Donnerstag, 29. Dezember 2011

Licht-volle Resonanz

Hier kommt jeder Wien-Tourist vorbei. Das Hauptportal des Stephansdomes im Herzen der Innenstadt. Im Kirchenraum bemüht man sich um eine ruhige und besinnlichen Atmosphäre, was nur zum Teil gelingt. Egal wie mensch zu Kirchen steht, hier böte sich in einem oft hektischen und lauten Umfeld die Möglichkeit inne zu halten, kurz durchzuatmen, aus der Geschäftigkeit von einem nach außen gerichteten Fokus bei sich ankommen.



Dieses Jahr verbindet buntes Licht aus starken Scheinwerfern die Außenhaut des Domes mit dem Raum davor. Alle die sich hier aufhalten sind in einen Lichtraum mit hinein genommen. Blau, gold, violett - wie Figuren in einem Glasfenster stehen Menschen da, jede Sekunde verändert sich das Bild. Ganz gewöhnliche Menschen von dort und da verwandeln sich zu Protagonisten auf einer imaginären Bühne. Wir alle, zufällig zusammengewürfelt, in ein wenig Licht getaucht. Irgendwie magisch.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Dienstag, 27. Dezember 2011

Wohin es mich zieht

Das 11er Jahr liegt in den letzten Zügen. Für mich war es vielleicht das abwechslungsreichste und damit sicher eines der schönsten Jahre meines Lebens. Mit beiden Eltern konnten wir den achtzigsten Geburtstag feiern (fünfmal! Ungarn feiern einfach gerne), zwei meiner Söhne schlossen ihre Ausbildung ab. Ich selbst war so viel unterwegs, wie noch in keinem Jahr und auch wenn all das organisatorisch immer wieder eine Herausforderung bedeutete, klappte alles wunderbar.


                                                 Inchiquin Park, Beara Peninsula, Irland

Unterwegs sein ist eine Art Lebenselixier für mich. Unterwegs sein in vielerlei Hinsicht. Mit meinem Körper und mit meinem Geist. 2011 schmeckte nach einer leichten Brise frischer Meeresluft, zwischendrin tanzte das Leben mit mir einen flotten Walzer oder Csárdás. Zum Luft holen tauchte ich regelmäßig in den ruhigen Fluss meiner Arbeit. 2012 wird viel Veränderung bringen, dieses Jahr hat noch kein Gesicht, vielleicht vage Konturen.



Ich weiß wohin es mich zieht, was ich erfahren möchte und fühle die Energie von Überraschung und Veränderung auf einer kollektiven Ebene. Es wird ruhigere Passagen geben, dann wieder rauschend fließende Strecken, wo sich in kurzer Zeit viel verändert. Mein Bild für das kommende Jahr gleicht dem Wasserfall auf dem Foto. Das Bett für die vielen fließenden Teilchen heißt Liebe. Liebe hat so viele Gesichter! Wie wird unsere Welt in einem Jahr aussehen, werden wir zusammen wirken, um anstehende Probleme zu lösen?

In 365 Tagen werde ich wieder in diese Tasten klopfen und es wissen. Ja. Doch! Ich denke es, mal sehn, was der Wasserfall zu sagen haben wird.

Jetzt ist es noch 2011 und ich bin einfach sehr, sehr dankbar für dieses Jahr!



Freitag, 23. Dezember 2011

Fürs *glücklich sein* entscheiden

Top 5 regrets / 5


"I wish that I had let myself be happier"

In der englischen Version wird deutlich, dass glücklich sein etwas mit unserer Einstellung zu tun hat. Übersetzt heißt es nur vordergründig: "Ich wünschte, ich wäre glücklicher gewesen". Genauer hingesehen aber: "Ich wünschte, ich hätte mir zugestanden, glücklicher zu sein."

Jetzt zu Weihnachten hat dieser Wunsch eine Brisanz wie sonst nie im Jahr (außer vielleicht im Urlaub). Das Fest ist mit Erwartungen überfrachtet, dass oft wenig Freude aufkommt. Eigentlich wollen wir doch in Wirklichkeit spüren und ausdrücken, dass wir einen, im Glücksfall mehrere Menschen lieben und wünschen wiedergeliebt zu werden. Das geht sich aus: Bei frischer Liebe brauchts da nur *zusammensein*, wie wir aus Erfahrung wissen. Liebe schenken ohne den Umweg über ein Ding in Geschenkpapier.




Überhöhte Erwartungen haben zwangsläufig Ent-täuschungen zur Folge. Was wieder gut ist - wir lassen vielleicht leichter weg, was uns mehr voneinander trennt als verbindet. Mir fiel das über mehrere Jahre schwer, denn mit vielen Kindern war Weihnachten immer ein schönes Fest mit viel von Allem. 

Zusammensitzen, einander umarmen, sich freuen, dass es den/die Andere gibt, sich in die Augen schauen, lachen. Miteinander essen und fröhlich sein. Sich glücklich fühlen, weil alles das möglich ist. Weihnachten.

All dies zu überlegen und zu schreiben hilft mir den Fokus für glückliche Gefühle zu finden und zu leben. Und so gehört ihr, liebe LeserInnen von kleine freude irgendwie auch zu meinen Leben. Danke, dass ihr da seid! Für unser Weihnachtsfest wünsche ich uns Allen, dass wir uns fürs *glücklich sein* entscheiden! Fröhliche Weihnachten :-)


Hier gehts zu weiteren Top 5 regrets


Quelle für Top 5 regrets: Bronnie Ware / http://www.inspirationandchai.com/Regrets-of-the-Dying.html

Mittwoch, 21. Dezember 2011

In der Weite der Dunkelheit

Letzte Strahlen der untergehenden Sonne zur Sonnenwende.
Diese Stunden ziehen uns in die lange Nacht. Die Zeit ist gut, um zu fühlen was uns wirklich wichtig ist, als ob das in dieser Zeit leicht fallen könnte!

Ganz schwer fällt mir der Absprung von der Geschäftigkeit und den selbst auferlegten Verpflichtungen.

Gestern Abend auf einem untertags vertrauten Wanderweg. So dunkel, dass wir den Verlauf zwischen den Baumstämmen eher erahnen als sehen können. Wir gehen still. Alles im näheren Umkreis verschwindet in der Schwärze der mondlosen Nacht. Wir müssen uns auf einen Bereich etwa 50 Meter vor uns konzentrieren, sonst würden wir das dunkelgraue Band des Weges aus den Augen verlieren. Plötzlich geht der Blick in den Himmel, zwischen den Baumkronen weitet sich die Wahrnehmung. Alles was rundherum an kleinen Frustrationen und Stress da war weicht einem Gefühl von Aufgehobensein in einer Welt, die verlässlich weiteratmet.



Die kalte Luft beißt in meine Wangen und Knie, innerlich ist mir trotzdem ganz warm. Alles da draußen wirkt zurückgezogen, vordergründig leblos. Doch ich spüre einen Hauch Vertrautheit in der Dunkelheit. Augen, Nase, Ohren haben nicht viel zu tun. In meinem Herzen kommt vielleicht gerade deswegen die Botschaft mit aller Wucht an: Innehalten, hinein horchen. Wir bleiben stehen. Sehr, sehr weit in der Ferne leises Rauschen und da und dort ein vielfach gebrochenes Licht. Wir stehen zwischen den hohen Stämmen, angekommen bei uns selbst. In der Dunkelheit verbinden sich Himmel und Erde.


Dienstag, 20. Dezember 2011

Sonnenwende mit Bruder Baum

Mein Motto für die nächsten Monate:

"Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen."
                                                                                                                               Abraham Lincoln

Nichts verbessert sich mit Sorgen machen und doch fallen wir immer wieder darauf herein. Sorgen bringen nichts oder im schlimmsten Fall etwas, das wir eh nicht haben wollen. Warum also an dieser Gewohnheit festhalten? Da ist es doch zehnmal besser, sich entspannt und vertrauensvoll auf die Zukunft einzulassen und zu tun, was gerade sinnvoll erscheint.




Der Stand der Sonne hat hier auf der Nordhalbkugel der Erde praktisch seinen Tiefpunkt erreicht. Drei Tage so etwas wie Still-stand bevor es wieder mit jedem Tag länger hell wird. Ich kann es kaum glauben, wie schnell wir hier angekommen sind. 
Dieses Jahr möchte ich mir Zeit nehmen und in diesen Tagen hinaus gehen zu den Bäumen und fühlen was da ist. Dann, wenn es schon dunkel geworden ist und still.

Alles andere wird auch noch fertig, wie jedes Jahr vor Weihnachten. Keine Sorge!

Montag, 19. Dezember 2011

Ein Muster wie Mandelbrot


An der Supermarktkasse stehen und mit den anderen Kunden fröhliche Worte wechseln, scherzen. Heute schon einen Kuss bekommen? Jemandem Marmelade aufs Brot geschmiert, Hand in Hand miteinander durch den Park gegangen, die Sonne begrüßt? Die Bäume gehört?

Kaffee gekocht und da gesessen, Lieder gehört und darüber nachgedacht, wie es kommen konnte, dass das Haben das Sein überflügelte und sich im Nest so breit gemacht hat.

An der Supermarktkasse stehen und einander in die Augen schauen. Entspannt lächeln, sich über den Tag freuen. Langsam und ruhig die Waren einpacken. Ein paar fröhliche Worte wechseln. Vielleicht einen Witz erzählen.



Ein paar Gänge herunterschalten, träumen, lachen.



Tee trinken, reden, arbeiten. 
Einfach Sein. Fühlen was aus den Weiten zu uns fliegt.



Mit lieben Menschen zusammenkommen. Alle haben ein Päckchen geschnürt. Eine Idee verwirklicht, die aus einem Traum geflogen kam. Alle, die zusammengehören essen und trinken was zusammengetragen wurde und schmeckt.  Alle finden *ihr* Päckchen, Farben für ein Bild, Stoff für neue Kleider, Steine für neue Häuser und Freude als Treibstoff für ein neues Jahr. 
Es kommen nur Dinge die einen Auftrag haben zum Vorschein. Ein Auftrag, dem wir aufgeregt bald, bald nachgehen möchten. Weil wir spüren, dass wir etwas Neues schaffen können und wir so neugierig sind, was da auf uns zukommt. 
Mein Päckchen hat so viele Farben, ein bisschen Tanz, ein bisschen Haken schlagen, ein bisschen goldener Rosenduft und eine Brise frische Meeresluft.

An der Supermarktkasse stehen und einen Hauch davon verströmen, das bisschen Duft und Brise hat sich in meinem Herzen vervielfacht, es bekommt ein Muster wie Mandelbrot. 

So wäre mein Weihnachten, so habe ich es mir geträumt.


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