Das kann nicht gesund sein" sagte eine Frau am Nebentisch, als wir heute in Freien zu Mittag aßen, auf die ungewöhnliche Wärme anspielend und ich dachte, wir werden nicht gefragt. Hier nicht und woanders auch nicht. Und trotzdem müssen wir Wege finden, um mit veränderten Bedingungen klarzukommen. Es wäre theoretisch ganz einfach. Annehmen was ist und das Beste daraus machen. Ganz einfach, oder eben ganz schwer. Eines ist sicher: Wir finden jeden Tag Gelegenheit zu üben....
So viel kupfrig goldenes Laub auf den Wegen wo die Buchen stehen. Durch die Baumstämme sehen wir hinunter auf die große Wiese. Ein kleiner Raum und doch so viele verschiedene Eindrücke vom Selben. Von außen oder von innen betrachtet und von jedem einzelnen Standort unterschiedlich erscheinende Welten. Und doch alles Teil derselben Realität.
Da macht es wenig Sinn zu sagen, was wahr und echt ist und was nicht. Viel eher machte es Sinn zu schauen, was unter den gegebenen Bedingungen möglich ist. Das wäre schon Aufgabe genug...
Vor einer Woche dachte ich etwas wehmütig an unsere Reise im Oktober des vorigen Jahres zurück. Wir genossen die Sonne und die noch sehr warmen Temperaturen in geographisch weit südlichen Gegenden der USA. Wunderbare Naturerlebnisse, die doppelt zählten im Bewusstsein des nahenden Winters und der langen dunklen Tage, die uns in Mitteleuropa erwarteten. Manchmal denke ich, dass solche Zeiten des Wandels besondere Kräfte freisetzen, wenn man viel viel bewusster aufnimmt, was bald nicht mehr so ohne weiteres zugänglich sein würde.
Die Bilder in diesem Beitrag sind heute aufgenommen. In einer Gegend die ich seit meiner Kindheit kenne, hier streiften wir jedes Wochenende mit meinen Eltern durch die Wälder.
Meiereiwiese Vorderbrühl, Oktober 1959
Vertraute Bilder und Aussichten, vertraute Gerüche, kaum etwas hat sich in all den Jahren verändert. Außer eines und das mit deutlich zunehmender Signifikanz. Sieht man die Fotos erscheint alles ganz normal, im Mischwald dominiert die immergrüne Schirmföhre (eine Kiefernart) und Buchen, die inzwischen schon zum Großteil das Laub abgeworfen haben. Da leuchten die gelben Blätter der Birkengruppe als besonderes Element hervor und erfreuen von oben am Berg und unten an der Wiese das Auge. Ein Spaziergang durch den herbstlichen Wald bringt also durchaus zur Jahreszeit passende Eindrücke, wenn, ja wenn nicht doch alles anders wäre als gewohnt. Heute ist der 8. November und das Thermometer zeigt an die 20°, dazu gab es eine recht warme Nacht und auch die nächsten Tage sollen ungewöhnlich warm bleiben. Zu warm für unsere Breiten, geht es nach der Statistik.
Perspektivenwechsel und Flexibilität im Denken scheinen eine wachsende Forderung und Herausforderung zu sein. Das zeigt sich beim Wetter, aber auch bei vielen aktuellen Geschehnissen in Europa, die uns nach neuen Lösungen zu suchen veranlassen müssen. Eine überschaubare und kontrollierbare Welt ist nicht mehr (so es sie überhaupt jemals gab).
"Das kann nicht gesund sein" sagte eine Frau am Nebentisch, als wir heute in Freien zu Mittag aßen, auf die ungewöhnliche Wärme anspielend und ich dachte, wir werden nicht gefragt. Hier nicht und woanders auch nicht. Und trotzdem müssen wir Wege finden, um mit veränderten Bedingungen klarzukommen. Es wäre theoretisch ganz einfach. Annehmen was ist und das Beste daraus machen. Ganz einfach, oder eben ganz schwer. Eines ist sicher: Wir finden jeden Tag Gelegenheit zu üben....
So viel kupfrig goldenes Laub auf den Wegen wo die Buchen stehen. Durch die Baumstämme sehen wir hinunter auf die große Wiese. Ein kleiner Raum und doch so viele verschiedene Eindrücke vom Selben. Von außen oder von innen betrachtet und von jedem einzelnen Standort unterschiedlich erscheinende Welten. Und doch alles Teil derselben Realität.
Da macht es wenig Sinn zu sagen, was wahr und echt ist und was nicht. Viel eher machte es Sinn zu schauen, was unter den gegebenen Bedingungen möglich ist. Das wäre schon Aufgabe genug...
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Sonntag, 1. November 2015
Winter bunt geträumt
Im Moment so dankbar für jeden Sonnenstrahl! Herbst verführt die Augen und knallt sie zu mit leuchten aber am nächsten Tag schon kann alles vorbei sein. Wenn wir das nicht wüssten, wir würden in den Himmel schaukeln, voller Übermut...
Mein liebster Sinneseindruck im Herbst ist der Geruch im Wald, da geht nichts drüber. Wenn das Laub mal ein paar Tage am Boden gefaulenzt hat sieht es gar nicht mehr lecker aus, aber es duftet so fein. Durch Landschaften streifen ist jetzt am schönsten...
Schon betörend, diese Farben! Golden, bronzen, die Bäumen scheinen zu lächeln, endlich die Last am loswerden und auch mal nackt sein dürfen. Bald...
Auch noch viel Grünes, es gab noch keinen Frost, keinen Schnee (hätte schon alles sein können). Würde mich in die Wiese legen wollen, ist dann doch schon Monat mit R, der Dritte in Folge und es wird noch fünf solche geben...
Und jedes Jahr denke ich, dass rosa, pink und karminrot jetzt nicht mehr passt. Die Rosen wollen es noch mal wissen, ein bisschen wenigstens. Da und dort blüht noch was und das ausdauernd, heizt ja nichts mehr drauf. Rosa zarte Blüten neben den tieforangen Früchten des Feuerdorns. Die Welt ist voller Widerspruch?! Muss man aushalten. Tja, ich scherze, wenn dann alles wieder verräumt und abgestorben ist und Tristesse ins Land gezogen ist, besuche ich all die Orte, die bunten in meinen Träumen. Alpträume kann es im Winter gar nie geben...
Mein liebster Sinneseindruck im Herbst ist der Geruch im Wald, da geht nichts drüber. Wenn das Laub mal ein paar Tage am Boden gefaulenzt hat sieht es gar nicht mehr lecker aus, aber es duftet so fein. Durch Landschaften streifen ist jetzt am schönsten...
Schon betörend, diese Farben! Golden, bronzen, die Bäumen scheinen zu lächeln, endlich die Last am loswerden und auch mal nackt sein dürfen. Bald...
Auch noch viel Grünes, es gab noch keinen Frost, keinen Schnee (hätte schon alles sein können). Würde mich in die Wiese legen wollen, ist dann doch schon Monat mit R, der Dritte in Folge und es wird noch fünf solche geben...
Und jedes Jahr denke ich, dass rosa, pink und karminrot jetzt nicht mehr passt. Die Rosen wollen es noch mal wissen, ein bisschen wenigstens. Da und dort blüht noch was und das ausdauernd, heizt ja nichts mehr drauf. Rosa zarte Blüten neben den tieforangen Früchten des Feuerdorns. Die Welt ist voller Widerspruch?! Muss man aushalten. Tja, ich scherze, wenn dann alles wieder verräumt und abgestorben ist und Tristesse ins Land gezogen ist, besuche ich all die Orte, die bunten in meinen Träumen. Alpträume kann es im Winter gar nie geben...
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Freitag, 23. Oktober 2015
Einfach, wenn es gut ist
Erst vor einigen Wochen las ich Arno Gruens Buch: "Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden". Eines der besten Bücher in letzter Zeit. Ich will hier gar nicht auf den Inhalt eingehen, wer sich davon angesprochen fühlt findet im Nu genug Information im Netz.
Mit Schlägen, Denkverboten und auch Denkgeboten aufgewachsen, beschäftigt mich das Thema Mitgefühl, Selbst- und Nächstenliebe leben zu können schon lange, wie überhaupt Menschen es schaffen können gut miteinander zu leben und auszukommen. Und wo die Ursachen liegen, dass und wenn sie es nicht schaffen, denn da liegt der Schlüssel für Veränderung zum besseren, friedvolleren, liebevolleren Leben miteinander.
Unsere Vorfahren hatten Gewalterfahrungen von zwei Weltkriegen zu verarbeiten, ohne dass ihnen das lange Zeit oder gar nicht zugestanden und ohne dass ihnen geholfen worden war. Persönliche und kollektive traumatische Erfahrungen verschwinden nicht einfach, sie werden in verschiedener Art und Weise an die nächsten Generationen weitergegeben und müssen erst geheilt werden. Das Thema ist leider sehr aktuell und wir sind alle auf die eine oder andere Weise davon betroffen. Es geht auch nicht weg, wenn wir nicht hinschauen. Verstehen kann ein erster Schritt zu Heilung sein und Mitgefühl natürlich. Gewalt kann nie durch gewaltätige Antworten beseitigt werden, auch wenn Menschen sich immer wieder in dieser Strategie versuchen.
Heute in der mittäglichen Nachrichtensendung ein ausufernder minutenlanger Bericht mit Interviews über einen Zusammenstoß eines Reisebusses mit einem LKW in Südfrankreich. Ich drehe nach einigen Minuten ab und frage mich zum wiederholten mal, warum wir uns mit Negativmeldungen zuschütten lassen. Wem hilft das und wer braucht diese Informationen? Was für ein Aufschwung an Prosperität und Veränderung hin zu einer besseren Welt würde es geben, wenn hauptsächlich Nachrichten über gelingende und gute Projekte (von denen es so viele auf der Welt gibt) verbreitet würden und Menschen das Gefühl bekommen, dass sich ihr Leben zum Guten wenden kann und sie Möglichkeiten suchen und finden können sich zu beteiligen und einen wichtigen Platz in der Welt zu haben?! Das ist keine Träumerei, das ist eine klare Absage an alle, die posaunen, dass die Welt nur durch Gier und Wettbewerb am laufen gehalten werden kann. So gut ist sie ja durch diese Strategien nicht geworden...
Ein kurzer Nachruf zu Arno Gruens Tod aus dem Standard, einer österreichischen Tagszeitung vom 22. Oktober:
Der Psychoanalytiker, Psychologe und Buchautor Arno Gruen ist am Dienstag im Alter von 92 Jahren in Zürich gestorben. Das teilte sein Verlag Klett-Cotta am Mittwoch mit.1923 in Berlin geboren, emigrierte Gruen 1936 mit seiner jüdischen Familie in die USA. Nach dem Studium der Psychologie leitete er ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie.Von 1979 an lebte und praktizierte Gruen in der Schweiz. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich mit den psychologischen Ursachen von Gewalt und Fremdenhass, mit den Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. Für "Der Fremde in uns" erhielt er im Jahr 2001 den Geschwister-Scholl-Preis.Bis zuletzt befasste sich Gruen mit gesellschaftspolitischen Themen, so in seinem dieses Jahr erschienenen Buch "Wider den Terrorismus", in dem er sich unter anderem mit den Anschlägen in Frankreich auseinandersetzte. Bis vor wenigen Wochen arbeitete er an seinem neuen Buch: "Wider die kalte Vernunft", eine fundamentale Kritik der abstrakten Rationalisierung, soll nach Angaben des Verlags im Jänner 2016 erscheinen.
"Sich auf die eigene Empathie verlassen
Gruen beschreibt unsere Zivilisation als eine, in der Menschlichkeit schwer überdauert. Überspitzt und düster gesagt: Wir kommen als Menschen auf die Welt und verlernen die Menschlichkeit systematisch. Erziehung besteht genau in diesem Verlust. Darin, dass unsere zutiefst menschlichen Reflexe nicht mehr funktionieren, sondern geregelt und systematisch unterdrückt werden, bis sie vielleicht irgendwann ganz ausgemerzt sind. Zivilisation ist der Weg zur Unmenschlichkeit. Aber Gruen wäre nicht Gruen, wenn er das stehenliesse. Wie geht also Menschsein? Für Gruen ganz einfach: Sich auf seine Empathie verlassen. Auf sein Gefühl. Auf diese Fähigkeit, die alle Menschen in den ersten zwei Lebensjahren haben, nämlich an den Gesichtszügen des Gegenübers zu erkennen, wie es diesem Menschen geht. Und eine Resonanz zu entwickeln."Aus einem anderen Nachruf für Arno Gruen
Ich hatte in den letzten Tagen mit einer Bronchitis zu kämpfen, gerade als wir für ein paar Tage ans Meer gefahren waren. Ein paar Tage Sonne, Entspannung und Nachspüren, was wichtig ist. Es tat mir gut ins Wasser zu schauen, am Wasser entlang zu gehen und zu spüren, dass das Leben einfach ist, wenn es gut ist. Ein bisschen mit den schwarz/weiß Einstellungen der Kamera spielen und wie sich herausstellte, passte das zur Nachricht vom Tod eines Menschen, der mich durch seine Worte sehr zu beeindrucken und bewegen vermag...
Dienstag, 13. Oktober 2015
Von Bäumen begleitet / 15
In dieser Folge zur Serie schlagen wir wieder ein trauriges Kapitel auf, erst kürzlich war am Beispiel der Ulme von Baumsterben die Rede. Ich bin in keiner Weise Expertin für Bäume, es ist nur die Liebe und daher vielleicht eine etwas genauere Beobachtung da, unterstützt durch die Leidenschaft möglichst viel Schönes mit der Kamera festzuhalten.
Zunächst ein Foto von unserem Garten im Frühling, die Eschen im Hintergrund sind auch auf dem Bild, hat sich so ergeben. Als ich das erste Mal vom Eschensterben gelesen hatte schaute ich genau hin und siehe da, man konnte es mehr als genau erkennen, die Kronen der beiden Bäume im Hintergrund sind schütter, manche Zweige bereits im Frühsommer blattlos! Ich hatte das zwar schon bemerkt, dem aber keine Bedeutung beigemessen. Eschen galten bei uns bisher als Bäume die überall wachsen, eher lästig sind, weil sie überall keimen und in die Höhe schießen, auch dort wo man sie nicht haben will. Hier auf der anderen Seite des Baches machten sie uns Richtung Süden oft mehr Schatten als uns lieb war.
Der Tod kommt schleichend aber unerbittlich lese ich in einem Artikel aus der Zeit online (bei Interesse hier nachzulesen ) mit einem Pilz, dessen Sporen mit dem Wind übertragen werden und dem die Bäume kaum etwas entgegenzusetzen haben. Die einst sehr dichtlaubige und hohe Esche am Bachrand muss geschnitten werden, es hilft nix...
Ich dachte noch, dass dieses Übel vielleicht nicht so weit verbreitet wäre, aber auch in Dänemark und auf den Britischen Inseln sterben viele Eschen. Auf dem Bild unten deutlich an einem stattlichen Exemplar in Bantry House and Gardens zu erkennen. Erst vor Kurzem fiel die riesige Blutbuche in der Nähe dem Hallimasch zum Opfer, jetzt geht es auch dieser ehemals schönen Esche an den Kragen. Der Gärtner, den ich daraufhin ansprach wusste sofort wovon ich redete...
Wie gesagt, ich bin Laie und kann die Dinge nicht wirklich fachlich beurteilen und hoffe sehr, dass in dieser Sache noch nicht alles verloren ist!
Wenn man von solch einer Bedrohung weiß geht man mit ganz anderen Augen durch die Welt, jedenfalls freue ich mich jedesmal, wenn ich eine für mein Dafürhalten gesunde Esche entdecken kann! Dieser Allerweltsbaum - heißt in unseren Breiten sehr sehr häufig vorkommende Baum - könnte mit seinem Verschwinden eine große Lücke in die Landschaft reißen!
In den letzten beiden Bildern seht ihr die schönste Esche der ich dieses Jahr begegnet bin. Sie steht vor dem Heinrich Schliemann Museum in Ankershagen auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
Ein mächtiger Baum, dessen Zweige auf einer Seite bis zum Boden reichen. Wie schön ist es, wenn man Bäumen genug Platz zugesteht, sodass sie sich ausbreiten dürfen und ihre ganze Pracht entfalten können. Da müssen über viele Generationen von Einwohnern mitspielen, dem Baum Raum lassen, ihn pflegen und ihn als Bereicherung empfinden. Hier war das ganz offensichtlich der Fall.
Links im Bild befindet sich das Geburtshaus von Heinrich Schliemann. Er gilt als ein Pionier und Wegbereiter der Feldarchäologie und als Entdecker von Troja. Hier der Link zur Seite in Ankershagen, auf der die Esche nicht erwähnt ist und doch muss sie schon während der Kindheit Schliemanns am Anfang des 19. Jahrhunderts ein großer Baum gewesen sein. Ein besonderer Baum, dessen Größe und Schönheit so gut zur Geltung kommt, weil man ihn von weiter weg betrachten kann und die Sicht nicht versperrt ist. Wie schön wäre es, wenn solch besondere Bäume systematisch kartiert würden und auch in Fremdenverkehrsprospekten erwähnt würden! Wenn es sie nicht mehr gibt, fehlt etwas Wichtiges, das ist sicher. Ob wir Menschen Bäumen etwas entgegenzusetzen hätten was besser wäre? Ich bezweifle das und denke wir sollten um jeden Baum kämpfen, ihn ehren und bewusst wahrnehmen, wieviel Schönheit er in die Welt zu bringen vermag.
Hier gehts zu den früheren Folgen dieser Serie. Zuletzt kamen Ulmen ins Bild, einige der Fotos in der Folge 14 entstanden ganz in der Nähe der Esche von Ankershagen.
Zunächst ein Foto von unserem Garten im Frühling, die Eschen im Hintergrund sind auch auf dem Bild, hat sich so ergeben. Als ich das erste Mal vom Eschensterben gelesen hatte schaute ich genau hin und siehe da, man konnte es mehr als genau erkennen, die Kronen der beiden Bäume im Hintergrund sind schütter, manche Zweige bereits im Frühsommer blattlos! Ich hatte das zwar schon bemerkt, dem aber keine Bedeutung beigemessen. Eschen galten bei uns bisher als Bäume die überall wachsen, eher lästig sind, weil sie überall keimen und in die Höhe schießen, auch dort wo man sie nicht haben will. Hier auf der anderen Seite des Baches machten sie uns Richtung Süden oft mehr Schatten als uns lieb war.
Der Tod kommt schleichend aber unerbittlich lese ich in einem Artikel aus der Zeit online (bei Interesse hier nachzulesen ) mit einem Pilz, dessen Sporen mit dem Wind übertragen werden und dem die Bäume kaum etwas entgegenzusetzen haben. Die einst sehr dichtlaubige und hohe Esche am Bachrand muss geschnitten werden, es hilft nix...
Ich dachte noch, dass dieses Übel vielleicht nicht so weit verbreitet wäre, aber auch in Dänemark und auf den Britischen Inseln sterben viele Eschen. Auf dem Bild unten deutlich an einem stattlichen Exemplar in Bantry House and Gardens zu erkennen. Erst vor Kurzem fiel die riesige Blutbuche in der Nähe dem Hallimasch zum Opfer, jetzt geht es auch dieser ehemals schönen Esche an den Kragen. Der Gärtner, den ich daraufhin ansprach wusste sofort wovon ich redete...
Wie gesagt, ich bin Laie und kann die Dinge nicht wirklich fachlich beurteilen und hoffe sehr, dass in dieser Sache noch nicht alles verloren ist!
Wenn man von solch einer Bedrohung weiß geht man mit ganz anderen Augen durch die Welt, jedenfalls freue ich mich jedesmal, wenn ich eine für mein Dafürhalten gesunde Esche entdecken kann! Dieser Allerweltsbaum - heißt in unseren Breiten sehr sehr häufig vorkommende Baum - könnte mit seinem Verschwinden eine große Lücke in die Landschaft reißen!
In den letzten beiden Bildern seht ihr die schönste Esche der ich dieses Jahr begegnet bin. Sie steht vor dem Heinrich Schliemann Museum in Ankershagen auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
Ein mächtiger Baum, dessen Zweige auf einer Seite bis zum Boden reichen. Wie schön ist es, wenn man Bäumen genug Platz zugesteht, sodass sie sich ausbreiten dürfen und ihre ganze Pracht entfalten können. Da müssen über viele Generationen von Einwohnern mitspielen, dem Baum Raum lassen, ihn pflegen und ihn als Bereicherung empfinden. Hier war das ganz offensichtlich der Fall.
Links im Bild befindet sich das Geburtshaus von Heinrich Schliemann. Er gilt als ein Pionier und Wegbereiter der Feldarchäologie und als Entdecker von Troja. Hier der Link zur Seite in Ankershagen, auf der die Esche nicht erwähnt ist und doch muss sie schon während der Kindheit Schliemanns am Anfang des 19. Jahrhunderts ein großer Baum gewesen sein. Ein besonderer Baum, dessen Größe und Schönheit so gut zur Geltung kommt, weil man ihn von weiter weg betrachten kann und die Sicht nicht versperrt ist. Wie schön wäre es, wenn solch besondere Bäume systematisch kartiert würden und auch in Fremdenverkehrsprospekten erwähnt würden! Wenn es sie nicht mehr gibt, fehlt etwas Wichtiges, das ist sicher. Ob wir Menschen Bäumen etwas entgegenzusetzen hätten was besser wäre? Ich bezweifle das und denke wir sollten um jeden Baum kämpfen, ihn ehren und bewusst wahrnehmen, wieviel Schönheit er in die Welt zu bringen vermag.
Hier gehts zu den früheren Folgen dieser Serie. Zuletzt kamen Ulmen ins Bild, einige der Fotos in der Folge 14 entstanden ganz in der Nähe der Esche von Ankershagen.
Samstag, 10. Oktober 2015
Alte Weisheit zwischen Honigtöpfen
Schon wieder ein Drittel vom Oktober vergangen. Klingt nach platten Satz, aber ich empfinde mein Leben im Moment als so vielfältig und fließend, dass nicht einmal bedauernde Gedanken und Gefühle über das Beginnen der kälteren Jahreshälfte Eingang in mein Bewusstsein finden. Hier im Blog gähnende Leere, die von Fülle im echten Leben spricht. Was auswählen, worüber schreiben, das dann später als Referenz für mein Leben heute hier und jetzt Auskunft geben würde?! Lassen wir also diese Überforderung. Denn das ist sie. Ich fühle mich verändert und es ist ein gutes Gefühl.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass nach außen Vieles gleich geblieben zu sein scheint. Dann auch wieder nicht. Eine Menge altes Zeug hat das Haus verlassen. Was ich teilweise Jahrzehnte nicht geschafft hatte (irgendeine oder mehrere innere Sperren waren wohl wirksam) ergibt sich in diesen Wochen mit Leichtigkeit.
An die 5555 Tage plus oder minus, wer vermerkt schon das Datum eines Schuhkaufes, trug ich diese Schuhe zuhause. Obwohl hier im Blog sehr viel von Reisen die Rede ist, verbringe ich den weitaus größten Teil meines Lebens innerhalb unserer vier Wände, da sich auch mein Arbeitsplatz hier befindet. All die Jahre in ein und demselben Paar Schuhen an meinen Füßen. Als ich in einem Katalog das gleiche Modell sah wurde mir erst bewusst, wie lange ich dieses Paar schon trage. Sag noch einer, dass es in dieser Zeit keine Qualität zu kaufen gäbe! Nun aber war es Zeit für neue (alte) Schuhe! Nach dem Motto: Never change a winning team :-)
Im Wohnzimmer entsteht gerade eine ganz andere Stimmung, neue und alte Bilder anders gerahmt und zusammengestellt. Vor der Haustüre blüht mein Rosmarin zum zweiten Mal in diesem Jahr...
Sommergeschmack hereingeholt vor ein paar Tagen, als Kälte angekündigt war, die dann vorerst doch nicht kam. Jetzt reifen die Tomaten in der warmen Küche noch ein wenig nach.
Im Garten blüht Katzenminze als Teppich und hier im Gemüsebeet nutzte Basilikum seine Chance, als klar war, dass ich die Blüten nicht abzupfen würde und das bereits seit etwa 5 Monaten ausdauernd. Die Bienen lieben diese winzigen Blüten, die sie auch jetzt im Herbst noch mit bestem Futter versorgen. Gott gebe uns einen späten ersten Frost (Basilikum verträgt ihn ganz und gar nicht)! Es sind nur zwei Pflanzen der rotblättrigen Sorte, die in der kompostgedüngten Erde alles rundum unter sich begraben haben, einschließlich einiger Paprikapflanzen.
Sohn hat wochenlang täglich gerührt, nun ist der wunderbare Cremehonig abgefüllt. Ich war nie so der Honiggfan, jetzt genieße ich jeden Tag einen Teelöffel voll. Ich bin dankbar dafür, er schmeckt einfach köstlich!
Und nun schwärme ich tatsächlich von der Schönheit des alltäglichen Lebens, von den kleinen Freuden des Alltags. Was ist mit mir geschehen?! Könnte es sein, dass ich ein wenig mehr in mir selbst angekommen bin? Mich weniger auf der Suche und zerrissen fühle? So etwas in der Art kann, muss es wohl sein.
Vor ziemlich genau zwanzig Jahren habe ich mich intensiv auf die Suche gemacht und seither nie aufgehört herausfinden zu wollen wozu ich in dieses Leben gestellt bin. Sinn meines Lebens? Welche Aufgaben, die ich mir stellte oder die mir das Schicksal aufgab? Herausforderungen, die geschafft zu haben mir ein gutes Gefühl geben. Selbst wenn das, was mir viel abverlangt hat anderen belanglos vorkommen könnte, was macht das schon. Wir sind alle in unserem eigenen Universum unterwegs. Je besser wir es kennen und lieben, umso besser werden wir andere Universen um uns herum verstehen und lieben können. Alte Weisheit und doch so wahr....
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass nach außen Vieles gleich geblieben zu sein scheint. Dann auch wieder nicht. Eine Menge altes Zeug hat das Haus verlassen. Was ich teilweise Jahrzehnte nicht geschafft hatte (irgendeine oder mehrere innere Sperren waren wohl wirksam) ergibt sich in diesen Wochen mit Leichtigkeit.
An die 5555 Tage plus oder minus, wer vermerkt schon das Datum eines Schuhkaufes, trug ich diese Schuhe zuhause. Obwohl hier im Blog sehr viel von Reisen die Rede ist, verbringe ich den weitaus größten Teil meines Lebens innerhalb unserer vier Wände, da sich auch mein Arbeitsplatz hier befindet. All die Jahre in ein und demselben Paar Schuhen an meinen Füßen. Als ich in einem Katalog das gleiche Modell sah wurde mir erst bewusst, wie lange ich dieses Paar schon trage. Sag noch einer, dass es in dieser Zeit keine Qualität zu kaufen gäbe! Nun aber war es Zeit für neue (alte) Schuhe! Nach dem Motto: Never change a winning team :-)
Im Wohnzimmer entsteht gerade eine ganz andere Stimmung, neue und alte Bilder anders gerahmt und zusammengestellt. Vor der Haustüre blüht mein Rosmarin zum zweiten Mal in diesem Jahr...
Sommergeschmack hereingeholt vor ein paar Tagen, als Kälte angekündigt war, die dann vorerst doch nicht kam. Jetzt reifen die Tomaten in der warmen Küche noch ein wenig nach.
Im Garten blüht Katzenminze als Teppich und hier im Gemüsebeet nutzte Basilikum seine Chance, als klar war, dass ich die Blüten nicht abzupfen würde und das bereits seit etwa 5 Monaten ausdauernd. Die Bienen lieben diese winzigen Blüten, die sie auch jetzt im Herbst noch mit bestem Futter versorgen. Gott gebe uns einen späten ersten Frost (Basilikum verträgt ihn ganz und gar nicht)! Es sind nur zwei Pflanzen der rotblättrigen Sorte, die in der kompostgedüngten Erde alles rundum unter sich begraben haben, einschließlich einiger Paprikapflanzen.
Sohn hat wochenlang täglich gerührt, nun ist der wunderbare Cremehonig abgefüllt. Ich war nie so der Honiggfan, jetzt genieße ich jeden Tag einen Teelöffel voll. Ich bin dankbar dafür, er schmeckt einfach köstlich!
Und nun schwärme ich tatsächlich von der Schönheit des alltäglichen Lebens, von den kleinen Freuden des Alltags. Was ist mit mir geschehen?! Könnte es sein, dass ich ein wenig mehr in mir selbst angekommen bin? Mich weniger auf der Suche und zerrissen fühle? So etwas in der Art kann, muss es wohl sein.
Vor ziemlich genau zwanzig Jahren habe ich mich intensiv auf die Suche gemacht und seither nie aufgehört herausfinden zu wollen wozu ich in dieses Leben gestellt bin. Sinn meines Lebens? Welche Aufgaben, die ich mir stellte oder die mir das Schicksal aufgab? Herausforderungen, die geschafft zu haben mir ein gutes Gefühl geben. Selbst wenn das, was mir viel abverlangt hat anderen belanglos vorkommen könnte, was macht das schon. Wir sind alle in unserem eigenen Universum unterwegs. Je besser wir es kennen und lieben, umso besser werden wir andere Universen um uns herum verstehen und lieben können. Alte Weisheit und doch so wahr....
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